Ausgabe PHE 29 Hal
Auf zu neuen Ufern!
Bericht vom Frühlingshjalding
Was war das für ein Hjalding. Unser oberster Hetmann hat in einer wegweisenden Rede den Kurs vorgegeben. Thorwal bricht auf zu neuen Ufern.
Lest nun Trondes Rede vom ersten Tag des Hjalding:
"Hetfrauen und Hetmänner, Jarle und Sippenälteste,
ich trete vor euch, um Rechenschaft abzulegen, wie es um Thorwal steht. Und ich muß euch sagen, daß wir in Gefahr sind. Doch die Gefahr naht nicht an Deck von Schiffen. Sie kommt auch nicht in Kriegszügen, die auf unser schönes Land zu marschieren! Nein, noch nicht! Denn wir selber sind es, die unser Thorwal gefährden.
Schaut euch um, schaut euch genau um! Schaut in die Länder der anderen Völker. Was man dort sehen kann, läßt jeden Kundigen erschaudern: Die Kinder der Cantarer haben neue Schiffe gebaut. Sie haben neue Waffen eingesetzt, daß dagegen die Armee des Mittelreiches wie eine Orkenhorde wirkt. Welche Otta hat noch eine Chance im Kampf gegen Schivonen zu siegen? Die Planken der unseren sind zerschmettert lange bevor wir zum Entern heran sind.
Schaut zu den Speichelleckern, die sich Nostrianer nennen. Jetzt, da die Cantarer wieder stärker geworden sind bekommt der Nostrianer wieder Oberwasser und erfrecht sich an unserer Südgrenze. Fragt doch mal die Ottas und Dörfer da unten, wie nostrianisches Holz aussieht! Sie haben es schon fast vergessen, weil diese Robbenschänder kein Holz mehr liefern. Sie machen ihre Grenzen dicht! Doch die Steineichenplanke ist und bleibt thorwalscher Boden, wie unsere Äcker auch!
Aber laßt uns auch auf die guten Seiten schauen. Trotz des Angriffs auf Enqui: der Ork hält überraschenderweise das, was ich mit ihm ausgehandelt habe, damals vor fast 12 Jahren: Grimring, die Schicksalsklinge, erhält uns unsere starken Grenzen.
Wie euch jeder Skalde bestätigen kann, hatten wir so ein Übereinkommen schon einmal, vor fast 100 Götterläufen, als Hardred Hetmann war. Eben zu jener Zeit, als Thorwal stärker als seine Nachbarn war.
Und wie hat Hardred das erreicht? Er hat die Ottas, Dörfer und Jarltümer vereinigt, so daß die Nationen vor der vereinigten Kraft Thorwals gezittert haben. Doch dieses vereinte Thorwal gehört der Vergangenheit an. Und warum, Hetleute, Jarle und Sippenälteste?
Weil thorwalsche Piraten nur in den eigenen Beutel arbeiteten. Weil sie einen Krieg mit dem Bornland entzündeten, der erst vor kurzem offiziell beendet wurde. Nehmt Mardugh Orkhan, der, ähnlich wie Hardred, die Orks des Svelltals vereinigte und ein friedliches Miteinander fördert. Er wird von Angehörigen seines Volkes verraten. Fragt Hetman Ingald von Enqui, was gerade vor seiner Türschwelle geschah. Orkbanden untergruben den Frieden zwischen uns und den Orks, weil sie sich mit den politischen Umwälzungen nicht abfinden können. Swafnir sei Dank, haben sie sich eine blutige Orknase geholt, doch nur mit Glück und gegen einen schwachen Gegner konnten wir uns halten.
Wenn jetzt - wie vor 5 Jahren - einzelne Ottas die Küste hinabsegeln und gegen liebfeldische und alanfanische Schiffe eine Niederlage nach der anderen hinnehmen müssen, was soll uns das sagen? Wir müssen uns nicht wundern, wenn eines Tages die Liebfelder oder die AlAnfaner mit einer Flotte kommen und Forderungen stellen. Wie wollen wir auf solche Frechheit angemessen antworten? Mit dem heldenhaften Versinken einiger Dutzend Langschiffe im Geschoßhagel der Walmörder ist Thorwal sicher nicht zu helfen!
Aus diesem Grunde hatte ich im Hjalding den Beschluß durchgesetzt, daß der Oberste Hetmann Flottenverbände zusammenrufen kann. Damit es ihm endlich möglich ist, Kräfte zu bündeln, um Angriffe führen oder sie vereiteln zu können. Doch was ist wirklich los im Lande Thorwal? Als Enqui angegriffen wurde, wie viele Ottas hörten meinen Ruf? Ganze zwei Ottajaskos. Zwei Ottajaskos, die der tapferen Bevölkerung von Enqui zu Hilfe kamen! Welch ein Verfall der Sitten! Verklingen due die Sänge der Skalden ungehört? Ist euch der Rat eurer Alten nichts mehr wert?
Offensichtlich, denn euch ist euer Heimatland nicht mehr wert als zwei Ottajaskos!
Ganz zu schweigen von den neuen Schiffen, die notwenig sind, um Thorwal wieder erstarken zu lassen. Bis jetzt haben nur wenige Ottajaskos mein Angebot wahrgenommen und neue Schiffe in Auftrag gegeben. Ich aber sage euch: Die beiden neuen Schiffstypen zeigen vielversprechende Ergebnisse, und ihr könnt euch noch viel mehr davon versprechen. Jetzt ist es an der Zeit, daß dies nicht Einzelfälle bleiben. Es muß eine grundlegende Erneuerung Thorwals her. Es wird Zeit für eine Nation Thorwal.
Was ist denn nun so eine Nation? Das klingt verdächtig nach Schreibkram und tausend Gesetzen, schweren Steuerfolianten, nicht wahr? Wie also, fragt ihr mit Recht, stelle ich mir so ein Thorwal vor? Das will ich euch sagen:
Das Hjalding wird künftig nur noch einmal im Jahr im Herbst tagen und behält auf ewig das Recht den obersten Hetmann zu wählen bzw. ihn abzuwählen. Der Oberste Hetmann bildet einen Rat, der beraten wird vom Jarlting, das zwei- bis dreimal im Jahr tagt. Die Zusammensetzung des Hjalding bleibt, wie unsere Vorfahren es bestimmt haben, nur daß die Jarle eine ehrenvoll beratende Stimme auf dem Hjalding bekommen.
Das Jartling soll sich aus den von den Jarlhjaldings gewählten Jarlen unserer throwalschen Regionen zusammensetzen. Dazu wird es einige Neueinteilungen der Jarltümer geben, über die das Hjalding noch abzustimmen hat. Das Jarlting kann Steuern erheben und nimmt an den Regierungsgeschäften teil. Das Hjalding kann alle Entscheidung des Jarltings rückgängig machen, doch bis zum nächsten Hjalding haben sich alle Thorwaler an die Beschlüsse des Jarltings und des Rats des Obersten Hetmanns zu halten. Notfalls können diese Beschlüsse auch mit Gewalt durchgesetzt werden. Und jeder Thorwaler ist verpflichtet dem Rat dabei zu helfen.
Gleich heute sollte das Hjalding die erste Steuer beschließen. Ich erwarte, daß ihr alle unser Thorwal zu neuer Blüte führen wollt. Und dazu benötigen wir Geld! Es soll ab dem nächsten Mond eine Steuer auf jeden thorwalschen Kopf geben: 1 Goldstück pro Kopf und Götterlauf und ein Goldstück pro Ruder und Götterlauf . Die Jarle sind für die Eintreibung des Geldes verantwortlich und können davon einen 10. Teil für das Jarltum behalten. Über die Ausgaben dieses Geldes wachen die Jarlhjaldings. Von dem Geld werde ich eine gemeinsame thorwalsche Flotte aufstellen.
Jede Ottajasko und jede Landgemeinschaft hat einige Männer und Frauen für eine bestimmte Zeit für diese Flotte abzustellen. Bis auf die Steuer müßt ihr heute noch nichts beschließen. Laßt uns über alles gründlich reden, trinken und schlafen.
In einem halben Götterlauf auf dem Herbsthjalding werden wir endgültige Beschlüsse fassen.
Ich sehe mich als politischen Sohn des Hetmann Hardred. Zieht die Lehren aus der Geschichte: Nur ein starkes Thorwal wird die Kraft haben zu bestehen. Laßt Thorwal so schwach wie es jetzt ist und wir werden über den Rand der Scheibe in die Vergessenheit gespült werden. Denkt daran, wie damals unsere Vorfahren aus Hjaldingard vertrieben wurden! Da ist kein Schicksal für unsere Kinder. Ebnet den Weg zu einem neuen, starken Thorwal. Seht die Zeichen der Zeit, die Gelegenheit ist da!
Entscheidet euch dafür, unter dem Namen Jarlting eine thorwalsche Nation auszurufen.
Das Wohl, bei Swafnir!
Frühjahrshjalding - Reaktionen - Frühjahrshjalding - Reaktionen - Frühjahrshjalding
Hier nun Auszüge aus den Reaktionen einiger Hetleute und Jarle:
Kjaskar Hakonsson, Firnglanz Otta:
(...) So wird den Jarlen eine ehrenvoll beratende Stimme im Hjalding zugesagt. Was haben denn die Jarle in unserem Hjalding zu suchen? (Zwischenruf der Jarlin Swafnild Egilsdottir: Eh, du Schwachhirn, wir sitzen doch schon heute im Hjalding, mit Stimme!) Und überhaupt, wozu braucht eine thorwalsche Nation Jarle? Sind sie überhaupt mehr als hetmannschen Steuereintreiber? (Swafnild: Ich zeig dir gleich, das ich mehr bin!) Soll ich mir als Hetmann Vorschriften machen lassen von einem Jarl, der keine Ahnung von den Zuständen in meiner Otta oder auf unserer Insel hat? (...)
Ich stimme dem Vorschlag Trondes nicht zu, unsere Nation Jarlting Thorwal zu nennen, denn was haben die Jarle denn schon für die Entwicklung Torwals getan? Um unser historisches Erbe weiterzuführen, sollten wir uns mit einem Begriff schmücken, der die wahren Führer unserer thorwalschen Geschichte würdigt, z.B. mit Hethinga Thorwal.
Ich sehe die Notwendigkeit der Steuern ein, Tronde, und ich stimme mit dir überein, daß der thorwalsche Staat nur so weiter an Stärke gewinnen kann. Doch frage ich mich, warum du so einen großen Wert auf die Abgabe von 1 Goldstück PRO RUDER legst! Ich denke, daß dies eine Benachteiligung derjenigen Ottas ist, die sich mit Stärke und unendlichem Mut weiter auf den Meeren behaupten. Daher sage ich: eine Abgabe auf Ruder ist in Ordnung, wenn gleichzeitg für jene Ottas, die keine Boote besitzen, die Abgabe auf 2 Goldstücke pro Kopf und Götterlauf erhöht wird. Denn damit ermutigen wir diese Ottas, den Ruhm und die Ehre Thorwals auf den Meeren zu mehren, indem sie neue Schiffe bauen, möglicherweise aus dem neuen Flottenbauprogramm Trondes.
Zudem denke ich, daß lediglich der Aufbau einer thorwalschen Flotte etwas zu kurz gedacht ist. Hier sollten wir auch mal überlegen, ob nicht auch eine thorwalsche Armee Sinn macht: Unsere Jungs und Mädels sind die gefürchtesten Kämpfer unserer Welt, doch was nützt uns dies, wenn wir gegen wohlgerüstete und wohlsortierte Haufen kämpfen müssen. Denn hier sind wir zumeist deutlich unterlegen. (...)
Frenja Torstorson, Lassirer Drachen-Otta:
(...) Nun zu einem etwas betrüblich stimmenden Thema. Tronde hat es bereits erwähnt. Auch wir waren mehr als überrascht in Enqui derart wenige Verbündete gegen die Orken vorzufinden. Ich hatte deshalb auch schon ein kleines Streitgespräch mit meinem an sich sonst sehr geschätztem Freund Kjaskar. Es war wahrlich betrüblich zu erleben, daß nicht alle so zu denken scheinen wie die Lassirer Drachen. Für uns war es keine Frage, es gab kein zögern den Freunden und Brüdern in Not zu helfen. Und eines sei euch allen hier gesagt, wären wir geeint und in gewohnter Stärke aufgetreten, hätten alle dem Hilferuf Folge geleistet, wir hätten sie hinweggefegt und so mach tapferer Krieger wäre nun noch an unserer Seite. Es sind bestimmt harte Worte die ich an euch richte, aber sie sollen euch aufrütteln! Wir sind Thorwaler ein stolzes und starkes Volk. Vergeßt das nicht. Und gemeinsam sind wir stark, so stark daß alle Feinde vor uns erzittern. Darum nehmt Trondes Worte ernst, folgt seinen Vorschlägen es ist wahrlich an der Zeit, daß wir wieder aufwachen. Hetmann Tronde und Thorwal kann auf die Lassirer Drachen zählen, dafür stehe ich! Bei Swafnir das wohl!
Torben Farseesson, Farseesson Wellenbrecher-Otta
Hier hört ihr, wie wahr er spricht, der Tronde. Unser Land ist in den letzten Jahren verkümmert, und schuld sind wir selbst, nicht alle aber viele. Einige von euch werden es schon wissen, doch will ich es hier noch mal für alle sagen: im letzten Monat sind zwei Handelskonvois unserer örtlichen Gilde verschwunden. Es wird gesagt, sie seien bei Unwetter verschollen, doch kein anderes Schiff hatte ein Unwetter an diesen Tagen verzeichnet, was eigentlich nur einen Schluß zuläßt: sie wurden gezielt vernichtet. Vernichtet von den eigenen Blutsbrüdern. Der Feind weilt unter uns, er sitzt wie ein Dorn in unserem Fleisch, ein unsichtbarer Dorn. Und er bohrt sich immer tiefer. (Zwischenrufe, tumultartige Szenen, es dauert eine Weile bis wieder Ruhe eingekehrt ist) (...)
Nostria sollten wir ein Ultimatum stellen; Eldgrimm sollte die nötige Unterstützung von uns bekommen, um unsere Forderungen durchzusetzen. (...)
Jurgas Mannen waren stark und mutig, aber das nützte nichts: ihre Zahl war klein und ihre Waffentechnik unterlegen. Laßt uns diesen Fehler nicht wiederholen. Verstärken wir uns, zu Land und zur See.
Für die Bildung eines Staates Thorwal stehe auch ich ein, denn gemeinsam sind wir stark. Die bisherigen Strukturen haben uns geschwächt und unser Volk kleingehalten. (...) Es ist noch nicht zu spät, diese Mißstände zu beseitigen, aber es könnte zu spät sein, wenn wir noch länger warten; die geifernden Nostrianer zeigen das überdeutlich. (...) Unser Staat aber soll gerecht sein, und jedem einzelnen die gleichen Rechte geben, die unabänderbar sind. Rechte, die es ermöglichen, als freie Person in einem Freien Land zu leben. Unsere Vorfahren im Gülden Landt hatten einen solchen Staat. Ich schlage vor, ihn ihnen zu Ehren Neu-Hjaldingard zu nennen, der legitime Nachfolger des Staates der Hjaldinger. Um zu zeigen, daß das Volk und nicht die Jarle vom Grunde auf die Entscheidungen trifft, schlage ich aber die Bezeichnung Folketing vor, die Versammlung des Volkes. Sie soll die Entscheidungen treffen, die unseren Staat durch das Fahrwasser der Diplomatie navigieren. Es soll kein komplizierter Bürokratenstaat sein; einfach aber stark, das muß unsere Devise sein. Ich bin daher dafür, das Folketing von Neu-Hjaldingard auszurufen. (...)
Wir brauchen Steuern, damit unser Staat lebensfähig wird, so wenig, daß sie sich jeder leisten kann, aber doch genug, um unser Flottenprogramm zu finanzieren. (...) Die Steuern sollen einzig einen Zweck erfüllen: die Stärkung unseres Staates und seiner Strukturen. Mißbrauch der Steuern, sei es durch Verschwendung oder Entwendung, hat allein die Staatsführung zu verantworten. (...)
Für den Dienst in der Hetflotte schlage ich alle jungen Frauen und Männer vor, deren erste Ottajara sich zum fünften Male jährt. Die Dienstzeit sollte fortan zwei Jahre dauern, danach sollen sie in ihre Ottajaskos und Sippen zurückkehren. Für die Dienstzeit ist die Kopf- und Rudersteuer auszusetzen und 1 S Sold am Tag zu zahlen.
Ich schlage vor, daß wir neben der Steuer auch über die anderen Punkte abstimmen. Nur in der Gesamtheit macht eine Abstimmung Sinn. Ich schlage vor, über den einen oder anderen Punkt noch weitere Meinungen einzuholen und dann über die Punkte einzeln abzustimmen. Wenn der Beschluß gefaßt ist, verkündet ein anwesender Skalde nochmals kurz, welche Punkte wir wie beschlossen haben. Wenn wir eine akzeptable Lösung gefunden haben, sollten wir das Bier fließen lassen und auf unsere Beschlüsse anstoßen. Im Herbst sollten wir dann wieder zusammenkommen, um unsere Erfahrungen mit den bisherigen Beschlüssen auszutauschen und sie gegebenenfalls verbessern.
Thorben Hjörnson, Forthisminder-Otta
Zugleich muß ich Torben und Tronde und Frejar zustimmen. Wir Thorwaler sind ein großer Krieger mit einer mächtigen Faust wenn wir erzürnt sind doch leider sind wir ohne Kopf. Wir brauchen einen Anführer der das Recht hat Steuern zu erheben. Doch dürfen wir nicht die Schiffe besteuern. Wie sollen wir denn als Thorwaler leben wenn wir für den Besitz eines Schiffes bestraft werden. Nein. Wir brauchen Handelszölle für ausländische Schiffe die in unseren Häfen Handel treiben wollen. Diese Steuern sollten jedes ja hier auf den Hjalding festgelegt werden. Und der Hetmann sollte das Recht haben, über das Geld zu verfügen und es zu unser aller Wohle einzusetzen. Er sollte sich beraten lassen von den Hetleuten. Aber es hätte keinen Sinn dem Krieger mehrere Köpfe zu setzen das der eine nicht weiß wo sich der andere kratzen will. Wir sollten hier und jetzt Tronde unsere Treue schwören und sobald es geht anfangen eine gemeinsame Flotte aufzubauen.
Zum Abschluß dieses ersten Tages ergriff Tronde nochmals das Wort: Freunde, Thorwaler, Landsleute,
einiges Flasches und viel Wahres wurde heute gesagt. Nicht zustimmen kann ich dir Kjaskar, wenn du auf die Jarle schimpfst. Die Hetleute sind ihrer einzelnen Gemeinschaft verpflichtet und das ist ja auch richtig so, die Jarle aber sind von alters her mehreren Sippen und Ottajaskos verpflichtet, deshalb sind sie das ideale Bindeglied zwischen einer Regierung und den Ottajaskos.
Recht hast du aber mit deinem Einwurf zu den Steuern auf die Ruder, hier müssen wir uns in diesen Tages gemeinsam etwas besseres einfallen lassen. Nicht von der Hand zu weisen ist auch Torbens Idee mit dem Folketing, auch hierüber sollten wir nochmals nachdenken.
Ich freue mich aber, daß die Mehrheit meinen Vorschlägen grundsätzlich zustimmt. Ich schlage euch vor, daß wir morgen eine Gruppe bestimmen, die die Einzelheiten ausarbeiten, die wir zum Ende des Hjalding abstimmen.
Konvoi verschollen
Seit Anfang dieses Mondes vermißt die Gilde von Muryt einen Kandelskonvoi, bestehend aus zwei Koggen und einer Begleitschivone (die Muryter sind bekannt für ihre komischen. fremdländischen Gefährte). Hetmann Torben Swafnildson hat eine Belohnung von 100 Goldmünzen für den ausgesetzt, der ihm was sagen kann, wo Schiffe und Ladung abgeblieben sind (aber nur, wenn es auch was hilft). Und der Obmann der Gilde, Eldgrimm Schwarzenbek, hat die Belohnung sogar auf 200 Goldmünzen erhöht, weil ihn der Verlust so fuchst.
Es hat übrigens Gemunkel gegeben, daß angeblich welche ein Lösegeld für die Schiffe fordern. Aber da wollen die beiden gar nichts von wissen und sagen, daß das Unsinn wär, den welche verbreiten würden, weil sie was von der Belohnung abhaben wollten. So ein Quatsch! Sollen sich nicht noch mal mit so'nem Unsinn vorwagen, sonst bekommen sie meine Faust zu schmecken! meinte der Hetmann. Erpresser? Daß ich nicht lache! Untergegangen sind sie, alle drei. Hoffentlich werden bald die Wracks und vor allem die Ladung gefunden, sonst sehe ich schwarz für den Zehnt an die Stadt. Da soll sich der Hetmann gefälligst drum kümmern! entgegnete Schwarzenbek auf die Frage, was an den Gerüchten dran sei.
Wie dem auch sei, es kommen unruhige Wochen auf Muryt zu.
Wogenbrecher rappeln sich wieder auf
Hochzeit des Swafnirgeweihten als Zeichen des Neubeginns
Die Wogenbrecher-Jungs hatten es in den letzten Monden nicht leicht. Nach dem grossen Brand ihrer Ottaskin kurz vor dem Wintereinbruch (der TS berichtete) und dem Tod Hetmann Asleifssons, war es eine harte Nuß, die der neu gewählte Hetmann, Friedtjof Thorbranntson, zu knacken hatte: Da galt es die ihm anvertrauten Frauen, Männer und Kinder vor Firuns Atems zu schützen und die Jolskrimms und die beschädigten Schiffe wieder vom Stapel zu bekommen.
Just erreichte uns die Geschichte von Paxus Wiedenwald, einem herumreisenden albernischen Schreiberling, der von einer Feier auf der geschichtenumwitterten Ottajasko erzählt. Paxus war da, weil er nämlich auf dem Weg nach Thorwal gerade dort Rast machen wollte.
Am fünften Tage des Firunmondes fand der Traviabund zwischen Ody Hammerson, dem Swafnirgeweihten der Wogenbrecher-Otta, und einer Maid namens Enorie statt, einer Frau aus dem fernen Greifenfurt, die Ody von einer seiner Fahrten mitgebracht hatte.
In aller Frühe stach die Westwind, der einzige noch fahrtüchtige Drache nach dem großen Feuer, in See. An Bord der Otta befand sich die junge Braut: das rote Haar wehte im Wind, fest in ein blaues Kleid und einem Mantel aus weißem Pelz gehüllt. Sie hatte den Blick fest zum Horizont gerichtet, als dort ein kleiner, immer größer werdender Punkt auftauchte.
Ein Ruderboot näherte sich dem Langschiff, und als es auf Angriffsweite herangekommen war, rief Hetmann Friedtjof, der das Ruder der Westwind in Händen hielt: Seht ein Schiff! Klar machen zur Abwehr!. Johlend machte sich die Mannschaft der Westwind daran, sich auf einen Angriff vorzubereiten. An Bug des Bootes stand nur eine Person. Es war Ody Hammerson, gekleidet in den rituellen Kriegsmantel der Swafnirgeweihten. Entschlossen und regungslos steuerte er auf den Drachen zu. Als das Schiffchen steuerbords längsseits kam, zog der Bräutigam seine Axt. Ich bin Ody Hammerson! Gebt mir euren größten Schatz und es wird kein Blut fließen! Wenn du willst, was wir besitzen, kämpfe dafür, wie der Brauch es verlangt! lautete die Antwort. Mit einem Hieb hatte Ody seine Axt in die Bordwand gehauen und zog sich an Bord der Westwind. Einer von Friedtjofs Rojern, der sich ihm entgegenstellte, warf er kurzerhand über Bord. Stolz warf er sich in Pose, den linken Fuß auf der Ruderbank. Drei Kameradinnen und Kameraden des Schwimmers liefen herbei, kopfüber folgten sie ihrem Gefährten ins kühle Naß, bevor sie sich auch nur umsehen konnten, so gewaltig war Odys Kraft, so geschickt setzte er seine Griffe. Er lachte und forderte die anderen heraus, doch die hielten lieber auf Abstand. Da trat der Hetmann vor: Du hast bewiesen, daß du mutig und stark bist, doch bist du trinkfest genug, um dich des Schatzes als würdig zu erweisen? Auf sein Zeichen brachte die zweite Steuerfrau Ilkgrima Wignarsdottir ein Fäßchen Premer Feuer. Ody leerte das in einem Zug und warf es alsdann ins Wasser. Bei Swafnir, du bist der richtige, nimm deinen Schatz und verteidige ihn, wann immer Gefahr dräuen mag! Jetzt trat Enorie vor, und das Lächeln auf ihrem Gesicht verriet, wie stolz sie auf ihren Bräutigam war. Berlind die Perainepriesterin sprach den Segen über die beiden und befahl sie einander an. Und gerade als die beiden ihren Bund damit besiegelten, das heilige Brot zu brechen und den Becher zu leeren, da tauchten sieben Delphine aus dem Wasser empor und kreisten dreimal um die Westwind. Dann kamen sie an die Bordwand und begrüßten das Brautpaar, die ihre Hände ins Wasser getaucht hatten. Der Jubel war groß über diese Gunst Swafnirs und selbst die, die im Wasser gelandet waren, lachten vor Freude.
Das anschließende Fest, bei dem neben thorwalschen auch greifenfurter Spezialitäten gereicht wurden, dauerte noch bis zum nächsten Morgen. Es wurde gezecht, gespeist und getanzt. Eine Skaldin trug die Heldengesänge von Odys Vorfahren vor und auch von ihm wußte sie gute Geschichten zu erzählen. Eine kleine Schlägerei gab es auch, als einer der unfreiwilligen Schwimmer im Suff prahlte, er hätte Ody gewinnen lassen, aber bald war man wieder Gutfreund miteinander und sang gemeinsam die alten Lieder.
Mit großem Hallo, vielen Bewohnern Skjallsgards und natürlich mit reichlich Bier und Premer wurde am gestrigen Tage die Grundsteinlegung eines Magierturms gefeiert.
Der Turm soll sich in Kürze in einem kleinen Tal firunwärts von Skjallsgard in den Hängen des Steineichenwaldes erheben. Errichtet wird das Bauwerk auf Geheiß des Herrn Golbarin Gaspier, seines Zeichens Adeptus Major der Academia Stab und Schwert zu Beilunk (jetzt: Gareth), der sich hier nach langen Reisen kreuz und quer durch Aventurien zur Ruhe setzen will, um magiekundliche Forschungen zu betreiben. Grund und Boden wurden ihm von der hochverehrten Eindara Asleifsdottir zur Verfügung gestellt, die in Skjallsgard überaus erfolgreich eine Destille betreibt, und die Herrn Gaspier oftmals auf seinen Reisen begleitet und mit thorwalschem Kampfeswillen beigestanden hat. Die Landnahme folgte den Regeln des Hjalmeford-Liedes: Der Magus warf die Axt sogar so weit, daß außer für den Turm auch noch Platz für einen Schuppen und Ziegenstall bleibt ganz schön ansehnlich für so einen Magister! Die Bauarbeiten werden von einem Angroschim aus den Beilunker Bergen geleitet, Elbrax, Sohn des Elmogolosch, den Herr Gaspier bereits seit seinen Studienzeiten kennt. Der Baumeister ist sich gewiß, daß der Turm bereits im kommenden Sommer fertig sein wird zu diesem Anlaß wird die Skjallsgarder Destille auch einen Jubel-Brannt abfüllen, der in allen guten Thorwalschen Schenken zu haben sein wird! Das wohl!
Auf Vorschlag Ingald Ingibjarasons wurde in Enqui eine Kämpferschule gegründet, deren wesentliches Ziel die Ausbildung fähiger Kämpfer zur Verteidigung der Stadt ist.
Die Auszubildenden müssen dafür 4 Jahre unter der Obhut der Ingibjara lernen, mit Waffen und grundlegenden thorwalschen Rechten umzugehen. Sie sind in einem Haus am Rand der Stadt untergebracht. Für die Dauer der Ausbildung erhalten sie freie Kost und Unterkunft sowie notwendige Kleidung. Auch Waffen werden gestellt.
Geleitet wird die Schule von der 27-jährigen Ragna Yasmadottir, die im heldenhaften Kampf gegen die Orks ihr linkes Bein einbüßte. Deshalb kann sie leider nicht mehr in der Immanmannschaft antreten, aber ansonsten ist sie ganz wacker mit ihrem Holzbein. Für den Unterhalt der Schule sorgt bis auf weiteres die Ingibjara.
Der folgende Bericht wurde uns von Kjaskar Knallfaust von seiner letzten Reise ins Liebliche Feld mitgebracht. Ein nettes Beipsiel dafür, wie uns das Ausland sieht und wie sie ihre Verluste kleinreden:
Ein Bericht von Jasinde Kornbäcker, Kapitänin der bethaner Karracke »Efferdina«: "Wir waren auf dem Wege von Drôl nach Belhanka, als auf der Höhe von Neetha zwei thorwalsche Drachenschiffe auf uns zusegelten. Das konnte nichts Gutes bedeuten! Ich gab Befehl die Geschütze zu bemannen. Es dauerte nicht lange und die beiden Drachen waren auf Rufweite heran. Ich rief sie an und fragte nach ihren Absichten. Die Antwort war klar: sie wollten unsere Ladung! Ohne zu zögern gab ich Feuerbefehl. Doch bevor unsere Geschützmeister ihre Zielerfassung beendet hatten, verschwanden die beiden Thorwalschiffe in plötzlich auftauchendem Nebel. Ich ließ trotzdem feuern, aber offenbar ohne Erfolg. Da mir das nicht geheuer vorkam, ließ ich abdrehen. Doch nun lief gar nichts mehr. Die Segel hingen schlaff herunter.
Flaute! Vor einem Moment noch hatten wir einen achterlichen Wind gehabt und plötzlich bewegte sich nichts mehr. Der Nebel wanderte auf uns zu. Die Entermesser wurden ausgegeben, damit wir uns verteidigen konnten. Ein Problem sollte dies nicht sein, da die Thorwal-Piraten mehrere Schritt Bordwand erklimmen mußten, wollten sie mit uns kämpfen. Doch auch hier hatten sie anscheinend einen Weg gefunden. Eine regenbogenfarbige Brücke leuchtete plötzlich auf und ein Trupp Thorwaler kam schreiend mit gezückten Äxten auf uns zugelaufen. Wir hielten ihnen stand, hatten aber den zweiten Drachen vergessen, dessen Besatzung mit Enterhaken und Seilen hinter unserem Rücken an Bord kletterte. Unsere Lage war aussichtslos. Wir ergaben uns und erwarteten unser Ende. Die Piraten durchstöberten den Laderaum und die Kabinen. Eine Goldkassette und etliche Kisten und Ballen trugen sie auf ihre Schiffe. Außerdem zerstörten sie unsere Geschütze. Der Nebel hob sich so plötzlich wie er gekommen war. Die Piraten verschwanden zwischen den nahegelegenen Zyklopeninseln. Der Wind kam wieder auf und ich ließ den alten Kurs aufnehmen. Mit dem Lademeister kontrollierte ich die Verluste. Sie waren überraschend gering. Vielleicht ein Viertel unserer Ladung hatten sie mitgenommen, dabei aber die wertvollste Fracht übersehen. Der größte Verlust dürfte bei den zerstörten Geschützen liegen. Ihre Reparatur wird mehrere Tage in Anspruch nehmen, während denen die Efferdina im Hafen festliegen wird."
Dazu ein Kommentar des Vinsalter Adepten Venayrion Septimus, der den Überfall als Passagier der Efferdina miterlebte: "Offensichtlich haben wir es hier mit Magie zu tun, die von den Thorwalern gezielt eingesetzt wurde. Der Wehe Walle Nebula diente der Tarnung der Schiffe, ich bin mir nicht gewiß, auf welche Weise die Regenbogenbrücke gewirkt worden ist, doch habe ich in den Quellen von einem Zauber gelesen, der vornehmlich den Firnelfen vorbehalten ist, und dem man solche Effekte nachsagt, dem Solidirid Farbenspiel, auch wenn es den Elfen sicher fern läge, solch ein magisches Meisterwerk zu solch profanen und gemeinen Zwecken zu nutzen. Schließlich wurde noch der Wind beeinflußt. Dabei kann es sich um die druidische Wettermeisterschaft oder auch um die Dienste eines beschworenen Elementars handeln, das ließ sich im Nachinein nicht genau bestimmen.
Den gezielten Einsatz von Magie im Seegefecht haben die Thorwaler vielleicht den Alanfanern abgeschaut, die Seekampfmagier an ihrer Universität ausbilden. Der elfische Einschlag der verwendeten Zauber läßt auf Abgänger der Olporter Akademie schließen. Eines ist jedenfalls klar: nicht alle Thorwaler entsprechen dem Klischee des tumben, wilden Barbaren, sondern einige wenige sind durchaus aus zu Fortschritten fähig.
1. (3.) Ich möchte ein Pottwal sein - Polarzone
2. (-) Ein Korn au'm Spielfeld - Sturm Thorwal
3. (-) Rippen, Arm und Schädel bricht - aber das Tor machst du nicht - Orkan Prem
4. (-) Die Mär vom Lieblichen Feld - Der Schwarze Barde
5. (-) Mach doch mal einen Verbesserungsvorschlag - Singegruppe Rote Rahja
6. (7.) Bumm, bumm, bumm, bumm - ich hau' dich einfach um - Die Wengenholmjungs
7. (-) Stampftanz Nr. 1 - Jever Becksson
8. (-) Ich lieb dich nicht, du liebst mich nicht - Der Mutantenstadl
9. (2.) Ein Schwert, ein gutes Schwert, das ist das beste, was es gibt auf dem Pferd - Die Drei von der Botenstation
10. (10.) Kleine Knolle aus heimischer Scholle - Die Efferd Chöre
Zurück zur Thorwal-Standard Menü Seite