Spießaufs - der letzte Schrei aus AlAnfa
Gestern in AlAnfa - heute im SÖLDNER HEUTE!
Unser Außendienstmitarbeiter ChalemalLacha, eben aus AlAnfa zurück, berichtet von einer Neuheit, die die Kasernen der Dukatengarde schneller erobert als ein Dutzend tollwütiger Drachen - Spießaufs!
Chalem: Es handelt sich um kleine - manchmal auch größere - Bilder, um die sich die Jungs und Mädels dort reißen! Alle, ohne Ausnahme, auch Weibel, Korporale und Hauptleute, sind dahinter her wie Golgari hinter der armen Seele! Warum sie die Dinger Spießaufs nennen, weiß ich nicht genau - entweder, weil sie sie im Spind und an der Wand aufspießen (ein Hauptmann hat alle Wände in seinem Quartier damit gepflastert!), oder weil einem beim Anschauen der Spieß aufgeht, aharrharrharr!
Tja, und weil wir immer vorne mit dabei sind, bringen wir in dieser Ausgabe ein Spießauf für alle Nicht-AlAnfaner Jungs! Nächstes Mal gibts eins für alle Nicht-AlAnfaner Mädels, damit keiner behaupten kann, er - oder sie - käme zu kurz! Also: ausschneiden und an die Wand nageln - wenns so wirkt, wie wir uns das vorstellen, braucht Ihr Euch keinen Hammer mehr dafür zu suchen!
An dieser Stelle noch eine Warnung: Mädels, wenn Ihr Eurem Liebsten eine Freude machen und ihm so ein Bild von Euch schenken wollt, sucht Euch um Razhashtars willen KEINEN echten Mantikor! Nach allem, was man hört, sind sie keine allzu geduldigen Modellsteher und lassen sich auch nicht unbedingt am Kopf kraulen! Also: probiert das nicht zu Hause; sucht Euch einen Maler, der einen Mantikor freihändig hinkriegt oder nehmt eine Statue als Vorlage - dann habt Ihr auch noch was von Eurem Geschenk!
Ungewöhnliche Bewaffnung - warum auch nicht?
In den letzten Jahren ist eine unübersehbare Entwicklung vor sich gegangen. Der Trend geht mehr und mehr zu außergewöhnlicher, ja teilweise seltsamer Bewaffnung. Zum Teil nimmt diese Mode beängstigende Formen an. Man denke nur an solche Dinge wie den Tristansbogen; wir wissen sicher, daß ein Täschner, der vor vier Monden versucht hat, eine Scheide für ein solches Gerät herzustellen - im Reisegewerbe muß man sein Handwerkszeug ja auch gut geschützt mit sich tragen können, nicht wahr - erst vor wenigen Tagen wieder aus noionitischer Obhut entlassen wurde. Andere Mitglieder unseres Berufsstandes wiederum greifen neben den üblichen Waffen zu Dingen, die zwar bekannt sind, bei den älteren und traditionsbewußten Genossen aber nur mitleidiges Kopfschütteln hervorrufen.
Weil wir wissen wollen, was hinter dieser Entwicklung steckt, haben wir ein Gespräch mit der jungen Kollegin Domitilla Stiernack geführt, die neben ihrer gewöhnlichen Bewaffnung - Hellebarde, Schwert und Dolch - auch eine Peitsche führt, ein Gerät, das man gemeinhin als Fuhrmannswerkzeug kennt! Domitilla ist übrigens eine mehr als eindrucksvolle Persönlichkeit - immerhin mißt sie stolze ein Schritt, viereinhalb Spann und einen Halbfinger - und wir sind dicht davor, ihre Zustimmung zu erhalten, sie in der nächsten Ausgabe als Söldnerin des Mondes zu bringen.
S.H.: Domitilla - warum eine Peitsche?
Domitilla: Schwer zu sagen. So halt.
S.H.: Ja - aber wie bist du denn dazu gekommen? Wie kommt man überhaupt an so was?
Domitilla: Man kann sie kaufen, glaub ich. Meine hab ich von einem gegnerischen Troßknecht, der sie nicht mehr wollte (sie grinst).
S.H.: Aha. Jetzt kommen wir zur Hauptsache: kann man mit so was überhaupt kämpfen?
Domitilla: Puh, da fragst du was. Ich kanns. Hab aber lang geübt - du glaubst nicht, wie oft man sich das Ding in den ersten zwei, drei Monaten um den eigenen Schädel wickelt. Muß man durch.
S.H.: Ja, das glaube ich. Kann man denn ernsthaften Schaden anrichten?
Domitilla: Klar. Wenn du ein Stündchen Zeit hast, kannst du einen damit zu Tode prügeln (lacht). Erwürgen geht auch - und schneller. Sonst ist es so: wenn man ungeschützte Stellen trifft, platzt natürlich die Haut auf; das zwiebelt, und wenn ich einen quer über die Stirn haue, dann läuft ihm der Saft in die Augen, und das ist natürlich ein Vorteil. Sieht er nix mehr. Schon wenn einer dickere Sachen anhat, geht da nichts, dann gibts vielleicht nen blauen Fleck oder so. Da kann man sie aber verwenden, um ihn umzuwerfen, wenn man die Schnur um seine Beine kriegt und dann dran reißt - wenn man sein Handgelenk erwischt, und das ist gar nicht leicht, die meisten bewegen sich beim Kämpfen (lacht), kriegt er vielleicht nen Schreck und läßt die Waffe fallen. Ich hab mir von einem Troßsattler ein paar Bleikügelchen ganz vorne an der Schnur einsetzen lassen - dann kriegt sie mehr Wucht. Sie knallt natürlich nicht mehr so schön, aber das brauch ich ja auch nicht.
S.H.: Sehr schön. Man hört ja auch immer wieder von Entwaffnungen mit der Peitsche. Wie sind da deine Erfahrungen?
Domitilla: Geht schon. Man muß allerdings wirklich gut treffen und kräftig und schnell reißen, sonst wird man vielleicht selber die Peitsche los, wenn der andere schnell reagiert.
S.H.: Ja - und bei Klingenwaffen? Wird da die Peitsche nicht durchgeschnitten?
Domitilla: Glaub mal nicht, daß das so leicht geht! Normalerweise macht man seine Waffen ja nicht so richtig sauscharf, und außerdem ist eine gut geflochtene Peitschenschnur aus dem richtigen Leder zäh wie Holz - hier, fühl mal. Wenns nicht ganz dumm läuft, klappt das auch mit Klingenwaffen.
S.H.: Ja, tatsächlich. Wie siehts mit gepanzerten Gegnern aus?
Domitilla: Da gibts eigentlich nur eins: Peitsche stecken lassen und was anderes versuchen. Obwohl - man kann natürlich so einen Radau auf dem Helm veranstalten, daß ers nicht mehr aushält (lacht schallend). Nein, ernsthaft: ich weiß von einem, der kämpft mit der Peitsche links und dem Schwert oder dem Dolch rechts. Da kann man einen Gepanzerten natürlich umwerfen oder so und dann gleich hinterher in eine ungeschützte Stelle stoßen. Aber das möchte ich keinem raten, der nicht mindestens zwei Jahre dauernd auf beidhändigen Kampf geübt hat. Ich kanns auch noch nicht so recht - wenn man mit der Peitsche nicht wirklich gut ist, dann verlangt sie so viel Aufmerksamkeit, daß man nebenher mit der anderen Hand nur ganz schlecht noch vernünftig arbeiten kann; da behindert man sich nur selber oder man haut sich selbst eine rein.
S.H.: Danke, Domitilla, für diese anschauliche Darstellung, die unsere Leser bestimmt interessieren wird.
Domitilla: Schon gut. Was ist jetzt mitm Geld?
Söldnerin des Mondes
Söldnerin des Monats ist diesmal Ragnhild Rehauge Ingolfsdottir. Ragnhild stammt, wie der Name leicht erkennen läßt, aus dem schönen Thorwal. Geboren wurde sie vor niedlichen 24 Jahren im idyllischen Örtchen Serske.
Für eine Thorwalerin mit ein Schritt vier Spann nicht allzu groß, hat sie doch die beeindruckenden Maße 102-65-89 ( Das mit den 102 liegt aber zum großen Teil am Kreuz, damit wir uns da recht verstehen). Schon im zarten Kindesalter entwickelte sie eine unübersehbare Vorliebe für sämtliche Schneidwaren in ihrem Elternhaus, und nach einem dummen Unfall vor acht Jahren, in den außer ihr noch ein allzu stürmischer Verehrer, zwei Flaschen Waskir, ein harmloses Gebüsch und ein Ausbeinmesser verwickelt waren, kehrte sie ihrem Heimatland den Rücken, um, wie sie sagt, die Welt kennenzulernen und möglichst viele Leute zu treffen - was immer sie damit meinen mag.
Unser Mitarbeiter Wulfhart Vierstein hat sich mit ihr
unterhalten:
SH.: Ragnhild, warum nennt man dich immer wieder Rehauge?
Ragnhild: Ja, das weiß ich auch nicht so genau ... vor ein paar Jahren hat mal jemand damit angefangen, und seither hat sich das wohl rumgesprochen. Mich störts nicht. (Sie lacht ganz reizend und zwinkert mir mit ihren großen braunen Augen zu)
SH.: Nun, ich kanns mir schon denken! Ragnhild, was ...
Ragnhild: Was soll das heißen, du gammlige Seegurke, du?
SH.: He, nein, ich ... könntest du wohl mein Hemd loslassen? Gar nichts soll das heißen, rein gar nichts ... danke.
Ragnhild: Schon in Ordnung. Weißt du (sie lehnt sich vertraulich herüber und legt die Hand auf meinen Arm), ich bin manchmal ein bißchen aufbrausend. (Wieder dieses bezaubernde Lachen)
SH.: Ah. Ja. Nun, was mir aufgefallen ist - du hast da ja eine ganz gewaltige ...
Ragnhild: Eine gewaltige WAS??
SH.: Axt. AXT! Und jetzt laß doch um Kors willen mein Hemd ... danke.
Ragnhild: Schon gut. Hübsch, die Axt, was? Ich nenne sie Hackfleisch - mein Vater war Metzger, weißt du? (Sie errötet ganz leicht und lächelt mich verschämt an)
Möchtest du mal halten? Hier. (Sie reicht mir ihre riesige zweischneidige Axt und streift dabei wie zufällig meine Hand mit ihrer)
SH.: Oh, danke. Ist die nicht ein bißchen sehr groß? Ich meine, die kann ich ja kaum ... autsch!
Ragnhild: Hör zu, du Wichtel! Diese Axt hat genau die richtige Größe, um so eine Landratte wie dich zurechtzustutzen, kapiert?
SH.: Ja, ja doch ... ah, genau aufs Auge ...
Ragnhild: Oh, tuts sehr weh? Laß mich mal sehen. (Sie beugt sich zu mir und legt ihre kühle Hand an meine Wange)
SH.: NEIN! Ich meine nein ... vielen Dank, schon wieder vorbei .. ich wollte nur noch eine letzte Frage ...
Ragnhild: Ja? (Ein unnachahmlicher Augenaufschlag)
SH.: Nun ... also ... welche Art Mann könnte denn, nun, sagen wir mal ... laß mich doch ausreden, beim Neungezackten! Und laß mein Hemd ... danke.
Ragnhild: Bitte. (Sie streicht die Falten an meinem Hemd zurecht)
SH.: Also, welche Art Mann könnte denn wohl dein Herz erobern, Ragnhild?
Ragnhild: Oh, das ist aber sehr direkt ... (Wieder dieses Erröten) ... aber na gut. Wenn du mich so fragst: genau so einer wie du, mein kleiner draller Stockfisch, du!
SH.: Oh, ich fühle mich geschmeichelt ... was soll das? Warum schaust du mich so an? Halt! Nein! Doch nicht hier ... nimm die Finger von meinem Hemd ... he! Autsch! Das kitzelt! Nein, hab ich gesagt! Mein HEMD!
Hier enden Wulfharts Aufzeichnungen; wir wissen auch nicht genau, was weiter geschehen ist. Aber wir werden Wulfhart bald selbst danach fragen können - wie wir hören, kann er bereits wieder feste Nahrung zu sich nehmen.
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Auf vielfachen Wunsch eines Einzelnen haben wir noch einmal in unserer Liedersammlung geblättert und ein hübsches kurzes Lied aufgetan. Es handelt sich bei diesem Stück um ein wahres Kleinod bornländischen Söldlingsliedgutes, sehr urwüchsig, das traditionell nach der Schlacht den Konsum von Meskinnes und anderen Alkoholika begleitet. Tonart ist As mixtolüdisch mit kleiner Sexte (was immer das auch heißen mag, so stands halt hinten auf dem Blatt; der Unterschrift nach stammt dieser Sembelquast von einem gewissen H. von Karawan - wahrscheinlich irgendson Tulamide).
Wen wollen wir hauen
Wen wollen wir hauen bis der Schädel birst,
Wen wollen wir hauen, komm, sag an!
Wir schlagen alles kurz und klein,
Für den, der zahlt, da haun wir furchtbar drein,
Für den, der zahlt, da haun wir drein!
Wir köpfen alle, Mann und Zwerg und Ork,
Wir köpfen alle, auf mein Wort!
Wir hauen schnell und kräftig drauf,
Wen wir vermöbeln, der steht so schnell nicht auf,
Wen wir vermöbeln, steht nicht mehr auf!
So laßt uns plündern, bis der Abend kommt,
So laßt uns plündern Stadt und Dorf!
Wir sind da gar nicht wählerisch,
Wir nehmen mit uns Stuhl und Gold und Tisch,
Wir nehmen mit uns Stuhl und Tisch!
Jetzt laßt uns saufen bis der Tag anbricht,
Jetzt laßt uns saufen Bier und Wein!
Wir wolln auch fressen Fleisch und Brot,
Denn wer nicht ißt, der ist bald mausetot,
Denn wer nicht ißt, der ist bald tot!
Wen wollen wir hauen bis der Schädel birst,
Wen wollen wir hauen, komm, sag an!
Wir schlagen alles kurz und klein,
Für den, der zahlt, da haun wir furchtbar drein,
Für den, der zahlt, da haun wir drein!
Zu singen nach der Melodie eines alten bretonischen Cidretrinklieds, Ev Chistr; die meisten werdens allerdings eher kennen als Was wollen wir trinken.
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