

Die Blutnacht von Rommilys:
(Langfassung des Artikels aus dem Aventurischen Boten 79)
Unzählige Bürger in ihren Festtagstrachten säumten die
Straßen, sie ließen das junge Paar hochleben, streuten Blumen
und schwenkten jubelnd ihre Hüte. Ihnen gesellten sich die vielen
Gefolgsleute und Gäste der Bregelsaums und Rabenmunds, der Binsböckels
und Mersingens hinzu, man war mit großem Geleit gekommen.
Mit feierlichem Ernst wurde die Zeremonie vollzogen, niemand wohl, der sich
nicht der Bedeutsamkeit dieses Bundes bewußt war. Die Gütige selbst
erwies den Frischvermählten ihre Gnade, als die Tempelgänse, nach
dem Los des Paares befragt, durch die Pforte der Glückseligkeit
schlüpften. Alsdann zog man in festlichem Gepränge durch die Stadt,
hinauf zum Palast, wo die Feierlichkeiten für den Adel stattfinden sollten.
Den Bürgern boten sich derweil allerlei Lustbarkeiten: Üppig hatte
man aufgefahren, aus allen Brunnen sprudelte lieblicher Wein. Gaukler und
Schausteller hatten sich eingefunden, die Leute zu verlustieren und
fröhlich genossen das Volk die Freuden. Auf den Straßen also herrschte
großer Jubel, wie es einem solchen Feste angemessen war.
Ganz anders zeigte man sich in der Festhalle und in den fürstlichen
Gärten, wo der Adel sich zusammengefunden hatte. Wiewohl man zu einem
Freudenfest geladen hatte, wollte sich auf den Gesichtern der beiden
Frischvermählten kein rechter Frohsinn zeigen. Wohl dachten beide bange
an die nahende Nacht, da ihr ganz eigener Bund zu besiegeln sei.
Und auch sonst sah man nicht allein Jubel und Erleichterung. Zu lange war
der Haß zwischen den Familien sorgsam genährt worden, als daß
man sich nun so leichthin davon freimachen konnte. Zumal längst nicht
alle den beschlossenen Bund gutheißen mochten. Insbesondere unter den
Bregelsaums hatte es Stimmen gegeben, die dazu gerufen hatten, doch lieber
die geschwächte Stellung der Rabenmunds endlich zu nutzen, die eigene
Macht zu mehren - bei manchem saß der Stachel tief, daß man im
Jahre 21 nicht nach der Fürstenkrone gegriffen hatte, da wollte man
diese Scharte endlich ausgewetzt wissen. Einzig die beiden Häupter der
Familien zeigten sich in demonstrativer Einträchtigkeit.
Wohlweislich waren beide Häuser darin überein gekommen, daß
keiner der geladenen Gäste zu dem Fest eine Klinge mit sich führen
durfte, die länger war als eine Spanne, davon ausgenommen allein die
Ehrengarde des Paares und die Leibwachen der Fürstin und des Burggrafen.
Murren hatte es insbesondere unter den Rittern gegeben, doch hatte die
Traviakirche diesen Ratschluß ausdrücklich begrüßt
und mit einem Edikt zu unterstützen gewußt.
Desgleichen hatte man davon abgesehen, die ansonsten zu Adelshochzeiten weithin
verbreiteten Turnierspiele zu veranstalten. Wohl wissend, wie leicht
Turnierhändel zu blutigem Ernst werden konnten. Es sei ein Fest der
Gütigen, der Tsa und der Hesinde, so hieß es aus dem
Fürstenpalast, und unter ihrem Segen stünden Fest und Lustbarkeiten.
So erging man sich in weit harmloseren Spielen, wie dem traditionellen
Gänselocken.
Allerlei Musikanten, Sänger und Gaukler hatte man aufgeboten und auch
mancher der Gäste wußte die Laute zu spielen, wie der Koscher
Sänger Wolfhardt von der Wiesen. Zu Ehren des jungen Paares hatte die
Theaterkompagnie ein Sittenspiel einstudiert, das eigens für diesen
Anlaß geschrieben worden war, auch lud die fürstliche Hofreitschule
zu einer vielgefeierten Darbietung.
Höhepunkt der Ehrung des jungen Paares aber war die Belehnung mit der
Baronie Ochsenweide durch die Fürstin.
Und so verliefen das nachmittägliche Fest, wie auch der abendliche Ball
in Friedfertigkeit. Nur hier und da gerieten einmal zwei Kontrahenten aneinander,
doch waren sogleich Schlichter bereit, den Zwist beizulegen und die
Streithähne zu trennen. Auch der fürstliche Bannerherr Baron von
Meidenstein mußte arg gebremst werden, sich nicht zu vergessen.
Wiewohl sich alle redlich Mühe gaben, sie bei Stimmung zu halten, war
den beiden Brautleuten doch anzumerken, mit wie wenig Einsicht und Gefallen
sie dem Gebot ihrer Familienoberhäupter folgten. Kaum einmal hatte es
eine Geste zwischen dem Paar gegeben, sich einander versöhnlich zu zeigen.
Zwar hatten beide, wie es Sitte war, Becher und Teller geteilt, ansonsten
aber den anderen kaum eines Blickes gewürdigt. Zum Tanz hatte man die
beiden geradezu nötigen müssen und bereits bei der ersten sich
bietenden Gelegenheit hatte die junge Beergard sich abklatschen lassen. Wahnfried
hatte daraufhin wütend das Parkett verlassen, und war für den Rest
des Abends für keinen Tanz mehr zu haben, egal wer da bat. Den restlichen
Abend hatte Beergard bester Laune mit dem Prinzen Edelbrecht von Eberstamm
getanzt, der die ihm erwiesene Huld mit Freuden annahm.
Lange wollte das Fest unter den gegebenen Umständen nicht dauern, und
manch einer verabschiedete sich früh zu Bett, um sich mit den Vertrauten
im eigenen Quartier zu treffen und dort den Tag ausklingen zu lassen.
Schließlich gab die Fürstin, als die Nachtglocke zum fünften
Mal geschlagen hatte, das Zeichen, das Brautpaar auf ihr Gemach im Palast
zu geleiten. Begleitet von der Ehrenwache von Braut und Bräutigam, jeweils
fünf Burschen für den Bräutigam und fünf Maiden für
die Braut, dazu zwei Geweihte der Travia, verließen die beiden Hand
in Hand den Saal, wiewohl beider Mienen mehr als deutlich abzulesen war,
daß sie sich gewünscht hätten, dieser Augenblick hätte
länger auf sich warten lassen.
Auch die anderen Gäste verließen nunmehr die Festlichkeit und
zogen sich auf ihre Quartiere zurück. Bald schon kehrte Ruhe ein im
Fürstenschloß, und mehr als einer mochte aufatmen, daß dieser
Akt der Versöhnung so glücklich absolviert war.
Drei Stunden später war es, daß Baronin Alruna von Bregelsaum
zu Vellberg ihr Quartier aus unbekanntem Grunde verließ, nur hastig
angetan mit ihren Gewändern, als hätte sie eine eilige Botschaft
aus dem Schlaf gerissen. In der Münzgasse war es, als im Schein ihrer
Laterne plötzlich Messer aufblitzten und drei dunkle Gestalten sie
umringten. Grausam fuhren die Klingen nieder, wieder und wieder, und noch
bevor der Leib der Dahingemeuchelten auf das Pflaster dahin sank, war ihr
Lebensfunke auch schon entwichen.
Der flackernde Schein der niederbrennenden Laterne machte eine
Nachtwächterin aufmerksam. Bestürzt fand sie den Leichnam in einer
Lache von Blut. Von den Mordbuben aber fand sich keine Spur. Hastig eilte
die brave Frau zur Stadtwache, Meldung zu machen.
Doch war sie nicht die erste, die Zeitung von der Bluttat bekommen hatte. In dunkler Nacht hämmerte ein Bote an die Pforte des Hotels Bregelsaum, ein Knappe aus dem Gefolge des Barons von Galbenburg. Er brachte düstere Nachricht: "Die Baronin von Vellberg ist dahingemordet. Ich bin ihr gefolgt, als sie das Haus so plötzlich verließ, aber ich kam zu spät. Doch seht, was ich bei ihr gefunden habe." Auf seiner Handfläche lag eine Rabenfeder ...
Eilig fand man sich im Hotel der Bregelsaums zusammen. Hatten die Rabenmunds den jungen Frieden tatsächlich so schnell gebrochen? Die Hitzköpfe unter den Bregelsaums forderten Rache, andere mahnten zur Besonnenheit. Wieso sollten die Rabenmunds dies tun, wieso sollten sie zudem einen solchen Beweis für ihr schändliches Tun am Tatort zurücklassen? Man beschloßVernunft walten zu lassen. Entschlossen machte sich eine Abordnung der Bregelsaums auf den Weg zum Palast, die Rabenmunds zur Rede zu stellen. Doch diesmal ging man nicht ungerüstet, die Schwerter an der Seite eilte man durch das nachtschlafende Aldeburg, hinauf zum Fürstenpalast.
Doch noch andere bekamen Kunde von dem Mord. Plötzlich ging es unter
den Ehrenwachen des Bräutigams rund: Ein Rabenmund hat eine Bregelsaum
erschlagen!' Die Garde, jung und ungestüm, zögerte nicht lang.
Blut solle mit Blut vergolten werden. Zornerfüllt fielen die Edlen
über die ahnungslosen Wachen der Braut her, schnell lagen sie in ihrem
Blute. Das Paar, geweckt vom Tumult, öffnete die Tür, zu sehen
was es da gäbe und starrte entsetzt auf das schaurige Bild, das sich
ihnen bot. "He da, schnappt euch die falsche Schlange!" gellte einer der
Junker mit wuttollen Augen. Und stürzte sich auf die Braut, die anderen
ihm nach. Doch da stellte sich der junge Bregelsaum löwinnenmutig zwischen
die ihm Anvermählte und die Seinen. Liebe war es gewiß nicht,
die ihn treiben mochte, eher Pflichtgefühl. "Haltet ein. Das will ich
nicht dulden, daß ihr ein Leid geschieht, so lange ich lebe!" Ein Gerangel
ging los, durch bloße Worte mochten sich die Junker in ihrem Blutrausch
nicht abweisen lassen. Schon drang der Stahl tief in sein Fleisch, als Poltern
erklang und zwei Palastwachen eindrangen. Einen der Angreifer erschlugen
sie, doch nicht lange und sie waren überwältigt. In blindem Zorne
suchten die Junker sich ein neues Ziel, nicht länger wollte man sich
mit dem Blut der Braut begnügen. Edleres sollte büßen, was
geschehen war.
Derweil Beergard über ihren Gemahl sich beugte, der aus tiefer Wunde
heftig blutete, mit Tränen in den Augen. Nicht aus Liebe, wohl aber
aus Achtung.
In etwa zur selben Zeit begab es sich, daß ein Gardist zum Fürstenpalast gelaufen war, die Herrschaften vom grausamen Fund der Stadtwache zu unterrichten. Eilig rief man die bedeutenden Häupter des Hauses zusammen. Nicht minder erhitzt als unter den Bregelsaums ging es her: "Wer auch immer hinter dieser Bluttat stecken mag, meine Fürstin, es ist gewiß, wem man sie anlasten wird. Das ist ein abgekartetes Spiel der Bregelsaums. Man will uns schaden, in Darpatien wie im Reich. Ich sag Euch eines, laßt uns kurzen Prozeß machen mit diesem Geschmeiß!" so hörte man Helmbrecht II. sagen. In die gleiche Kerbe hieb der Seneschall Malzan und mancher andere nickte beifällig. Doch wollte die Fürstin davon nichts hören, ebensowenig wie Kanzlerin und der Fürstin Bruder, Ucurian von Rabenmund, frischgekürter Burggraf. Selbst Truchseß Ludeger, der mit wirrem Haar aus seinem Hotel herbeigeeilt war, mochte sich nicht der Kriegspartei anschließen, nachdenklich schüttelte er das Haupt. "Wohlan, es gilt zu reden." So lautete der Ratschluß der Fürstin. Doch sollte er bald vergessen sein. Eben nämlich, als sich die Rabenmunds überein waren, gab es einen Krawall auf dem Gang. Die Ehrenwache hatte alle anderen der Bregelsaums zusammengetrommelt, die im Palast untergebracht waren für diese Nacht. Mehr als ein Dutzend waren da zusammengekommen, die nunmehr, von der Wut der Jünglinge mitgerissen, durch den Palast stürmten und Feuer legten, wo immer sie konnten. Als mit einem Mal Wolfrat durch eine der Türen lugte, zu sehen, was dort geschah: "Dort lang, dort finden wir die Brut!" schrien sie und senkten die Speere zum Sturm. Schnell schlug der Cronfeldherr die Türe zu. "Bregelsaumer, vor unserer Tür, die Mordlust steht ihnen in die Augen geschrieben." Man machte sich daran die Pforte zu verbarrikadieren, und manch einer verfluchte die Hast, die ihn seine Klinge hatte liegen lassen. "Die Goldenen Raben, sie werden kommen!" versicherte die Kanzlerin. Die wenigen in Waffen postierten sich an der Tür. Man hörte, wie von draußen ein Rammbock dagegengeschlagen wurde. Nicht lange konnte die Tür dem Ansturm widerstehen. "Wehrheimer Eiche!" fluchte der Truchseß, als sie aus den Angeln brach. Da war die Schar der Rächer auch schon über den Rabenmunds. Man wehrte sich nach Kräften, auf der einen Seite focht der Zorn, auf der anderen die Verzweiflung. Hin und her ging es, als es einem der Bregelsaumer gelang, Malzan niederzuschlagen. Mit einem Mal war da eine Bresche in der Wehr und die Angreifer wußten sie wohl zu nutzen. Die Ritterin Wilminei von Bregelsaum zu Siefen brach durch, mit erhobener Klinge stürmte sie auf die Fürstin zu, die wehrlos in ihrem Zirkel stand. Wie eine Sichel surrte ihr Schwert, als sie den Hieb führte. Doch ehe es die Herrscherin traf, war der treue Andirai von Blutklamm herbei. Sein Dolch vermochte nicht die Klinge abzuwehren, tief schnitt sie sich in seinen Leib. Sterbend brach er zu Füßen seiner Herrin zusammen. Schon wollte die Ritterin neuerlich ausholen, als sie ein Tritt der Fürstin traf und niedermähte. Höchstselbst entwand sie den Dolch den Händen ihres todwunden Favoriten und durchschnitt die Kehle der jungen Bregelsaum, wobei ihre Hände vor Wut zitterten. "Keine Gnade!" gellte darauf laut ihre Stimme. "Nicht einen von ihnen will ich länger lebend sehen!" Ihr Bruder wollte sie besänftigen. Doch ließ die bleiche Maske kalten Schreckens ihn verstummen. Im selben Augenblick waren auch die Goldenen Raben herbei, der schwere Tritt ihrer Stiefel dröhnte über den Flur. Alsdann war es nur noch ein kurzes Geschäft, bis daß nicht einer der Bregelsaums mehr lebte.
Derweil Boten durch die Stadt eilten, die Getreuen der Bregelsaums, die
über die Stadt verstreut Gastung gefunden hatten, zu den Fahnen zu rufen,
rüstete man sich bei den Rabenmunds hastig. Allenthalben war nun Aufregung
im Palast, Gesinde, Wachen und Edle tummelten sich umeinander, die einen
darum bemüht, sich kampffertig zu machen, die anderen, des Feuers Herr
zu werden, das in den Gängen tobte. Die Kögschenglocke drunten
in der Stadt läutete Alarm, schon strömten die ersten Bürger
auf die Straße. Und sahen die gerüstete Schar der Rabenmunds,
Goldene Raben, Ritter und Gardisten durch die Gassen strömen, festen
Schrittes, Grimm auf dem Gesicht. Allen voran die Fürstin in ihrer
Kriegsrüstung, ein Tuch mit dem Blut des Geliebten um den Schwertgriff
gebunden. Ihr hatten sich die Familienmitglieder aus dem Hotel Rabenmund
angeschlossen, so auch Vogt Roderick, der außer sich über die
Nachricht vom Tode Malzans war. Er hatte inzwischen die über die Stadt
verteilten Gefolgleute und Ritter der Rabenmunds zusammenrufen lassen. Auch
der Stadtvogt Godefried und seine junge Gemahlin Svetlana von Greifenklau
und Reichsforst schritten grimmig an der Seite der Rabenmunds einher.
Nicht lange und man traf auf die Schar der Bregelsaums unter Führung
des Burggrafen Wolfhelm von Pandlaril-Bregelsaum, die auf dem Weg zum Palast
war. Auf den Gesichtern der einen lag Verwunderung, die Rabenmunds in Waffen
zu finden, auf denen der anderen nur stumme Erkenntnis. "Auf diese
Verrräter. Blut gegen Blut!" so schrie die Fürstin. Und ihr Haufe
drang auf den verhaßten Gegner. Burggraf Ucurian mußte mit ansehen,
wie sein Bruder Mevis, ein Traviapriester seinen Versuch, zwei Streithähne
zu trennen, mit dem Leben bezahlen mußte. Voller Trauer kniete er neben
dem Sterbenden und übersah den Angriff zweier Bregelsaumknechte. Seine
Leibwächterin stürzte sich zwischen ihren Herrn und die herabsausende
tödliche Klinge, brab gab die Frau ihr Leben für ihren Herrn. Der
Edle Guyadal von Agum aus Almada; Gast des Geschehens, fing die feige Attacke
des anderen Schurken ab, den Prinz zu retten.
Derweil Rabenmunds und Bregelsaums wütend aufeinander einhieben.
Burggraf Wolfhelm, angesichts der Übermacht, sah, daß es für
die seinen keine Hoffnung auf Überleben gebe. Zähneknirschend gab
er den Befehl zum Rückzug. Verbissen kämpften seine Schwertleute
sich den Weg zurück zum Hotel frei. Dort harrten weitere Verbündete,
dort mochte man Zuflucht finden.
Heftig setzten die Rabenmunds ihren Widersachern nach, doch schon hatte sich
das Tor der Residenz hinter den Bregelsaums geschlossen. So leicht würde
es nicht werden, das Nest der Feinde auszuheben, dessen war man sich gewiß.
Zumal genügend durch die Gassen schwärmen würden, die zum
Entsatz zu rufen, die in Gasthäusern Quartier genommen hatten. "Setzt
den Verrätern den roten Hahn aufs Dach. Räuchern wir sie aus, wie
man es mit Ratten tut." lachte Helmbrecht II. grausam. "So oder so werden
wir sie dann kriegen!"
Nein, lange wollte man sich mit der Eroberung des Hotels nicht aufhalten.
Und so geschah es. Schon bald tauchte die Feuersbrunst Aldeburg in blutroten
Schein, züngelten die gierigen Flammen den Dachstuhl empor, leckten
begierig an Gebälk und Pfeilern.
Verzweifelt suchten die Bregelsaumschen die Feuersbrunst zu löschen,
doch vergeblich. Schon hörte man ein dumpfes Krachen, begleitet von
Prasseln und Knacken, als Deckenbalken nachgaben und schwer zu Boden
stürzten, eine Schar Unglücklicher unter sich begrabend. Funken
stieben empor, die Feuersglut wurde unerträglich, schwarzer Rauch raubte
einem den Atem.
Nur eine Chance blieb ihnen, ein Fluchttunnel, der sich bis in die Kanalisation
erstreckte, eine schimpfliche Flucht, aber besser, als bei lebendigem Leibe
zu verbrennen. So zogen die der Bregelsaums, die Ansturm und Brand
überstanden hatten, in aller Stille durch die dunklen Gänge, nur
fort von den Fängen ihrer Verfolger. Alsdann wollte man die Getreuen
sammeln und sehen, ob nicht ein Durchbruch gelingen konnte.
In der Stadt jedoch erwartete sie der schiere Wahnsinn. Aufgepeitscht durch Gerüchte, die sich wie Pesthauch in der Stadt verbreiteten, durch Kampfeslärm und Feuersbrunst, hatten Gefolgsleute der Bregelsaums versucht, zu ihren Herren durchzubrechen. Wobei sie sich nicht zimperlich gebärdeten, nicht einer der ihren Weg kreuzte, der ihnen nicht als Feind erschien und rechtes Opfer für ihre Rache. Der Bannerherr der Bregelsaums, Azzo von Osterklotz-Schleiffenröchte, preßte zwischen schmalen Lippen das hervor, was vielen der Seinen aus dem Herzen sprach und dem sie eifrig folgten: "Einen Dukaten für jeden von ihnen, der erschlagen wird, einen ganzen Beutel Gold aber für jeden Rabenmund, dessen Kopf ihr mir bringt!"
Die meisten Bürger suchten ihr Heil in der Flucht. Andere ergriffen
selbst die Waffen, manch einer um seine Lieben zu schützen, andere,
um selbst Rache zu nehmen. Auch sie verloren angesichts der blutigen Spur,
die die Meute hinterließ, jedes Maß, wie von Sinnen hieben sie
auf jeden ein, der Bregelsaum war oder zu sein schien. Rabenmundtreue brachen
mit Gewalt in die Quartiere jener ein, die noch nichts von den Greueln ahnten,
sie wurden im Schlaf dahingemessert.
Alsbald herrschte wildes Gedränge in den Straßen, solche, die
angstvoll von dannen eilten, mischten sich mit denen, die Ausschau nach Feinden
hielten. Und allüberall gingen solche um, die Gerüchte verbreiteten.
"Die Bregelsaums ziehen durch die Stadt und brennen alles nieder. Sie haben
jedem Bürger den Tod geschworen!" hieß es. "Man hat die Fürstin
umgebracht, die Bregelsaums versuchen den Palast zu nehmen." wußte
ein anderer. "Der Burggraf ist im Streit getötet worden, jetzt suchen
die Bregelsaums blutige Rache!" "Die Rabenmunds machen mit den Verrätern
endlich kurzen Prozeß!" Solches und anderes verbreitete sich wie ein
Lauffeuer in der Stadt. Kaum kamen die beschwichtigenden Stimmen der
Vernünftigen dagegen an, allzu leicht war das Volk bereit, diesen Worten
zu glauben. Und je mehr daran glaubten, um so gewissen schien es, daß
das die Wahrheit sei.
Wie ein unheiliger Sturm zog der Mob durch die Gassen. Gespenstisch erhellte
der Fackelschein die dunklen Gassen, malte düstere Schatten auf die
Gesichter der Häscher und tauchte sie in blutroten Schein. Wer mochte
noch wissen, wer für wen focht. Hier erschlugen Getreue der Rabenmunds
solche der Bregelsaums. Ohne Gnade zerrte man sie aus ihren Verstecken empor,
gleich ob Knecht oder Edelleut'. Wie Freiwild hetzten bewaffnete Trupps einen
jeden, der ihnen verdächtig vorkam. Ohne Gnade wurde jeder dahingemordet,
der den Häschern nicht zu entkommen vermochte. Mechtessa von
Lutzenstrand-Sighelms Halm mußte ihren Versuch, sich schützend
vor ein paar verängstigte Pagen zu stellen, die in ihrem Haus Zuflucht
suchten, beinahe mit dem Leben bezahlen, wäre da nicht der tapfere Sighelm
von Gareth-Sighelmsmark gewesen, der sich mutig der blutdurstigen Meute
entgegenstellte. Ihm gelang es, die Häscher abzuwehren, doch um den
Preis seines eigenen Lebens. Frau Mechtessa weinte bittere Zähren über
seinen Leichnam, und einer, der dessen ansichtig wurde, schwor später,
es seinen Tränen von Blut gewesen. Dort jagten Bregelsaums auf der Flucht
durch die Gassen, jeden erschlagend, der ihren Weg kreuzte, aus Furcht, es
könnte ein Häscher der Rabenmunds sein. Wählerisch waren auch
diese nicht, gleich ob wehrlos oder bewehrt, ein jeder sollte die Klingen
zu schmecken bekommen. Einige rannten Bürgern die Türe ein, in
der Hoffnung Zuflucht zu finden, die Bewohner aber wurden dahingeschlachtet,
unliebsame Zeugen, Rachedurst, wer mag es wissen.
Andere wurden aus ihren Betten gezerrt und bezichtigt, einen der Feinde zu
beherbergen, wehe dem ,der tatsächlich einem Obhut gegeben hatte, und
sei es auch bevor diese schreckliche Nacht begann. So wurde auch Erlan von
Sirensteen, der junge Signori von Irendor aus dem Lieblichen Feld, beinahe
im Bett niedergemacht, mit Not entwandt er sich dem heftigen Angriff eines
Wahnsinnigen. Baron Tiachall von Gemhar konnte gerade noch seine umworbene
Braut Edelmunde von Rabenmund vor einem wütenden Mob retten.
In manchen Gassen bedeckten die Leichen der Gefallenen das Pflaster; Bregelsaum
lag über Rabenmund, im Tode so friedlich vereint, wie es zu Lebzeiten
nicht zu gehen schien. Hier lag ein kleines Kind, auf der Flucht
hinterrücks niedergestreckt. Von wem, wer mochte das wissen.
Bitter wurde es denen vergolten, die schlichten wollten, kaum einer, der
dies nicht mit seinem Leben bezahlte. Selbst vor den arangenroten Roben der
Traviapriester machte der Wahnsinn nicht Halt. Wahnsinn war es, der in den
Gassen regierte, Blutgier, Rachedurst - Xarfai. Fast meinte man den
Seelensäufer zufrieden grollen zu hören, ob des grausigen Spektakels,
das man ihm bot. Schwer lag der Geruch von Blut in der Luft, metallen und
zugleich süßlich, daß einem übel werden konnte. Bis
zu den Knöcheln konnte man an manchen Stätten in dem Lebenssaft
waten, dutzende waren dem Massaker zum Opfer gefallen, Edle wie Gemeine,
Gefolgsleute wie unschuldige Seelen. Baronin Duridanya von Rabenmund-Greifenberg,
die ihrem Gatten Ucurian ihrer Schwangerschaft zum Trotze nachgeeilt war,
auch sie die blanke Klinge in der Hand, die Unschuldigen zu schützen,
brach ob des Grauens zusammen, zur Unzeit früh befielen sie Tsas Wehen.
Welch Glück daß rabenmundgetreue zur Stelle waren, sie in Sicherheit
zu bringen. Noch in der Nacht schenkte die Baronin einem Knäblein das
Leben, doch war das Kind, Mevis Durenald genannt, zerbrechlich schwach und
klein, und Tsa allein mag wissen, ob ihm zu überleben vergönnt
sein wird.
Allein die Greifenstadt war sicher. Die Ritter vom Bannstrahl ließen
nur bedrängte Bürger in Praios' Stadtviertel ein und wehrten alle
blindwütigen Attacken ab.
Doch selbst die Viertel außerhalb der Stadtmauer waren nicht sicher,
im Gerbervlieht machten sich Mörder über die Stellmacher Wolfsfelder
her und metzelten den letzten der Sippe nieder, seine Tochter, die wegen
dunkler Geschäfte im Stadthaus einsaß, war ebenfalls niedergemacht
worden, von finsteren Schergen, die die Gefängniswache
überwältigt hatten.
Wohl war es dem Burggrafen Bregelsaum gelungen, sein Fähnlein zu sammeln.
Viele waren es nicht mehr, die dem Morden entkommen waren. Man stand mit
dem Rücken zur Wand, lange würde es nicht dauern, bis die
Rabenmundgetreuen ihre Fährte wieder aufgenommen hätten. Und dann
die Stadt, nicht einer, der ihnen zu diesem Zeitpunkt nicht feindselig
gegenüber stand, mit Ausnahme der Geweihten. Erst hatte Wolfhelm ins
Auge gefaßt, sich bis zum Stadttor durchzuschlagen und dann das Tor
zu nehmen, um den Freigang zu erzwingen. Doch schien dies Unterfangen mit
seinen paar Mannen mehr als desperat.
Wohlan, die Tempelimmunitäten. Asyl, das mochte sie vor dem Untergang
retten. Der Burggraf wischte sich Schweiß, Blut und Ruß von der
Stirn. "Folgt mir!" brüllte er heiser. Zur Greifenstadt war es zu weit,
desgleichen galt für die Friedensstadt. Blieb einzig Rondra, was dem
Burggrafen nicht schmecken mochte, aber was half's?
Hastig suchte man sich einen Weg durch die Straßen. Da endlich waren
die Mauern des Donnerfeldes auszumachen. Doch welche Enttäuschung harrte
auf den Grafen und die seinen, als sie in ihrer Not an die Pforte klopften.
Eine Geweihte öffnete die Luke, das Gesicht wie von Stein. "So laßt
uns ein, wir begehren Zuflucht!" stieß der Burggraf hervor. Düster
musterte die Ritterin den arg zerschlagenen Haufen. "Die Herrin kann Euch
keine Zuflucht gewähren, Landgraf. Ihr habt Eure Klingen in Zorn und
Haß erhoben, nicht um der Gerechtigkeit willen. So schmeckt denn die
Ernte Eures Tuns. Viel unschuldiges Blut ist in dieser Nacht geflossen, meine
Ordensgeschwister eilen durch die Gassen, dem Rasen ein Ende zu setzen. Die
Herrin möge Euch strafen für das, was Ihr, Ihr beide, Bregelsaum
wie Rabenmund, herabbeschworen habt!" Und schloß die Pforte. Verzweifelt
blickte Wolfhelm in die Runde. Schön hörte man das Johlen der
Verfolger. "Der Patrizierturm dort!" Man folgte dem Ruf eines Knappen. Auch
wenn es kaum die Rettung vor dem drohenden Untergang sein konnte, gelang
es, sich in dies feste Gemäuer zurückzuziehen, sollten die Rabenmunds
ihren Tod teuer bezahlen. Man brach durch die Tür und verschanzte sich
in dem Türmchen. Eben da sie die Pforte mit Möbelstücken befestigt
hatten, sah man die Rabenmunds heranziehen.
Nun war die Stunde der Entscheidung gekommen, die Häscher hatten ihre
Zuflucht umringt. Dräuend näherten sie sich gemessenen Schrittes,
der sichere Triumph machte jedwede Eile obsolet. Man wollte diesen Moment
auskosten, den Augenblick, da der Streit zwischen den Familien endgültig
ein Ende finden würde: Mit einem Sieg der Rabenmunds. Wild und trotzig
begegneten die Bregelsaums den siegesgewissen Blicken ihrer Feinde, nein,
billig sollten sie ihn nicht bekommen, ihren Sieg. Doch schien das die Rabenmunds
nicht schrecken zu können. Schon formierte man sich zum Sturm, die
Bregelsaum faßten Spieße und Schwerter fester, als eine Stimme
sich laut aus den Reihen der Rabenmunds erhob.
"Nein! Um unseres gerechten Herren Praios willen, haltet ein! Einer der Ritter
bahnte sich einen Weg durch den Ring von Kämpen, sein einst gülden
funkelnder Harnisch war verbeult und stumpf. Mit erhobenen Händen, die
Klinge in der Scheide, stellte er sich zwischen die Fronten. "Genug Blut
ist geflossen, haltet endlich ein." Es war der Bruder der Fürstin, Ucurian,
der als treuer Diener des Götterfürsten bekannt war, die Stimme
rauh, das Gesicht von den erlebten Schrecken gezeichnet. "Meine teure Schwester,
erweist uns allen ein Zeugnis von Eurer Gnade, laßt sie gehen. Zieht
nicht noch mehr den Zorn der Götter auf Euch herab." "Niemals!" zischte
es aus den Reihen der Rabenmunds, nicht anders aus denen der Bregelsaums.
Verzweifelt blickte der junge Prinz sich um. "Um der Ehre Darpatiens willen,
laßt ab davon, daß darpatisches Blut durch Darpatier fließt.
"Ihr, Burggraf Wolfhelm, laßt Euer Schwert sinken. Ich selbst schwöre
Euch, beim Namen des Götterfürsten, bei allem was mir heilig ist,
Euch soll nichts weiter von Rabenmundhand dräuen. Ihr sollt in Frieden
ziehen." Wohl flammten die Augen der Fürstin auf, ob der
Eigenmächtigkeit des Prinzen. Eine Weile lastete Schweigen schwer auf
den Versammelten, einen Lidschlag nur, doch manchem mochte es wie eine Ewigkeit
scheinen. "Im Namen des Götterfürsten, Herr Ucurian, wenn Ihr Euer
Wort gebt, im Namen des Herrn, Euch will ich glauben, einzig Euch in diesem
ganzen Haufe." Das waren die Worte des Herrn Wolfhelm. Murren erhob sich
in beiden Lagern. Flehentlich blickte der Prinz seine Schwester an: "Herrin,
ich bitte Euch, laßt mich mein Wort nicht eidbrüchig gegeben haben."
Man sah, wie Irmegunde mit sich rang, die Lippen fest aufeinander gepreßt,
die Augen wie Eis. Schließlich nickte sie und wandte sich ab. "So sei
es!" flüsterte sie. Und bedeutete den ihren, ihr zu folgen. Ohne ein
weiteres Wort öffneten die Rabenmundtruppen eine Gasse, bildeten finsteres
Spalier. Schweigend verließen die Bregelsaums ihre Zuflucht, nicht
alle Blicke, die den Prinzen trafen, waren freundlich. Stumm zog der Trupp
zum Tor, gespenstisch still war es mit einem Male, wo eben noch gellende
Schreie und Kampfeslärm die Gassen erfüllt hatten. Pferde wurden
herbeigeholt, das Stadttor öffnete sich auf Geheiß des Prinzen.
Stumm zogen die Bregelsaums aus der Stadt, kehrten der Stätte den
Rücken, da sie beinahe ihr Ende gefunden hätten. Eben sandte Praios
zaghaft seine ersten Strahlen, der junge Morgen brach heran, just als der
letzte der Bregelsaums die Stadt verlassen hatte. Ein Rabe, der sich auf
dem Stadttor niedergelassen hatte, krächzte seine rauhe Klage.
"Weh uns, weh Darpatien", hörte man den Prinzen flüstern, "diese
Blutnacht soll lange unvergessen sein."
Als Opfer der grausamen Blutnacht zu Rommilys sind u.a. zu
beklagen:
Burggraf Sighelm von Gareth-Sighelmsmark, Baronin Alruna von Bregelsaum zu
Vellberg, ihre Kinder Trudegard und Ludelhold, Wunnehilde von
Pandlaril-Bregelsaum, Wilmimei von Bregelsaum zu Siefen und ihr Bruder Xandros.
Praiana von Gareth-Bregelsaum, Praioslob von Bregelsaum, die Ritter Welf
und Elberich von Bregelsaum, Gundelshilde von Bregelsaum, Geweihte des Praios,
der fürstliche Seneschall Malzan von Rabenmund zu Echsmoos, Goswin
d.Ä.von Rabenmund und seine Gemahlin Sumudai von Roßhagen, Jaslin
Brin von Rabenmund j.H., Baron Aeron von Herzogenrath zu Rechthag, Baronin
Alruna von Aschenfeld, Andirai von Blutklamm, fürstlicher Mundschenk,
Vater Mevis von Rabenmund ä.H., Mutter Herdlinde, Mutter Mildessa und
Vater Traviniel sowie die Novizen Alvidia und Herdfrida, Rondraritterin Aldara
zu Kleefelden, Stadträtin Elgunda Ochsenfeld
Und derer hundertfach Bürger der Stadt, Männer, wie Frauen, Alte
wie Kinder, dazu Gefolgsleute, Knechte, Diener und Mägde beider Parteien,
die gleichfalls den grausamen Tod fanden.
Möge Boron sich ihrer annehmen.
Etliche mehr wurden schwer verwundet und ringen noch mit dem Tod oder ließen ihre Unversehrtheit, darunter der Bräutigam, Wahnfried von Bregelsaum.
Die Blutnacht für den Meister
Wie geschildert reisen die Gäste, gleich ob aus Darpatien, den
Reichsprovinzen oder dem Ausland mit großem Gefolge an. Bregelsaums
wie Rabenmunds haben Bedarf, tatkräftige und fähige Herrschaften
(richtig, Ihre Helden!), anläßlich des Festes in ihren Dienst
zu nehmen, sei es als Leibwächter, als Leibmagus etc. pp. Möglichkeit
für die Helden, sich bei dem einen oder anderen Haus einen guten (oder
schlechten) Namen zu machen. So bietet sich für die Gefährten die
Gelegenheit, die Ereignisse hautnah mitzuerleben, als zufälliger Gast
oder in einem der Gefolge.
Allein zwei Dinge müssen den Helden versagt bleiben: Die Blutnacht zu
verhindern oder die wahren Hintergründe der Mordtat an der Baronin zu
Vellberg zu ergründen. Letzteres soll einstweilen im Dunklen bleiben.
Mit den geschilderten Ereignissen hat der Zwist zwischen den Rabenmunds und
den Bregelsaums einen ebenso blutigen wie traurigen Höhepunkt genommen,
doch noch lange nicht sein Ende gefunden - im Gegenteil.
Bregelsaums und Rabenmunds werden jede sich bietende Gelegenheit nutzen,
die Fehde wieder aufflammen zu lassen, auch wenn der Reichsfriede enge Grenzen
setzt. Durch Zufall oder Fügung mag es geschehen, daß Ihre Helden
in diese Ereignisse verstrickt werden, Stoff für manches Szenario.