Rommilys
Stadtteil Katzloch
(das Armenviertel) Linie [ Beschreibung des Stadtteiles | Besondere Orte | Stadtplan von Rommilys ] Linie

Beschreibung:

Auch in einer Stadt wie Rommilys haben diejenigen, welchen Praios nicht seine Gnade angedeihen ließ, ein eigenes Viertel: das Katzloch. Hier sind die Straßen nur aus gestampften Lehm, der sich bei Regen in tiefen Schlamm verwandelt; der Gestank von Kohl und Unrat liegt in der Luft, mageres Kleinvieh und zerlumpte Kinder tummeln sich auf den Plätzen. Die Gassen sind eng und dunkel, die Behausungen oft kaum mehr als eine Hütte zu nennen. Selbst in den Hinterhöfen hat man jeden Raum genutzt, um Unterschlupf zu finden und mancher Tagelöhner muß sich gar mit einer Bettstatt unter einer Treppenstiege als Heimstatt begnügen oder sich Nacht für Nacht ein anderes Quartier in einem Schuppen oder Verschlag suchen.

Und doch, bei all der Not, der der Reisende ansichtig wird: Hoffnung ist immer wieder zu spüren, aus diesem tristen Dasein zu entfliehen, denn SIE will es nicht dulden, daß IHRE Kinder darben. So sieht man Travias Diener die versuchen, das Leid zu mildern. Hier findet sich eine Küche der Badilakaner, wo sich die Ärmsten der Armen verköstigen können, dort schreitet eine Geweihte der Travia durch das Gewühl, das Licht der milden Göttin zu bringen. Denn die Spenden im Friedenskaiser-Yulag-Tempel fließen reichlich, und was wäre angemessener, als die Armen davon profitieren zu lassen. Mephaliten gehen zu den Schwerstkranken, um ihnen kraft arkaner Macht zu helfen oder verbringen sie in eines der Spitäler am Rande der Stadt, um dort Genesung zu finden. Zudem gibt es private Stifte, die sich um das Wohlergehen der Ärmsten kümmert, sei es, daß sie ein Waisenhaus oder Armenküchen unterhalten, sei es durch Stiftungen, die dafür sorgen, daß solch im Elend aufgewachsenen Kindern das Lehrgeld bei einem der angesehenen Meister der Stadt gezahlt wird.
Was Wunder, daß es hier weniger dem Trunke Verfallene gibt als in anderen großen Städten. Daß man hier nicht wie in Al'Anfa das höchste Geschenk der Götter an die Menschen, die Kinder, an einen reichen Durchreisenden verkauft. Daß die Verzweiflung durch die Fürsorge der Travia- und Perainegläubigen von einem Hoffnungsstrahl durchbrochen wird.
So wie der Traviatempel bereits beim Bau der alten Stadtbefestigung dafür gesorgt hat, daß auch das Armenviertel am Fuße der Friedensstadt umfriedet wurde, bemühen sich Travia- und Perainekirche jetzt darum, mit Hilfe von Spenden die Kanalisation bis ins Katzloch ausbauen zulassen, nicht zuletzt weil man überzeugt ist, daß der Unrat auf den Straßen nicht der Gesundheit zuträglich ist. Der Hohe Rat hat dazu schon seine Zustimmung erteilt, aber zur Bedingung gemacht, daß ein Großteil der nötigen Arbeiten durch freiwillige Arbeitseinsätze der Bewohner des Viertels gemacht werden müßten. Doch scheint es rein illusorisch, daß die Armen, die doch von Sonnenaufgang bis -untergang schuften müssen, um mit Mühen ihr Brot zu verdienen, Kraft, Muße und Einsicht finden, sich solch einer Aufgabe zu widmen. So wird der Tempel wohl noch manche Kollekte machen müssen, bis dieses Projekt in Angriff genommen werden kann.

Der Weg in die Friedensstadt führt für Pilger unweigerlich durch die Gassen von Katzloch, wo sie auf ihrem Weg zum Heiligsten der Göttin zu Mildtätigkeit gemahnt, aber auch daran erinnert werden, wie sehr sie den Zwölfen danken müssen, ein freundlicheres Schicksal gefunden zu haben. Wen wundert es da, daß tagaus, tagein Scharen von Bettlern ihr Elend zur Schau stellen, in der Hoffnung, die bußfertigen Wohlbetuchten dazu zu bewegen, ihre Not durch eine Gabe zu lindern. Nicht allein rommilyser Bettler sind es, die hier ihren Broterwerb haben (denn auch das Betteln gilt als solcher, wenngleich auch wenig schicklicher, und wird vom Rate geduldet, ( siehe auch Recht und Gesetz), die reichen Spenden der Pilger locken auch manchen Fremdling in die Stadt, bisweilen in solchem Übermaße, daß der Rat sich dazu genötigt sah, dem fremden Volke das Betteln einzuschränken, damit die Armen der Stadt nicht ins Hintertreffen gerieten. So ist es stadt- und markfremden Bettlern nur noch gestattet, für drei Tage in der Stadt ihrem Erwerb nachzugehen, alsdann aber müssen sie weiterziehen.
Doch aller Fürsorge zum Trotze, regiert im Katzloch all zu oft das Recht des Stärkeren oder Listigeren. Die wohlgefüllten Geldkatzen, die mancher Pilger mit sich trägt, verführen denn auch den einen oder anderen dazu, nicht auf die Milde der Reisenden zu hoffen, sondern sich lieber auf ihre flinken Finger zu verlassen. Insbesondere ein paar Jugendbanden machen die Gassen unsicher, sind sie es doch satt, allein auf die Güte der Göttin zu hoffen. Vielmehr folgen sie dem Grundsatz "Hilf dir selbst, dann hilft dir Phex!"

Besondere Orte:

Zur Krähe, Haus
des Falker Gerasim
Streunerkneipe
Phexens Finger
Garküche zur mild-
tätigen Mutter Mariella



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