Ausgabe RAH 19 Hal
Vom Werden einer Nation
Bericht vom Hjalding im Phex 19 Hal
"Es ist an der Zeit das Werk Hardred Bjarnison's fortzusetzen"; mit diesen Worten eröffnete der oberste Hetmann Tronde das Frühlingshjalding: "Die einzelnen Jarltümer, Hetmannschaften, Dorfgemeinschaften und Ottajaskos müssen sich endlich als eine Nation begreifen." So eröffnete Tronde seine Ansprache. Uneingeweihte bekamen den Mund nicht mehr zu, ob der Dinge, die sie da zu hören bekamen. Es sollte so bleiben, denn Tronde beließ es nicht bei einleitenden Worten:
"Nun, das Mittelreich beginnt zu erstarken. Das liebliche Feld meldet sich auf der Bühne der Aventurischen Politik zurück. Somit ist es an der Zeit, daß unser geliebtes Thorwal zu neuen Ufern aufbricht.
Seien wir doch ehrlich! Wenn die Orks sich nicht dem Mittelreich, sondern uns zugewandt hätten, würde von unserem Land nicht viel übrig sein. Die Zeiten, in denen wir allein durch die Existenz unserer Ottas eine Macht darstellten, sind vorbei. Eine Otta kann einen Krieg beginnen, in den anderen Ottas verwickelt werden können. Dann zieht sich die eine Otta zurück, weil nicht genug Beute herausspringt. Und der Rest kann sehen, wo er bleibt. So etwas ist Herumstochern! Thorwal muß schwach bleiben, weil sich keiner für die eine, die thorwalsche Sache stark machen will.
Unser Land hat in den letzten Jahrzehnten sein Gesicht gewandelt. Wir sind nicht mehr die seefahrenden Thorwaler. Die größte Gruppe in unserem Land lebt in Städten und Dörfern. Diesem Umstand gilt es Rechnung zu tragen, meine hochverehrten Hetleute."
Auf so eine Eröffnung waren viele, insbesondere die Vertreter der seefahrenden Ottas des Nordens, nicht gefaßt. Der Tumult brach los. Tronde wartete ab, bis sich die erhitzten Gemüter wieder beruhigt hatten; bis sie hören wollten, was er genau meine.
Aber nicht er richtete das Wort an die Versammlung, sondern jemand. den sie schon lange nicht mehr gesehen hatten. Der frühere Berater von Hetfrau Garhelt, Asleif Nellgardson sprach:
"Es ist an der Zeit, daß Thorwal zur Sicherung der Grenzen ein stehendes Heer bekommt. Der Erfolgt der Orks zwingt, die Verteidigung neu zu organisieren. Wovon wird so ein Heer bezahlt?
Steuern, schlicht und einfach Steuer! Und ein ehrenwertes Gremium, welches die Ausgabe unserer Steuern kontrolliert. Thorwaler wird davon nicht zu einem Volk von Untertanen, im Gegenteil!
Das ganze Land wird in selbstständige Jarltümer eingeteilt, auch die neuen Gebiete um Enqui und Salza. Die Jarle werden vom obersten Hetmann eingesetzt. Sie treiben die Steuern ein. Desweiteren werden die Jarle die untere Gerichtsbarkeit behalten.
In den Jarltümern werden Abgesandte gewählt, die künftig das Hjalding bilden sollen. Dreimal pro Götterlauf für jeweils 4 Wochen tritt das Hjalding zusammen. Hört zu, freie Thorwaler! Denn das Hjalding kontrolliert den obersten Hetmann. Es kann die eingesetzten Jarle abwählen. Es muß dem Steuersatz zustimmen. Und werden die Steuern nicht richtig angelegt, werden die Ausgaben bis zum nächsten Hjalding gesperrt.
Das Treffen der Hetleute bleibt als "Rat der Hetleute" erhalten. Es wird sein Recht behalten, eben die Wahl- und Abwahl des obersten Hetmannes. Der Hetmann bestimmt aus den Reihen der Hetleute 3 Minister. Der Rat tritt zweimal im Jahr zusammen. Er stellt Anträge jeder Art an das Hjalding. Aus seinen Reihen stammt der Ausschuß für die höhere Gerichtsbarkeit.
Machen wir es so, verlieren wir nichts. Aber wir gewinnen ein Thorwal, das geeint handelt. Was soll uns dann noch bremsen?"
Als Asleif geendet hatte, brach der Tumult erst recht los. Argumente aller Art wurden ausgetauscht. Trondes Einwurf, die Ottas in Nostria hätten sich schändlich benommen, brachte den Saal zum Kochen. "So einfach mir-nichts-dir-nichts in Nostria das Feld zu räumen"; das war noch zu hören. Danach konnte unser Berichterstatter, in die hitzige Auseinandersetzung mit einbezogen, nichts mehr hören; er befindet sich bis jetzt in der Obhut eines Heilers.
Nach einigen Stunden Unterbrechung trat das Hjalding erneut zusammen. Die BHE-Fraktion begrüßte den Vorschlag zur Neugestaltung des Staatswesens als richtigen und wichtigen Schritt. Endlich würden heimatlosen Thorwaler zu gleichberechtigten Landsleuten. Auf den Einwurf Hetmann Eldgrimms, für die "Versager" nicht einstehen zu wollen, brach wieder handfester Streit aus.
Asleif griff schlichtend ein. Ein alter Sang, mit Festigkeit vorgetragen:
"Der schwatzt zuviel, der nimmer geschweigt
Eitel unnützer Worte.
Die zappelnde Zunge, die kein Zaum verhält,
ergellt sich selten Gutes.
Mach nicht zum Spott der Augen den Mann,
Der Vertrauend Schutz will suchen.
Klug dünkt sich leicht, der von Keinem befragt wird
Und mit heiler Haut daheim sitzt."
Der Händel verging über die uralte Weise. Doch selbst nach Stunden fiel keine Entscheidung zu den Plänen Trondes. Hetfrau Jarilaje Swafnidrasdotter schlug vor, die Entscheidung darüber auf das nächste Hjalding zu vertagen. Bis dahin solle man sich zuhause beraten. Tronde könne alldieweil genauere Pläne zur Ausgestaltung des neuen Thorwals vorlegen.
Beschlossen wurde dann doch noch. Und zwar die Gründung eines neuen Jarltums im aüßersten Nordosten um die Stadt Enqui herum. Es wird den Namen "Brinasker Land" tragen. Bezüglich der Schaffung eines Jarlstums um Salza einigte sich das Hjalding nicht.
Anschließend lud Tronde das Hjalding zum großen Feste ein. Asleif trug sein neuestes Lied vor, um danach in Begeisterungsstürmen unterzugehen.
(Zum Hjalding nachstehender Kommentar unseres Chefredakteurs Hjalmar Karlson-Ohnepropeller).
Der Kommentar:
"Da liegt einem der halbe Nordwesten, von Andergast bis Havena zu Füßen und was machen diese dreimal verfluchten Hundesöhne und Schlangentöter - sie fahren heim an den Herd, um sich beim Feuerchen über die Armut der Nostrier auszuheulen." (Tronde)
Nur zu verständlich, daß Tronde vor Wut außer sich war. Wir stellen fest: Das Mittelreich ist handlungsunfähig. Wir hätten unseren Einflußbereich ohne Gegenwehr bis Albernia ausdehnen können.
Tronde zog die Konsequenzen und schlug dem Hjalding eine Neuorganisation unseres geliebten Landes vor. Thorwal ist - ob wir es sehen wollen oder nicht - in den letzten Jahren zu einem Ordnungsfaktor geworden. Man rechnet mit uns in den Herrscherhäusern Aventuriens. Doch der schändliche Rückzug aus Nostria wird dazu führen, daß man uns nicht ernst nimmt. Sicher, man hat in Küstenstädten Respekt vor unseren Traditionalisten. Aber für eine große Nation ist dies ein Rückschritt, Respekt allein reicht nicht.
Wir leben und lebten nie vom "Thorwal'sch Einhandeln", wie die alten Sagen uns vormachten. Das war die Zuckersoße zum Salzhering. Dieser kam immer aus dem Handel und Wandel zur See; und zu Land!
Die letzten Jahre zeigten, Ottjaskos können vom traditionellen Einhandeln kaum noch reich werden. Die Städte in denen wirklich etwas zu holen ist, werden gut geschützt. Da haben auch 10 Ottas keine Chance. Nur noch Bettlerküsten liegen schutzlos da. Und die Sklavenjäger- und Piratenhatz ist auch nicht mehr das, was sie mal war.
Das Beispiel Salza und Salzahafen zeigt, welchen Aufschwung das gesamte nostrische Gebiet als thorwalsche Provinz hätte nehmen können. Hetmann Ulf hat den Grundstein gelegt. Schon bald werden die anderen Nostrier sehen, wieviel besser man als Thorwaler lebt. Freie thorwaler Bürger werden nicht in sinnlosen Kriegen gegen Andergast geopfert.
Ergreifen wir die Chance: Was unsere egoistischen Ottjaskos angefangen, muß nun die nationale Politik vollenden. Wir dürfen den Ork nicht unterschätzen. Der Fall Greifenfurts warnt uns, wie stark die Schwarzpelze geworden sind. Die Hetleute können nicht anders, als beim nächsten Hjalding Trondes Vorschlag zu folgen.
Es geht doch gar nicht darum, freie Thorwaler zu Untertanen zu machen. Die Möglichkeiten unseres Volkes müssen endlich in Gänze ausgeschöpft werden: Für das reiche, das freie, das geschützte, schlicht das stolze Thorwal! In diesem Sinne.
(Nicht mehr alle Dateien erhalten)
TTT-Thorwal Top Ten
1, (2) Erinnerungen werden mit Äxten gemacht "Die Sex Armbrüste"
2. (=) Der Ork, der kommt, der Ork, der kommt, der Ork, der kommt, das ist ganz g'wiss, ja weil der Ork, ja weil der Ork, ja weil der Ork ein Orken ist "Leere Flaschen Tuuter"
3. (=) Wenn die Otta in Serske sich mal wieder betrinkt "Die Rauflustigen"
4. (8) Mein weicher warmer Olporter "Das Olport Quartett"
5. (=) Wirt Du Schwein, laß mich wieder rein "Die Vidsander Herzbuben"
6. (=) Und wieder stand er wie ein Mast "Die Selemferkel"
7. (=) Premer lügen nicht "Mikael Holmsen"
8. (=) Meister sei grausam "Fondor"
9. (=) Das Sauflied "Jever Beckson Wiedergängerband"
10. (=) Nostria bleibt unser "Die Bekenntnis-Huppkas"
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