

Verlautbarung Ihrer Allertraviagefälligsten Durchlaucht Irmegunde von Rabenmund:
Mit Unmut vernahmen Wir die jüngsten Tollereien zwischen Repräsentanten des Adels Almadas und Unseres Reiches.
Wir empfinden diese Händel als über alle Maßen unerquicklich und unerträglich, angesichts der bedrängten Lage, in der sich das Reich befindet. Mit besonderem Anscheu erfüllt Uns das Factum, daß, wiewohl die Hand zur Einigung ausgestreckt wurde, subversive Elemente alles daran setzen, den Zwist aufzupeitschen. Man mag selbst seine Schlüsse ziehen, was daraus zu deuten ist.
Es kann nicht angehen, daß der Erzfeind uns uneins und geschwächt vorfindet, nur weil Tollköpfe, Intriganten und unverbesserliche Streithähne von einem Zwist nicht lassen mögen, der angesichts der Gefahren, die uns seitens der Dunklen Horden drohen, geringer denn gering erscheinen. Es kann nicht angehen, daß die Sicherheit des Reiches in Frage steht, ob solch eines lächerlichen Streites, der auf dem Turniergrund eine Herausforderung nicht wert wäre.
Den beteiligten Damen und Herren sei hiermit kund und zu wissen getan: Wir werden keine Fortführung dieser Händel dulden!
Wir verweisen desweiteren auf den Reichsfrieden, dessen Verletzung ein heiliges Vergehen ist.
Wir garantieren fürderhin, daß von seiten des Fürstentumes Darpatien dieser Zwist nicht länger fortgeführt werde.Almada aber sei angeraten, für gleiches Sorge zu tragen.
All jenen aber, die sich voller Inbrunst und mit geschwollenem Kamm in diese Fehde stürzen, unverbesserlich gegen gute und drohende Worte, sei folgendes gesagt:
Wer seinen Heldenmut beweisen wolle, seine Kampfeskraft und sein Waffengeschick, dem bieten sich dazu weiß Rondra genügend Gelegenheiten an der Front.
Es kann nicht angehen, daß gutes Blut darpatischer Streiter durch andere Mittelreicher vergossen werde, desgleichen vice versa, ohne Not und nur um des Stolzes und drr Hoffart halber.
Stolz, so Ihr seiner Bestätigung denn so nötig bedürft, läßt sich weit trefflicher im Kriege gegen den Allüblen erringen. Auch wenn man dann nicht unbedingt darauf hoffen darf, daß eine gewisse Gazette dies in ähnlicher Form breit tritt wie den unsäglichen Zwist.
Kaiserliche Familie schlägt Hand der Fürstin aus
Wie aus Hofkreisen in Rommilys zu erfahren war, war die Fürstin mehrere Stunden nach Zustellung des vorletzten Aventurischen Boten nicht ansprechbar.
Ihre Äußerungen zu der dort zu lesenden Ablehnung einer angetragenen Hochzeit zwischen der darpatischen Thronfolgerin Swantje Rahjandrael von Rabenmund und Selindian Hal von Gareth-Streitzig sind nicht zitierfähig.
Nicht genug, daß die auf höchster Ebene angetragene Verbindung der beiden Herrscherhäuser durch eine gezielte Indiskretion an die Öffentlichkeit gelangte, nein, die Sprecher der kaiserlichen Familie schreckten darüber hinaus nicht davor zurück, das Ansinnen der fürstlichen Familie in eine Reihe mit den Träumen bürgerlicher Pfeffer-säcke zu stellen.
Eine solche Beleidigung des fürstlichen Hauses wie des Adels an sich in diesen Zeiten läßt nichts Gutes für das Verhältnis zwischen den von Rabenmunds und den von Streitzigs ahnen. Man mag mutmaßen, inwieweit die Ablehnung des Friedensabkommens mit dem sogenannten Horas-Reich das Haus Gareth zu diesen Affronts veranlaßt haben mag. Wie bekannt ist, hatten damals annähernd alle Adelige Darpatiens gegen das ehrenrührige Vertragswerk gestimmt.
Gerade in dieser schweren Zeit, wo der Feind bis tief in die Trollzacken vorgedrungen ist, wäre eine neuerliche Vertiefung der Beziehungen zwischen den beiden wichtigsten Familien des Reiches, besiegelt durch ein Traviagelöbnis, ein Zeichen der Hoffnung gewesen. Nicht vergessen sind die Zeiten selig eines Retos und Helmbrechts, die enge Freundschaft pflegten, dem Reiche zum Wohlgefallen.
Fürstin Irmegunde von Rabenmund hat sich bemüht, diesen Weg wieder einzuschlagen. Doch es muß einem so anmuten als scheine Gareth nicht zu erkennen, wie wichtig treue Freunde in diesen Tagen sind.
Rettungsaktion im besetzten Land - Dettenhofener Vogt hat überlebt
Uns erreichte ein Bericht des Weibels Trollgrimm Heckenschleicher, wonach es Roderick von Rabenmund m.H. gelungen sei, die Paßstraße in seiner Vogtei Dettenhofen nachhaltig zu sperren. Bislang war befürchtet worden, daß der Vogt bei den Kämpfen gegen die schwarzen Horden gefallen sei. Dies hat sich, praiosdank, nicht bestätigt. Vogt Roderick von Rabenmund m.H. führt derzeit selbst eine wagemutige Truppe im besetzten Land, undkonnte vor kurzem sogar 28 Gefangene aus ihrem Martyrium befreien.
Der Cousin der Fürstin ließ die geretteten tobrischen und ostdarpatischen Flüchtlinge durch seinen Weibel in Sicherheit bringen.
Seinem Bericht zufolge trifft der Feind derzeit keine Anstalten weiter nach Westen vorzudringen.
Renitenter Baron in Ungnade gefallen
Nun ist der Possen endlich genug: Der auführerische Deggen Romerzi., ehedem Baron von Gallys, hat seine renitenten Spiele einmal zu weit getrieben. Der selbsternannte Anführer des Bundes der Schwarzen Sichel, eines fragwürdigen Zusammenschlusses mehrerer Adeliger des Fürstentumes, unter dem Deckmantel des festeren Zusammenhaltes der nördlichsten Region des Fürstentumes, hat nunmehr die Quittung seines praiosungefälligen, ehrabschneidenden Treibens bekommen. Trotz mehrfacher Aufforderung seitens des fürstlichen Hofes zeigte sich Romerzi uneinsichtig und scheute gar nicht vor Hochverrat zurück!
Auf Geheiß Ihrer Fürstlichen Durchlaucht hatte Kanzlerin Ismena von Rabenmund Deggen Romerzi schon vor einem Götterlauf die Ehre aberkannt, das darpatische Blutbanner zu tragen, Reaktion auf das unmögliche Auftreten des Barons auf dem kaiserlichen Hoftag zu Weidleth, wo er trotz gegensätzlichem Befehl der Fürstin und ohne weitere Rücksprache Königin Emer bat, in Darpatien eine neue Landgrafschaft Sichelwacht zu gründen. Die Königin und die Fürstin lehnten übereinstimmend diese unbotmäßige Forderung ab.
Fürstin Irmegunde sah sich gezwungen, getreu Praios' Gesetzen über den ungehorsamen Lehnsmann zu urteilen: Lebenslange Verbannung und die Tilgung des ehrbefleckten Namens aus allen Adelsrollen. Unermeßlich mutet einem die Gnade der Fürstin an, wäre doch die Todesstrafe durchaus eine angemessene Vergeltung für die mannigfachen Verfehlungen gewesen. Auch zeigte sich Ihre fürstliche Durchlaucht gegenüber der Familie des Abtrünnigen überaus milde, und gewährte ihnen, das Erbe Romerzis anzutreten. Nun muß sich der Nachfolger Romerzis dieser Milde als würdig erweisen. Doch schom initiiert dieser in Gallys eine regelrechte Heldenverehrung des Hochverräters und machen selbst nicht davor Halt, den DL in seiner Arbeit zu behindern, um zu vereiteln, daß die Wahrheit über den faulen Baron der Öffentlichkeit zu Ohren kommt.
Dunkle Truppen erleiden am Arvepaß schwere Niederlage
Rondra sei gepriesen. Praioslob. Den fürstlichen Truppen ist endlich ein entscheidender Sieg im Kampf gegen den schwarzen Tyrannen vergönnt worden. Dazu ein erster Bericht der Weibelin Ismena Stein aus dem Perainespital: "Im Morgengrauen war es, daß wir uns durch Nebelschwaden an die unheiligen Mauern der Dämonenburg heranschlichen. Zwei Nächte zuvor war ein Kundschafter bei und aufgetaucht, mit der Mär, daß ein Weg in die Feste gefunden sei. Es herrschte fieberhafte Aufregung in unseren Reihen. Sollte es tatsächlich möglich sein, die schier uneinnehmbare Dämonenburg zu nehmen? Selbst die, die mutlos und verzagt waren, durch den langen, zähen Kampf gegen den grausamen Gegner,wurden erneut von Hoffnung und Kampfeslust erfüllt. Nichtsdestotrotz hieß es den Anschein zu wahren, als sei alles wie zuvor, wir wollten die Dämonenknechte ja nicht ahnen lassen, daß etwas im Schwange war.
Als sich die Nebel lichteten, so um die achte Morgenstund, war es endlich so weit: Baron von Rosenbusch befahl den Sturm. Stolz donnerte die Kavallerie der Feste entgegen, unsere Schützen bestrichen die Mauern mit einem wahren Hagel von Pfeilen und auch die Landwehr stürmte voller Heldenmut. Zugegeben, ein wenig mulmig war mir schon, als sich die Blutsäufer auf den Mauern regten. Und diese unheiligen Mauern selbst: alles Dämonenwerk. Aber dann ging mit einem Mal alles ganz schnell. Es gab Kampfeslärm in der Burg, und dann öffnete sich das Tor sperrangelweit. Die Feste stand uns offen. Auf eine weitere Einladung haben wir nicht gewartet, das könnt Ihr wohl glauben.
Wacker stürmten unsere Jungs und Mädels in den Innenhof. Ganz so leicht war es denn doch nicht, die hatten immer noch einiges aufzubieten. Das war ein Kampf. Überall waren niederhöllische Kreaturen. Aber gekämpft haben wir, wie Rachealveraniare. Einer von den Unholden hat mich denn auch niedergestreckt - sonst wäre ich ja auch nicht hier. Aber schlußendlich haben wir sie doch alle geschafft. Rondralob und Gloria Darpatia"
Auf Antrag der Hochgeweihten des Praios hat der Hohe Rat der Stadt folgendes beschlossen:
Von Hoffart und Kleidungen
Weilen der Mißbrauch in Gold, Silber, Perlen, Bändern und anderem
Tand und Zierrat, Röcken von höchster, grellichter oder
unstandesgemäßer Farb, spitzes Schuhwerk und dergleichen Sachen,
sonderlich bei denen Weibspersonen, aber auch manchem Gecken so weit
überhand nimmt, daß auch die gemeinen Handwerksleute, desgleichen
deren Ehegatten und, was in besundrem Maße zu verabscheuen ist, gar
Dienstleut' von Herrschaften, die solches dulden, der Hoffart sich solcher
Art ergeben, daß kaum ein Unterschied des Standes, Würden und
Personen mehr zu verspüren ist. Durch solch schändliches Laster
aber werde der Allerhöchste Gott billich zu Zorn, dann zeitlicher und
ewiger Strafe gereizet, auch mancher Mensch in das Verderben seiner zeitlichen
Nahrung darüber gesetzt wird. Wir wollen Unseres obrigkeitlichen Ampts
halber männiglichen hiervon abgemahnt und seinen Stand, Herkommen und
Vermögens gemäß sich zu halten hiermit erinnert haben, mit
dem Anhang, daß hinfür auf alle solche Übermaß scharpfes
Auf- und Einsehen genommen auch die Stadtgarde, da sie an ein und andrer
Person, dero es nicht geziemet, dergleichen Hoffart und Pracht sehen, solches
anzeigen oder der Dirne oder dem geschmücktem Hahne von dem Leibe zu
reißen Macht haben solle. Auch sollen solche gemahnet sein, daß
solch ungefälliges Tun mit Strafen der Schand und des Geldes beleget
werde.