Bruder O. ist tot!

Aus aktuellem Anlaß entfallen in dieser Ausgabe alle Berichte, die mit neuen Waffenentwicklungen, alten Kampftechniken und ähnlichem Zeugs zu tun haben - Bruder O. ist tot. Der Ork, der in den letzten Monden einen so kometenhaften Aufstieg hinter sich hatte (wir erinnern an seine gemeinsamen Auftritte mit Steppenelf), wurde vor zwei Nächten in einer trüben Gasse in Brabak aufgefunden. Der Leichnam war durchbohrt von zweiunddreißig Armbrustbolzen, die samt und sonders von einer oder mehreren jener Repetierarmbruste abgeschossen wurden, die unter dem Namen Eisenwalder bekannt ist. Über die näheren Hintergründe des Ablebens von Bruder O. wurde noch nichts herausgefunden; man munkelt allerdings, daß bei der Leiche ein Beutel mit Rauschkraut und Kifferling gefunden wurde.

Bruder O. wird uns ewig in Erinnerung bleiben. Naja, zumindest eine Zeitlang. Unvergeßlich seine seltsam anmutende Art des Sprechgesangs, den er „Klopf” nannte. Wie oft haben gerade die Jüngeren unter den Kollegen beim Marschieren den Text seiner Lieder vor sich hingesummt - man denke nur an „Yo, Säugling, yo”, „He, ho, wo iss Schwester O.?” oder seinen größten Erfolg „Schnuff Hundi Hund”.

Wir bringen an dieser Stelle das Interview, das unser Mitarbeiter Sem Hamfaß wenige Tage vor dem gewaltsamen Ableben von Bruder O. mit ihm geführt hat, und das wir eigentlich überhaupt nicht bringen wollten, weil der haarige Kerl nur Blödsinn erzählt hat. Aber sei’s drum - wenn’s den Absatz fördert:

S.H.: Bruder O. - woher kommt dieser Name?

B.O.: Yo, Säugling - ich komm’ aus der Steppe, Mann. Verdammt hart da, yo, yo! Weißt du, Mann, dieser Name, den hab’ ich mir gegeben für alle die Brüder und Schwestern da draußen, die nicht wissen, was man aus sich machen kann, wenn man erst mal den Hügel ‘rauf ist. Yo.

S.H.: Hügel ‘rauf. Aha. Bruder O. ...

B.O.: Nenn’ mich O., Mann. Nur O. Machen alle, die mich kennen. Yo, Mann.

S.H.: In Ordnung. O., der Refrain deines letzten Erfolges - „Schnuff Hundi Hund” - klingt für mich ziemlich deppert. Ist mir da was entgangen?

B.O.: Paß’ auf, Mann, sonst kannst du mich gleich wieder Bruder O. nennen!

S.H.: Furchtbar.

B.O.: Also, Mann, yo, hör her: he, Hund, he Hund, vor Hunger rund, der Wachmann kummt, he Hund, drum renn, he Hund, denn er mag dich nicht, weil du haarig bist, he Hund. Ist doch klar, Mann, das ist für alle Brüder und Schwestern da draußen, die immer noch unter der Peitsche der Haarlosen ächzen, yo. Und yo.

S.H.: Ah sooo. Man sagt dir immer wieder Kontakte zu Verbrecherkreisen nach. Ist an diesem Gerücht was dran?

B.O.: He, Mann, wer in so’nem Sumpf aufgewachsen ist wie ich, kann sich seine Bekannten nicht aussuchen, weißt du, Mann, yo? Aber das ist lange her, Säugling, echt lange, yo. Ich hab’s geschafft und meine Brüder und Schwestern da draußen sollen es auch schaffen, yo Mann, verstehst du?

S.H.: Nein. Bruder O., wir danken für dieses Gespräch.

B.O.: Yo, yo, alles leicht, Mann, alles gut, ey, yo, Mann (fuchtelt komisch mit den Händen).


Hier nun also wie versprochen das Spießauf für alle Mädels, die nicht an der Quelle in Al’Anfa sitzen und vielleicht doch in den Genuß eines solchen Werkes kommen möchten. Viel Spaß beim Ausschneiden und An-die-Wand-hängen!

-Spießauf-


Söldnerin des Mondes

Und auch diesmal haben wir’s wieder geschafft, Euch etwas besonderes zu bieten - wir haben, wie in der letzten Ausgabe angekündigt, unsere Kollegin Domitilla Stiergnack als Söldnerin des Mondes gewinnen können! Domitilla hat sich mittlerweile einen ganz schönen Namen in der Branche gemacht. Manche werden vielleicht vom Nordhager Bluttag gehört haben, bei dem sie eine nicht ganz unwesentliche Rolle gespielt hat, andere werden vielleicht Gelegenheit gehabt haben, unliebsame Bekanntschaft mit ihrer Peitsche (wir erinnern an den Bericht in der letzten Ausgabe) zu machen.

Unser Mitarbeiter Wulfhart, der sich inzwischen von seiner letzten Unterhaltung beinahe wieder erholt hat, hat das Gespräch mit Domitilla geführt:

S.H.: Domitilla, ich ...

D. S.: Ja, du MEINE Güte! Wer hat dich denn so zugerichtet, Junge?

S.H.: Ja, ich ... also, das spielt ja keine Rolle. Domitilla, gibt es irgend etwas, das du den jungen Kolleginnen und Kollegen da draußen als Lebensweisheit mitgeben möchtest?

D. S.: ...

S.H.: Domitilla?

D. S.: Hm? Was? Oh, tut mir leid. Ich hab’ nur grade drüber nachgedacht, ob der Kerl, den ich damals unter diesem rasenden Darpatbullen herausgezogen habe, genauso schlimm ausgesehen hat wie du (lacht schallend)!

S.H.: Ja, ich weiß, daß ich ganz schön kassiert habe. Aber das tut nichts zur Sache.

D. S.: Wie du meinst (sich mühsam das Lachen verbeißend). Also, was hast du gefragt?

S.H.: Ich wollte wissen, ob es irgend etwas gibt, was du den jungen Kolleginnen und Kollegen...

D. S.: ...richtig, die Lebensweisheit. Laß mich mal überlegen, Beule.

S.H.: Wie war das bitte?

D. S.: (breit grinsend) Ach ja, das ist so eine Angewohnheit von mir - ich nenne die Leute immer gern nach besonders auffälligen Eigenschaften. Unterbrich mich nicht beim Denken, Beule, sei so gut, ja? Ah ja, da hab’ ich was gutes. Hat mir immer sehr geholfen: Denk immer drüber nach, ob du mit dem Bart über oder unter der Decke schlafen willst.

S.H.: Ah. Ja.

D. S.: Und für die Mädels - die haben nämlich meistens keinen Bart, verstehst du? - weiß ich auch was: wer eine Kuh melkt, wenn’s regnet, muß sich nicht wundern, wenn ihm das Herdfeuer ausgeht. Tja.

S.H.: Vielen Dank. Und...ich bin mir nicht ganz sicher, aber...was genau bedeutet das, Domitilla?

D. S.: Hab’ keine Ahnung. Also, ich persönlich finde, das ist der reinste Bockmist, wenn du mich fragst.

S.H.: Aber...du hast doch vorher gesagt, daß dir diese Sprüche immer sehr geholfen haben!

D. S.: Hab’ ich das?

S.H.: Ja!

D. S.: Ich hab’ gelogen.

S.H.: Ach so. Dann, Domitilla, danke für das Gespräch. Und ebenfalls danke dafür, daß wir hier noch ein Bild von dir bringen dürfen, das bei einem Feldlager südlich von Trallop angefertigt wurde.

D. S.: Schon recht. Glaub’ mir, der Maler hat gelitten, bis das fertig war!

S.H.: Glaub’ ich. Ehrlich.

Persönliches:

Domitilla Stiergnack, Maße 103-72-97 (und das bei einer Größe von einem Schritt, vier Spann und fünfeinhalb Fingern!)

Vorlieben:

Große, starke Kerls (mit kleinen schwachen Kerls hätte auch keiner gerechnet, oder? D. S.), viel Bier, mehr Met und noch mehr Wein.

Abneigungen:

Leere Geldbeutel und Kerle, die mit einem zusammen beim Fußvolk gedient haben und dann, wenn sie erst mal Weibel sind, meinen, sie wären weiß Kor wer. Außerdem lechzen sie jeder Schlampe nach, die auch nur halbwegs spitze Ohren hat! Daß nicht gleich neun Donnerwetter dreinschlagen! Komm du mir zwischen die Finger, Barkas, du plüschäugiger Trollfurz, ich rück’ dir schon den Kopf zurecht! Kannst dir sogar aussuchen, wo ich ihn hinrücken soll!


Kleinanzeigen:

Wenne iche erwische de Dummsack, de wo immer setze Anzeige wege de Kanichenfellbeutel inne Söldner, haue ich auf de blöde Maul, bis nimmer wiss, ob seie Männche oder Weibche! Wenne wolle melde freiwillig, mache unter SH-09-05

Haben wir mal wieder unsere Waffe verliehen?

Scharten in der Schneide? Spitze abgebrochen? Ekelhaft bräunlich abbröckelnder Lack an der ehemals guten Zwinge? Keine Originalscheide mehr? Matt gewordener Griff?

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