Wappen der Stadt RommilysRommilyser LandruferWappen der Fürstin

Die Blutnacht von Rommilys:
(Langfassung des Artikels aus dem Aventurischen Boten 79)

Am 30. HES war es, dem Fest der Erleuchtung, daß Rommilys sein Festtagsgewand angelegt hatte, um ein Jubelfest ganz besonderer Art zu begehen. Zur Hochzeit war geladen worden, doch nicht irgendein junges Paar wurde da einander anbefohlen, es war der junge Wahnfried von Bregelsaum und die liebliche Beergard von Rabenmund ä.H., denen es bestimmt war, heute vor das Antlitz der Gütigen zu treten. Lange Verhandlungen waren diesem großen Moment vorangegangen, in denen die beiden Familien sich bemühten, den seit Generationen schwelenden Streit zwischen den beiden wichtigsten Geschlechtern Darpatiens beizulegen. Als dies endlich vollbracht war, hatte man sich darauf geeinigt, den frisch geschlossenen Bund durch ein Symbol der Zusammengehörigkeit aller Welt zu künden - und zu eben diesem Symbol, dem Traviabund zwischen einem Bregelsaum und einer Rabenmund, hatte man heute nach Rommilys geladen. In großer Pracht zog der Brautzug durch die Stadt - die angesehensten Vertreter der beiden Familien ließen es sich nicht nehmen, das junge Paar zu geleiten - zum Friedenskaiser-Yulag-Tempel, wo das Hohe Paar höchstselbst die Zeremonie vollziehen sollte.
Gäste aus aller Herren Länder waren gekommen, dem Schicksalsbund beizuwohnen. So folgten dem Brautzug, um nur einige zu nennen, die garetischen Ehrengäste Gräfin Thuronia von Quintian-Quandt, Staatsrätin Alwene von Hartsteen, die Burggrafen Arnwulf von Rabenmund und Sighelm von Gareth-Sighelmsmark. Almada hatte seinen Kanzler Rafik Listhelm Maldonado von Taladur ä.H. gesandt. Aus dem Kosch war Prinz Edelbrecht von Eberstamm gekommen, in seinem Gefolge die ehrenwerte Mechtessa von Lutzenstrand-Sighelms Halm, die sich auch von ihrer Schwangerschaft nicht davon abhalten ließ, anzureisen. Die Familie Binsböckel wurde Ritter Stordan vertreten, in seinem Gefolge eine Boron- und eine Traviageweihte. Auch die Tempel sandten ihre Delegationen, aus den Klöstern Rabenhorst und Weißenstein waren Gäste gekommen, göttlichen Segen für das Paar zu erbitten. Mit leichter Verstimmung wurde die kurzfristige Absage des albernischen Herrscherhauses aufgenommen, einen Edlen zu entsenden.

Unzählige Bürger in ihren Festtagstrachten säumten die Straßen, sie ließen das junge Paar hochleben, streuten Blumen und schwenkten jubelnd ihre Hüte. Ihnen gesellten sich die vielen Gefolgsleute und Gäste der Bregelsaums und Rabenmunds, der Binsböckels und Mersingens hinzu, man war mit großem Geleit gekommen.
Mit feierlichem Ernst wurde die Zeremonie vollzogen, niemand wohl, der sich nicht der Bedeutsamkeit dieses Bundes bewußt war. Die Gütige selbst erwies den Frischvermählten ihre Gnade, als die Tempelgänse, nach dem Los des Paares befragt, durch die Pforte der Glückseligkeit schlüpften. Alsdann zog man in festlichem Gepränge durch die Stadt, hinauf zum Palast, wo die Feierlichkeiten für den Adel stattfinden sollten. Den Bürgern boten sich derweil allerlei Lustbarkeiten: Üppig hatte man aufgefahren, aus allen Brunnen sprudelte lieblicher Wein. Gaukler und Schausteller hatten sich eingefunden, die Leute zu verlustieren und fröhlich genossen das Volk die Freuden. Auf den Straßen also herrschte großer Jubel, wie es einem solchen Feste angemessen war.
Ganz anders zeigte man sich in der Festhalle und in den fürstlichen Gärten, wo der Adel sich zusammengefunden hatte. Wiewohl man zu einem Freudenfest geladen hatte, wollte sich auf den Gesichtern der beiden Frischvermählten kein rechter Frohsinn zeigen. Wohl dachten beide bange an die nahende Nacht, da ihr ganz eigener Bund zu besiegeln sei.
Und auch sonst sah man nicht allein Jubel und Erleichterung. Zu lange war der Haß zwischen den Familien sorgsam genährt worden, als daß man sich nun so leichthin davon freimachen konnte. Zumal längst nicht alle den beschlossenen Bund gutheißen mochten. Insbesondere unter den Bregelsaums hatte es Stimmen gegeben, die dazu gerufen hatten, doch lieber die geschwächte Stellung der Rabenmunds endlich zu nutzen, die eigene Macht zu mehren - bei manchem saß der Stachel tief, daß man im Jahre 21 nicht nach der Fürstenkrone gegriffen hatte, da wollte man diese Scharte endlich ausgewetzt wissen. Einzig die beiden Häupter der Familien zeigten sich in demonstrativer Einträchtigkeit.
Wohlweislich waren beide Häuser darin überein gekommen, daß keiner der geladenen Gäste zu dem Fest eine Klinge mit sich führen durfte, die länger war als eine Spanne, davon ausgenommen allein die Ehrengarde des Paares und die Leibwachen der Fürstin und des Burggrafen. Murren hatte es insbesondere unter den Rittern gegeben, doch hatte die Traviakirche diesen Ratschluß ausdrücklich begrüßt und mit einem Edikt zu unterstützen gewußt.
Desgleichen hatte man davon abgesehen, die ansonsten zu Adelshochzeiten weithin verbreiteten Turnierspiele zu veranstalten. Wohl wissend, wie leicht Turnierhändel zu blutigem Ernst werden konnten. Es sei ein Fest der Gütigen, der Tsa und der Hesinde, so hieß es aus dem Fürstenpalast, und unter ihrem Segen stünden Fest und Lustbarkeiten. So erging man sich in weit harmloseren Spielen, wie dem traditionellen Gänselocken.
Allerlei Musikanten, Sänger und Gaukler hatte man aufgeboten und auch mancher der Gäste wußte die Laute zu spielen, wie der Koscher Sänger Wolfhardt von der Wiesen. Zu Ehren des jungen Paares hatte die Theaterkompagnie ein Sittenspiel einstudiert, das eigens für diesen Anlaß geschrieben worden war, auch lud die fürstliche Hofreitschule zu einer vielgefeierten Darbietung.
Höhepunkt der Ehrung des jungen Paares aber war die Belehnung mit der Baronie Ochsenweide durch die Fürstin.

Und so verliefen das nachmittägliche Fest, wie auch der abendliche Ball in Friedfertigkeit. Nur hier und da gerieten einmal zwei Kontrahenten aneinander, doch waren sogleich Schlichter bereit, den Zwist beizulegen und die Streithähne zu trennen. Auch der fürstliche Bannerherr Baron von Meidenstein mußte arg gebremst werden, sich nicht zu vergessen.
Wiewohl sich alle redlich Mühe gaben, sie bei Stimmung zu halten, war den beiden Brautleuten doch anzumerken, mit wie wenig Einsicht und Gefallen sie dem Gebot ihrer Familienoberhäupter folgten. Kaum einmal hatte es eine Geste zwischen dem Paar gegeben, sich einander versöhnlich zu zeigen. Zwar hatten beide, wie es Sitte war, Becher und Teller geteilt, ansonsten aber den anderen kaum eines Blickes gewürdigt. Zum Tanz hatte man die beiden geradezu nötigen müssen und bereits bei der ersten sich bietenden Gelegenheit hatte die junge Beergard sich abklatschen lassen. Wahnfried hatte daraufhin wütend das Parkett verlassen, und war für den Rest des Abends für keinen Tanz mehr zu haben, egal wer da bat. Den restlichen Abend hatte Beergard bester Laune mit dem Prinzen Edelbrecht von Eberstamm getanzt, der die ihm erwiesene Huld mit Freuden annahm.

Lange wollte das Fest unter den gegebenen Umständen nicht dauern, und manch einer verabschiedete sich früh zu Bett, um sich mit den Vertrauten im eigenen Quartier zu treffen und dort den Tag ausklingen zu lassen.
Schließlich gab die Fürstin, als die Nachtglocke zum fünften Mal geschlagen hatte, das Zeichen, das Brautpaar auf ihr Gemach im Palast zu geleiten. Begleitet von der Ehrenwache von Braut und Bräutigam, jeweils fünf Burschen für den Bräutigam und fünf Maiden für die Braut, dazu zwei Geweihte der Travia, verließen die beiden Hand in Hand den Saal, wiewohl beider Mienen mehr als deutlich abzulesen war, daß sie sich gewünscht hätten, dieser Augenblick hätte länger auf sich warten lassen.
Auch die anderen Gäste verließen nunmehr die Festlichkeit und zogen sich auf ihre Quartiere zurück. Bald schon kehrte Ruhe ein im Fürstenschloß, und mehr als einer mochte aufatmen, daß dieser Akt der Versöhnung so glücklich absolviert war.

Drei Stunden später war es, daß Baronin Alruna von Bregelsaum zu Vellberg ihr Quartier aus unbekanntem Grunde verließ, nur hastig angetan mit ihren Gewändern, als hätte sie eine eilige Botschaft aus dem Schlaf gerissen. In der Münzgasse war es, als im Schein ihrer Laterne plötzlich Messer aufblitzten und drei dunkle Gestalten sie umringten. Grausam fuhren die Klingen nieder, wieder und wieder, und noch bevor der Leib der Dahingemeuchelten auf das Pflaster dahin sank, war ihr Lebensfunke auch schon entwichen.
Der flackernde Schein der niederbrennenden Laterne machte eine Nachtwächterin aufmerksam. Bestürzt fand sie den Leichnam in einer Lache von Blut. Von den Mordbuben aber fand sich keine Spur. Hastig eilte die brave Frau zur Stadtwache, Meldung zu machen.

Doch war sie nicht die erste, die Zeitung von der Bluttat bekommen hatte. In dunkler Nacht hämmerte ein Bote an die Pforte des Hotels Bregelsaum, ein Knappe aus dem Gefolge des Barons von Galbenburg. Er brachte düstere Nachricht: "Die Baronin von Vellberg ist dahingemordet. Ich bin ihr gefolgt, als sie das Haus so plötzlich verließ, aber ich kam zu spät. Doch seht, was ich bei ihr gefunden habe." Auf seiner Handfläche lag eine Rabenfeder ...

Eilig fand man sich im Hotel der Bregelsaums zusammen. Hatten die Rabenmunds den jungen Frieden tatsächlich so schnell gebrochen? Die Hitzköpfe unter den Bregelsaums forderten Rache, andere mahnten zur Besonnenheit. Wieso sollten die Rabenmunds dies tun, wieso sollten sie zudem einen solchen Beweis für ihr schändliches Tun am Tatort zurücklassen? Man beschloß‚Vernunft walten zu lassen. Entschlossen machte sich eine Abordnung der Bregelsaums auf den Weg zum Palast, die Rabenmunds zur Rede zu stellen. Doch diesmal ging man nicht ungerüstet, die Schwerter an der Seite eilte man durch das nachtschlafende Aldeburg, hinauf zum Fürstenpalast.

Doch noch andere bekamen Kunde von dem Mord. Plötzlich ging es unter den Ehrenwachen des Bräutigams rund: ‚Ein Rabenmund hat eine Bregelsaum erschlagen!' Die Garde, jung und ungestüm, zögerte nicht lang. Blut solle mit Blut vergolten werden. Zornerfüllt fielen die Edlen über die ahnungslosen Wachen der Braut her, schnell lagen sie in ihrem Blute. Das Paar, geweckt vom Tumult, öffnete die Tür, zu sehen was es da gäbe und starrte entsetzt auf das schaurige Bild, das sich ihnen bot. "He da, schnappt euch die falsche Schlange!" gellte einer der Junker mit wuttollen Augen. Und stürzte sich auf die Braut, die anderen ihm nach. Doch da stellte sich der junge Bregelsaum löwinnenmutig zwischen die ihm Anvermählte und die Seinen. Liebe war es gewiß nicht, die ihn treiben mochte, eher Pflichtgefühl. "Haltet ein. Das will ich nicht dulden, daß ihr ein Leid geschieht, so lange ich lebe!" Ein Gerangel ging los, durch bloße Worte mochten sich die Junker in ihrem Blutrausch nicht abweisen lassen. Schon drang der Stahl tief in sein Fleisch, als Poltern erklang und zwei Palastwachen eindrangen. Einen der Angreifer erschlugen sie, doch nicht lange und sie waren überwältigt. In blindem Zorne suchten die Junker sich ein neues Ziel, nicht länger wollte man sich mit dem Blut der Braut begnügen. Edleres sollte büßen, was geschehen war.
Derweil Beergard über ihren Gemahl sich beugte, der aus tiefer Wunde heftig blutete, mit Tränen in den Augen. Nicht aus Liebe, wohl aber aus Achtung.

In etwa zur selben Zeit begab es sich, daß ein Gardist zum Fürstenpalast gelaufen war, die Herrschaften vom grausamen Fund der Stadtwache zu unterrichten. Eilig rief man die bedeutenden Häupter des Hauses zusammen. Nicht minder erhitzt als unter den Bregelsaums ging es her: "Wer auch immer hinter dieser Bluttat stecken mag, meine Fürstin, es ist gewiß, wem man sie anlasten wird. Das ist ein abgekartetes Spiel der Bregelsaums. Man will uns schaden, in Darpatien wie im Reich. Ich sag Euch eines, laßt uns kurzen Prozeß machen mit diesem Geschmeiß!" so hörte man Helmbrecht II. sagen. In die gleiche Kerbe hieb der Seneschall Malzan und mancher andere nickte beifällig. Doch wollte die Fürstin davon nichts hören, ebensowenig wie Kanzlerin und der Fürstin Bruder, Ucurian von Rabenmund, frischgekürter Burggraf. Selbst Truchseß Ludeger, der mit wirrem Haar aus seinem Hotel herbeigeeilt war, mochte sich nicht der Kriegspartei anschließen, nachdenklich schüttelte er das Haupt. "Wohlan, es gilt zu reden." So lautete der Ratschluß der Fürstin. Doch sollte er bald vergessen sein. Eben nämlich, als sich die Rabenmunds überein waren, gab es einen Krawall auf dem Gang. Die Ehrenwache hatte alle anderen der Bregelsaums zusammengetrommelt, die im Palast untergebracht waren für diese Nacht. Mehr als ein Dutzend waren da zusammengekommen, die nunmehr, von der Wut der Jünglinge mitgerissen, durch den Palast stürmten und Feuer legten, wo immer sie konnten. Als mit einem Mal Wolfrat durch eine der Türen lugte, zu sehen, was dort geschah: "Dort lang, dort finden wir die Brut!" schrien sie und senkten die Speere zum Sturm. Schnell schlug der Cronfeldherr die Türe zu. "Bregelsaumer, vor unserer Tür, die Mordlust steht ihnen in die Augen geschrieben." Man machte sich daran die Pforte zu verbarrikadieren, und manch einer verfluchte die Hast, die ihn seine Klinge hatte liegen lassen. "Die Goldenen Raben, sie werden kommen!" versicherte die Kanzlerin. Die wenigen in Waffen postierten sich an der Tür. Man hörte, wie von draußen ein Rammbock dagegengeschlagen wurde. Nicht lange konnte die Tür dem Ansturm widerstehen. "Wehrheimer Eiche!" fluchte der Truchseß, als sie aus den Angeln brach. Da war die Schar der Rächer auch schon über den Rabenmunds. Man wehrte sich nach Kräften, auf der einen Seite focht der Zorn, auf der anderen die Verzweiflung. Hin und her ging es, als es einem der Bregelsaumer gelang, Malzan niederzuschlagen. Mit einem Mal war da eine Bresche in der Wehr und die Angreifer wußten sie wohl zu nutzen. Die Ritterin Wilminei von Bregelsaum zu Siefen brach durch, mit erhobener Klinge stürmte sie auf die Fürstin zu, die wehrlos in ihrem Zirkel stand. Wie eine Sichel surrte ihr Schwert, als sie den Hieb führte. Doch ehe es die Herrscherin traf, war der treue Andirai von Blutklamm herbei. Sein Dolch vermochte nicht die Klinge abzuwehren, tief schnitt sie sich in seinen Leib. Sterbend brach er zu Füßen seiner Herrin zusammen. Schon wollte die Ritterin neuerlich ausholen, als sie ein Tritt der Fürstin traf und niedermähte. Höchstselbst entwand sie den Dolch den Händen ihres todwunden Favoriten und durchschnitt die Kehle der jungen Bregelsaum, wobei ihre Hände vor Wut zitterten. "Keine Gnade!" gellte darauf laut ihre Stimme. "Nicht einen von ihnen will ich länger lebend sehen!" Ihr Bruder wollte sie besänftigen. Doch ließ die bleiche Maske kalten Schreckens ihn verstummen. Im selben Augenblick waren auch die Goldenen Raben herbei, der schwere Tritt ihrer Stiefel dröhnte über den Flur. Alsdann war es nur noch ein kurzes Geschäft, bis daß nicht einer der Bregelsaums mehr lebte.

Derweil Boten durch die Stadt eilten, die Getreuen der Bregelsaums, die über die Stadt verstreut Gastung gefunden hatten, zu den Fahnen zu rufen, rüstete man sich bei den Rabenmunds hastig. Allenthalben war nun Aufregung im Palast, Gesinde, Wachen und Edle tummelten sich umeinander, die einen darum bemüht, sich kampffertig zu machen, die anderen, des Feuers Herr zu werden, das in den Gängen tobte. Die Kögschenglocke drunten in der Stadt läutete Alarm, schon strömten die ersten Bürger auf die Straße. Und sahen die gerüstete Schar der Rabenmunds, Goldene Raben, Ritter und Gardisten durch die Gassen strömen, festen Schrittes, Grimm auf dem Gesicht. Allen voran die Fürstin in ihrer Kriegsrüstung, ein Tuch mit dem Blut des Geliebten um den Schwertgriff gebunden. Ihr hatten sich die Familienmitglieder aus dem Hotel Rabenmund angeschlossen, so auch Vogt Roderick, der außer sich über die Nachricht vom Tode Malzans war. Er hatte inzwischen die über die Stadt verteilten Gefolgleute und Ritter der Rabenmunds zusammenrufen lassen. Auch der Stadtvogt Godefried und seine junge Gemahlin Svetlana von Greifenklau und Reichsforst schritten grimmig an der Seite der Rabenmunds einher.
Nicht lange und man traf auf die Schar der Bregelsaums unter Führung des Burggrafen Wolfhelm von Pandlaril-Bregelsaum, die auf dem Weg zum Palast war. Auf den Gesichtern der einen lag Verwunderung, die Rabenmunds in Waffen zu finden, auf denen der anderen nur stumme Erkenntnis. "Auf diese Verrräter. Blut gegen Blut!" so schrie die Fürstin. Und ihr Haufe drang auf den verhaßten Gegner. Burggraf Ucurian mußte mit ansehen, wie sein Bruder Mevis, ein Traviapriester seinen Versuch, zwei Streithähne zu trennen, mit dem Leben bezahlen mußte. Voller Trauer kniete er neben dem Sterbenden und übersah den Angriff zweier Bregelsaumknechte. Seine Leibwächterin stürzte sich zwischen ihren Herrn und die herabsausende tödliche Klinge, brab gab die Frau ihr Leben für ihren Herrn. Der Edle Guyadal von Agum aus Almada; Gast des Geschehens, fing die feige Attacke des anderen Schurken ab, den Prinz zu retten.
Derweil Rabenmunds und Bregelsaums wütend aufeinander einhieben.

Burggraf Wolfhelm, angesichts der Übermacht, sah, daß es für die seinen keine Hoffnung auf Überleben gebe. Zähneknirschend gab er den Befehl zum Rückzug. Verbissen kämpften seine Schwertleute sich den Weg zurück zum Hotel frei. Dort harrten weitere Verbündete, dort mochte man Zuflucht finden.
Heftig setzten die Rabenmunds ihren Widersachern nach, doch schon hatte sich das Tor der Residenz hinter den Bregelsaums geschlossen. So leicht würde es nicht werden, das Nest der Feinde auszuheben, dessen war man sich gewiß. Zumal genügend durch die Gassen schwärmen würden, die zum Entsatz zu rufen, die in Gasthäusern Quartier genommen hatten. "Setzt den Verrätern den roten Hahn aufs Dach. Räuchern wir sie aus, wie man es mit Ratten tut." lachte Helmbrecht II. grausam. "So oder so werden wir sie dann kriegen!"
Nein, lange wollte man sich mit der Eroberung des Hotels nicht aufhalten. Und so geschah es. Schon bald tauchte die Feuersbrunst Aldeburg in blutroten Schein, züngelten die gierigen Flammen den Dachstuhl empor, leckten begierig an Gebälk und Pfeilern.

Verzweifelt suchten die Bregelsaumschen die Feuersbrunst zu löschen, doch vergeblich. Schon hörte man ein dumpfes Krachen, begleitet von Prasseln und Knacken, als Deckenbalken nachgaben und schwer zu Boden stürzten, eine Schar Unglücklicher unter sich begrabend. Funken stieben empor, die Feuersglut wurde unerträglich, schwarzer Rauch raubte einem den Atem.
Nur eine Chance blieb ihnen, ein Fluchttunnel, der sich bis in die Kanalisation erstreckte, eine schimpfliche Flucht, aber besser, als bei lebendigem Leibe zu verbrennen. So zogen die der Bregelsaums, die Ansturm und Brand überstanden hatten, in aller Stille durch die dunklen Gänge, nur fort von den Fängen ihrer Verfolger. Alsdann wollte man die Getreuen sammeln und sehen, ob nicht ein Durchbruch gelingen konnte.

In der Stadt jedoch erwartete sie der schiere Wahnsinn. Aufgepeitscht durch Gerüchte, die sich wie Pesthauch in der Stadt verbreiteten, durch Kampfeslärm und Feuersbrunst, hatten Gefolgsleute der Bregelsaums versucht, zu ihren Herren durchzubrechen. Wobei sie sich nicht zimperlich gebärdeten, nicht einer der ihren Weg kreuzte, der ihnen nicht als Feind erschien und rechtes Opfer für ihre Rache. Der Bannerherr der Bregelsaums, Azzo von Osterklotz-Schleiffenröchte, preßte zwischen schmalen Lippen das hervor, was vielen der Seinen aus dem Herzen sprach und dem sie eifrig folgten: "Einen Dukaten für jeden von ihnen, der erschlagen wird, einen ganzen Beutel Gold aber für jeden Rabenmund, dessen Kopf ihr mir bringt!"

Die meisten Bürger suchten ihr Heil in der Flucht. Andere ergriffen selbst die Waffen, manch einer um seine Lieben zu schützen, andere, um selbst Rache zu nehmen. Auch sie verloren angesichts der blutigen Spur, die die Meute hinterließ, jedes Maß, wie von Sinnen hieben sie auf jeden ein, der Bregelsaum war oder zu sein schien. Rabenmundtreue brachen mit Gewalt in die Quartiere jener ein, die noch nichts von den Greueln ahnten, sie wurden im Schlaf dahingemessert.
Alsbald herrschte wildes Gedränge in den Straßen, solche, die angstvoll von dannen eilten, mischten sich mit denen, die Ausschau nach Feinden hielten. Und allüberall gingen solche um, die Gerüchte verbreiteten. "Die Bregelsaums ziehen durch die Stadt und brennen alles nieder. Sie haben jedem Bürger den Tod geschworen!" hieß es. "Man hat die Fürstin umgebracht, die Bregelsaums versuchen den Palast zu nehmen." wußte ein anderer. "Der Burggraf ist im Streit getötet worden, jetzt suchen die Bregelsaums blutige Rache!" "Die Rabenmunds machen mit den Verrätern endlich kurzen Prozeß!" Solches und anderes verbreitete sich wie ein Lauffeuer in der Stadt. Kaum kamen die beschwichtigenden Stimmen der Vernünftigen dagegen an, allzu leicht war das Volk bereit, diesen Worten zu glauben. Und je mehr daran glaubten, um so gewissen schien es, daß das die Wahrheit sei.
Wie ein unheiliger Sturm zog der Mob durch die Gassen. Gespenstisch erhellte der Fackelschein die dunklen Gassen, malte düstere Schatten auf die Gesichter der Häscher und tauchte sie in blutroten Schein. Wer mochte noch wissen, wer für wen focht. Hier erschlugen Getreue der Rabenmunds solche der Bregelsaums. Ohne Gnade zerrte man sie aus ihren Verstecken empor, gleich ob Knecht oder Edelleut'. Wie Freiwild hetzten bewaffnete Trupps einen jeden, der ihnen verdächtig vorkam. Ohne Gnade wurde jeder dahingemordet, der den Häschern nicht zu entkommen vermochte. Mechtessa von Lutzenstrand-Sighelms Halm mußte ihren Versuch, sich schützend vor ein paar verängstigte Pagen zu stellen, die in ihrem Haus Zuflucht suchten, beinahe mit dem Leben bezahlen, wäre da nicht der tapfere Sighelm von Gareth-Sighelmsmark gewesen, der sich mutig der blutdurstigen Meute entgegenstellte. Ihm gelang es, die Häscher abzuwehren, doch um den Preis seines eigenen Lebens. Frau Mechtessa weinte bittere Zähren über seinen Leichnam, und einer, der dessen ansichtig wurde, schwor später, es seinen Tränen von Blut gewesen. Dort jagten Bregelsaums auf der Flucht durch die Gassen, jeden erschlagend, der ihren Weg kreuzte, aus Furcht, es könnte ein Häscher der Rabenmunds sein. Wählerisch waren auch diese nicht, gleich ob wehrlos oder bewehrt, ein jeder sollte die Klingen zu schmecken bekommen. Einige rannten Bürgern die Türe ein, in der Hoffnung Zuflucht zu finden, die Bewohner aber wurden dahingeschlachtet, unliebsame Zeugen, Rachedurst, wer mag es wissen.
Andere wurden aus ihren Betten gezerrt und bezichtigt, einen der Feinde zu beherbergen, wehe dem ,der tatsächlich einem Obhut gegeben hatte, und sei es auch bevor diese schreckliche Nacht begann. So wurde auch Erlan von Sirensteen, der junge Signori von Irendor aus dem Lieblichen Feld, beinahe im Bett niedergemacht, mit Not entwandt er sich dem heftigen Angriff eines Wahnsinnigen. Baron Tiachall von Gemhar konnte gerade noch seine umworbene Braut Edelmunde von Rabenmund vor einem wütenden Mob retten.
In manchen Gassen bedeckten die Leichen der Gefallenen das Pflaster; Bregelsaum lag über Rabenmund, im Tode so friedlich vereint, wie es zu Lebzeiten nicht zu gehen schien. Hier lag ein kleines Kind, auf der Flucht hinterrücks niedergestreckt. Von wem, wer mochte das wissen.
Bitter wurde es denen vergolten, die schlichten wollten, kaum einer, der dies nicht mit seinem Leben bezahlte. Selbst vor den arangenroten Roben der Traviapriester machte der Wahnsinn nicht Halt. Wahnsinn war es, der in den Gassen regierte, Blutgier, Rachedurst - Xarfai. Fast meinte man den Seelensäufer zufrieden grollen zu hören, ob des grausigen Spektakels, das man ihm bot. Schwer lag der Geruch von Blut in der Luft, metallen und zugleich süßlich, daß einem übel werden konnte. Bis zu den Knöcheln konnte man an manchen Stätten in dem Lebenssaft waten, dutzende waren dem Massaker zum Opfer gefallen, Edle wie Gemeine, Gefolgsleute wie unschuldige Seelen. Baronin Duridanya von Rabenmund-Greifenberg, die ihrem Gatten Ucurian ihrer Schwangerschaft zum Trotze nachgeeilt war, auch sie die blanke Klinge in der Hand, die Unschuldigen zu schützen, brach ob des Grauens zusammen, zur Unzeit früh befielen sie Tsas Wehen. Welch Glück daß rabenmundgetreue zur Stelle waren, sie in Sicherheit zu bringen. Noch in der Nacht schenkte die Baronin einem Knäblein das Leben, doch war das Kind, Mevis Durenald genannt, zerbrechlich schwach und klein, und Tsa allein mag wissen, ob ihm zu überleben vergönnt sein wird.

Allein die Greifenstadt war sicher. Die Ritter vom Bannstrahl ließen nur bedrängte Bürger in Praios' Stadtviertel ein und wehrten alle blindwütigen Attacken ab.
Doch selbst die Viertel außerhalb der Stadtmauer waren nicht sicher, im Gerbervlieht machten sich Mörder über die Stellmacher Wolfsfelder her und metzelten den letzten der Sippe nieder, seine Tochter, die wegen dunkler Geschäfte im Stadthaus einsaß, war ebenfalls niedergemacht worden, von finsteren Schergen, die die Gefängniswache überwältigt hatten.

Wohl war es dem Burggrafen Bregelsaum gelungen, sein Fähnlein zu sammeln. Viele waren es nicht mehr, die dem Morden entkommen waren. Man stand mit dem Rücken zur Wand, lange würde es nicht dauern, bis die Rabenmundgetreuen ihre Fährte wieder aufgenommen hätten. Und dann die Stadt, nicht einer, der ihnen zu diesem Zeitpunkt nicht feindselig gegenüber stand, mit Ausnahme der Geweihten. Erst hatte Wolfhelm ins Auge gefaßt, sich bis zum Stadttor durchzuschlagen und dann das Tor zu nehmen, um den Freigang zu erzwingen. Doch schien dies Unterfangen mit seinen paar Mannen mehr als desperat.
Wohlan, die Tempelimmunitäten. Asyl, das mochte sie vor dem Untergang retten. Der Burggraf wischte sich Schweiß, Blut und Ruß von der Stirn. "Folgt mir!" brüllte er heiser. Zur Greifenstadt war es zu weit, desgleichen galt für die Friedensstadt. Blieb einzig Rondra, was dem Burggrafen nicht schmecken mochte, aber was half's?
Hastig suchte man sich einen Weg durch die Straßen. Da endlich waren die Mauern des Donnerfeldes auszumachen. Doch welche Enttäuschung harrte auf den Grafen und die seinen, als sie in ihrer Not an die Pforte klopften. Eine Geweihte öffnete die Luke, das Gesicht wie von Stein. "So laßt uns ein, wir begehren Zuflucht!" stieß der Burggraf hervor. Düster musterte die Ritterin den arg zerschlagenen Haufen. "Die Herrin kann Euch keine Zuflucht gewähren, Landgraf. Ihr habt Eure Klingen in Zorn und Haß erhoben, nicht um der Gerechtigkeit willen. So schmeckt denn die Ernte Eures Tuns. Viel unschuldiges Blut ist in dieser Nacht geflossen, meine Ordensgeschwister eilen durch die Gassen, dem Rasen ein Ende zu setzen. Die Herrin möge Euch strafen für das, was Ihr, Ihr beide, Bregelsaum wie Rabenmund, herabbeschworen habt!" Und schloß die Pforte. Verzweifelt blickte Wolfhelm in die Runde. Schön hörte man das Johlen der Verfolger. "Der Patrizierturm dort!" Man folgte dem Ruf eines Knappen. Auch wenn es kaum die Rettung vor dem drohenden Untergang sein konnte, gelang es, sich in dies feste Gemäuer zurückzuziehen, sollten die Rabenmunds ihren Tod teuer bezahlen. Man brach durch die Tür und verschanzte sich in dem Türmchen. Eben da sie die Pforte mit Möbelstücken befestigt hatten, sah man die Rabenmunds heranziehen.

Nun war die Stunde der Entscheidung gekommen, die Häscher hatten ihre Zuflucht umringt. Dräuend näherten sie sich gemessenen Schrittes, der sichere Triumph machte jedwede Eile obsolet. Man wollte diesen Moment auskosten, den Augenblick, da der Streit zwischen den Familien endgültig ein Ende finden würde: Mit einem Sieg der Rabenmunds. Wild und trotzig begegneten die Bregelsaums den siegesgewissen Blicken ihrer Feinde, nein, billig sollten sie ihn nicht bekommen, ihren Sieg. Doch schien das die Rabenmunds nicht schrecken zu können. Schon formierte man sich zum Sturm, die Bregelsaum faßten Spieße und Schwerter fester, als eine Stimme sich laut aus den Reihen der Rabenmunds erhob.
"Nein! Um unseres gerechten Herren Praios willen, haltet ein! Einer der Ritter bahnte sich einen Weg durch den Ring von Kämpen, sein einst gülden funkelnder Harnisch war verbeult und stumpf. Mit erhobenen Händen, die Klinge in der Scheide, stellte er sich zwischen die Fronten. "Genug Blut ist geflossen, haltet endlich ein." Es war der Bruder der Fürstin, Ucurian, der als treuer Diener des Götterfürsten bekannt war, die Stimme rauh, das Gesicht von den erlebten Schrecken gezeichnet. "Meine teure Schwester, erweist uns allen ein Zeugnis von Eurer Gnade, laßt sie gehen. Zieht nicht noch mehr den Zorn der Götter auf Euch herab." "Niemals!" zischte es aus den Reihen der Rabenmunds, nicht anders aus denen der Bregelsaums. Verzweifelt blickte der junge Prinz sich um. "Um der Ehre Darpatiens willen, laßt ab davon, daß darpatisches Blut durch Darpatier fließt. "Ihr, Burggraf Wolfhelm, laßt Euer Schwert sinken. Ich selbst schwöre Euch, beim Namen des Götterfürsten, bei allem was mir heilig ist, Euch soll nichts weiter von Rabenmundhand dräuen. Ihr sollt in Frieden ziehen." Wohl flammten die Augen der Fürstin auf, ob der Eigenmächtigkeit des Prinzen. Eine Weile lastete Schweigen schwer auf den Versammelten, einen Lidschlag nur, doch manchem mochte es wie eine Ewigkeit scheinen. "Im Namen des Götterfürsten, Herr Ucurian, wenn Ihr Euer Wort gebt, im Namen des Herrn, Euch will ich glauben, einzig Euch in diesem ganzen Haufe." Das waren die Worte des Herrn Wolfhelm. Murren erhob sich in beiden Lagern. Flehentlich blickte der Prinz seine Schwester an: "Herrin, ich bitte Euch, laßt mich mein Wort nicht eidbrüchig gegeben haben." Man sah, wie Irmegunde mit sich rang, die Lippen fest aufeinander gepreßt, die Augen wie Eis. Schließlich nickte sie und wandte sich ab. "So sei es!" flüsterte sie. Und bedeutete den ihren, ihr zu folgen. Ohne ein weiteres Wort öffneten die Rabenmundtruppen eine Gasse, bildeten finsteres Spalier. Schweigend verließen die Bregelsaums ihre Zuflucht, nicht alle Blicke, die den Prinzen trafen, waren freundlich. Stumm zog der Trupp zum Tor, gespenstisch still war es mit einem Male, wo eben noch gellende Schreie und Kampfeslärm die Gassen erfüllt hatten. Pferde wurden herbeigeholt, das Stadttor öffnete sich auf Geheiß des Prinzen. Stumm zogen die Bregelsaums aus der Stadt, kehrten der Stätte den Rücken, da sie beinahe ihr Ende gefunden hätten. Eben sandte Praios zaghaft seine ersten Strahlen, der junge Morgen brach heran, just als der letzte der Bregelsaums die Stadt verlassen hatte. Ein Rabe, der sich auf dem Stadttor niedergelassen hatte, krächzte seine rauhe Klage.
"Weh uns, weh Darpatien", hörte man den Prinzen flüstern, "diese Blutnacht soll lange unvergessen sein."

Bericht von Anthea von Hohenstein, Chronistin, basierend auf den Berichten verschiedener Augenzeugen der Ereignisse

Als Opfer der grausamen Blutnacht zu Rommilys sind u.a. zu beklagen:
Burggraf Sighelm von Gareth-Sighelmsmark, Baronin Alruna von Bregelsaum zu Vellberg, ihre Kinder Trudegard und Ludelhold, Wunnehilde von Pandlaril-Bregelsaum, Wilmimei von Bregelsaum zu Siefen und ihr Bruder Xandros. Praiana von Gareth-Bregelsaum, Praioslob von Bregelsaum, die Ritter Welf und Elberich von Bregelsaum, Gundelshilde von Bregelsaum, Geweihte des Praios, der fürstliche Seneschall Malzan von Rabenmund zu Echsmoos, Goswin d.Ä.von Rabenmund und seine Gemahlin Sumudai von Roßhagen, Jaslin Brin von Rabenmund j.H., Baron Aeron von Herzogenrath zu Rechthag, Baronin Alruna von Aschenfeld, Andirai von Blutklamm, fürstlicher Mundschenk, Vater Mevis von Rabenmund ä.H., Mutter Herdlinde, Mutter Mildessa und Vater Traviniel sowie die Novizen Alvidia und Herdfrida, Rondraritterin Aldara zu Kleefelden, Stadträtin Elgunda Ochsenfeld

Und derer hundertfach Bürger der Stadt, Männer, wie Frauen, Alte wie Kinder, dazu Gefolgsleute, Knechte, Diener und Mägde beider Parteien, die gleichfalls den grausamen Tod fanden.
Möge Boron sich ihrer annehmen.

Etliche mehr wurden schwer verwundet und ringen noch mit dem Tod oder ließen ihre Unversehrtheit, darunter der Bräutigam, Wahnfried von Bregelsaum.

Die Blutnacht für den Meister
Wie geschildert reisen die Gäste, gleich ob aus Darpatien, den Reichsprovinzen oder dem Ausland mit großem Gefolge an. Bregelsaums wie Rabenmunds haben Bedarf, tatkräftige und fähige Herrschaften (richtig, Ihre Helden!), anläßlich des Festes in ihren Dienst zu nehmen, sei es als Leibwächter, als Leibmagus etc. pp. Möglichkeit für die Helden, sich bei dem einen oder anderen Haus einen guten (oder schlechten) Namen zu machen. So bietet sich für die Gefährten die Gelegenheit, die Ereignisse hautnah mitzuerleben, als zufälliger Gast oder in einem der Gefolge.
Allein zwei Dinge müssen den Helden versagt bleiben: Die Blutnacht zu verhindern oder die wahren Hintergründe der Mordtat an der Baronin zu Vellberg zu ergründen. Letzteres soll einstweilen im Dunklen bleiben. Mit den geschilderten Ereignissen hat der Zwist zwischen den Rabenmunds und den Bregelsaums einen ebenso blutigen wie traurigen Höhepunkt genommen, doch noch lange nicht sein Ende gefunden - im Gegenteil.
Bregelsaums und Rabenmunds werden jede sich bietende Gelegenheit nutzen, die Fehde wieder aufflammen zu lassen, auch wenn der Reichsfriede enge Grenzen setzt. Durch Zufall oder Fügung mag es geschehen, daß Ihre Helden in diese Ereignisse verstrickt werden, Stoff für manches Szenario.



Eine Seite zurück (JavaScript) Wegweiser Startseite eMail Eine Seite vor (JavaScript)