

Traviakirche und Fürstin lindern das Flüchtlingselend:
Zunehmend dramatisch gestaltet sich die Situation unter den Flüchtlingen,
die in Rommilys Obdach gefunden haben.
Wiewohl die Nachricht vom Sieg der tapferen Truppen an der Trollpforte auch
in der Stadt große Erleichterung auslöste, kann selbst diese Zeitung
nicht über die Mißstände hinwegtäuschen, die allerorten
ihr häßlliches Antlitz zeigen. Nicht umsonst trägt Rommilys
den Namen Stadt der Gütigen, Stadt der Gastfreundschaft, so daß
ein großer Teil des nicht abebbenwollenden Flüchtlingsstroms seinen
Weg hierher lenkt. Man müht sich nach Kräften, all die Elenden
unterzubringen, viele Bürger haben Tobrier und Ober-darpatier bei sich
aufgenommen, die anderen sind in den Tempeln und öffentlichen Gebäuden
sowie in eigens errichteten Lagern untergebracht worden.
Und doch scheinen die vereinten Anstrengungen nich länger zu genügen:
Tag um Tag kommen weitere ausgemergelte und elende Gestalten in die Stadt.
Jüngste Gefahr, die seit dem Sieg der gerechten Sache unsere Lande bedroht,
sind solche aus dem Heerbann des Dämonenmeisters, die sich unter die
Flüchtlingen mengen, um sich so der gerechten Verfolgung zu entziehen.
Ein jeder Bürger ist anhalten, auf der Hut zu sein.
In dem Maße, da Rommilys nicht nachkommen kann, Quartiere zur
Verfügung zu stellen, siedeln diese sich in von eigener Hand errichteten
Buden an. Auf diese Weise ist am Rande von Litzelstatt ein Elendsquartier
entstanden, das mannigfache Probleme birgt. Dicht an dicht hocken die Menschen
in ihren Verschlägen. Viele sind von der langen Flucht ausgezehrt und
tragen den Keim von Krankheiten in sich. Schon sind die ersten schwer erkrankt.
Durch die drangvolle Enge und die teils katastrophalen Verhältnisse
drohen Seuchen auszubrechen und sich womöglich auch bis in die Stadt
auszubreiten. Möge PER uns schützen.
Auch die Bettelei nimmt mehr und mehr Überhand, so daß man einigenorts
schon mehr von Wegelagerei organisierter Banden sprechen muß, als von
traviagefälligem Gnadenerwerb.
Eindringich appelliert die Traviakirche, die Anstrengungen zu forcieren.
Die seligen Frauen und Männer tun das ihrige, und teilen ihre Quartier
und ihr Brot mit Flüchtlingen.
Und Rommilys sieht nicht tatenlos zu: Unter der Leitung der ehrenwerten Dame
von Kalmbach wurde eine Initiative gegründet, die unter dem Motto steht:
"Rommilyser, tut es der heiligen Atavia gleich, gebt euer letztes Hemd" Erste
Spenderin war die Fürstin.
Der Kammersänger Istvan Winroff hat in der Markthalle einen Liederabend
gegeben, dessen Erlös zur Gänze den Flüchtlingen zu Gute kommt.
Graf Barnhelm und viele weitere illustre Gäste sorgten dafür, daß
die Veranstaltung zu einem vollen Erfolg wurde.
Fürstin Irmegunde hat derweil den Flüchtlingslagern und auch dem
Spital einen Besuch abgestattet, um sich persönlich ein Bild über
das Schicksal der Elenden zu machen. Ihre Durchlaucht zeigte sich tief betroffen
über das Gesehene und ließ am nächsten Tag den Erlaß
verkünden, daß nunmehr, um das Elend auch in Anbetracht des nahenden
Winters zu lindern, eine große Zahl Flüchtlinge eine neue Heimat
auf fürstlichem Land finden soll.
Zugleich appellierte sie an ihre Lehsnleute, es ihrem Vorbild gleichzutun.
"Man könne unmöglich die Augen vor so viel Leid verschließen."
so die Fürstin.
Versöhnung zwischen dem Haus Rabenmund und dem Haus Bregelsaum
Am 30. HES soll in Rommilys durch einen Traviabund ein Zeichen gesetzt werden,
daß der seit Generationen lodernde Zwist zwischen den beiden großen
darpatischen Adelsfamilien endlich beigelegt ist.
Bekümmert durch die Fehdetaten, die just in den letzten Monden ärger
denn seit langem aufflackerten, und Opfer an Leib, Gut und Leben der Familien
forderten, sind die beiden Familienoberhäupter, unsere geschätzte
Fürstin Irmegunde und Seine Hochgeboren Wolfhelm von Pandlaril-Bregelsaum,
zusammengekommen, die Zwistigkeiten endlich auszuräumen und einander
die Hand zu reichen.
Als Zeichen des neugeschmiedeten Bundes der beiden Häuser soll zwischen
Beergard von Rabenmund und Wahnfried von Bregelsaum der Traviabund besiegelt
werden. Mögen die Zwölfe diesen Bund segnen.
Die Trauungszeremonie wird durch das Heilige Paar höchstselbst vollzogen
werden.
Es werden zahlreiche edle Gäste aus dem In- und Ausland erwartet.
Aus dem Fürstenpalast wurde verlautbart, daß an diesem Festtag,
wie auch an dem darauffolgenden Tage, die Arbeit in der Stadt ruhen solle.
Eine jede Bürgerin und ein jeder Bürger Rommilys ist geladen, Zeuge
des erfreulichen Ereignisses zu werden und in der Vorburg Gast Ihrer Durchlaucht
zu sein.
Des weiteren werden auf allen Plätzen der Stadt und in der Markthalle
Tafeln errichtet, wo freie Gastung gehalten wird. Aus allen Brunnen der Stadt
soll für diesen Tag lieblicher Wein fließen.
Armen und unverschuldet in Elend geratenen wird anläßlich des
Freudenfestes ein neues Gewand zuteil werden.
Gaukler, Barden und anderes Schaustellervolk ist aufgerufen, zahlreich in die Stadt zu kommen um mit ihren Künsten die Bürger zu erfreuen.
Feiger Überfall auf Traviageweihte
Oh tempora - oh mores. Ein Fall von besonders verabscheuungs-würdiger
Brutalität und Götter-losigkeit erschüttert unsere Stadt.
In den Abendstunden des 15. TRA wurde Schwester Gnadenhold, die sich auf
dem Weg zu einer notleidenden Familie im Gerbervlieth befand, in einer dunklen
Gasse von hinten niedergeschlagen und der Gaben, die sie mit sich trug, ein
Korb voll Speisen und ein Beutel mit ein paar Münzen, beraubt.
Die Geweihte trug eine heftig blutende Platzwunde davon und brach bewußtlos
zusammen.
Nachbarn, die sofort herbeieilten, konnten die Täter, ein paar zerlumpte
Gestalten, nicht mehr habhaft werden. Auch waren ihre Gesichter im abendlichen
Zwielicht nicht auszumachen.
Ob es sich bei den Schandbuben um einheimisches übles Gelichter, fremdes
Bettelvolk oder um einen gezielten Attentäter des Erzfeindes gehandelt
hat, ist bislang nicht geklärt.
Allerdings gibt es Stimmen, die behaupten, es handele sich dabei um tobrische
Flüchtlinge, die , angesichts ihrer Not selbst vor einem Frevel wie
diesem nicht zurückschreckten.
Wohl will die Traviakirche von solchen jeder Grundlage entbehrenden
Vorwürfe nichts wissen und erhebt mahnend den Finger, von voreiligen
Vergeltungstaten abzusehen. Nichtsdestotrotz zeigte man sich
tieferschüttert über den grausamen Überfall auf eine
Traviadienerin.
Die Garde ermittelt.
Heimtückischer Brandanschlag auf Fürstliche Kornspeicher
Praioslob ist gelungen, einen Anschlag auf die fürstlichen Kornspeicher
im letzten Augenblick zu vereiteln.
Der finstere Täter hatte sich in die Stadt geschlichen, um diese letzte
Reserve für Zeiten der Not in Brand zu setzen, und damit unsere Bürger
und hunderte von Flüchtlingen im kommenden Winter einem grausamen Hungertod
auszuliefern.
Doch blieb der nächtliche Schleicher nicht unbemerkt. Einer der
Nachtwächter, die allabendlich auch im Hafenviertel Streife gehen, um
nach Gesindel,Feuern und anderem Unbill Ausschau zu halten, wurde auf den
Unhold aufmerksam. "Jeder rechtschaffene Bürger weiß doch, daß
man des nachts ein Licht bei sich tragen muß. Und da sehe ich , wie
so ein dunkler Schatten sich bei den Speichern herumdrückt. So einer
konnte nichts Gutes im Schilde führen. Und irgendwie hatte ich diese
komische Gefühl, daß es besser sei, die Garde zu rufem, statt
das Gerüfte (ein Alarmruf, dem alle Bürger in Hörweite
zu folgen haben) anzustimmen." Wie umsichtig es war, seiner Intuition
zu folgen, sollte sich später noch erweisen.
Dem Mut und der Entschlossenheit Hauptmann Catanius' und seiner Getreuen
ist es zu verdanken, daß die Schandtat gerade noch gestoppt werden
konnte. Schon hatte der Attentäter einen Brandsatz an den Speicher gelegt,
als die Garde herbeikam, ihn zu stellen. Es gelang ihnen in heldenhaftem
Kampf, des Übeltäter trotz heftiger magischer Gegenwehr, offenkundig
hatte man es mit einem Borbaradianer zu tun, habhaft zu werden und den
aufflammenden Brand im Keim zu ersticken.
Man hat den Unhold, einen Schmied aus Nordmarken, der erst am Tage zuvor
im Roten Roß abgestiegen war, in das Gefängnis der Inquisition
verbracht, wo man ihn vor seiner Gerichtsverhandlung Verhören untterziehen
wird, um mehr über seine Hinterleute zu erfahren.
Schon seit langem hegt die Garde den Verdacht, daß ein jBorbaradianischer
Zirkel sein Unwesen in unserer Stadt treibt. Man erinnere sich an den Fall
des Arztes Praioshag, der für großes Aufsehen gesorgt hat.
Es tut gut zu wissen, daß unsere Garde auf der Hut ist.
Der Dank der Bürgerschaft gebührt außerdem dem wackeren
Nachtwächter Travian Katzbart, der vom Rat der Stadt belobigt werden
soll.
Gasthaus Zum Bierfaß geschlossen
Nach mehreren Klagen über die Wirtin des Zum Bierfaß, Helmina
Hopfenbräu, ob wiederholter Verstöße gegen Stadt- und
Schankrecht, wurde nunmehr auf Beschluß des Rates der Wirtsfrau aus
dem Paradies das Schankrecht entzogen.
Die Hopfenbräu hatte sich wiederholt als Hurenwirtin versucht, wiewohl
dies in der Gänswiesgasse verboten ist. Auch war die Wirtin
erwiesenermaßen in dunkle Geschäfte verstrickt. Um diesem Treiben
ein Ende zu setzen, wurde nun die Konsequenz gezogen. Die Hopfenbräu
wird außerdem am nächsten Marktag an den Pranger gestellt. Sollte
sie auch zukünftig nicht von ihrenkrummen Dingern lassen können,
drohen ihr schwere Strafen.
Der hohe Rat greift endlich durch
Endlich unternahm der Hohe Rat die nötigen Schritte die Einhaltung der
Zunftregeln zu gewährleisten.
Die Bäckerzunft reagierte denn auch tags darauf: 2 Bäcker aus
Litzelstatt, sowie einer aus Katzloch, Gerber-vlieth und aus der Neustadt
hatten schlechtes Mehl für ihre Brote verwandt. Manche erdreisteten
sich gar, das minderwertige Backwerk auch noch in zu kleinen Laiben abzuliefern.
Mit diesen Schurken wurde nicht lang gefackelt. Sie wurden mehrfach im Darpat
getauft und dem Gespött der Leute ausgeliefert. Anschließend wurden
ihre Namen auf eine Schandtafel am Zunfthaus in der Neustadt geschrieben.
Zwei weitere Bäcker aus Aldewyk die sich ebenfalls nicht an das
städtisch vorgeschriebene Brotgewicht gehalten hatten, mußten
als Strafe jeweils 2 Goldstücke an die Zunft und an den Stadtsäckel
abführen.
Wegen der zahlreichen leidenden Flüchtlinge sei es zudem unabdingbar,
daß die schändlichen Bäcker alsbald im Travia-tempel Abbitte
leisten, so der Zunftvorsitzende Jarlan Bleibtreu.
Der Born
Der Born fließt seit 1000 Jahren
hinaus bei Festum in das Meer.
Er trug so viel, so viele Tränen
hinaus und gab sie nicht mehr her.
Die Tränen wurden dann zu Wolken
sie zogen mit dem Wind voran
und irgendwo begann ein Regen
der dann im weiten Land zerrann.
Der Regen brachte graue Tage
mit Tränen und soviel Leid.
Der Born trug sie auf den Wellen
hinaus seit ururalter Zeit.
Die Sage vom Gold auf dem Darpat
Die Sage vom Gold auf dem Darpat
erzählte man mir schon als Kind.
Es trieb einst vor vierhundert Jahren
ein Schiff auf dem Darpat im Wind.
Beladen mit Gold für den Kaiser
von Fürsten die längst nicht mehr sind.
Das Schiff konnte kaum noch fahren
das Gold war viel, war viel zu schwer. Doch der Kapitän schrieb dem
Kaiser:
Bestraft mich wie Euch es gefällt.
Das Leben von meinen Matrosen
wiegt mehr als das Gold auf der Welt.
Dann warf er das Gold in den Darpat,
entschlossen sprang er hinterher.
Kein Mensch hat ihn je gefunden
Das Gold war viel, war viel zu schwer.