SÖLDNER HEUTE

3. Ausgabe

Sensationelle Sonderanfertigung der Tempelschmaucher

Hier nun der angekündigte Abschlußbericht zur TEMPELSCHMAUCHER Doppelarmbrust. Das getestete Sonderzubehör wurde in der Akademie Drachenei zu Khunchom ersonnen und hergestellt, aber Ihr wißt ja: für unsere wackeren Mitarbeiter ist kein Weg zu weit! Das Testschießen konnte dieses Mal allerdings nicht von unserer bewährten Schützin Afra Barcken durchgeführt werden. Die gute Afra ist nun mal Bornländerin aus der hintersten Ecke und will mit “so komischem Magiezeugs” nichts zu tun haben. Tja. Wir haben stattdessen Wulfhart Vierstein mit dem Testschießen betraut. Wulfhart ist ein neuer Mitarbeiter und schießt nicht gar so gut wie Afra, aber wenigstens stammt er aus Gareth. Der Junge war immerhin so lange auf der Praiosschule, daß er weiß, was Sache ist! Jawoll!

Testschütze

Die ehrenwerten Magister der Akademie Drachenei haben uns freundlicherweise eine...na, ein Dings zur Verfügung gestellt, was sie “technische Zeichnung” nennen. Ist ja auch ganz hübsch geworden. Über die Tatsache, daß andere Leute nicht unbedingt komische kleine Krakelkäferchen verwenden, wenn sie was aufschreiben wollen, kann man ja schon mal wegsehen, wenn man den Kopf so voller arkaner Geniestreiche hat. Hier also, für die technisch Interessierten unter uns, mit freundlicher Genehmigung der Akademie zu Khunchom und des Hauses Tempelschmauch, der technische Riß (Riß sagen Sappeure, man kann auch einfach Technikbild sagen. Was da bei steht, wissen wir auch nicht):

Spezial-Tempelschmaucher

Hier nun in den Worten des guten Wulfhart: “Also zuerstmal wußte ich garnicht, wohin was gehört. Wenn mir der Spitzhut nicht gezeigt hätte, wo vorne ist und vorher nicht diesen ganzen vielen Teile zusammengemacht hätte, wär da nix gegangen. Den Zusammenbau muß man echt drillen, am besten mit einem Sack über dem Kopf. Weiter ist wichtig, daß man kaum wo feste dranpacken darf. Auf dem geschliffen Glas sieht man jede Pratze. Die kleinen Teile sind auch fummelig und brechen leicht. Einfach das Sehrohr draufmachen und loslegen geht nicht, ich habe mit Hilfe trotzdem noch gut 3 Fingerbreit Sonnenlauf gebraucht.

Dann war es schon toll. Wenn man erstmal weiß, wie man den Kopf weghalten muß, sieht man das Ziel plötzlich ganz nah. Ein kleines Bierfaß, vorher 50 Schritt weg kommt einem dann im Sehrohr wie fünf Schritt weg vor. Man kann nicht vorbeischießen, wenn man einfach das dünne Kreuz im Sehrohr mitten auf das Faß hält und abdrückt.

Man muß aber echt fit sein. Den zweiten Tag hatte ich ziemlich mit dem vorigen Abend zu kämpfen, da wackelt dann alles beim Durchgucken. Soweit war das schon Klasse, aber das beste kommt noch. Dieses Sehrohr kommt ja so wie es ist aus dem Lieblichen Feld, die Magiere in Khunchom zaubern da noch was drauf. Das, was ich hatte, konnte Magisches überhaupt und sogar im Dunklen sehen. Der Magier hatte auf die Zielscheibe drei Schutzanhänger gehängt, die alle schwer magisch aussahen. Aber nur eins war wirklich magisch, welches wußte ich nicht. Im Sehrohr waren die alle schön groß zu sehen, aber sahen gleich magisch aus. Ich mußte dann auf einen Knopf oben am Sehrohr tupfen, und dann habe ich plötzlich den untersten der Anhänger rot leuchten sehen, was dann der magische war. Der Magier meinte, das klappt auch mit Kampfmagiern in der Schlacht. Wenn man so ein Sehrohr hat, kann man die im Getümmel rot leuchten sehen und weil sie so groß sind auch prima totschießen. Das Zaubern hält aber nicht lange, etwa bis man die 10 Finger gezählt hat. Man muß also mit allem fertig sein und nicht erst lange suchen müssen.”

Soweit der gute Wulfhart, die Redaktion will noch mit einigen Details aufwarten. Der Magier aus Khunchom war ein “combattanter Artefakte-magus”, der die Zauber auf die Sehrohre legt. Man kann sich bei der Akademie erkundigen, wer das ist. Wir sollen seinen Namen nicht schreiben, er könne sonst nicht mehr ruhig schlafen.

Das Sehrohr, man sagt auch “Zielfernrohr” dazu, kostet ohne jede Magie in Khunchom schon 500 Dukaten, im Mittelreich ist es nicht zu kriegen.

Der Magier in Khunchom kann dann verschiedene Eigenschaften an das Sehrohr anzaubern. Wie erwähnt das Leuchten von magischen Sachen, oder auch gute Sicht bei Nacht. Er könne auch eine Sicht durch Wände möglich machen. Wulfhart hat darüber zuerst gelacht, aber der Magier hat Ihm dann gesagt, daß er den Heerführer von außen durch die Zeltwand erwischen kann, der Zauber bringt es also doch, wenn auch mehr für Meuchler! Jeder dieser Zauber, pro einmal auslösen, kostet mindestens 100 Dukaten. Der Magus meint, man könne die Zauber auch mehrfach auf das Sehrohr sprechen oder gar dauerhaft, so daß sie sich über Nacht wieder auffrischen. Die Preise dazu gibt es nur auf Anfrage.

Der gute Magus erzählte abends beim Wein noch einiges was wir unseren Lesern mit Augenzwinkern berichten. Diese Südländer glauben ja gerne, wir merken es nicht. Der Magier könne das Sehrohr zum Beispiel so verzaubern, daß die Armbrust von selbst abschießt, wenn ein Magier in der Mitte des Kreuzes wäre. Oder er wollte vorne auf den Bolzen einen Zauber legen, der einen mörderischen Flammenball macht, wenn der Bolzen auftrifft. Dann verbrennen nicht nur der Getroffene, sondern alle in seiner Nähe ganz jämmerlich. Weiter gäbe es Federn für hinten an den Bolzen, welche den Bolzen fliegen lassen, soweit das Auge reicht. Und die zudem bewirken, daß der Bolzen immer trifft! Naja, wie gesagt, das war abends beim Wein!

Man sieht also, ein Gerät, das für die meisten von uns unerschwinglich bleibt, aber für manche Zwecke sehr reizvoll wäre.


Söldner des Monats

Söldner des Mondes ist diesmal:

Jossele der Hammer, Feldhauptmann beim 2. Banner der Uhdenberger Breitäxte. Jossele ist beliebt wegen seiner freundlichen Art, besonders im Umgang mit den neuen Rekruten, wegen seiner Geduld und seiner Nachgiebigkeit.

Jossele mißt zwei Schritt und zwei Finger, wiegt hundertundneun Stein, riecht aus dem Mund und hat die Maße 120-61-26 (Brustumfang, Oberarmumfang und verbleibende Zähne).

Jossele mag Tiere (besonders gebratene Schweine, gebratene Kühe, Hühner und so), liebt den Umgang mit Menschen, raucht gern mal ein Pfeifchen, mag Armdrücken und manchmal auch Armbrechen und trinkt auch ganz gern mal ein kleines Bierchen.

Was er absolut nicht mag: sture Rekruten und sture Vorgesetzte, da er selber niemals stur ist, den Zahnreißer, kaltes Wasser, lauwarmes Wasser, warmes Wasser und heißes Wasser.

Später mal möchte er was Kreatives machen, vielleicht Feldhauptmann bei der Al’Anfaner Dukatengarde.


Mutter Schneid ist tot

Im Alter von vermutlich 87 Jahren ist Mutter Schneid durch Borons Ratschluß in Kors ewige Hallen abkommandiert worden. Der Tod ereilte sie im letzten Firunsmond bei einer Feier, die sie aus Anlaß ihres Sieges beim Armdrücken gegen den Thorwaler Seemann Offa Ogerfaust gegeben hatte. Der hinzugezogene Feldscher: “Es war wohl zuviel für ihr Herz”.

Mutter Schneid

Mutter Schneid war bis zu ihrem Abgang als Marketenderin mit dem siebten Fähnlein der Roten Bullen unterwegs. Wie oft stand sie ihren Mädels bei einer Geburt mit Rat und Tat zu Seite, wie oft schlichtete sie Streit (noch öfter allerdings fing sie welchen an), wie oft hörte man ihre lieben Worte “Was, kein Geld mehr! Scher dich weg, du läusezerfressener Trollfurz! Na, komm, weil du’s bist, Herzbube, ich geb’ dir ein’ umsonst”. Quer durch die Feldlager hallte es. Wie oft spürten wir die liebevollen Hiebe ihres messerscharf geschliffenen Hakens zwischen den Schulterblättern, wenn sie uns mit der Zärtlichkeit einer zahnwehkranken Bärin zur Ordnung rief. Besser, als jeder Weibel es vermocht hätte. Wie oft luchste sie einem Bauern ein strammes Ferkel für wenig Geld ab (und wie oft für gar kein Geld!), wer zählt die wackeren Söldnersbuben und -mädels, die zum Zahnreißen lieber zu Mutter Schneid als zum Feldscher gingen, wer die Zähne, die sie ihren Besitzern aus anderem Anlaß entfernte. Wer kennt heute noch ein Rezept für eine Läusetinktur wie die von Mutter Schneid?

Mutter Schneid war immer und wahrhaftig die Mutter des Fähnleins. Wir werden sie vermissen. Möge sie in Kors Hallen angemessene Aufnahme finden und nicht gar zu hart mit Seiner Herrlichkeit umspringen.

Im tiefen Gedenksuff, dein Siebtes Fähnlein!


Beim letzten Soldkontrakt wieder über den Tisch gezogen worden? Und alles nur, weil wir nicht richtig lesen und schreiben können? Wenn Euch jemand zufällig diese Anzeige vorlesen sollte, meldet Euch bei Legas Theniks Lese- und Schreibschule in Khunchom speziell für Söldner! Hohe Erfolgsquote, geringe Gebühr!

Leicht überlagerter Engasalwein abzugeben. Eignet sich hervorragend zur Waffenpflege und als Rostlösemittel. Unter Umständen auch für Alchimisten und Meuchler von Interesse.

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Rüstung oder Rüstungsteile geerbt, womöglich erbeutet? Oder haben wir in den letzten Jahren ein bißchen zugelegt, hm? Kein Grund, die guten Stücke zum Schrotthändler zu bringen! Für Anpassungen und Ausbesserungen aller Art empfiehlt sich

K. Schanell, Änderungsschmiede, Wehrheim

Wenn woll mach gross Ekspedizionn zu Schlage de Orke oda so, brauch gutt Fährtsuchmann!

Wenn woll hab best, mir schreib! Kenn all Wolf von Festum bis Yetiland mite Nam!

- Bei Interesse Zuschriften an Ari Ventelää, Paavi, postlagernd -

Für Hautbilder aller Art, auch Überdeckungen und Änderungen, nur zum Spezialisten! Erstklassige Arbeit liefert Alrik Stromm in Rommilys

- Spezialität: Kormäßige Bilder, Waffen, Schlachten, spritzige Hirnmassen -

TEMPELSCHMAUCHER Doppelarmbrust, wie im letzten Heft besprochen!

Wem der Weg nach Festum zu weit ist, der kann jetzt auch bei Grum Wolter, Waffenhändler zu Gareth, gegen geringen Mehrpreis bestellen.

In der letzten Schlacht Ärger mit Magie gehabt? Das muß nicht sein! Wendet Euch vertrauensvoll an die Kampf- und Kapermagiervermittlung Gar Ha’awat zu Khunchom und schlagt den Gegner mit seinen eigenen Waffen!

Vernünftige Konditionen - Reelle Preise


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