Unlektorierte Originalberichte, die dem thorwalschen Teil des TS 13 zugrunde lagen:
"Unsere Einkaufsfahrt"
Abschlußbericht des Hetmanns Tjore Elengarson nach seiner Rückkehr in Thorwal:
"Swafnir zum Gruße, Tronde. Du hast ja schon einiges von unserer kleinen Einkaufsfahrt gehört. Eigentlich ist das ja gar keine so aufregende Sache. Aber bevor du noch ein paar falsche Geschichten zu hören bekommst, berichte ich mal eben über die Fahrt in den Süden. Da kannst du dann auch sehen, daß wir nichts ungewöhnliches unternommen haben; jedenfalls nichts, was nicht auch schon andere Thorwaler unternommen hätten.
Es fing alles nach dem letzten Hjalding an, als Hetmann Ingald Ingibjarson mit der Imanmannschaft Enqui's und wir vom Trunkenbold-Ottaskin eine Einkaufsfahrt in den Süden planten. Schnell schlossen sich auch Hetmann Frenjar Torstorson mit den Lassirer Drachen, Kapitän Atmaskott Kjaskarson und das Firnglanz-Otta und Kapitänin Olgerda Olvarnasdottir mit ihrer Schlangentot an.
Von unserer erste Begegnung vor Kendrar mit zwei nostrianischen Koggen hast du ja schon gehört. Olgerda hat da sofort Zoff angefangen. Doch dazu brauch' ich wohl nicht viel zu sagen, schließlich haben wir dir ja eine "Beute-Kogge" mit Holz für deine Flotte geschickt.
Bei einem kleinen Zwischenfall mit Piraten auf den Zyklopen-Inselnhaben haben wir dann deren Thalukke gewonnen und sind danach weitergezogen nach Neetha. Über Neetha kann dir der Frenjar noch mehr erzählen.
Schließlich sind wir bis Drôl gekommen, wo unsere Einkaufsfahrt einen gewissen Höhepunkt erreichte. Aber von unserem kurzen Aufenthalt in Drôl hat ja auch schon der Ingald erzählt. Olgerda und die Schlangentod-Otta wollten von dort aus unbedingt weiter nach Mengbilla und 'ne Seidenkarawane oder so plündern. Was für 'ne blöde Idee. Bei Swfnirs Flosse, der Rest von uns hatte endgültig genug von Olgerdas Alleingängen, und so beschlossen wir wieder zurück zu segeln.
Auf der Rückreise von Drôl über Methumis entlang der Küste fuhr unsere kleine thorwalsche Flotte schließlich eines Morgens in den Hafen Belhankas ein.
Die Reise war seit der "kleinen Auseinandersetzung" und dem Tauschhandel (Gesundheit gegen Beute) mit den drôler Verlierern ruhig und ereignislos. Also freuten sich schon alle auf einen Landgang mit ein wenig Abwechslung und Kurzweil. Es galt ja auch die schwindenden Bier-, Wein- und Schnapsvorräte wieder aufzufüllen. In einem weiteren Bericht werde ich noch von den Details über unseren Belhanka-Aufenthalt berichten.
Schließlich beschlossen wir Hetmänner dieser ungastlichen Stadt am nächsten Morgen den Rücken zu kehren, nachdem diese Horas-Kasper uns ein friedliches Immanspiel auf den Straßen verdorben hatten. Wir hatten bis dahin aber schon alles gekauft und besorgt, was wir brauchten, und auch einige gute Geschäfte abgeschlossen.
Es wurden daraufhin nur noch die letzten Vorbereitungen getroffen und die letzen Mannschaftsmitglieder aus der Stadt geholt, die bereits die Arme voll "Andenken" hatten. Dann brachen wir am Morgen wieder gen Thorwal auf.
Der Rest der Reise war ziemlich ereignislos. Fremde Schiffe machten einen großen Bogen um uns, und die Bewohner kleiner Küstenorte hatten den seltsamen Drang, landeinwärts zu wandern, sobald sie unsere kleine Flotte als Thorwaler erkannten. Außerdem haben wir dem Atmaskott das Saufen beigebracht, und die Mitglieder der Trunkenbold-Otta sind richtige Immanfreunde geworden. An sich haben wir uns überhaupt ganz gut verstanden, bis auf Olgerdas beknackte Truppe, die sich ja von unserer Gemeinschaft getrennt hatte.
Also du siehst, diese Reise war doch noch relativ harmlos. Jedenfalls kann man uns nicht nachsagen, wir hätten großen Ärger mit den Pudergesichtern provoziert. Nur mit der Olgerda haben wir noch ein Hühnchen zu rupfen.
Und von so viel Gerede habe ich jetzt einen swafnirgefälligen Durst bekommen. Hoch die Trinkhörner !
Das Wohl !"
gez. Tjore Elengarson, Hetmann der Trunkenbold-Otta
Thorwal brennt! Berichte von Rina Scholz
Gesamtbericht der Ronja Narbenbrust
Nachdem am 11. Praios die Horasier in der Bodirmündung vor Anker gingen und meiner Meinung nach ein wirklich unsinniges Ultimatum an Tronde stellten, wuchs die Unruhe in der Bevölkerung. Man erwartete einen Angriff. Die fast einhellige Meinung (zumindest der Sturmkinder) war, daß Tronde den Forderungen nicht nachgeben sollte, jedoch ver-ließen viele auswärtige Händler und Besucher die Stadt der Freien, da sie nicht zwischen die Fronten geraten wollten. Auch ein paar wenige Einheimische verließen die Stadt, hauptsächlich Greise und Kinder.
Die Stimmung bei uns Sturmkindern war sehr gut, wir waren kampfeslustig und wollten die Liebfelder bis in ihre Heimat prügeln. Daran konnte mich selbst mein gebrochener Arm nicht hindern. Ich bedauerte nur, daß alle Schiffe der Ottajas-ko unterwegs waren. Unser Hetman Cern Ragnarsson war mit der "Walwut" bei den Wogenbrechern in der Nähe von Ler-vik, um neue Handelsbeziehungen zu knüpfen und um den Wogenbrechern beim Wiederaufbau ihres abgebrannten Ottaskins zu helfen - seit der Feuersbrunst in Prem haben wir Sturmkinder geschworen, anderen Ottajaskos bei Brandkata-strophen beizustehen.
Die "Lokaria" war irgendwo im tiefen Süden, Al'Anfaner verhauen und die "Sturmwind" war auf Hjalland, wo sie von Thiesson & Grupp eine neue Rotze montiert bekommen sollte. Somit waren sehr viele kampferprobte Leute nicht daheim, auch nicht unsere Skaldin Jandra Gerensdottir - und sie würde nicht von unserer glorreichen Schlacht gegen das horasische Geschmeiß in ihren Liedern künden können.
Als dann noch die Waffen aus dem Zeughaus an die thorwa-ler Bürger verteilt wurden, waren wir kaum mehr zu halten. Wir sollten uns an einigen strategisch günstigen Punkten in der Stadt sammeln, so z.B. am Swafnir-Tempel, um den horasischen Weicheiern einen heißen Empfang zu bereiten.
Tronde hatte alles gut organisiert. Laut klangen an diesem Abend die Kriegs- und Sauflieder aus unseren Jolskrimi.
Der 13. Praios war ein wunderschöner Morgen mit strahlend blauem Himmel. Mit meiner gut 30-köpfigen Kämpferschar machte ich mich auf den Weg zum Sammelplatz. Wir sangen und gröhlten noch immer, ganz Thorwal schien an diesem Morgen auf den Beinen zu sein.
Wir hatten noch nicht einmal die Fährstraße erreicht, als plötzlich und ohne jede Vorwarnung ein Flammenregen auf unsere geliebte Stadt hernieder ging. Die Canterer setzten anscheinend von ihren sicheren Schiffen aus die Stadt in Brand. Neben normalen Steinkugeln schossen diese Ratten auch Unmengen von großen, gefüllten Tonkugeln auf die Gebäude. Wo sie aufschlugen, zerplatzten sie feuerspeiend. "Hylailer Feuer" schoß es mir durch den Kopf.
Die stolze, alte Zwingfeste erwiderte zwar den Beschuß, jedoch waren die Geschütze des "Alten Ugdalf" bald vom Feuer des Angreifers bezwungen. Zu den ersten Zielen ge-hörte offensichtlich die Werft Ansir Arilssons. Ölig-schwarze, stinkende Rauchwolken und viele Schritt hohe Flammen kündeten von den horasischen Treffern. Wir waren so ziemlich die ersten, die zum Löschen eintrafen, aber wir konnten gegen die Gewalt des Feuers nichts mehr ausrichten. Brennenden, dämonischen Gerippen gleich waren die neuen Drachenschiffe, wie auch die Werftanlagen, bereits Ruinen.
Flammensäulen schossen förmlich in den Himmel und setz-ten andere Gebäude in Brand. Der Geschoßhagel ging weiter. Die Kräne im Handelshafen wurden schwer getroffen und gingen, ebenso wie die Schiffe und Lagerhäuser, in heißlo-dernden Flammen auf. Stein- und Tonkugeln gingen über dem Stadttor bei der Fährstation, wie auch über den "Beilun-ker Reitern" nieder. Einige durchgehende Pferde preschten durch die Straßen, wo sie sich im Gewimmel verzweifelter Menschen, die versuchten, ihr Hab und Gut aus brennenden Häusern zu retten, bald verloren.
Gierig fraßen sich die Flammen von Haus zu Haus. Es herrschte ein unglaubliches Durcheinander. Viele versuchten, der mörderischen Hitze zum Trotze Eimer um Eimer Wasser in die Flammen zu gießen, um so die Brände einzudämmen. Jedoch schien das Wasser wirkungslos zu verdampfen. Zu-mal die Hitze so unerträglich war, daß niemand es schaffte, näher als zehn Schritt an die Glut heranzutreten. Die, die es dennoch versuchten, trugen schwerste Verbrennungen davon. Dämonenhänden gleich griffen die Flammen nach Haar und Kleidern der Helfer und verwandelten sie in lebendige Fak-keln. Sie schrieen laut vor unsäglichen Schmerzen, Angst und Entsetzen.
Man riß Wände und Mauern ein, um ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude zu verhindern. Wenn aber die brennenden Häuser in sich zusammenstürzten, stoben glü-hende Holzsplitter und Funken in alle Richtungen und machten alle Bemühungen, das Feuer einzudämmen, zunich-te.
Schwere, ölig-schwarze Rauchwolken stiegen von den bren-nenden Gebäuden auf, durch den übelkeitserregenden Qualm blieb einem fast die Luft weg. Die Augen tränten unablässig.
Plötzlich erscholl der Ruf: "Unser Ottaskin brennt !" Die Gedanken rasten in meinem Kopf. Meine Söhne ! Anderen erging es genauso. Kaum nach rechts oder links schauend rannte ich, als sei der Namenlose persönlich hinter mir her. Aus den Augenwinkeln heraus gewahrte ich lediglich, daß das Färberviertel lichterloh brannte, ebenso der "Verlorene Heller".
Auf einem Blick ließen sich die Verwüstungen in unserem Ottaskin gar nicht erfassen. Ausgerechnet im dicht bebauten sijdlichen Teil brannte er an mehreren Stellen ! Das Feuer war gleißend hell. Die Gebäude, die vom Hylailer Feuer getroffen wurden, waren in turmhohe Flammen gehüllt.
Flammenzungen leckten die Balken unserer Taverne empor. Ich brüllte einige kurze Befehle, die jedoch im Prasseln der Flammen untergingen und hastete weiter.
Überall war lautes Wehgeschrei zu vernehmen.
Ich glühte vor Zorn, angesichts dieser Orgie der Zerstörung !
Weiter im Sijdan, wo die meisten Jolskrimi lodernd hell in Flammen standen, fand ich meinen ältesten Sohn, der mit seinen zehn Götterläufen fleißig Wassereimer schleppte. Mit Müh' und Not versuchten unsere Kinder und Alten der Flammen Herr zu werden. Sogleich gesellte ich mich auch zu ihnen und half nach Kräften, aber das Dach des Jolskrim bröckelte in der Mitte weg, glühende Ziegelscheite rutschten ins Innere und nur wenige Augenblicke später rauschte das ganze Dach zur Mitte des Hauses herunter. Im mächtigen Getöse des berstenden Holzes glaubte ich meinen Ohren nicht zu trauen. Ich hörte das gepeinigte Schreien von Men-schen. Der beherzte Versuch, sich der Rückwand des Jols-krim zu nähern, um ein Loch in die Wand zu schlagen und die Eingeschlossenen zu befreien, scheiterte, als sich die ganze Wand nach innen neigte, kippte und die Menschen drinnen unter sich begrub. Ein Funkenregen stob in alle Richtungen, gemischt mit brennenden Holzscheiten, die uns schmerzhaft trafen. Der Bart und auch die Kleider des alten Asleif fingen Feuer, so schnell es eben ging, erstickten wir die Flammen mit unseren Jacken.
Auch andere Jolskrimi loderten hell. Bei einem konnte man im Feuerschein die Schemen eingeschlossener Menschen ausmachen, aber das Feuer lief gleich einer zähen Flüssigkeit an den Hauswänden herab und versperrte den im Haus be-findlichen Leuten den Weg nach draußen. Ihre Schreie grell-ten laut, sie übertönten gar das Prasseln und Knacken der Flammen. Wir waren hilflos. Das eiligst herangetragene Wasser konnte die Flammen nicht löschen !
Die Eingeschlossenen schrieen, als sie bei lebendigem Leibe verbrannten.
Wir arbeiteten fieberhaft Stunde um Stunde weiter, die un-zähligen Verbrennungen in der enormen Hitze nicht bemer-kend, damit sich das Flammenmeer nicht noch weiter aus-breitete. Obwohl bei den Sturmkindern fast alle Dächer aus dem legendär unbrennbaren Steineichenholz waren, wurden sie durch das verfluchte Brandöl von der Lohe ergriffen und ließen sich durch Wasser nicht mehr löschen !
Erst, als wir die Flammen mit Sand erstickten, gelang es uns, Herr der Lage zu werden.
Von meinen beiden jüngeren Söhnen hatte ich noch nichts erfahren. Keiner, den ich in diesem Durcheinander fragte, wußte, wo sie waren.
Überall hing der besonders widerwärtige Geruch von ver-branntem Menschenfleisch in der Luft. Zusammen mit dem öligstinkenden Qualm verursachte er starke Übelkeit, sodaß sich viele Leute übergeben mußten. So auch ich.
Viele dramatische Geschichten geschahen an diesem Tage in unserem Ottaskin. So ist die Mutter unseres Hetmans, unsere schon betagte Solva Asleifsdotter, mehrfach in ein schon gänzlich brennendes Jolskrim gelaufen und trug jedesmal ein Kind heraus. Beim vierten Versuch, an dem keiner die Grei-sin hindern konnte, wurde sie vom einstürzenden Haus be-graben. Wir fanden ihre verkohlte Leiche neben den sterbli-chen Überresten dreier Kleinkinder.
Zu meinem Entsetzen erkannte ich darunter auch meinen Jüngsten.
Am späten Nachmittag kam die "Sturmwind" aus Hjalland zurück. Sie hatten dort die mächtigen Rauchwolken über Thorwal gesehen und waren, unterstützt von drei Hjallander Schiffen, der "Krakatauer", "Aardbreeker" und "Hjalland-stolt" sofort aufgebrochen. Mit den vereinten Kräften der "Sturmwind"-Besatzung gelang es uns, die Brände endgültig zu löschen und die Trümmer, über denen sich noch schmale, schwarze Rauchsäulen kräuselten, beiseite zu räumen.
An vielen Stellen war die Hitze noch unerträglich.
In den Trümmern und Schutthaufen konnten wir nur noch Leichen bergen. Einige Opfer waren erstickt, andere bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. So fanden wir ein völlig verkohl-tes Paar, das sich noch im Tode eng umschlungen hielt. Es war uns nicht möglich, die beiden zu trennen und keiner konnte mehr mit Sicherheit sagen, wer Mann und wer Frau gewesen war.
Spät in der Nacht konnte ich mir, von Kopf bis Fuß rußver-schmiert, Brandblasen am ganzen Körper und zum Umfallen erschöpft, einen ersten Überblick über die Schäden im Ottas-kin verschaffen.
Ein halbes Dutzend Jolskrimi waren völlig abgebrannt, einige weitere so weit zerstört, daß es fraglich ist, ob es sich noch lohnt, sie wieder aufzubauen. Einige andere sind mittel-schwer und leicht beschädigt. Die restlichen Gebäude waren nahezu unversehrt. Auch viele Wirtschaftsgebäude, wie die Schmiede und die Taverne, wurden ein Raub der Flammen, ebenso wie der gesamte sijdliche Palisadenwall. Vom Kapi-tän der "Sturmwind", Torgun Ragnarsson, erfuhr ich, daß alle Schiffe im Thorwaler Hafen Opfer des Angriffes wurden. Also ist auch unsere große Knorre verbrannt. Die kleinere lag im ganz weit hinten im Winterhafen und wurde zum Glück nur leicht beschädigt. Anders als Trondes neue Winddrachen, die dort zum Auftakeln lagen. Ein gutes Dutzend dieser neu-en, halbfertigen Schiffe ging in Flammen auf.
Auch unser Lagerhaus am Hafen ist mit abgebrannt.
Am schmerzlichsten ist jedoch der Verlust an Menschenle-ben, 22 an der Zahl. Dazu kommen noch 34 teilweise schwer Verletzte, denen die verbrannte Haut in Fetzen herabhängt. Als wir die Verwundeten transportierten, geschah es, daß Brandblasen aufplatzten oder sich ganze Hautlappen lösten, sodaß das rohe Fleisch darunter zum Vorschein kam.
Für viele dieser Opfer hilft nur noch beten. Mein mittlerer Sohn gehört zu ihnen. Wir wollten ihn in den wohl unbeschä-digten Peraine-Tempel bringen, hörten aber von den Schol-lenbrechern, daß die Geweihten und ihre Helfer schon nicht mehr wußten, wohin mit den ganzen Brandopfern. Man be-fürchtete auch, daß viele Verwundete die nächsten Tage nicht überleben würden.
Von einigen Leuten erfuhren wir, wie sich der Brand in der Stadt abspielte und von Hjalländer Hetman Thurgan "Eichen-fuß" Jörgeson und deren Skaldin Walpurga Torbensdottir hörten wir, wie es jetzt im restlichen Stadtgebiet aussieht. Verheerend !
Vom Jandasholm bis zum Kapitän-Kerlok-Kanal ist Thorwal nur noch eine rauchende Trümmerlandschaft. Der Beschuß durch die horasischen Schweinehunde dauerte wohl nur eine Stunde an, aber die Folgen waren unglaublich ! Da sich die Angreifer in der Bodirmündung verteilt hatten, konnten sie die Stadt flächig beschießen und auch bodirabwärts kom-mende Schiffe abfangen.
Zu den ersten Zielen gehörten neben der Kriegerakademie und dem Thorwaler Hafen auch die Werft und der Swafnir-Tempel. Er wurde schwer getroffen und ging in Flammen auf. Da er Hauptsammelpunkt der thorwalschen Verteidiger beim Anlanden der liebfeldischen Seesoldaten gewesen wäre, gab es hier entsetzlich viele Tote. Geschosse gingen auch über der Markthalle nieder, die trotz eifriger Löschversuche völlig abbrannte, ebenso wie der Tsa-Tempel. Unter dem Beschuß der Angreifer schienen einige Lagerhäuser am Ha-fen förmlich zu explodieren, anscheinend wurden dort Schnäpse, Öle oder andere brennbare Stoffe gelagert. Eben-falls durch das Feuer vernichtet wurden das Orkendorf und das Färberviertel, das Kontor Stoerrebrandt mit der bornlän-dischen Botschaft, die beiden hölzernen Zugbrücken über den Kanal und die Station der "Beilunker Reiter". Zahlreiche Brandgeschosse gingen auch über den Hafenkränen, dem Zeughaus, dem Magistrat der Stadt, der Fährstation, sowie der Freireede und dem Handelshafen nieder. Der Ottaskin der Windzwinger wurde ebenso schwer beschädigt wie unserer und der Winterhafen. Der Phex-Tempel trug leichte Schäden davon.
Tags daraus erreichten die ersten Helfer von Land her die geschundenen Stadt, mit ihrer Hilfe gingen die Aufräumar-beiten voran. Außerdem errechte uns vormittags eine weitere, schreckliche Nachricht. Bevor die Horasier Thorwal in Schutt und Asche legten, hatten sie am 8. Praios vor Kendrar die Otta von Eldgrimm, dem Langen versenkt. Und die Wasch-lappen aus Nostria hatten gleich ihre Chance wahrgenommen und die nun wehrlose Stadt eingenommen. Dazu auch gleich ein paar umliegende Dörfer. Und sie würden jetzt versuchen, noch ein paar Thorwaler zu Boron zu schicken. Das war ja mal wieder typisch für meine ehemaligen Landsleute !
Ohne horasische Vorarbeit hätten sich diese feigen Hunde nämlich nicht getraut !
Es war wie ein harter Schlag in die Magengrube. Unser Het-man Cern war schließlich mit den besten unserer Handwerker da unten zu Besuch bei den Wogenbrechern. Cern würde bestimmt einen Tobsuchtsanfall bekommen, wenn er hörte, was diese Weicheier mit seinem Ottaskin und seiner Heimat-stadt angestellt haben. Zumindest wenn er und die anderen noch am Leben waren...
Sofort wollte Kapitän Thorgun Ragnarsson die "Sturmwind" wieder seeklar machen, um den nostrischen Speichelleckern, die augenscheinlich mit den liebfelder Gecken unter einer Decke steckten, gehörig die Fresse zu polieren. Aber der Hetman der Windbrummer-Otta, Thurgan "Eichenfuß" Jör-geson, mahnte zur Besonnenheit. Die Hjallander wollten uns sofort begleiten, hatten aber nicht die rechte Ausrüstung für ein derartiges Unterfangen bei sich. Schließlich waren sie ja wegen des Feuers und nicht zum Kampf nach Thorwal ge-kommen.
Also fuhren sie mit Minimalbesatzung zurück auf ihre Insel, wo sie sich ausrüsteten. Sie nahmen aus der Stadt diejenigen mit sich, die sich evakuieren lassen wollten.
Des Abends wurden auf einer grad noch schwimmfähigen Otta all die entsetzlich entstellten Leichen, die geborgen worden waren, auf dem Bodir beigesetzt. Es war eine sehr leiser und ergreifender Akt, als die durch Fackeln in Brand gesetzte Otta auf den Premer Golf hinaustrieb. Ganz Thorwal nahm Abschied von diesen ersten Kriegstoten.
Am 15 Praios waren die Hjallander voll ausgerüstet und kriegsbereit zurück. Auch die "Sturmwind" war längst zum Auslaufen bereit und der Abschied von meinem Gatten und den Kampfgefährten war von Rachewünschen erfüllt. Als die drei Drachen aufbrachen, waren alle Ruderbänke eng besetzt.
Möge Efferd ihnen guten Wind schenken und Kor den Schwertarm führen.
Rache für die Toten !
[...]
Augenzeugenbericht der Almada-Alwine
Wie sich alles abspielte ? Na ja..., also ich arbeitete im "Mor-gennebel" und da war ich natürlich auch an jenem verfluch-ten Morgen des 13. Praios. Die Geschäfte liefen die letzten zwei Tage nicht so gut. Viele von unserer ausländischen Kundschaft verließen die Stadt, nachdem die Liebfelder in der Bodirmündung ankerten.
Na ja, kann ich ihnen auch nicht verdenken, es wäre ja, als gerate man zwischen zwei Mühlsteine. Also, wie gesagt: die Seeleute waren weg und einheimische Kundschaft haben wir im Sommer kaum, die sind ja auch alle auf See.
Ich hätte die Stadt auch gerne verlassen, aber Ghairazz Blau-fell, dem gehört der "Morgennebel" meinte, wenn die Liebfelder wirklich angreifen sollten, würden's denen die thor-waler Axtschwinger schon zeigen. Er rechnete mit einem großen Siegesgelage, wo denn auch viele im "Morgennebel" feiern würden.
Also..., ich lag noch im Bett, als von draußen Lärm zu hören war. Erst war's ein Pfeifen, gefolgt von einem Rumms - gar nicht so laut, aber dann noch mal und noch mal. Ich schlüpfte schnell in meine Sachen und lief zur Eingangstür. Schließlich war ich neugierig, was da draußen so los war.
Ich hatte nicht mit dem gerechnet, was dann geschah !
Unten, vorm Thorwaler Hafen, lagen die Liebfelder Schiffe und schossen immer wieder irgendwelche Kugeln in den Hafen, da, wo doch die ganzen Ottas und Knorren lagen. Schwarze Rauchwolken stiegen vom Hafen auf.
Ich glaube, vom "Alten Ugdalf" wurde auch geschossen, aber nicht lange, denn als ich das nächste Mal hinschaute, stieg etwas Rauch von der Kriegerschule auf.
Weiter vorne, am Bodir, brannte jetzt ein Lagerhaus und überall gingen Geschosse runter. Ich sah, wie der Orkwach mit einigen seiner Leute rüberlief. Sie wollten wohl löschen, aber wo die Geschosse auftrafen, zersplitterten die Wände und die Gruppe wurde von herabsausenden Balken, Holz- und Steinsplittern getroffen. Zwei standen nicht mehr auf...
Julinka und Nada, die sich im Schankraum unter dem Tisch versteckt hatten, riefen, ich solle wieder reinkommen, ich sei drinnen sicherer, aber ich blieb wie angewurzelt in der Tür stehen.
Aus dem einen brennenden Lagerhaus waren nun schon zwei, drei geworden. Vielleicht waren's auch Bootsschuppen, die da brannten, ich weiß es nicht mehr so genau. Jedenfalls breitete das Feuer sich aus. Es erinnerte mich an ein gefräßi-ges, wildes Tier, oder an einen Heuschreckenschwarm in meiner Heimat, der über ein erntereifes Kornfeld herfällt. Da waren ja nur einfache Holzhütten und Häuser im Orkendorf, die brannten wie Zunder !
Mir wurde sehr heiß, der Qualm ließ mir die Augen tränen und mich kaum Luft bekommen, sodaß ich ständig husten mußte.
Als ich meinen Blick weiter rumschweifen ließ, sah ich daß das Nachbarhaus auch schon in Flammen stand. Der Rauch verdunkelte den Himmel. Plötzlich drängelte sich Nada an mir vorbei und rief, ich solle weglaufen. Aber wohin ich auch sah: überall war Feuer und Rauch. Es war entsetzlich ! Voller Angst drückte ich mich enger an den Türrahmen, als mich plötzlich ein behaarter Arm um die Mitte packte und vom Haus wegzerrte. Keinen Moment zu früh, denn brennende Holzziegel sausten herunter, eben an der Stelle, wo ich grad noch stand. Ich hatte nicht bemerkt, daß auch der "Morgen-nebel" schon Feuer gefangen hatte. Nun brannte das Dach aber bereits lichterloh. Blaufell stieß mich weg und wollte wohl auch die arme Julinka retten, als es laut knackte im Gebälk und das Dach einstürzte. Er konnte grade noch bei Seite springen, ein wahrer Regen aus Funken und glimmen-den Holzsplittern ging auf uns nieder. Ich starrte auf das Flammenmeer, das mein Heim gewesen war, erwartete, daß Julinka aus den Flammen taumeln würde, aber nichts ge-schah.
Meine Gedanken rasten. Wohin konnte ich mich wenden ? Ich wollte nur noch weg von den verfluchten Schiffen und dem gräßlichen Feuer !
Blaufell rief etwas vom Marktplatz. Über dem Prasseln der Flammen war er fast nicht zu verstehen.
Er stieß mich vorwärts und ich lief los, zwischen brennenden Schuppen und Häusern hindurch, ich sprang über brennende Balken und glühende Scheite. Immer wieder mußte ich inne-halten, da ich keine Luft bekam. Mein Haar und mein Rock begannen zu schwelen, was ich aber nicht bemerkte. Die ganze Haut an meinem Körper schmerzte mich unglaublich, die Arme waren tiefrot, wohl wegen der Hitze, meine Füße und Beine bekamen Brandblasen. Ständig bekam ich Husten-krämpfe und weil meine Augen unaufhörlich tränten, hatte ich Schwierigkeiten, überhaupt was zu sehen.
Es grellten überall Rufe und lautes Wehgeschrei hallte in meinen Ohren. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor, bis ich endlich den Marktplatz erreichte, doch auch hier standen viele Gebäude in hohe Flammen gehüllt. Weder der Swafnir-Tempel, noch die Markthalle boten Schutz, sie brannten ebenso, wie die Brücke über den Kanal und viele Marktstän-de. Immer wieder sah ich gräßlich halbverkohlte Leichen. Einzig der Travia-Tempel schien noch unversehrt. Also bin ich hingerannt, ebenso wie ein paar andere Leute, die dort auch Schutz suchten. Es grenzte an ein Wunder, drinnen erfuhr ich, daß einige Brandgeschosse in der Nähe des heili-gen Ortes niedergingen, aber keiner traf den Tempel selbst, sondern nur die Stände auf dem Marktplatz. Für meine Ret-tung verrichtete ich das innigste Dankgebet meines Lebens, ebenso, wie viele andere auch. Die Geweihten nahmen sich der Verletzten an, von denen hatten viele so widerwärtige Verbrennungen, daß es mir den Magen umdrehte.
[...]
Augenzeugenbericht der Maga Swaf-nid Freyasdotter
Da ich die Nacht wie gewöhnlich in der Akademie verbrach-te, weckte mich am Morgen ein Tumult. Flugs kleidete ich mich an und lief auf die Straße, wo auch schon einige Colle-gae waren. Von einigen Leuten, die eiligst mit Sack und Pack die Stadt verließen, erfuhren wir, daß die Horasier angriffen. Sie hatten wohl schon begonnen, von ihren Schiffen aus die Stadt zu beschießen.
Da auch ich bereit war, den Gecken eine Lektion zu erteilen, rannte ich den Ostfjeld hinunter. Ich konnte nun auch schon den ölig-schwarzen Qualm über dem Hafen und - erschrek-kenderweise - auch über einem Dutzend anderer Stellen der Stadt sehen.
Als ich schon ein gutes Stück gelaufen war, ungefähr auf Höhe des Gasthauses "Goldener Apfel", überholten mich einige Leute mit Eimern und Bottichen, die in großer Hast in Richtung der Kanalstraße liefen. Ich hinterher. Andere Leute kamen von der Brücke und riefen, der Swafnir-Tempel würde brennen. Die Rauchwolken verdichteten sich, es sah so aus, als brenne die gesamte westliche Stadt. Aber auch hier gin-gen Geschosse nieder, ein paar Steinkugeln, hauptsächlich aber mit Hylailer Feuer gefüllte Tonkugeln. Dadurch standen auch hier einige Häuser in Flammen. Obwohl sogleich Ei-merketten gebildet wurden, konnten wir nicht viel ausrichten. Das Feuer entwickelte eine schier unglaubliche Hitze, so daß wir mit ansehen mußten, wie der Kontor Stoerrebrandt ein Raub der Flammen wurde. Was vom Hylailer Feuer erst mal in Brand gesetzt wurde, brannte weiter, egal wie schnell man sich bemühte, Wasser in die Flammen zu gießen. Durch die sengende Hitze und den starken Qualm kam man auch nicht nah genug heran.
Ich lief über die Brücke, wo ich mich schon nach wenigen Schritten in einem Flammenmeer wiederfand. Ringsherum nur brennende Gebäude, Menschen, die verzweifelt versuch-ten, der um sich greifenden Lohe zu entrinnen.
Dämonenhänden gleich griffen die Flammen nach Haaren und Kleidern der Unglücklichen und verwandelten sie in lebende Fackeln. Sie schrieen vor unsäglichen Schmerzen, Angst und Entsetzen.
Das laute Wehgeschrei wurde übertönt vom Prasseln der Flammen, dem Knacken brennender Balken und vom Bersten der Bretter, wenn Geschosse einschlugen.
Eimerketten wurden gebildet und auch ich half, die Verletz-ten zu bergen, aber viele liefen im dicken, schwarzen Qualm erst in die eine, dann in die andere Richtung, was die Lösch-arbeiten und den Abtransport der Verwundeten stark behin-derte.
Nachdem auch die Brücke über den Kanal zerstört wurde, mußten wir die Verletzten mit Fischerbooten übersetzen, was durch den horasischen Beschuß ein recht gefahrvolles Unter-fangen war. Mehr als ein Boot kam nicht auf der anderen Seite an...
Viele der Brandopfer brachten wir in den Peraine-Tempel, wo die Geweihten der gütigen Göttin alles in ihren Kräften stehende taten, um die Qualen der Verletzten zu lindern. Ich, wie auch viele meiner Collegae taten, was jeder rechtschaf-fende Mensch angesichts dieses Elends tat: Wir halfen !
Viel zu oft jedoch kam jede Hilfe zu spät .
Oh, diese elendigen, nichtsnutzigen, arroganten, verblendeten Horasier müssen von allen guten Göttern verlassen worden sein, daß sie uns das antaten ! Meine Gebete, Hesinde möge ihnen Verstand und Mitgefühl schenken, blieben unerhört.
Bei vielen Verletzten wußte ich nicht, wo und wie die gepei-nigten am besten anzufassen waren, um die Qualen ihrer Schmerzen nicht noch zu vergrößern. Die verbrannte Haut hing teilweise in Fetzen an ihnen herab. Beim Transportieren geschah es häufiger, daß ganze Hautlappen sich durch die Berührung lösten, oder daß Brandblasen aufplatzten, sodaß das rohe Fleisch darunter zum Vorschein kam.
Ich entsinne mich an einen Mann, dem das Feuer nicht nur Besitz und Kleidung raubte, sondern auch fast gänzlich alle Haut. Ich bemühte mich bis zur Erschöpfung, dem Ärmsten Linderung zu verschaffen, aber er erstickte (!) in meinen Armen.
Auf Weisung der Peraine-Geweihten flößte ich den teilweise stark verbrannten Opfern jede Menge Flüssigkeit ein, jedoch war es häufig vergebens. Viele starben innerhalb weniger Stunden. Die meisten der gequälten vermochten nicht einmal mehr zu schreien. Sie waren so schwach, daß ein leises, schmerzerfülltes Wimmern das einzige Zeichen war, daß sie noch unter uns Lebenden weilten.
Überall hing der besonders widerwärtige Geruch von ver-branntem Menschenfleisch in der Luft. Zusammen mit dem öligstinkenden Qualm verursachte er so starke Übelkeit, daß ich mich mehrmals übergeben mußte.
Dieser Tag hat mich wohl für alle Zeiten verändert. Die Ge-räusche und Gerüche verfolgen mich bis in meine Träume. Die horasische Schandtat muß gerächt werden, damit die Seelen der unschuldig verbrannten Frieden finden und wir Überlebenden wieder ruhig schlafen können !
[...]
Der Brand in Thorwal
Augenzeugenbericht der Hjallander Skaldin Walpurga Torbensdottir. (von Volkmar Rösner)
"Das war ein wunderschöner Morgen hier auf Hjal-land am 13. Praios. Am strahlendblauen Himmel standen nur ein paar kleine Schäfchenwolken und eine laue Brise sorgte dafür, daß es nicht allzu heiß wurde, wie wir ja hier auf Hjalland meisten Glück haben, mit dem Wetter.
Die Sturmkinder-Otta war schon seit Anfang Praios hier in Ljasdahl. Sie sind direkt nach den Namenlo-sen Tagen losgesegelt, um Handelsgüter zu liefern und sich dafür auf ihren Zweimaster "Sturmwind" von Thinmar und Grupp ein neues Geschütz einbauen zu lassen.
Zwei Fässer Wein aus irgendwo-weit-unten haben sie auch mitgebracht, der läßt sich ganz gut trinken, bei dem Wetter. Und so saß ich mit Jandra Gerensdottir, der Skaldin von den Sturmkindern, auf einem Stapel Baumstämme am Hafenbecken und tauschte angeregt mit ihr Neuigkeiten aus, während wir den Bauarbei-tern auf dem Schiff zusahen. Muß man sich ja doch erst dran gewöhnen, an den Anblick, scheinen aber einiges herzumachen, die neumodischen Schiffe.
Jedenfalls muß das so zur zehnten Stunde gewesen sein, als aus Ljasdahl her das Alarmhorn erschallte und wie wir so da hin gucken, sehen wir am Himmel in Richtung Sijdan eine schmale, feine Rauchsäule in den blauen Himmel aufsteigen. Die war aber weit weg, noch hinter den Wäldern. Wir dachten erst, daß da was im Kummerdorf passiert ist und rannten hier alle vom Hafen zum Marktplatz, wo Thurgan schon versuchte, etwas Ruhe in die aufgeregte Menge zu bringen.
Das dauerte natürlich auch einen Augenblick, aber schließlich konnte endlich der jungsche Saldar zu Wort kommen. Er hatte mit Strandwache und kam, als er den Rauch bemerkte, so schnell es ging hier her geritten. Und so konnten wir erleichtert aufatmen, als er verkündete, daß das Feuer nicht auf der Insel, son-dern an der sijdlichen Küste des Golfes ausgebrochen ist. Doch dann traf es uns wie ein Schlag, denn wenn das Feuer auf so eine Entfernung zu erkennen ist, dann steht dort mehr als nur ein Reisighaufen in Flammen !
Alsbälde rief auch der Ausguck vom Hafenturm, daß der Rauch immer dicker und fetter werde und man konnte die Fahne schon aus der Stadt sehen, so hoch stieg der Qualm.
Für die Sturmkinder gab es nun natürlich kein Halten mehr und sie rannten auf ihr Schiff und wollten schon fast das erst halb eingebaute Geschütz über Bord wer-fen, nur um schneller Klarschiff zu werden.
Unsere Leute konnten ihnen schließlich noch helfen, das klobige Gestell anständig zu verzurren, während in ganz Ljasdahl schon emsige Vorbereitungen liefen. Die Haitauer war ja grad auf Fang weg, aber die Krakatauer wurde bemannt und die Aardbreeker und sogar die gute, alte Hjallandstolt schleppten sie ins Wasser. Andere brachten Werkzeug und Eimer - was man so braucht, zum Löschen - und auch der alte Branda Sturmtrutz eilte herbei, unterstützt von seine zwei Jungen, die seine Heilersachen trugen. Und so brachen wir kaum drei Viertel einer Stunde, nachdem die ersten Rauchwolken gesehen wurden, auf und hingen auch gleich jedes Fitzelchen Stoff in den Wind. Doll war das Lüftchen ja nicht, aber dafür wa-ren die Wellen auch nicht so hoch. Die Krakatauer und die Aardbreeker sind schnelle Schiffe, doch wir mußten uns doch ganz schon in die Seile hängen, um der Sturmwind im Kielwasser zu bleiben. Die gutmütige Hjallandstolt blieb bald weit zurück.
Als wir um Hjalland herum waren, hatten wir deut-lich diese fette, schwarze Qualmsäule vor Augen, die sich, durch den Wind landeinwärts verzogen, immer noch hoch in den Himmel reckte und wie der schräge Finger eines riesigen Dämonen höhnisch auf die Stadt zu weisen schien.
Der Wind steht ja für eine Fahrt nach Thorwal nie günstig hier im Golf, aber auch der dümmste Schol-lenfänger konnte sich ausrechnen, wie es bei so einer Rauchsäule in der Stadt aussehen mußte und so grif-fen wir dann doch alle bald recht ungeduldig in die Riemen, um die Fahrt zu beschleunigen und unsere Unruhe irgendwie umzulenken. Trotzdem erreichten wir erst zum Ende der fünften Nachmittagsstunde hin Thorwal. Die Rauchsäule war schon lange vorher schwächer geworden. Doch glaubte keiner von uns, daß der Grund darin zu suchen sei, daß man das Feu-er unter Kontrolle hätte - eher war ihm wohl die Nah-rung ausgegangen !
Als wir in die Bodirmündung einfuhren, stellten wir verwundert fest, wie wenig Schiffe doch hier waren. Wollte den niemand den Thorwalern zu Hilfe eilen ?
Doch alsbald mußten wir zu unserem blanken Entsetzen feststellen, daß wesentlich mehr Schiffe hier wa-ren, als wir dachten - doch die meisten davon lagen als verkohlte Wracks im Hafenschlick !
In den Thorwal-Hafen kamen wir gar nicht erst rein, da zwei Wracks die Einfahrt blockierten. Also fuhren wir weiter zum Handelshafen. Auch hier mußten wir uns vorsichtig einen Weg zwischen einigen Wracks zum Kai suchen, obwohl hier weniger waren.
Die Sturmkinder hielten sich gar nicht erst lange hier auf, sondern ruderten gleich weiter stromaufwärts bis gegenüber der Freireede, welche auch nur noch aus schwelenden Ruinen bestand.
Oh, was für ein grauenerregender Anblick bot sich uns !
Das ganze Stadtgebiet vom Kapitän-Kerlok-Kanal bis zum Jandasholm war nur noch eine einzige rauchen-de Trümmerlandschaft, durch die rußgeschwärzte Gestalten irrten, schreiend vor Schmerzen, die ver-brannte Haut hing in handtellergroßen Fetzen herab. Andere wühlten in der noch warmen Asche und rie-fen ständig die Namen ihrer Angehörigen. Hier und da flackerten immer wieder kleine Feuer auf und suchten sich ihre Nahrung an halbverkohlten Balken.
Wir trafen auf Thorwaler, Zwerge, ja sogar Orks, die immer noch verzweifelt, doch ohne Hoffnung in den müden Augen, bis zum Umfallen erschöpft versuch-ten, die teilweise mehrere Jahrhunderte alten Holzhäuser vor den Übergriffen der immer noch hier und da aufflackernden Feuerbrünste zu bewahren.
Sie bildeten einen schauerlichen Anblick, überzogen mit einem Schmier aus fettem Ruß, Schweiß und Wasser, Brandblasen in den Gesichtern, Haupthaar, Bärte und Pelze vom Feuer versengt.
Schnell ergriffen wir unser Werkzeug und reihten uns ohne viele Worte mit ein, um zu retten, was denn noch zu retten war.
Merkwürdig still war hier, wo doch diese Stadt sonst so voller Lebensfreude brummte. Kaum ein lautes Wort übertönte das Prasseln und Knacken der Flam-men. Selbst die Schmerz- und Klagelaute der Opfer klangen dünn und hohl im Wind.
Über allem lag dieser gräßliche, widerliche Geruch, den ich wohl nie wieder vergessen werde. Dieser Geruch nach verbranntem Fleisch von den teilweise noch vor sich hinkohlenden Leichen und dazu dieser schwere, ölige Dunst der ganz wirr im Kopf macht. Irgendeiner neben mir murmelte, daß das der Geruch von diesem Hylailer Feuer sei, dieser EFFerdver-fluchten Substanz. Viele mußten sich davon übergeben, so auch ich.
Bis spät in die Nacht hinein brauchten wir, bis auch die letzen Feuer gelöscht waren. Einige Brände konnten wir nicht mit Wasser gelöscht kriegen, da sie immer noch von Resten dieses dämonischen Brandöls genährt wurden. Wir konnten die Flammen nur mit Sand ersticken.
Doch irgendwann schließlich konnten sich die Löschtrupps bis zum Tode erschöpft von der Hitze und der übermenschlichen Anstrengung irgendwo zu Boden sinken lassen. Viele hatten zuviel von dem Qualm eingeatmet und husteten jämmerlich.
Da ich mich ein wenig aufs Heilen verstehe, suchte ich nun den Peraine-Tempel am Ostfjeld auf, wo man die ganzen Verletzten zusammentrug, um ihre Wun-den zu verbinden und die Schmerzen zu lindern.
Dort traf ich auch unseren alten Branda wieder, der an der Seite von Bruder Shimion mit seinen beiden Jungs sein möglichstes tat. Ihm standen dicke Tränen in den Augen. Im Laufe von fast drei Jahrzehnten hatte er schon viele von uns nach irgendwelchen Ge-fechten wieder zusammenflicken müssen, aber solch etwas Schlimmes hat auch er noch nie erlebt. Ich ver-suchte zu helfen, wo es nur ging, doch viele Verletzte hatten wirklich schreckliche Brandwunden. Unter der schwarz verkohlten Haut platzte blutig das rohe, ge-schwollene Fleisch hervor. Sie waren einer Hitze ausgesetzt, die viel heißer war, als eine normale Feu-ersbrunst. Auch hier hörte ich immer wieder die Worte "Hylailer Feuer" fallen und so langsam däm-merte es mir, daß das hier keine normale Feuers-brunst gewesen sein konnte. Bei den ganzen verzwei-felten Löscharbeiten hatte ich bisher nicht die Zeit, überhaupt daran zu Denken, was denn wohl der Auslöser gewesen sein könnte.
Nach und nach erfuhr ich so, was sich in den letzten Tagen hier in Thorwal abgespielt hat:
Am 11. Praios erschien eine Liebfeldische Flotte, bestehend aus drei Schivonen, zwei Karracken und vier Karavellen, vor der Bodirmündung und der Liebfeldische Flottenhetmann, die nennen so was wohl Admiral, verlangte von Tronde neben 100 Schiffslasten Dukaten als Thurgold und irgendeinem Prinzen die Auslieferung von Olgerda Olvarnasdottir, die wohl in Drôl zu heftig "einkaufen" gegangen ist.
Natürlich wußte Tronde weder, wo sich Olgerda auf-hält, noch hatte er mal eben einen Prinzen oder 100 Schiffslasten Gold in der Schatztruhe - Oh EFFerd, ich mach schon wieder Witze über die Sache ! - also lief am Morgen des 13. Praios das Ultimatum ab.
Alle nahmen nun an, daß die Liebfelder damit begin-nen würden, die im Hafen festliegenden Schiffe zu versenken, um dann Seesoldaten anzulanden und so sammelte man sich am Swafnirtempel, um die An-greifer zurück in den Bodir zu treiben.
Um so größer war der Schrecken, als die Liebfelder begannen, die gesamte Stadt mit Brandöl zu bombar-dieren und plötzlich überall in den Straßen Feuer-säulen aufflammten.
Der Swafnirtempel und die Markthalle waren die ersten bevorzugten Ziele. Wahrscheinlich, weil sie die größten, vom Hafen aus zu sehenden Gebäude waren. Hier wurden auch viele Krieger verwundet oder getötet, die sich hier zum Gegenangriff gesam-melt hatten.
Als nächstes wurden systematisch alle Hafenanlagen und Werften angegriffen - der Standort von Ansir Arlissons Werft läßt sich nur noch an der Lage der Fundamente erkennen.
In den Kapitän-Kerlok-Kanal kamen die großen Pötte nicht hinein, aber sie zerschossen die beiden hölzer-nen Zugbrücken, die ihn überquerten und die Ober- mit der Unterstadt verbinden. Viele Geschosse flogen bis in den Winterhafen und richteten auch da noch großen Feuerschaden an den Gebäuden und den dort liegenden Schiffen an, darunter wohl auch einige von diesen sagenhaften Neubauten, was Tronde be-sonders schwer treffen wird. Auch der rechtsseitig des Kanals in der Nähe des Winterhafens gelegene Tsa-Tempel wurde ein Raub der Flammen. TSA sel-ber muß wohl ein Wunder gewirkt haben, daß ihre Geweihten nicht nur überlebten, sondern sogar noch viele Schutzsuchende retten konnten !
Wundersamerweise erlitt auch der direkt neben der Markthalle liegende Travia-Tempel trotz des heftigen Beschusses nur leichte Beschädigungen und konnte vielen Menschen eine rettende Zuflucht bieten.
Die Fremdenstadt links des Kanals wies zu meinem Erstaunen bis auf die Hafenanlagen kaum Brand-schäden auf, was wohl hauptsächlich daran läge, wie man mir mit tiefen Grimm in der Stimme erklärte, daß sich hier sämtliche Botschaften anderer Staaten befinden, mit denen wollte man es sich wohl nicht verderben. Einzig der Kontor Stoerrebrandt, gleich-zeitig auch Botschaft des Bornlandes, brannte bis auf die Grundmauern nieder - er lag genau neben der hinteren Zugbrücke über den Kanal.
Die Vinsalter Botschaft lag seit einer Woche ver-waist, dem Schweinehund hat man wohl früh genug gesteckt, wie der Hase läuft.
Tronde hatte große Mühe, die aufgebrachte Menge davon abzuhalten, das Gebäude zu schleifen. Nun können wir dort wenigstens Obdachlose einquartie-ren.
Die Windzwinger-Ottaskin hat auch einen gehörigen Teil abbekommen und auch die Sturmkinder-Ottaskin, die ja ziemlich dicht am Ufer liegt, ist schwer beschädigt. Die armen sind wirklich übel dran, wo ihnen doch erst vor ein paar Generationen in Prem ihre Ottaskin ein Raub der Flammen wurde - und jetzt schon wieder...
Die Garaldssons hingegen hatten da großes Glück, ihre Ottaskin liegt zu weit hinten, um von den Ge-schossen erreicht zu werden. Aber sie haben schmerzliche Verluste an Leuten einstecken müssen, sowohl durch die Bombardierung des Swafnirtem-pels, wie auch durch die nachfolgenden Löscharbei-ten.
Selbiges gilt für die Ottaskin der Hetleute, die auch zu weit von Hafen weg liegt und dazu noch auf der Steilklippe. Aber auch hier gibt es Verluste unter den Bewohnern, selbst Tronde erlitt Brandwunden.
Schwer traf es auch die Kriegerakademie, den "Alten Ugdalf", die beiden Geschütze feuerten tapfer auf den übermächtigen Gegner und erzielten auch einige Treffer, bis sie durch mehrere Brandölgeschosse zum Schweigen gebracht wurden. Einzig und allein die Tatsache, daß diese alte Zwingfeste aus eben solchem Grunde ganz aus Stein gebaut ist, hat größere Schäden verhindert. Nur der Wehrturm selber mit den Geschützstellungen ist stark mitgenommen. Neben den Geschützbesatzungen sind auch die beiden zwer-gischen Geschützführer ums Leben gekommen - was besonders die Thorwaler Zwerge hier sehr ergrimmt.
Ich schlief nicht viel in dieser Nacht, schreckte dafür immer wieder aus irgendwelchen Alpträumen auf. Es will mir immer noch nicht das leise Stöhnen der Verwundeten und der Geruch nach verbranntem Fleisch aus den Sinnen schwinden.
Früh am nächsten Morgen, kaum daß das Auge Praios über den Horizont blickte, stieg ich auf zum Alten Ugdalf, um mir von da einen Überblick über das ganze Ausmaß der Zerstörung zu verschaffen und ich gesellte mich zu einigen anderen dort, die den gleichen Gedanken hatten. Bei allen Göttern ! Wir schämten uns nicht unserer Tränen, die uns heiß die Wangen heruntertropften, als wir sahen, wie ge-schunden diese einst so fröhliche Stadt war !
In der Nacht hatten einige von unseren Leuten auf den Trümmern der Zugbrücken Planken verlegt, so-daß man wieder zumindestens zu Fuß den Kanal überqueren konnte und nicht mehr jeden Verwundeten einzeln im Kahn übersetzen mußte.
Im Kanal schwammen einige verstümmelte Leichen von Leuten, die schon während des Beschusses ver-suchten, Verwundete an den brennenden Brücken vorbei mit dem Kahn überzusetzen. Einige wurden von den horasischen Geschützen regelrecht zerfetzt.
So liefen die Bergungsarbeiten nun auch besser von der Hand. Inzwischen trafen von Land her weitere Hilfskräfte ein. Sie hatten gehört, daß Thorwal be-setzt worden sei und kamen, es wieder zu befreien. So konnten sie wenigstens helfen, es von den Trüm-mern zu befreien.
In den frühen Vormittagsstunden erreichte weitere schlimme Kunde Thorwal:
Auf ihren Weg hierher hatten die Liebfelder einen kurzen Halt in Kendrar eingelegt und dort die Otta Eldgrimm des Langen versenkt. Die Nostrianer hat-ten daraufhin die Stadt und einige umliegende Dörfer eingenommen und begannen jetzt Jagd auf Thorwaler zu machen.
Das war ein weiterer Schicksalsschlag für die Sturm-kinder, denn ihr Hetman Cern Ragnarsson weilt dort unten mit den besten Handwerkern seiner Otta zu Besuch, um der Wogenbrecher-Ottajasko beim Aus-bau ihrer Ottaskin zu helfen.
Dieses nun war der Augenblick, wo alle Lethargie von uns herabfiel, wie Schnee von einem Dach in der Frühlingssonne. Eine tiefe Wut erfüllte unsere Her-zen. Über die feigen Brandmörder aus dem Liebli-chen Feld, wie auch über diese hinterlistigen, nostri-schen Hasenfüße.
Die Sturmkinder wollten sofort wieder aufs Schiff und da runter, obwohl sich viele vor Erschöpfung kaum noch auf den Füßen halten konnten.
Thurgan, obwohl selber zornesbebend, behielt einen klaren Kopf und konnte uns davon überzeugen, daß wir nun mit mehr Bedacht handeln müßten. Selbst-verständlich werden sich die Hjallander den Sturmkindern anschließen, nur waren wir in dem Augen-blick nicht auf militärische Aktionen vorbereitet - wir waren ja schließlich von einem Unglück ausge-gangen.
Nach einer kurzen Beratung einigten wir uns darauf, daß die drei Hjallander Schiffe unter kleinster Besat-zung nach Ljasdahl zurückkehren sollten, um sich aufzurüsten, während der Rest sich hier so gut wie möglich ausruhen sollte. Die Schiffe sollten an Ob-dachlosen mitnehmen, wer nur wollte. Mit etwas Ar-beit würde man im alten Hegarshavn wieder ein paar Unterkünfte herrichten können, sodaß sie wenigstens wieder ein Dach über den Kopf hätten.
In Thorwal waren inzwischen genug Hilfskräfte erschienen, um uns ablösen zu können und so zogen wir uns zurück, um uns zu reinigen und etwas Ruhe zu finden, währenddessen unsere Schiffe lossegelten.
Den ganzen Tag über barg man noch Leichen aus den Trümmern, mehr als dreihundert werden es wohl sein. Mindestens die gleiche Anzahl jedoch ist zu Asche verbrannt. Genaue Zahlen wird man wohl nie erfahren. Auch werden wohl noch viele der zahllosen, schwer verbrannten Opfer in den nächsten Tagen ihre letzte Reise antreten, die sie wenigsten von ihren unmenschlichen Qualen erlösen wird...
Die verkohlten Leichen stapelten wir auf einer noch schwimmfähigen Otta, den ganzen Tag über, und wohl niemand wird diesen Anblick je vergessen können, in welchen Posen wir einzelne Verbrannte vorfanden, die von den unsäglichen Schmerzen künden, unter denen sie gestorben sind.
Bis zum Abend dann hatten wir wohl sämtliche Leichen zusammengetragen und so versammelten sich alle Überlebenden und Helfer am Hafen, um die Otta auf die letzte Reise zu schicken.
Mit einem tiefen, inbrünstigen Gebet von den noch lebenden Geweihten Thorwals, darunter kein einziger Swafnir-Geweihter mehr, schoben wir das Schiff in die Flußströmung und als es weitertrieb, warfen ande-re von der Mole ihre Fackeln hinein. Diese fanden schnell Nahrung und so stand es schon in hellen Flammen, als es am rußgeschwärzten Ugdalf vorbei direkt in das tiefrote, in Efferds Reich versinkende Auge des Praios trieb. Es war wieder recht still unter den Anwesenden, so still daß das Kreischen der Mö-wen wie Dämonenschreie in unseren Ohren hallten. Doch hier und da wurden leise Schwüre geleistet, von einer Inbrunst, daß die Luft zu beben und das Wasser zu brodeln schien.
Nu ist es wieder Nacht, unsere Schiffe sind bereits zurück, voll ausgerüstet und mit Waffen und Muniti-on beladen. Bald brechen wir auf.
Keiner von uns, der nicht ständig die schrecklichen Bilder der letzten zwei Tage sieht, wenn er die Augen schließt.
Unser Wort als Pfand,
wir werden furchtbare Rache nehmen !"