Durch das kleine Stadttor in Aldewyk führt eine schmale Straße am Fuße des Schloßberges entlang zum Stadtbezirk Helmbrechtsstadt. Linker Hand erstrecken sich Weinhügel und Pferdekoppeln. Rechter Hand, am hier steiler werdenden Ufer des Darpat, ist die Besiedelung schon sehr dicht.
Nichtzünftige Handwerker, denen der Zutritt zu einer der
Gilden der Stadt bislang versagt blieb oder deren Gewerbe keine eigene Gilde
bildet, haben sich hier niedergelassen, ebenso wie Tagelöhner, die auf
den Weingütern und in den Pferdeställen ein karges Auskommen finden.
Des weiteren findet sich hier seit dem Jahre 23 Hal die fürstliche
Samtmanufaktur, deren altes Areal in Aldewyk zu eng für die Erfordernisse
geworden war. Dort arbeiten verarmte Handwerkern, die ihre Werkstatt verloren
haben, als auch zugewanderte Leibeigene, die zwar nicht darauf hoffen konnten,
daß Stadtluft freimache, wohl aber darauf vertrauen konnten, daß
man sie in der Stadtmark Rommilys dulden würde - zumindest wenn sie
nicht vom Land der Fürstin stammen.
Dementsprechend sind die Häuser schlicht und bescheiden, die Gassen aus gestampftem Lehm gleichen nach einem Regen Schlammrinnsalen, durch die man sich nur mittels Überschuhen (das sind hölzerne Sohlen mit stelzenartigen, einige Zoll hohen Laufflächen, die man an das eigentliche Schuhwerk bindet) leidlich trockenen Fußes bewegen kann. Allerlei elende Gestalten bevölkern die engen Gassen, stets auf der Suche nach einer Gelegenheit, sich ein paar Heller zu verdienen.
Die Traviakirche hat sich dieser armen Menschen angenommen und vor einem Jahr hier einen kleinen Tempel errichtet, wo auch eine Armenküche und ein Asyl für verwaiste Kinder unterhalten wird.
Ganz im Gegensatz dazu steht das andere Gesicht der Helmbrechtstadt, der Teil des Viertels, in dem das Fürstliche Bestiarium, die Fürstlich-Darpatische Schule der Hohen Reitkunst und das Immanstadion angesiedelt sind. Zu diesen Stätten der Kurzweil und Entspannung führen sorgfältig gepflegte Wege, hier flanieren auch die besseren der Stadt. Rings um das Stadion leben etliche jener, die ihr Leben auf die eine oder andere Weise dem Imman verschrieben haben, und wiewohl es in den Gassen bisweilen rauh und laut zugehen mag, ist es doch kein Vergleich zu der Armut, die nur wenige Schritte entfernt ihr Antlitz zeigt.
| Imman-Stadion | Taverne "Siegreicher Falke" | ||
| Schänke Darpatia | Bestiarium | Fürstl.-Darpatische Schule der Hohen Dressur | |
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