Der Neumarkt - im Stadtteil Neustadt gelegen - ist das nimmer ruhende Zentrum des merkantilen Lebens der Stadt. Hier versammeln sich Händler aus der näheren und ferneren Umgebung, ihre mannigfachen Waren feilzubieten. Auch Erzeugnisse der heimischen Handwerker werden hier angeboten, von Krämern zumeist, die die Waren zuvor aufkaufen.
Doch auch Proklamationen werden hier verkündet,
Festakte begangen, und was es desgleichen mehr an öffentlichen Anliegen
gibt.
An jedem Winds-, Feuer- und Markttag mit Ausnahme der hohen Zwölfgötterfesttage kann man sich in das emsige Treiben auf dem Markt stürzen, eine Entwicklung, die gewißlich durch die Rommilyser Sitte begünstigt worden ist, daß nur wenige Handwerker selbst noch einen Marktstand versehen oder ihre Waren im eigenen Laden feilbieten. Fremden Händlern steht der Markt nur am Markttag offen - die großen Messen wie Vieh- und Tuchmesse einmal ausgenommen.
Es ist schon eine Pracht, das bunte Leben, das sich einem dort darbietet: Stolze Patrizierinnen schreiten durch die Menge, mehrere Diener im Schlepptau, einfache Bürgersleut' prüfen genauestens die Qualität der Waren, bevor sie feilschend den Preis zu senken versuchen, hohlwangige Kinder drücken sich um die Stände, in der Hoffnung, etwas Essen stibitzen zu können. Hier prüft eine Beamte der Bürgerschaft kritisch eine Maßelle, dort gibt es ein Gezeter, weil sich einer übervorteilt fühlt. Grimmige Wachen führen ein ausgemergeltes Weib zum Pranger vor dem Stadthaus, zum dritten Mal hat man sie nun schon ohne Bettelmarke erwischt, bei aller Gnade, nun muß die Unverbesserliche ihre Strafe erhalten. Das Weib wird nach Verlesung des Schuldurteils ordentlich gestäupt (verprügelt) und dann für den Rest des Tages in den Schandkorb gesetzt, bevor man sie aus der Stadt jagt. Doch machen sich die Gardisten wenig Hoffnung, wenige Wochen nur, dann wird man die Vettel wieder erwischen, solch Menschen lassen sich kaum aus der Stadt halten.
Wenn Markttag ist und auch fremdes Handelsvolk zugelassen ist, gibt es zwischen den vielen Ständen kaum ein Durchkommen, längst mußte der Rat auch die umliegenden Gassen und selbst die Arkaden vor dem Stadthaus freigeben, um des Andranges Herr zu werden. So gibt es den Bauernmarkt, dessen Stände entlang der Marktgasse zu finden sind. Dort bieten Bauern Früchte, Gemüse und Kleinvieh an. Auch die Metzger und Knochenhauer haben hier ihre Fleischbänke, wiewohl es seit einem Edikt von vor 10 Jahren verboten ist, Schweine und anderes Getier unmittelbar auf dem Markt zu schlachten, seitdem bringt man die fertigen Schweinehälften, Hammel- und Rinderstücke hierher. Fisch hingegen findet man selten, der Fischmarkt befindet sich traditionell im Hafen, und so gibt es nur einige wenige Händler, die ihr Glück mit eingelegtem oder geräuchertem Fisch versuchen.
Der ganze Stolz der Bürgerschaft aber ist die große Markthalle, die vor gerade fünf Jahren erst errichtet worden ist. Das mächtige, hohe Backsteingebäude mit den trutzigen Stufengiebeln und dem sauber gedeckten Schieferdach bietet Raum für Dutzende von Händlern, Krämern und Handwerkern. Kaum etwas gibt es, das hier nicht feilgeboten wird: wertvolle Tuche, edler Wein, Kämme, Taschen, Gürtel, Kleidung, geschliffene Gemmen, Silberarbeiten, Tabake, Schmuck, Bier und Schnaps, Heilkräuter und Salben, kurz, was immer man auch begehren mag. Insbesondere die Fernhändler und Krämer haben hier Standflächen in Festpacht gemietet, sie drängen auch darauf, die Zahl der Markttage auf vier zu erhöhen, um den Profit zu erhöhen, doch wollen weder Fürstenhaus noch Tempel davon bislang etwas hören.
An anderen Tagen dient das Gebäude mit der säulengetragenen hohen Halle für Festivitäten und Versammlungen aller Art und kann von jedem solventen Bürger der Stadt gemietet werden.
Doch warten nicht allein Händler auf dem Marktplatz aus. Auch Märchenerzähler, Wahrsager und Gaukler, Scharlatane, Kurpfuscher und ähnliches Gelichter bietet hier seine Dienste feil oder wartet mit Kunststücken auf. So lange es nicht zu wild geht, läßt man die bunten Gestalten gewähren: die einfachen Bürger ergötzen sich gar zu sehr an den albernen Spielchen und manches Landvolk kommt allein deswegen hierher - und läßt auch manchen Taler in der Stadt.
Einzig mit selbsternannten Sendboten der Götter, Laienpredigern und ähnlichem Volke, zeigt man kein Nachsehen, denn allzugroß ist die Gefahr, daß diese Wirrköpfe in Zeiten wie diesen artige Bürger mit ihren wahnwitzigen Fabeleien vom nahenden Weltenende in Angst und Schrecken versetzen.
Man kann auf dem Rommilyser Markt auch irdische Waren wie DSA-Abenteuer, Boxen etc.pp. veräußern.