Rommilys
Persönlichkeiten von Rommilys Linie

Junkobald von Hirschfurten, Kanzler der Grafschaft Ochsenwasser

"Lebenslustig" ist wohl das Wort, das den meisten Bewohnern der Grafenstadt zum jungen Kanzler von Ochsenwasser einfallen würde. Der gutaussehende Mitt-Dreißiger ist auf jedem Feste anwesend, hat ständig einen Witz auf den Lippen oder ein Kompliment zur Hand, das er einer der Hofdamen ins Ohr flüstert. Seine Abenteuergeschichten, die er auf seinen Reisen im Dienster seines Herrn erlebt, die ständig neuen Moden, die er einläutet, machen ihm zum strahlenden Stern der rommilyser Gesellschaft.

Doch sollte man sich davor hüten, den Vogel nach dem Gefieder zu beurteilen. Hinter der Fassade des ewig jungenhaften Lebemannes steckt ein Mann, der sich bei politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen knallhart zeigt.

Gehen nicht noch heute Gerüchte um, daß der Ruin der Händlerfamilie Ulviansen auf sein Konto ging, nur weil Travid Ulviansen verbot, daß Junkobald Umgang mit dessen Tochter hatte? Ist es nicht merkwürdig, daß weiland Junkobalds einziger - und zudem nicht chancenloser - Konkurrent um das Amt des Kanzlers zwei Tage vor der Entscheidung einen tragischen Reitunfall hatte?

Wie auch immer, kaum einer bei Hofe schert sich viel um solche Gerüchte, heißt es doch nicht umsonst, daß man gut daran tut, ein Freund von Hirschfurten zu sein, wenn man in Rommilys etwas werden möchte. Seine Verbindungen reichen weit, was nur in im Interesse der Fürstin ist, die in ihm eine schon fast sklavisch untergebenen Diener hat.

Zugegeben, es sollte einen schon nachdenklich stimmen, daß Junkobald Irmegunde ein weit loyalerer Diener ist als seinem eigentlichen Dienstherren, Graf Barnhelm. Und wer weiß, wohin es noch führen mag, daß der ehrgeizige Junker so sehr darauf bedacht ist, den Grafen möglichst von den "Unbillen der täglichen Amtsgeschäfte" fernzuhalten, um selbst dessen Macht auskosten zu können. Denn wer weiß, eines Tages, wenn Barnhelm nicht mehr ist, vielleicht zeigt sich die Fürstin ja erkenntlich für geleistete Dienste und beruft denjenigen zu Barnhelms Nachfolger, der ohnedies schon in den Geschäften der Grafschaft "geübt" ist ...

Typische Zitate:

" Dieses Kleid steht Euch bezaubernd, junge Herrin! Kommt, laßt uns im Garten spazierengehen, damit wir uns ganz ungestört unterhalten können."

"Es ist mir egal, wenn die Ernte schlecht war und die Bauern hungern. Seine Hochgeboren bezahlt, punktum! Und wenn er es den Bauern nicht zu nehmen vermag, weil sie nichts mehr haben, nun gut. Ich sehe hier kostbare Möbel, feines Tafelsilber. Wenn er so milde und traviagefällig denkt, Seine Hochgeboren, nun bitte, es steht ihm jederzeit frei, die fehlenden Taler aus seiner Schatulle zu begleichen."



Carta, die "rechte Hand" der Finsterbinges

Wiewohl auf den ersten Blick unscheinbar und unauffällig, scheinbar ein braver Bürger in den Diensten eines wohlhabenden Hauses, steckt hinter dem 42-jährigen Carta mehr, als sein verschlossenes Gesicht vermuten lassen. Nur selten läßt spiegelt sich in seinem scharfkantigen Antlitz eine Gefühlsregung. Wenn ihn jemand wagen würde zu fragen, was seine herausstechendste Charaktereigenschaft sei, so würde er antworten: Ich bin treu.

Die Finsterbingers (siehe auch Stadtbeschreibung Rommilys) und vor allem die Matriarchin des Hauses, Nedarne von Finsterbinge, können sich blind auf ihre rechte Hand verlassen. Unzweifelhaft deswegen, weil Carta seiner Herrin alles verdankt. Sohn einer leibeigenen Kätnerin, mußte sich der Knabe seit seinem sechsten Lebensjahr allein durchs Leben schlagen, war seine Mutter doch bei einem Brand ums Leben gekommen. Der Waise machte sich auf den Weg in die große Stadt, hoffte er doch dort mehr Glück zu haben als auf dem Land. Seine karge Nahrung verdiente er sich durch Bettelei, wenn ihm das Glück einmal nicht hold war auch durch Diebstähle. Eines Tages aber als er in der Dämmerung noch das nächste Dorf auf seinem Weg erreichen wollte, donnerte eine prächtige Kutsche heran. Der Kutscher wurde des Jungen zu spät gewahr und dieser, müde vom Wandern, konnte nicht mehr rechtzeitig beiseite springen. Doch das vermeintliche Unheil erwies sich für den kleinen Carta als Segnung. Die Dame in der Kutsche, Nedarne von Finsterbinge, nahm sich seiner an. Sie sorgte dafür, daß er eine ordentliche Bildung bekam und schickte ihn zu einem Fechtlehrer. Solcherart gebildet und mit einem Kriegerbrief versehen, erlebte er einen raschen Aufstieg im Gefolge der Matriarchin Nedarne. Seine unbedingte Treue, seine Intelligenz und seine sonstigen mannigfachen Talente verschafften ihm im Hause Finsterbinge einen ganz besonderen Platz. Allmählich wurde er in die Geschäfte (oder sollen wir besser sagen Machenschaften) seiner Herrin eingeweiht und nun leitet er seit 9 Götterläufen die Geschäfte der Familie. Carta genießt Nedarnes uneingeschränktes Vertrauen, weiß sie doch, daß sie sich auf die unbedingte Loyalität ihres Schützlings verlassen kann, und niemand sonst hat wohl solch tiefen Einblick in den Sumpf aus Korruption, Gewalt und Erpressung, aus dem die Finsterbinges ihren Reichtum schöpfen.

Carta gilt als einer der "Unberührbaren" der Stadt, d.h. es ist ihm weder von Recht und Gesetz noch auf anderem Wege ohne weiteres beizukommen.

Seit 2 Jahren unterweist Carta Nedarnes Sohn und Erben Fredo in den Geschäften der Familie. Fredo war anfangs besessen von der Macht, die die Finsterbingers in gewissen Kreisen haben, doch mit viel Geduld hat Carta seinen künftigen Herren davon überzeugt, daß der Mächtige seine Macht nur dadurch mehrt, wenn man Respekt vor ihm hat. Vor einem Haudrauf aber hat niemand Respekt, nur Furcht. Das aber ist etwas ganz anders. Inzwischen hat Fredo seine Lektion gelernt, daß Angst allein nur ein unzureichendes Mittel ist, seine Position zu bewahren.

Sollte eine Heldengruppe jemals mit dem Clan der Finsterbinges (oder Carta, was in etwa das selbe bedeutet) aneinandergeraten, so können sie froh sein, mit dem Leben davonzukommen.

Noch viel mehr über die Finsterbinges und die anderen Clans kann der geneigte Meister hier lesen.

Typisches Zitat:

"Ihr braucht hier nur vor einem Angst zu haben - vor mir."



Espinosa von Sturmfels Junker zu Drachenschwinge

Wiewohl ein ehemaliger Streuner von unzweifelhaft zweifelhafter Herkunft, ist Espinosas Adelstitel doch echt.

Schon früh hatte der überaus gewitzte junge Mann erkannt, daß ihm wichtige Türen auf immer verschlossen bleiben würden, solange er nicht von hohem, besser noch adeligem Stande sein. Zielstrebig suchte er, da diese Erkenntnis einmal gewonnen war, nach einem Weg zu Rang und Namen zu kommen.

Espinosa von SturmfelsSo bot er sich dem alten Edlen von Sturmfels als treuer Diener an und wie es der Zufall - oder besser gesagt sorgfältige Planung - es so wollte, rettete Espinosa seinem Herrn, kaum daß er ein Vierteljahr in seinen Diensten gestanden hatte, bei einem Überfall das Leben. Zum Dank adoptierte der Alte den getreuen Jüngling. Keine 9 Wochen später wurde von Sturmfels nach kurzer schwerer Krankheit zu Boron befohlen. Nach diesem "Schicksalsschlag" verließ der gerade 19 jährige Erbe den heimatlichen Rittersitz, um sich in Rommilys niederzulassen. Mit seinem ererbten Vermögen war er in der Lage, seinen Anspruch auf ein angemessenes Domizil im Hotel der Sturmfels geltend zu machen und sich in die rommilyser Gesellschaft einzuführen. Doch erlaubte ihm sein Erbe - ständig vermehrt durch geschickt eingefädelte, lukrative Geschäfte - einem Freizeitvergnügen der ganz besonderen Art zu frönen. Er wurde ein großer Sammler. Neben wertvollen Antiquitäten (er soll u.a. einige Originalhandschriften von Rohal besitzen) liegt sein Hauptaugenmerk auf dem Zusammentragen eines ganz besonderen Gutes: Informationen. In einer Stadt wo neben dem KGIA, dem FDEA zudem die Inqiuisition beheimatet ist, mag sich Espinosa gedacht haben, fällt gewiß auch das ein oder andere Wissenswerte für mich ab. Denn sagt man nicht zu recht, daß dort, wo gehobelt wird auch Späne fallen? Und daß man keinen Pfannkuchen backen kann, ohne Eier zu zerschlagen? Nicht immer führt der Weg nach oben auf dem Pfad des Lichts, allzu oft sind es die dunklen oder zumindest nicht ganz praiosgefälligen Züge, die über Sieg und Niederlage im Spiel um die Macht entscheiden. Fürwahr, das Streben der Mächtigen nach noch mehr Einfluß, das Wetteifern um Gold und Silber, all die politischen und geschäftlichen Ränke und Winkelzüge, hinterlassen unzweifelhaft ihre Spuren. Immer gibt es einen Zeugen, der für eine entsprechende Summe sein Wissen feilbietet, immer findet sich eine Spur, die, wenn an rechter Stelle vorgebracht, den Ränkeschmied in arge Schwierigkeiten bringen würde. Da fragt es sich dann nur noch, ob es lukrativer ist, den Missetäter bloßzustellen oder ihm sein Schweigen zu verkaufen. In der Tat verdankt Espinosa seinen steten Aufstieg genau diesem Geschäft, dem Sammeln und Verwerten von Informationen. Kein dunkler Fleck auf der weißen Tunika eines angesehenen Bürgers, von dem Espinosa nicht erführe. So ernannte Graf Paske von Roßhagen ihn zum Junker zu Drachenschwinge als Dank für einige wissenswerte Schwächen seiner Kontrahenten (und wohl auch dafür, daß Espinosa sie ihm und nicht einem anderen anvertraut hat).

29 Hal hat er sich in das Hotel Darpatperle eingekauft und seit 31 Hal ist er dessen alleiniger Besitzer. Für das tägliche Geschäft hat er aber einen Geschäftsführer.

Je mehr brisantes Wissen Espinosa anzuhäufen verstand, desto komplizierter wurden die Verflechtungen zwischen ihm und jenen, die sich in seiner Hand befinden. Espinosa verfügt über Beziehungen, wie kein anderer in Rommilys, und so verwundert es nicht, daß auch er zu den "Unberührbaren" der Stadt gehört. Längst kann es niemand mehr wagen, sich des lästigen Mitwissers schlicht zu entledigen, weiß doch jeder, daß Espinosa allerlei Vorkehrungen getroffen hat.

Indes nutzt er seine Kontakte doch auch zum Knüpfen lukrativer, wenn auch nicht immer legaler Geschäftsbeziehungen.

Seit vielen Jahren bewohnt der Junker eine eigene Villa in Aldeburg. Er läßt sich nicht oft bei Abendgesellschaften sehen. Der mehr als 50 Sommer zählende Junggeselle zählt unzweifelhaft zu den begehrtesten Partien der Stadt, und nicht nur nichtsahnende Patrizier und Adlige sähen ihn gerne als Schwiegersohn. Niemand weiß, daß Espinosa aus einer lange zurückliegenden Liebschaft eine Tochter hat, die in der Garether Hofbibliothek eine Anstellung hat. Die junge Frau ahnt weder etwas von den illegalen Machenschaften ihres Vaters, noch daß sie ahnungslos einen großen Teil von Espinosas Archiv hütet, als Teil der königlichen Buchsammlung zum Thema Saatgut und Ackerkunde ...

Typische Zitate:

"Ich bin der Verwalter der wahren Geschichte dieser Stadt, einer Geschichte von Ekel und Niederträchtigkeit"

"Deine ehrliche Verbissenheit widert mich an."



Dergal Brandner, Viehhändler

Dergal war bis vor wenigen Jahren schlichter Makler zwischen Viehhändlern und -haltern aus dem ganzen Reich. Vor allem im Darpatien-Almada-.Handel und in den Geschäftsbeziehungen zu Aranien war er aktiv, wiewohl er nie zu den Größen im Viehhandel gehörte. Vor 8 Jahren aber sattelte der Händler um, seit damals besitzt er einen eigenen Hof in der Mark Rommilys mit 300 Stück Vieh, den er vom damaligen Markvogt Gernot von Streitzig erstand. Im Dunklen blieb, warum Fürstin Hildelind der Veräußerung des Kronlandes zustimmte. Doch war Dergal beim Amtsantritt Irmegundes im Besitz einer entsprechenden Urkunde.

Auch weiß niemand außer Brandner, wie er zu soviel Geld gekommen ist, denn große Reichtümer hatte er zuvor mit seinen Geschäften nicht anzuhäufen vermocht. Das jedenfalls ist jetzt anders, Brandner ist ein überaus wohlhabender Mann.

Wiewohl ein tragischer Unfall das späte Glück trübte: Gleich bei dem ersten Viehtrieb seiner Herde zum großen Herbstmarkt hatte Dergal einen schweren Unfall, als die Rinder unvermittelt durchgingen und ihn samt Pferd niederrannten. Einer seiner Darpadèros verlor dabei sein Leben, Brandner sein rechtes Auge, seinen rechten Unterschenkel sowie den Ring- und kleinen Finger seiner rechten Hand.

Typische Zitate:

"Nein, nein, das Schicksal hat es gut mit mir gemeint. Ich schaue frohgemut in die Zukunft!"

Meisterinformationen! Meisterinformationen:

Tja, so raffiniert können die Gefolgsleute des Namenlosen sein. Bislang hat noch niemand Verdacht geschöpft, und den Unfall als das erkannt, was er war, ein Opfer an den Dunklen Gott. Dergal hat in und um Rommilys eine kleine Schar von Anhängern um sich geschart. Selbstverständlich birgt das Wirken in einer Stadt, in der nicht nur eine weiße Magierakademie sondern auch Inquisition und zwei Informationsdienste beherbergt sind, die stetige Gefahr der Entdeckung. So läßt Brandner bei der Auswahl neuer Jünger größte Vorsicht walten. Erst wenn ein Novize nach den ersten Prüfungen bereit ist, eine rituelle Opferung an einem ihm persönlich bekannten Opfer zu vollziehen, gewährt man ihm Zugang zum inneren Zirkel der Gemeinschaft. Auch kennt nur Barnder alle Angehörigen des Zirkels. Wer dazu gehört, kann man nur spekulieren. Wirrköpfe, vom Schicksal Enttäuschte, Machtgeile, einfache Bürger, gelangweilte Adelige, oder vielleicht gar ein Beamter des KGIA?

Man trifft sich in Vermummung an wechselnden Orten, um das Risiko möglichst gering zu halten. Ob sich das Risiko lohnt? Wo ließe sich denn mehr über die Schritte der Gegner erfahren, wenn nicht in der Höhle der Löwen? Und sind nicht auch die Anhänger der Zwölfgötter oft darauf erpicht ihren Glauben in das Herz des Reiches der Ungläubigen zu tragen? Zudem gilt auch in Rommilys das alte Sprichwort, daß jemand den Wald vor Bäumen nicht sieht. Will sagen, daß die Nasen der Inquisition und des KGIA, die vor fremden Türen so trefflich spüren, schlicht nur schwerlich den Gedanken zulassen, daß jemand es wagen würde unter ihren Augen sich in reichs- und zwölfgötterfeindlichen Umtrieben zu üben.

Dergal sind neben den Anhängern der Zwölfe insbesondere die Borbaradianer ein Dorn im Auge. Mit Sorge sieht er deren zunehmende Macht. Das sollte einen nur bei oberflächlicher Betrachtung verwundern, darf man doch nie vergessen, daß die Anhänger des Namenlosen danach streben, das Gesetz ihres Gottes auf Deren zu verwirklichen. Wiewohl ein Anhänger der Zwölfe beides, das Streben der Borbaradianer wie der Jünger des Namenlosen schieres Chaos. Und doch wollen die Anhänger beider Lehren längst nicht das Gleiche. Jeder Skrupel Macht, den die Borbaradianer gewinnen, bedeutet weniger Einfluß für den Namenlosen.Und es gibt Dinge, die die Borabradianer tun, vor denen selbst ein Diener des Namenlosen zurückschrecken würde.

So mag es durchaus geschehen, daß die Helden bei ihrem aufrechten Kampf gegen das Böse einen Verbündeten an ihrer Seite finden, der unter gewöhnlichen Umständen zur Kategorie "schlimmster Feind" gehört. Vielleicht wirbt Dergal die Helden gar einmal an, um zu überprüfen, ob er endlich die in Rommilys vermutete Borbaradzelle ausfindig gemacht hat. Derzeit liegt sein Verdacht auf dem Gesandten Albernias.



Praiadne von Dergelsmund, Hochgeweihte des Praios

Praiadne von Dergelsmund ist eine der wenigen weiblichen Hochgeweihten des Götterfürsten. Seit 22 Hal steht sie dem Praiostempel zu Rommilys vor und ist seit diesem Zeitpunkt auch eine der 12 Geheimen Reichsinqusitionsräte.

Praiadne von Björn BerghausenEtwas neidisch ist sie auf den Einfluß der Traviakirche auf den Fürstenhof. Erst kürzlich machte sie beim Darpatischen Landtag einen Vorstoß, die Fürstin dazu zu bewegen, die neu ins Leben gerufene "Kommission wider die gefährlichen Umtriebe reichsfremder Magier" auch mit einem Vertreter ihres Vertrauens zu besetzen, doch mußte sie sich auf den Kompromiß einlassen, den Bruder der Fürstin, Ucurian von Rabenmund, einem Vertrauten des Geheimen Reichsinquisitors Anselm Horniger, zu akzeptieren.

Praiadne ist überaus ehrgeizig, und sie ist sich dessen bewußt, daß ihr Ehrgeiz sie oftmals die gebührende Demut vergessen läßt. In stundenlangen Selbstgeißelungen versucht sie sich vor Hochmut zu bewahren.

Mit Hingabe nimmt sie ihre Aufgabe im Inquisitionsturm, dem Turm der Freude, wahr und hat schon diverse Hexen und Ketzer überführt.

Für den 26. Götterlauf der Regentschaft Kaiser Hals ist sie Kirchenvertreterin des Tempelrates im Hohen Rat der Stadt. Eine Aufgabe die sie ebenso ernst nimmt wie alle anderen ihr übertragenen Pflichten: Schon in den frühen Morgenstunden eines Sitzungstages begibt sie sich auf einen Rundgang in der Greifenstadt, um jedermann Gelegenheit zu geben, sich in einem Anliegen an den Hohen Rat an sie zu wenden. Daß dieses Angebot kaum jemand wahrnimmt, deutet sie als Zeichen, daß derzeit in der Stadt alles zum Besten bestellt ist.

Typische Zitate:

"Ohne Wahrheit kann man nicht regieren."

"Du hast dich mit deinem Geist versündigt, dein Leib wird es büßen."



Freiherr Linory von Kalmbach, Vorsitzender der fürstl. Winzergilde, Angehöriger des Rates von Aldeburg

Die Familie des Freiherrn stammt aus dem alten Reich, mußte ihr Gut wegen eines Streites mit dem Grafen allerdings vor mehr als 200 Götterläufen verlassen. Damals gingen sie aller Länder und Titel verlustig, jedoch würde heute niemand mehr wagen, den Freiherrn auf diesen Punkt anzusprechen. So führt er unagefochten weiterhin seinen Titel, nimmt aber als Bürger an den Stadtwahlen teil.

Kalmbach ist ein Patrizier wie er im Buche steht: Ausgestattet mit dem Selbstverständnis des Adels, der seine Überlegenheit als göttergegeben nimmt und dem Geschäftssinn des Bürgers. So überlegen sich dieser Stand gegenüber dem einfachen Bürger fühlt, so schnell ist er bereit, sich mit ebendiesem zu verbrüdern, um gemeinsam gegen den Adel und seine Privilegien zu Felde zu ziehen. Linory von Kalmbach

Die Familie von Kalmbach hat sich ihren Reichtum im Fernhandel erworben: dem Import von Luxusartikeln aller Art und dem Export von Tuchen, Schmuck und sonstigen hochwertigen Handwerkserzeugnissen der Region. Doch hat Linory seine Bestrebungen inzwischen auch auf andere Geschäfte ausgedehnt. So unterhält er beispielsweise ein Bankhaus, das im neuen Kontor der Familie vor 15 Götterläufen eingerichtet worden ist. Zwar kann sich dieses selbstverständlich nicht mit der Nordlandbank messen, doch benötigt z.B. das Fürstenhaus einen Kredit, so ist der Freiherr die erste Adresse.

Viele Handwerker, vornehmlich Spinner, Weber und Tuchscherer, sind von Kalmbach mittlerweile abhängig, sei es, weil sie gezwungen sind, ihre Rohmaterialien bei ihm zu kaufen und ihre Produkte auch wieder an ihn zu veräußern, sei es, weil sie durch Kredite in Abhängigkeit geraten sind. Linory von Kalmbach ist sehr darauf erpicht, in der Gesellschaft als Ehrenmann frei von jedem Tadel zu gelten. Nur höchst ungern gibt er sich mit Familien wie den Finsterbinges ab. Einzig Junker Espinosa ist ab und an in seinem Haus anzutreffen. Dennoch ist Kalmbachs Vergangenheit nicht so makellos wie er jeden Glauben machen will. Vor 17 Götterläufen hat er mit der Unterstützung der Finsterbinges ein großes, nicht ganz lupenreines Geschäft abgewickelt und aus diesen Gewinnen den Neubau seines Kontores am Markt und seine Bankgründung finanziert.

Die Finsterbinges haben ihn seither in Ruhe gelassen, doch sollten sie eines Tages seiner Hilfe bedürfen, so wird man ihn an dieses Geschäft erinnern ...

In ihrem luxuriösen Patrizierturm im Adamantenviertel unterhalten die Kalmbachs einen regelrechten eigenen kleinen Hofstaat. Linorys Frau Ismene ist eine überaus traviagefällige Frau, die entsetzt wäre, wüßte sie von manchen Geschäftskontakten ihres Gemahls. Doch verwendet sie weit mehr Augenmerk darauf, ihre gesellschaftlichen Pflichten zu erfüllen. Das Geschäft, so meint sie, ist die Domäne ihres Mannes. Von den 5 Kindern ist nur der älteste Sohn Nino in alle Geschäfte des Vaters eingeweiht. Er ist ein gefürchteter Schürzenjäger von dessen Lebenswandel die Mutter nichts weiß. Bei seinen abendlichen Eskapaden wird er stets von einem Leibwächter begleitet.

Noch mehr über die Geschäfte Kalmbachs und die der anderen Clans kann der geneigte Meister hier lesen. Desweiteren steht von Kalmbach auch in Beziehung zu Friedland.

Typisches Zitat:

"Gold ist die stärkste aller Waffen, wenn man weiß, wie man es einzusetzen hat."

"Was zählt schon das dem Ritter von Praios gegebene Privileg zu herrschen, wenn der es mir doch billig um ein paar Münzen feilbietet!"

"Sei nicht so dumm, den Adel durch deinen Reichtum zu beschämen. Laß sie lieber daran teilhaben - zu guten Konditionen versteht sich - das schafft tiefe Freundschaften ..."



Travian von der Mehltaugasse, Zunftmeister der Krämer, Mitglied des Rates der Neustadt

Travian von der MehltaugasseDer Endfünfziger liegt seit einiger Zeit im Streit mit der Kürrschnerzunft, der er vorwirft, daß ihre Mitglieder zunmehmend in den Handel mit unbearbeiteten Pelzen drängten - einem angestammten Privileg der Krämer - statt sich auf ihr Handwerk zu beschränken. Der Zunftrat hat seine Beschwerden bislang aber immer abgewiesen. Diese Erfahrung hat ihn und viele Angehörige anderer mittlerer und niederer Zünfte verbittert, da sie ihre Interessen im Zunftrat oder gar im Hohen Rat der Stadt kaum vertreten sehen. Die prosperierenden und einflußreichen hohen Zünfte haben bislang noch nicht erkannt, daß ihre Ignoranz schwere Folgen wie Bürgerunruhen nach sich ziehen könnte.

Allein die Geweihten des Ingerimm-Tempels kümmern sich vermehrt um den Seelenfrieden ihrer nicht ganz so gut gestellten Gläubigen.

Travian versteht sich als Sprecher all dieser unzufriedenen Handwerker und diese akzeptieren ihn auch in dieser Rolle. Es ist sein Ziel in den nächsten Hohen Rat gewählt zu werden, um dort endlich einmal der Stimme der kleinen Leute Gehör zu verschaffen. Allerdings hat er keine Chance über den Zunftrat in die Ständevertretung gewählt zu werden, und so hofft er darauf, der nächste Bürgermeister der Neustadt zu werden. Er verfolgt dies Ziel mit wahrem Feuereifer. Bislang ist er bei seinem Bestreben ehrlich geblieben. Sollte er allerdings merken, daß seine Chancen schlecht stehen oder daß ein Angehöriger der Hohen Zünfte versucht, ihm Knüppel zwischen die Beine zu werfen, ist es wohl möglich, daß er sich in unfeineren Mitteln versuchen wird. Wiewohl es ihm dazu an der nötigen Übung noch gebricht ...


Istvan Vijnroff, Kammersänger

Istvan (sprich: Ischtwan) so heißt es, ist ein Norbarde aus Norburg, und der sympathische Kammersänger mit dem außergewöhnlichen Stimmvolumen bestätigt dies auch stets. Seine Spezialität sind Volkslieder aus dem Bornland, die er meist auf Garethi zum Besten gibt. Aber auch traditionelle norbardische Melodien mit Texten, die von Legenden und historischen Ereignissen des Mittelreiches/Darpatiens handeln, gehören zu seinem Repertoire.

Istvan Daß es sich bei Istvan in Wirklichkeit um einen ehemals erfolglosen Barden aus Altzoll handelt, weiß niemand (einmal abgesehen von Espinosa von Sturmfels*) in Rommilys. Das einzig echt norbardische an ihm ist sein norbardischer Großvater und der Bärenfellmantel norbardischer Machart. Doch ist seine Maskerade überaus überzeugend, und auch das Alani beherrscht er perfekt. Allein die Mitglieder der Norbardensippe, die jeden Winter in der Mark Rommilys nahe Fischerdorf ihr Winterquartier beziehen, wissen um seine wahre Identität. Von ihnen hat er auch einen Großteil seines Repertoires und seine profunden Kenntnisse der norbardischen Lebensart. Istvan trägt auch alltags die klassische Tracht der Norbarden und den traditionellen Haarzopf.

Sein größter Anhänger ist der Stadtvogt, dem er auch den Titel eines "Kammersänger" verdankt. Auch der verstorbene Fürstgemahl Grabunz von Dargezin und Rabenmund gehörte zu seinen Förderern. Seit dessen Tod muß Istvan zwar auf die liebgewonnenen (und gutdotierten) Auftritte in der Winzergilde verzichten. Doch in der bornländischen Taverne "Seweriens Stolz" (einem gehobenen Speiselokal im Viertel Aranierberg) und in den Trinkstuben der Fahrensgemeinschaften (im Aldewyk) ist er nachwievor ein gerngesehener Gast. Der Stadtvogt kommt so oft es sich nur einrichten läßt zu den Auftritten "seines Barden, der ihm aus der Seele singt" im "Seweriens Stolz" und die Abende enden nicht selten in einem großen Gelage. Da läßt der sonst so berherrschte Godefried auch einmal zu den wehmütigen Klängen der Lieder seine gemütvolle bornische Seele heraus. Dann sieht man die beiden Arm in Arm die traurige Weise von "Grischga und dem Bären" intonieren, und manch heiße Träne kullert über ihre vom Meskinnes geröteten Gesichter.

Und wenn es sich einmal nicht einrichten läßt, dann lädt der Stadtvogt zu einer seiner gefürchteten bornischen Abende ...

Istvan Winroff bewohnt ein mit bornischen und norbardischen Schnitzereien reich verziertes Holzhaus auf dem Aranierberg, daß sich prächtig in die Norbardengasse zu Festum fügen würde.

Meisterinformationen! * selbiger versuchte denn auch einmal, aus seinem Wissen Kapital zu schlagen, doch wollten weder Godefried noch Grabunz noch sonst jemand die Wahrheit über Istvans Herkunft wissen, und so mußte Espinosa den Erwerb dieser Information unter Verluste buchen.



Eboreus von Rommilys

Fragt man nach einem der großen Denker der heutigen Zeit, so wird man in Darpatien unweigerlich auf Eboreus von Rommilys verwiesen. Der Sohn eines hohen fürstlichen Ministerialen bereiste in jungen Jahren die Welt und erwarb sich eine umfassende Bildung, bis er schließlich bei Meister Leonardo in die Lehre ging. Nach Jahren der Studien und der überaus fruchtbaren Zusammenarbeit mit Leonardo zog es den Forscher, Erfinder und Gelehrten jedoch zurück in seine Heimatstadt. Der gebildete Mann ist ein Forscher aus Leidenschaft. Ständig ist er auf der Suche nach neuen Phänomenen, die es zu klären gibt, nach Aufgaben, die einer Lösung harren. Sein Interesse erstreckt sich über einen schier grenzenlosen Bereich, von der Medezin, über die Ingenieurskunst zur Philosophie. Eben noch parliert er über die Anatomie des Menschen, im nächsten schon über die Philosophie der Neorohalisten und im darauffolgenden über den Bau von Addiermaschinen. Auch nach Jahren noch pflegte Eboreus seine Freundschaft mit seinem einstigen Lehrmeister Leonardo. Über dessen Überlaufen zu Borbarad war Eboreus entsetzt. Niemals hätte er damit gerechnet und wegen seiner intensiven Kontakte zu Leonardo wurde er auch eingehend vom FDEA vernommen.

Eboreus von Rommilys von Björn Berghausen Eboreus ist durchaus nicht unumstritten. Für einige ist er ein harmloser Wirrkopf, andere halten ihn für einen aufrührerischen Ketzer, der mit seinen Lehren die Menschen verdirbt. In der Tat hängt Erasmus der Überzeugung der freien Lehre an, und sein oberestes Prinzip ist die Vernunft. Er lehrt seine Schüler die Überzeugung, daß das höchste Geschenk der Götter an den Menschen die Vernunft ist, und daß es die Pflicht des Menschen ist, diese Gabe zu nutzen. In den Ohren der Praiospriester klingt dies wie Ketzerei und es hat schon manches Mal Untersuchungen gegeben, die jedoch alle zu keinem greifbaren Ergebnis führten. Dennoch ist sich Eboreus durchaus dessen bewußt, daß er ständig mit einem Bein auf dem Scheiterhaufen steht.

Jedoch kann er ebenso auf einflußreiche Gönner bauen, wie den Graf von Ochsenwasser. Dieser hält Eboreus, wie viele seiner Anhänger, für das größte Genie seit Millenien. Der Gelehrte bekommt von ihm eine großzügige Apanage. Oftmals treffen die beiden sich zu Gesprächen und man kann sagen, daß Erasmus in der gräflichen Residenz ein- und ausgeht. Der Graf finanziert auch Eboreus' Studienfahrten, die ihn in unregelmäßigen Abständen in die Ferne führen.

Ansonsten verläßt Eboreus nur selten seine Werkstatt. Dort arbeitet er nicht selten bis zum Morgengrauen an seltsamen Apparaten, seziert Schweine oder studiert in seiner Bibliothek. Seine Diener Oriella und Tybold, die gleichzeitig auch seine Lehrlinge sind, sind indes darum bemüht, ihren Meister wenigstens ab und an von seiner Arbeit fortzulocken, damit er Kleinigkeiten wie Essen und Schlafen nicht vergißt.

Eboreus engagiert sich ebenfalls für die Volksbildung, hält er doch die bestmögliche Bildung für ein "ererbtes Recht des Menschen, nötig, um den Verstand und damit die Vernunft zu formen". Sein größtes Bestreben wäre es eine Universitas nach dem Vorbilde der Alma Mater zu Al'Anfa in seiner Geburtsstadt aus der Taufe zu heben. Doch ist zugegeben Rommilys nicht unbedingt der fruchtbarste Acker für die freie Verbreitung des Wissens und die unbeschränkte Studie.

Besondere Aufmerksamkeit haben vor einigen Jahren die Dispute Erasmus' mit dem Boten des Lichtes zu Gareth erregt, philosophische Gespräche, die sich zum Teil über Tage hinzogen. Zu einer Einigung kam es, wie man sich unschwer denken kann, weiland nicht, zu unterschiedlich ist die Weltsicht der beiden Männer.

Typische Zitate:

"Der Mensch hat das Recht und die Pflicht zu lernen, auf das er Ordnung von Chaos, Gut von Böse und Vernunft von Unvernunft zu scheiden weiß."

"Oh diese Unvernunft der angeblich Gelehrten. Da behaupten sie die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und sind doch nicht Willens auch nur über ihre Nasenspitze hinauszublicken ..."

"Wer sich gegen die Vernunft sperrt, sperrt sich gegen seine göttliche Bestimmung."

"Was gäbe ich für ein diathetonisches Heptoprismagramm, aber ach, Rommilys ist eben nicht Al'Anfa ..."


Personenübersicht



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