Rommilys
Stadtteil Praiosstadt Linie [ Beschreibung des Stadtteiles | Besondere Orte | Stadtplan von Rommilys ] Linie

Beschreibung:

"Ganz geheuer war mir ja nicht, als ich gestern das Praiosviertel von Rommilys betrat. Mit Phex und Travia, da kenn’ ich mich ja aus, weiß mich wohl zu betragen. Aber unter das gestrenge Antlitz des Güldenen zu treten, gütige Elyssa! Wie lange ist das schon her, daß ich das letzte Mal in Festum im Praiostempel war.

Aber meine Schuld duldete keinen Aufschub. Welch ein Unterschied erwartete mich schon nach dem Passieren des von einem Bannstrahlritter bewachten Tores, das die Neustadt mit dem Bezirk des Götterfürsten verbindet. Die Wege sind durchweg gepflastert und Bettler oder Arme sind nicht mehr zu sehen.

Ein wenig beklommen ward mir allerdings, als ich den Schatten des Turmes der Freuden durchmaß. Noch am Vorabend hatte mir der Wirt meiner Herberge hinter vorgehaltener Hand zugeraunt, daß man ab und an "Freudenschreie” aus den Fensteröffnungen im Inqusitionsturm vernehmen könne. Ich lauerte geradezu auf ein verräterisches Stöhnen, einen qualvollen Schrei, aber ich wurde, Travia sei Dank, "enttäuscht”.

Eine wohltuende Ruhe umgibt einen, wenn man die breite Straße vom Tor zum Tempel entlang geht. Die wenigen Passanten, die mir begegneten, schienen entweder Beamte der KGIA zu sein, dessen Gebäude gleich rechter Hand des Tores liegt, oder Angestellte der daneben angesiedelten Magierakademie. Ja, Du liest richtig, die Zauberer haben sich tatsächlich im Praiosviertel niedergelassen, ich wollte es erst auch nicht glauben.

Linker Hand ist ein hübscher Park angelegt, in dem ich eine Gruppe Praiospriester sah. Dahinter, an der Grenze zum Armen- und Traviaviertel, liegt der düster wirkende Schuldturm, in den ich ja nun nicht muß, dank der Hilfe der zwei Bannstrahlritter, die mich und meine Ware bei diesem verruchten Überfall retteten. Deshalb war ich ja auch da, meinen Dank an die wackeren Ritter durch eine Spende an ihren Götterherrn zu vergelten.

Der Tempel allerdings, lieber Sohn, solch eine Pracht ist doch immer wieder erhebend. Wäre das Wesen unseres Phex nicht ganz anders, wie schön wäre es doch, könnten wir ihm auch solche güldenen Hallen erbauen, seinen Ruhm der Welt zu verkünden. Allein die goldene Kuppel muß ein Vermögen gekostet haben, und dann ist der Bau ganz aus weißem Marmor, jede Säule, jedes Vestibül. Und das, wo doch weißer Marmor nur hunderte Meilen von hier zu finden ist! Und erst der Tempelraum. Man ist regelrecht geblendet von all dem Gold, mit dem die Wände verziert sind. Rings um die Kuppel hat man Fenster eingelassen, die aus rotem und güldenem Glas sind. Die Spitze der Kuppel aber ist ebenfalls aus Glas, sie ist wie die Strahlen der Sonne selbst beschaffen und Praios’ Licht dringt durch die Scheiben, daß all das Gold glitzert und strahlt. In der Mitte des Raumes, just unter der Kuppel, steht ein güldenes Standbild eines Greifen. Darum hat man aberhunderte Öllampen und Kerzen gesetzt, das Licht Praios auch in der Nacht scheinen zu lassen.

Ein großer Meister hat die Wände ausgemalt mit Szenen aus dem Leben des Heiligen Gul-Dahan da Yifaudton und von der Dämonenschlacht zu Rommilys. Aber ich konnte so recht gar nicht gucken, weil gleich ein Diener des Götterfürsten auf mich zukam. Ihm habe ich meine Gabe gegeben und er hat mich daraufhin in eine Gebetsnische gebracht, wo er gemeinsam mit mir ein Dankgebet gesprochen hat. Anschließend habe ich dann auch eine Kerze aufgestellt, für Deinen seligen Vater(...)

Aus einem Brief der Festumer Tuchhändlerin Indruschka Ghandrow an ihren Sohn, 24 Hal

Den müßigen Wanderer verschlägt es kaum zufällig in dieses Viertel, denn es sind nicht Zufall noch Muße, die uns vor das Antlitz des Herrn Praios rufen. Weiß und gülden gewandete Diener des Herrn Praios füllen geschäftig die Gassen, gemeinsam mit den Gläubigen des Götterfürsten, die sich zur Andacht in den Tempel begeben, und derer gibt es etliche in Rommilys, bedenkt man die vielen Adelsleut, die zum Hofe der Fürstin gehören.

In der Greifenstadt gelten die Gesetze des Hohen Herrn Praios vor denen der Fürstin oder der Stadt, denn wer, wenn nicht der Güldene, verträte das göttliche Gesetz auf Derens Fluren. Doch sei lichtscheues Gesindel davor gewarnt zu meinen, es könne sich hinter den Mauern der Praiosimmunität vor dem Zugriff der Gesetzeshäscher feige verbergen. Zwar kennt auch Herr Praios die Gnade des Asyls, doch bedeutet das Ersuchen darum zugleich, daß sich der Verfolgte von nun an der Gerechtigkeit des Herrn Praois und seiner Diener auf Deren unterwirft.

Hin und wieder sieht man einen Beamten des KGIA mit Aktenmappe über den Greifenplatz eilen, vorbei an dem prächtigen Kuppelbau des Praiostempels, der Erhabenen-Halle-des-Heiligen-Gilbert-von-Punin, seltener einen der Inquisitionsdiener in seiner goldgesäumten Robe, führen doch, wie man munkelt, weit mehr unterirdische Wege in den Turm der Freude, wie der Inquisitionsturm in der Nähe des Praiostempels auch genannt wird, als oberirdische.

Das fürstliche Stadtgericht und verschiedene Ämter der fürstlichen Verwaltung haben hier ebenso ihre Heimat gefunden wie ein Kloster der Bannstrahler und die Gebäude der Inquisition

Und noch eine Institution hat hier ihre Heimat gefunden, ein aventurienweit sonst ungekannter Umstand: die Magierakademie des Informations-Institutes zu Rommilys, jener unbedingt reichstreuen, der rechten Hand zutiefst verpflichteten Hellsichtschule. Manch Magierkollege anderer Institute hat über diese seltsame Allianz schon gespottet, einige gar vom Verrat des hesindianischen Gedankens gesprochen. Und auch die Praiospriesterschaft ist geteilter Meinung darüber, daß der rommilyser Tempel eine Magierakademie innerhalb der eigenen Immunität duldet, selbst der Vorwurf der Ketzerei wurde schon laut, bislang vom Boten des Lichtes jedoch nicht weiterverfolgt. Es heißt, daß die Führung des KGIA höchstselbst um Nachsicht ersucht habe und auch die heilige Inquisition habe sich ausdrücklich zugunsten dieses Bündnisses ausgesprochen. Allzu fruchtbar verläuft wohl die Zusammenarbeit der drei Institutionen, auch wenn es keinerlei offizielle Bestätigung solcher Allianzen gibt.

Besondere Orte:

Das Reichskanzler-Heerings-Haus,
Sitz des KGIA
Kaiserlich Garethische und Fürstlich
Darpatische Magierakademie
Fürstlich-Darpatische Münze
Fürstliches Stadtgericht   Kloster der Bannstrahler



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