Rommilys
Stadtteil Neustadt Linie [ Beschreibung des Stadtteiles | Stadtplan von Rommilys ] Linie

Die Geldwechslergasse:

Gleich hinter dem Rathaus, unweit des Marktes verläuft eine der Lebensadern des Rommilyser Kommerzes, die Geldwechslergasse. Hier sind nicht allein Wechselstuben angesiedelt, wo man fremdländische Münze oder Edelsteine in gutes mittelreichisches Geld tauschen kann - gegen eine entsprechende Gebühr, versteht sich, sondern auch Pfandleiher, Geldleiher und Bankhäuser. Hier findet man so wohlklingende Namen wie die Wehrheimer Bank und selbstverständlich findet sich hier auch die Niederlassung der Nordlandbank, die in keiner Metropole fehlen darf. Eifriges Treiben herrscht in der engen Gasse, Kaufleute, die Gold zur Aufbewahrung tragen, begleitet von einer Schar grimmig dreinblickender Leibwächter, Fremde, die ihre Münzen umzuwechseln suchen, Händler, die ihr Kapital für eine Reise in einen leicht transportablen Wechsel umwandeln möchten oder die einen Geldgeber für ein Geschäft suchen. In den Stuben und unter den Arkaden der zwei oder dreistöckigen Fachwerkhäusern mit den weit vorkragenden oberen Geschossen und den kunstvoll verzierten Balkonen und Erkern, pulsiert ein Gutteil des Finanzlebens der Stadt, hier werden wichtige Geschäfte in die Bahn geleitet, hier entscheidet das Ja oder Nein eines Verleihers über Wohl und Wehe eines Geschäftes, einer ganzen Existenz gar. In der Gasse wie auch in den angrenzenden Straßen patrouillieren tags wie nachts Bewaffnete, Stadtgardisten aber auch private Wachleute, diebisches Gesindel abzuwehren. Und fürwahr, dem Listenreichen und von Phex geliebten würde in den wohlgesicherten Kammern und stahlbeschlagenen Truhen reiche Beute winken ...

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Wechselstube Klammsfurt:

Das Fachwerkhaus unterscheidet sich im großen und ganzen kaum von den übrigen Wechselstuben in der Geldwechslergasse. Doch einen Unterschied gibt es: Das Geld, daß hier gewechselt wird, ist meist „heißes" Geld. Die Finsterbinges haben Teile des Erlöses, den sie durch ihre finsteren Geschäfte erwirtschaftet haben, hier investiert. Roban Klammsfurt, Bankier und Inhaber, ist allein ein Strohmann.

Sein Hauptgeschäft besteht darin, Bestechungsgelder oder ähnlich anrüchige Münzen in unverfängliche Währungen umzutauschen - gegen entsprechende Gebühr. So zählen Ratsleute, die sich von ausländischen Gesandten oder Händlern bestechen lassen, zu den Kunden Klammsfurts, da sie die Batzen und Marawedis ohne Problem in Dukaten und Taler umtauschen können. Auch vermittelt er Geschäfte, um „heißes" Geld geschickt anzulegen und so in redliche Münze zu verwandeln. Aber auch frisch geprägte Amazonenkronen wurden in letzter Zeit bei Klammsfurt in unverdächtigere Münzen umgetauscht...

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Bankhaus und Kontor derer von Kalmbach:

Seit annähernd 10 Generationen existiert das wohlrenommierte Handelshaus von Kalmbach, dessen jüngste Blüte, das gleichnamige Bankhaus im Jahre 12 Hal gegründet wurde.

Bank- und Handelskontor finden sich in dem selben Gebäude, einem schmucken, turmartigen Patrizierhaus am Neumarkt. Eine erkleckliche Schar Wachen und sogar ein Lohnmagier stehen bereit, für die Sicherheit der Gäste und ihrer Wertsachen einzustehen, die man gegen ein entsprechendes Salär hier zur Verwahrung geben kann. Solch wertvolle Güter werden in dem wohlausgebauten, festungsartigen Kellergewölben aufbewahrt, und nicht nur starke Gitter, so heißt es, schützten die dukatenschweren Pretiosen. Vornehmlichstes Geschäft sind jedoch Handelseinlagen, Wechsel und Kredite. Zudem zählt von Kalmbach zu den bedeutendsten Fernhändlern der Stadt, dessen Einfluß weit über die Grenzen Darpatiens hinaus reicht, und in seinem Kontor werden Geschäfte in einer Höhe abgewickelt, daß mancher Edle vor Neid erblassen würde.

BankhausVon Kalmbach vermittelt Anteilsscheine an dukatenversprechenden Handelsaktionen, er gilt als profunder Kenner der wirtschaftlichen Lage, insbesondere im Darpathandel. Die Verquickung von Handel und Geldgeschäft hat sich als äußerst erfolgreich erwiesen, von Kalmbach zählt zu den einflußreichsten Bürgern der Stadt. Zu besonderer Bekanntheit hat es der 100-Dukaten-Wechselschein des Bankhauses gebracht, der mit dem Konterfei des Freiherrn geziert ist.

Über seine Kreditkunden wahrt von Kalmbach strengste Diskretion, heißt es doch nicht zu Unrecht, daß sich selbst höchste Persönlichkeiten des Fürstentumes an ihn wenden, wenn es ihnen an barer Münze gebricht. Zupaß mag ihm dabei seine adelige Abstammung und sein damit verbundenes Selbstverständnis kommen, denn der Adel verhandelt ungleich lieber mit dem Mann von Stand, als mit dem mit einem wenig weltmännischen Nimbus behangene Repräsentanten der Nordlandbank. Die Geschäfte mit dem Adel schaffen manche Verbindlichkeit, die sich später einmal als vielversprechend erweisen könnte, selbst wenn man, wie es gerade beim Adel oft vorkommt, den geliehenen Betrag kaum in klingender Münze wiedersehen wird. Doch mögen sich die Investitionen dennoch lohnen, wenn statt dessen großzügige Privilegien eingeräumt werden ...

Wie sonst läßt es sich auch erklären, daß von Kalmbach als einziger die Erlaubnis erhielt, sein Kontor am Marktplatz einzurichten... Wiewohl der Bankier und Handelsherr sein Geld nicht allein durch Geschäfte mit den hohen Damen und Herren mehrt. So sind etliche Handwerker durch finanzielle Notlagen in Abhängigkeit der Bankhäuser geraten. So z.B. Weber, Garnspinner und Filzer - die, bedingt durch die Verhältnisse - v. Kalmbach ist sowohl einer der größten Aufkäufer von Rohmaterialien wie Wolle wie auch der größte Aufkäufer fertiger Stoffe - gezwungen sind, ihre Materialien bei dem Handelshaus zu kaufen und die fertigen Waren wieder an ihn zu veräußern. Dabei ist v. Kalmbach in der Lage, den Handwerkern jeden Preis zu diktieren, gebricht es den Leuten doch an einer Alternative. So kann man sagen, daß von Kalmbach im Besitz einer vielköpfigen Schar von Lohnarbeitern ist, denn eigenständige Handwerker kann man diese bedauernswerten Existenzen wohl kaum nennen.

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Haus der Nordlandbank:

Wie in jeder größeren Metropole gibt es auch in Rommilys eine Dependance dieser fast schon allaventurischen Institution. Der Bankier Rondrates dyll Termidos, ein gebürtiger Zyklopäer, leidet allerdings darunter, daß es die meisten Adligen es vorziehen, ihr Geld dem Haus Kalmbach anzuvertrauen. Zwar zählen einige der bedeutenderen Händler und Handwerker zu den Kunden der Traditionsbank, doch fristet die Rommilyser Niederlassung im Vergleich zu denen in anderen Capitalen ein in Termidos’ Augen unangemessen bescheidenes Dasein. Termidos übt sich in ständigen Bemühungen, den fürstlichen Erzkämmerer Cordovan von Falbingen davon zu überzeugen, mehr Geschäfte über die Nordlandbank abzuwickeln, vergeblich.

Das Mutterhaus in Festum verfolgt diese Entwicklung mit Gelassenheit, gilt doch hier einmal mehr „Dabeisein ist alles."

So sind es vornehmlich Handwerker, die das Haus im neo-horasischen Stil mit den weißen Säulen besuchen. Manch Meister, der sich in einer schwierigen Situation Geld geliehen hat, ist schon seiner Werkstätte und Zunftzugehörigkeit verlustig gegangen, wenn es nicht in der Lage war, Schuld und Zins beizeiten zu tilgen. Einige sind schon so weit verschuldet, daß sie wie Leibeigene ihre Arbeitskraft als Bürgschaft geben mußten, mit nur geringer Hoffnung, dieser trostlosen Lage jemals wieder zu entfliehen.

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Halle der Vergänglichkeit - Borontempel:

Das einstöckige, säulengeschmückte Gebäude aus schwarzem Basalt am Platz des Raben unterscheidet sich in nichts von den Tempeln in anderen Städten des Mittelreiches. Vom Eingang des Tempels führen vier Stufen in einen Gang hinab, dessen Wandmalereien die Reise ins Schattenreich der Toten versinnbildlichen. Alsdann erreicht man einen Andachtsraum mit einem Abbild Borons als Rabe. Zudem findet der Gläubige eine Gebetsnische mit einem Marboschrein, sowie gegenüberliegend eine Nische mit einer Statue Bishdariels zur Besinnung und inneren Einkehr.

Eine niedrige Pforte, die einen zwingt, das Haupt zu beugen, bevor man in den eigentlichen Tempelraum gelangt, führt in die mit spartanischen Fresken versehene Tempelhalle. Diese birgt einen schlichten Altar aus Obsidian, über dem ein Abbild des Gottes des Todes hängt, das Boron als geflügelten jungen Mann mit einem Rabenkopf zeigt. Hier werden auch die Verstorbenen vor ihrer letzten Fahrt über das Nirgendmeer aufgebahrt.

Hinter einem samtenen Vorhang verbirgt sich die Treppe hinab in das eigentliche Herz des Tempels, den Andachtsraum, wo die Geweihten in Abgeschiedenheit ihre Rituale vollziehen. Hier hat kein Unbefugter Zutritt.

Der Geweihte Jarle Ouvensen, Deuter Bishdariels, ein gebürtiger Bornländer aus Usnadamm, leitet seine Gemeinde seit 14 Jahren und hat sich in dieser Zeit wenig in die Geschicke der Stadt eingemischt. Es scheint eine stille Vereinbarung mit den Geweihten der Travia zu geben, denn stets stimmt Ouvensen im Tempelrat wie die Vertreter des Tempels der Gütigen. Ihm zur Hand gehen zwei Geweihte (Jarla Puspereiken, eine Bornländerin, und Niara ay Shahana, eine Puninerin) sowie ein Novize (Jelab Gerbinger, ein Rommilyser).

In jüngster Zeit gibt es Bestrebungen, auch dem Vorbild der Heiligen Noiona zu folgen. Ein Gesuch an das Kloster zu Selem wurde entsandt, einen erfahrenen Seelenheiler nach Rommilys zu schicken. Selbiger soll im Spital der Peraine- und Traviakirche tätig werden. Insbesondere angesichts der vielen Flüchtlinge, die schlimmer Greuel ansichtig wurden und der Hilfe Borons bedürfen, ist dies geboten.

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Alter Boronanger:

Unmittelbar hinter der Halle der Vergänglichkeit befindet sich der alte Boronanager der Stadt. Neben den bekannten Erdgräbern birgt der Anger zudem die sogenannten Totenhäuser, in denen die großen Familien ihre Angehörigen in steinernen Sarkophagen bestatten. Die Totenhäuser sind von unterschiedlichstem Prunk, je nach Vorlieben und Geldbeutel der Erbauer. Doch auch Gebeinhäuser mancher Zünfte, Straßenzüge oder anderer Gemeinschaften gibt es, wo sich mehrere Sippen ein Totenhaus teilen und für dessen Instandhaltung aufkommen.

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Garten der Morgenröte - Tsatempel:

Der Tempel der Allesgebärenden ist in einem luftigen Kuppelbau mit einem weitläufigen Garten untergebracht. Es entspricht dem Wesen der Tsa, daß sie sich kein steinernes Heiligtum, sondern ein lebendiges gesetzt hat, ist doch der Garten rings um die kleine Tempelhalle der eigentliche heilige Bereich, ein Ort, an dem Wandel, Vergehen und Neuentstehen beheimatet sind. Die Tsageweihten lassen denn auch keinerlei Maßgabe zu, was auf dem fruchtbaren Grund gedeihen soll, was immer der Göttin ihren Segen des Entstehens gibt, es möge wachsen. So gleicht der Garten eher einer wildwuchernden Sommerwiese, wo bunte Blumen friedfertig neben stacheligem Unkraut stehen. Ein munterer Quell bewässert das Gärtchen, auf einem sonnigen Fels am Ufer der Quelle sonnen sich ein paar Regenbogeneidechsen. Und so dient die Tempelhalle - die jeder Ausschmückung oder eines steinernen Sinnbildes der Göttin entbehrt - vornehmlich als wetterfeste Unterkunft für die Geweihten, wenn sie in Rommilys weilen. Nur selten wird einmal eine Zeremonie unter dem festen Dach des Kuppelbaus vollzogen. Auch wird man selten mehr denn zwei der insgesamt sechs Geweihten im Tempel antreffen, die Diener der Vielgestaltigen durchreisen ständig die Mark, dort neuen Vorhaben den Segen der Göttin zu geben.

Die derzeitige Tempelvorsteherin Losannna vom Dunklen Berg, die vor einem Jahrzehnt den Ruf der Göttin vernahm, ist eine ausgesprochene Liebhaberin der schönen Künste, so daß man sie, wenn sie nicht im Tempel weilt, oftmals in der Dichtergasse antrifft.

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Niederlassung der Beilunker Reiter - Haus Rotes Roß:

Unmittelbar am Neumarkt befindet sich eine der wichtigsten Niederlassungen des aventurienweit bekannten Botendienstes.

Die Leiterin der Niederlassung, die gebürtige Bornländerin Griseldis von Greifenklau, eine exquisite Pferdekennerin, sorgt mit ihren 7 Mitarbeitern dafür, daß die Dienste der Reiter allen solventen Auftraggebern reibungslos zur Verfügung stehen. Insbesondere Zucht und Ankauf geeigneter Rösser werden hier koordiniert. Hauptlieferant für Pferde ist seit Generationen das Fürstliche Gestüt in der Mark Rommilys (siehe TS 4 bzw. Sonderband Darpatien) - Ausdruck der Verbundenheit zwischen Fürstenhaus und den BR. Aber auch eigene Gestüte, sowie der Ankauf geeigneter Tiere aus fremden Zuchten werden betrieben.

Selbstredend widmet man sich nicht allein der Verwaltung, im Kontor nimmt man auch Aufträge entgegen. Drei Reiter sind zu jeder Tag- und Nachtzeit hier stationiert, die Aufträge an die Reiterstation in Litzelstatt weiterzugeben.

Anders als in anderen Regionen, wo provinzielle Dienste den BR preiswertere aber auch weniger schnelle und verläßliche Konkurrenz machen, genießen die BR in Darpatien das fürstliche Privileg, einziger zugelassener Botendienst zu sein. Für dieses Zugeständnis mußten sich die BR ihrerseits verpflichten, für innerdarpatische Botschaften günstigere Saläre zu veranschlagen, zudem sind Botschaften des Fürstenhofes ohne jegliches Entgelt zu befördern.

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Taverne "Zur Wacht":

Nur wenige Straßen vom Stadthaus entfernt gelegen, rekrutiert sich das Stammpublikum der Schenke aus Angehörigen der Stadtwache, die nach ihrem Dienst noch ein Bier trinken, bevor sie sich auf den Nachhauseweg machen. So ist die "Zur Wacht" auch eine der wenigen Tavernen, die mit höchster Erlaubnis rund um die Uhr geöffnet ist und in der man immer eine warme Mahlzeit erhalten kann.
Deshalb haben auch einige andere Bürger die Taverne als ihr Stammlokal erkoren, zumal man aus verständlichem Grund keine Beutelschneider oder ähnliches Gelichter antrifft. Noch heute geht die Runde von den drei garethischen Räubern, die meinten, zur nächtlichen Stunde dem Wirte seine Einnahmen rauben zu können und dabei nur auf verschreckte Städter zu treffen. Leider feierte im Hinterzimmer gerade eine Schicht der Wache den Traviatag eines Weibels...

Rudbert Hilgertshof (64 Jahre, 1,84 Schritt groß, blaue Augen, Glatze, schlank) war selbst einmal Korporal der Wache, bis er zu alt für den Posten wurde und die Taverne von der Familie von Kalmbach pachtete. Er kennt die Probleme der Soldaten und weiß genau, was sich eine Wache nach ihrem Dienst wünscht, nämlich Ruhe und Frieden. Andererseits weiß er über laufende Ermittlungen, die verschiedenen Langfinger der Stadt (und damit die "üblichen Verdächtigen") oder auch die Patrouillenwege der Soldaten bestens Bescheid.

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