Rommilys
Stadtteil Alt- und Neuhafen Linie [ Beschreibung des Stadtteiles | Stadtplan von Rommilys ] Linie

Der Darpat-Tempel, Heilige Halle des Herrn Efferd:

Der Tempel in Flußnähe ist ein unscheinbares Gebäude, sind es doch vornehmlich die wenigen Flußschiffer und Fischer der Stadt, die Teile ihres oft kleinen Einkommens an den Herrn der Gezeiten abgeben. Eng verbunden ist der Tempel mit seinem Gegenpart in Darpadingen an den Ochsenwasserfällen, dem Ochstan-Tempel.

Der inzwischen schon hochbetagte Efferdtreu Lachsturm nimmt seine Pflichten sehr ernst und führt noch alle wichtigen Zeremonien selbst durch. Ihm zur Seite steht der junge Alrik Wulfenhain, ein Fischersohn, dem einzigen Novizen des Tempels, obwohl der Tempelvorsteher von Perricum schon des öfteren anbot, als Beistand einen Geweihten nach Rommilys zu entsenden.

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Halle der Erleuchtung - der Hesinde-Tempel:

Wiewohl die Gemeinschaft der Hesinde ein recht weitläufiges Tempelgebäude in der Admiral-Dozman-Straße als ihre Heimat erkoren hat, gerät die Hohe Lehrmeisterin Cellissa de Montard zunehmend in Raumnöte. Nicht etwa, weil die Gemeinde, die den Tempel besucht, so umfangreich wäre - einzig die Ordensangehörigen der Mephaliten, die wenigen freischaffenden Magier zu Rommilys, sowie andere Anhänger der Göttin der Weisheit und des Wissens kommen hierher um um Erleuchtung zu beten.

Vielmehr ist der Grund für das Dilemma in der stetig wachsenden Bibliothek des Tempels zu suchen, was Cellissa immer wieder vor Probleme stellt, weiß sie doch langsam nicht mehr, wo sie all die Karten, Bücher und Pergamente noch lagern soll. Selbst im Andachtsraum stapeln sich Dokumente, Abschriften und Bücher, die in den vollgestopften Bibliotheksräumen keinen Platz mehr finden. Nun, die Gläubigen scheint dies nicht zu stören, spricht es doch auch für den Tempel, daß man sich so sehr darum bemüht, erhaltenswertes Wissen zu sammeln. Gift für die alten Bücher ist jedoch die Feuchtigkeit, bedingt durch die Nähe des Darpats, durch die immer wieder wertvolle Exemplare beschädigt werden. Gern würde Cellissa deshalb ein Warmluftsystem wie in Gareth einbauen lassen, allein, es fehlt am nötigen Kleingeld.

Wenigstens eine Sorge muß sie nicht mehr bedrücken, untestützt doch der Traviatempel die Bestrebungen der Hohen Lehrmeisterin auf dem Gebiete der Volksbildung mit großem Eifer. Wohl riß der Tod von Prinzgemahl Grabunz, einem großen Gönner der Hesindeschule, die in einem Hinterzimmer des Tempels ihr Domizil hat, einen argen Riß in das Etatsäckel der Schule, kann doch Fürstin Irmegunde die Begeisterung ihres Vaters für die Volksbildung nicht teilen. Doch hat das Eintreten der Fürstlich Darpatischen Handelskammer eine Kürzung der Zuschüsse aus dem fürstlichen Säckel verhindert und auch die Traviagemeinde tut das ihre, die gute Sache zu unterstützen.

Arg betrübt zeigt sich die Geweihte darüber, daß, wiewohl doch die Stadt eine große Magierakademie beherbergt, sich keiner der Studiosi je in den Hesindetempel verirrt. Ihre Spektabilität tut diesbezügliche Nachfragen lapidar damit ab, daß die Akademie über einen eigenen kleinen Hesindetempel und einen Geweihten verfüge, und es somit keine Not tue, daß die Scholaren unnötigerweise sich in der Stadt herumtrieben und möglicherweise von ihren Studien ablenken ließen.

Inwieweit die mangelnde Unterstützung des Hesindetempels durch die Akademieleitung davon beeinflußt wird, daß der Tempel sich für die Volksbildung engagiert, mag offen bleiben.

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Halle von Feuer und Erz - Der Angrosch-Tempel:

Die Zwergenkolonie in Rommilys ist recht groß, und so kann es nicht verwundern, daß die Angroschim einen Tempel ihres Gottes in der Stadt unterhalten. Gestiftet wurde die Stätte durch die fünf Zwergensippen, die vor etlichen Jahren in die Stadt kamen. Wiewohl sie fern der heimischen Hallen unter Menschen leben, so haben sie doch nie ihren Glauben vergessen, im Gegenteil, das Leben in der Fremde hat ihre Religiosität, ihr Festhalten an zwergischen Sitten und zwergischer Lebensart nur stärker werden lassen.

Tatkräftig nahmen sie das hehre Werk in Angriff, und binnen weniger Monde war es den Zwergen gelungen, einen Höhlen-Tempel in einen der Hügel, auf dem sich die Stadt erhebt, zu treiben. Ihr Werk, geschaffen von kundiger Meisterhand, kann es an Pracht mit anderen bekannten Gebetsstätten der Zwerge getrost aufnehmen, auch wenn es sich selbstverständlich nicht mit den alten Heiligtümern des Kleinen Volkes messen kann und will. Die Spenden an den Tempel fließen reichlich, auch Angroschim aus anderen Teilen der Grafschaft Ochsenwasser kommen hierher, um zu beten und Ingra ihre Ehrerbietung durch üppige Gaben zu erweisen. Von den Zwergen aus Zwerch stammen filigrane Silberarbeiten, wahre Meisterwerke der Schmiedekunst, die zu hohen Feiertagen im Tempelraum ausgestellt werden. Die beiden Zwerge, die den festgemauerten Eingang des unterirdischen Tempels bewachen, sind deshalb auch eher Wächter denn demütige Geweihte.

Der Meister der Esse Thorgin, Sohn des Thoras, fühlt sich mehr dem Wahrer der Kraft in Xorlosch unterstellt als dem Hüter der Flamme in Angbar, wiewohl doch sein Tempel in menschlichen Gefilden steht, was schon des öfteren zu Streitigkeiten geführt hat.

Weniger Schwierigkeiten gibt es hingegen mit der Anhängerschaft des Ingerimm, zu der man sich in religiösem und handwerklichem Wettkampf, nicht aber im theologischen Streite sieht.

Größter Wunsch Thorgins ist es, einmal ein Heiliges Artefakt Ingerimms in seinem Tempel zu beherbergen.

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Alte Werft:

Sicher, der Betrieb heute läßt sich nicht mit den goldenen Zeiten vergangener Götterläufe vergleichen. Es ist ruhiger geworden, seitdem die Perricumer billiger arbeiten, aber noch immer werden hier gute Flußschiffe vom Stapel gelassen. Den Hauptteil der Arbeit nehmen jedoch Ausbesserungsarbeiten und der Bau kleiner Fischerboote ein, was viele Werftarbeiter mit Sarkasmus und Bitterkeit hinnehmen.

Wenn man mit einem Schlauch Wein oder einem Fäßchen Gebrannten am Abend zu den Arbeitern geht, so mag man Geschichten hören über die Zeit, als noch stolze Schiffe wie die "Darpathecht” hier gefertigt wurden.

Der Besitzer der Werft, Hagwulf Kaiserpaß, ist deshalb auch ständig bemüht, neue Großaufträge zu bekommen, doch das Holz muß weit angeliefert werden, was die Preise in die Höhe treibt. Durch die Heirat seiner Tochter Rudine mit dem Sohn des Fuhrunternehmers Dergenbaum aus Neu-Rommilys hofft er nun, sein Geschäft wieder flott zu bekommen.

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Mephaliten-Orden:

Nahe dem Darpatufer hat sich vor 90 Götterläufen der "Orden zur Förderung und Lenkung der Magischen Künste des Mephal von Punin” (oder einfach OM) niedergelassen, nachdem das alte Ordenshaus in Punin abgebrannt war. Der zweistöckige Ziegelbau mit Stufengiebel im Hafenviertel ist das Haupthaus dieser kleinen, der Magie des rechten Weges verschworenen Magiergemeinschaft, dessen Angehörige durch das ganze Land ziehen, um nach talentierten Zöglingen zu suchen. Geeignete Mädchen und Knaben werden alsdann der nächsten Akademie der Rechten Hand bekannt gemacht.

Da die Mephaliten keine feste Ordenstracht besitzen (ebensowenig wie eine verbindliche Ordensregel) ist es bisweilen schwierig, einen Angehörigen dieser Gemeinschaft von einem gewöhnlich reisenden Magus zu unterscheiden.

Geleitet wird der Orden von Thallian de Refadeon, ehemals Lehrmeister an der Anatomischen Akademie zu Vinsalt. Als er sich zu sehr über die „Besudelung" des Imago Transmutabile zur Verschönerung gut zahlender Kunden aufregte, wurde er kurzerhand von der Leitung der Akademie als „entbehrlich" eingestuft und für Studien freigestellt.

Nichtsdestotrotz ist Refadeon ein überaus fähiger Heilmagier, dem so mancher Rommilyser sein Leben verdankt. So ist es auch nicht verwunderlich, daß der Orden sich ein zweites Betätigungsfeld gesucht hat: Die Heilung der Armen, die sich keinen Medicus leisten können. Die Mephaliten arbeiten hier mit dem Travia- und dem Perainetempel Hand in Hand und unterstützen diese nach Kräften.

Meister-Informationen Dem Meister seien die Mephaliten anempfohlen, so die Helden in ihrem immerwährenden wackeren Kampf wider das Böse einmal in arge Bredouille geraten sind. Nach hartem Gefecht schwer angeschlagen, Magierin und Elfe restlos erschöpft und ausgelaugt, alle Heiltränke längst verbraucht, und in unwegsamer Gegend fern jeglicher Hilfe, mag durchaus ein Mephalit als Retter in der Not auftauchen. Bedenke aber, daß es nur wenige Mephaliten gibt, sei also sparsam mit solchen "Wundern"!

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Taverne "Heiliges Schwert":

Martialische Waffen und heroische Schlachtgemälde an den Wänden lassen schon beim Eintritt darauf schließen, daß dies die bevorzugte Schenke für diejenigen in Rommilys ist, die ihr Geld (oder ihren Ruhm ...) mit der Waffe verdienen.

Nichtsdestotrotz sind auch solche Gäste willkommen, die friedfertigerer Natur sind und keinem Waffenhandwerk nachgehen. Auch der sanftmütigste Tsa-Anhänger müßte hier nicht mit Pöbeleien rechnen, da sei allein schon die Wirtin Fenia Gerrich vor.

Und so können sich im "Heiligen Schwert” auch Nicht-Krieger wohlfühlen, sofern sie sich an den endlosen Debatten über jenes Scharmützel und diese Belagerung, den selbstgestrickten Heldenepen und unvermeidliche Aufschneidereien nicht stören.

Die Wirtin, wiewohl mehr wie eine Söldnerin denn wie eine Gastfrau gekleidet, hat allerdings noch nie ein Schlachtfeld gesehen. Sie hat die Kneipe, ebenso wie ihre ehrfurchtgebietende Statur von ihrem Vater, einem altgedienten Veteranen der Fürstlichen Armee, geerbt. Um ihre Stammkunden nicht zu vergrätzen, übt sie sich in der rondragefälligen Lebensart, zumindest so weit es Kleidung, Sprache und Auftreten angeht. Ein Schwert hat sie bislang nur in der Hand gehabt, um es zu putzen, die der Zierschwerter an der Wand nämlich. Und auch ihre martialische Aufmachung dient allein der Wahrung des Scheins. Immerhin, durch all die Gespräche, die sie an der Theke mitverfolgt hat, ist sie zu einer wahren Kennerin der Kriegs- und Kampfeskunst geworden - zumindest theoretisch. Und so kann Fenia einem Aufschneider auch einmal fachkundig übers Maul fahren, wenn einer allzu arges Kriegerbosparano verbreitet.

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Speiselokal "Neu-Vinsalt":

Eine treffliche Adresse für Feinschmecker ist das "Neu-Vinsalt”, einem erlesenen Speiselokal, unmittelbar an der Hafenmauer gelegen. Hier präsentiert man die neu-bosparanische Küche in gediegener Umgebung, und manch Feinschmecker nimmt den weiten Weg nach Rommilys auf sich, um einmal hier zu speisen. Der gestandene Abenteuer dürfte weniger Freude an dem Angebot der Küche haben, sind die Portionen doch gerade so groß, "um einen hohlen Zahn zu füllen” (Zitat von Alrik Blauauge, Söldner aus Mendena), zudem läßt sich der Wirt Aldan Gebeiner, ein gebürtiger Grangorer, sich die Blüte der Kochkunst wohl bezahlen. Den Menschen von Welt erwarten dafür hier erlesenste Genüsse. Besondere Spezialität des "Neu-Vinsalt” sind die Fischgerichte - der Fisch wird frisch im Ochsenwasser gefangen aber auch die Fleischgerichte aus den heimischen Mastochsen sind ein Gedicht. Das Paradegericht der Gaststube sind aber unzweifelhaft "Gedünstete Darpatfel-chen im Dialog mit bornischer Kartoffelschaumcreme auf einem Mangoldbett”.

Auch der wohlgeführte Weinkeller birgt wahre Schätze: Kein Wein von erlesenem Ruf, der hier fehlen würde. Selbst Spezialitäten des Alten Reiches konnte man hier zu Zeiten finden, da nicht eine Maus, geschweige denn ein Händler die Grenzen zu passieren vermochten. Blanke Taler lassen eben so manches Rädchen kreisen ...

Als es vor einiger Zeit zu Unmutsbekundungen wider Bürger des Alten Reiches anläßlich der Anmaßung der selbsternannten Horas kam, hatte Gebeiner kurz erwogen, die Zelte im Mittelreich abzubrechen, doch konnten heftige Sympathiebezeugungen seiner einflußreichen Gäste ihn eines anderen überzeugen.

Zu den bestgehütetsten Geheimnissen des Wirtes - neben den Rezepten versteht sich - gehört die Tatsache, daß nicht etwa ein waschechter Vinsalter Küchenchef ist. Vielmehr verbirgt sich hinter dem klangvollen Namen Arabello di Khadaso in Wirklichkeit ein gewisser Bokost Paulsson, ein Thorwaler. Unzweifelhaft aus der Art geschlagen, liegt dem Hünen mit den schwarzgefärbten, eingeölten Haaren doch weniger an Stockfisch mit Honig als an erlesensten Kochkompositionen. Wen wundert es, daß er seine Heimat schon in jungen Jahren verließ, um die hohe Kochkunst zu Vinsalt zu erlernen. Wen wundert es aber auch, daß Gebeiner lieber nicht das Risiko eingeht, seine Gäste könnten herausfinden, wer sie da so trefflich bekocht.

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Taverne und Gaststube "Der Hirte":

Fragt man in Rommilys nach dem besten Speiselokal der Stadt, wird man unweigerlich zum „Hirten" geschickt. Die besten Schlachttiere des Umlandes finden ihren Weg in die Küche des kleinen zweistöckigen Hauses, in dessen Keller sich der Schankraum befindet. Zudem versteht es Hargasch, Sohn des Ogrim meisterlich, daraus Köstlichkeiten für den Gaumen zu zaubern, die jeden Feinschmecker Tränen der Glückseligkeit in die Augen steigen lassen.

So kommt es, daß aus der ehemaligen Zwergentaverne heute ein Feinschmeckerlokal geworden ist, in dem erstklassige Küche zwergischer Prägung geboten wird, in dem sich vor allem die Aristokratie und der Geldadel der Stadt die Klinke in die Hand geben. Da zudem die Bier- und Wein-Karte ausgesuchte Edel-Alkoholika führt, ist ein Abend im „Hirten" sicherlich nicht günstig, aber ein Genuß für Gaumen und Magen.

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Lastenzug:

Aus Al'Anfa kam die Idee zu diesem wahren Wunder der Technik, das schon manchen Reisenden in Staunen versetzt hat (zumindest, wenn er noch nicht in Al'Anfa war ...).

Lange Zeit waren Dutzende von Leibeigenen und Arbeitern notwendig, um die Waren vom Hafen in die Oberstadt zu schaffen. Vor ca. 50 Götterläufen aber bereiste Truchseß Arddur von Wolkenfurt den Süden Aventuriens. Als er zurückkam berichtete er begeistert von einer Erfindung der Südländer, die in der Perle des Südens gebräuchlich sei: dem Schrägaufzug.

Seine Erklärungen fanden die Zustimmung des Fürstenhauses wie des Stadtrates, und man beschloß, so ein Ding auch in Rommilys zu bauen.

Allein, aus bloßer Beobachtung vermag man kaum die komplizierte Mechanik des alanfanischen Aufzuges nachzubilden und wiewohl von Wolkenfurt mit einer Mannschaft der besten zwergischen und menschlichen Mechaniker, Ingenieure, Handwerker und Erfinder wochenlang voller Feuereifer fachsimpelte, studierte, probierte und disputierte, vermochte man nicht die alanfanische Konstruktion nachzuvollziehen.

Doch sollten die Bemühungen nicht völlig fehlgeschlagen sein, gelang es den Wackeren doch immerhin, einen anderen Aufzug zu entwickeln, der dann auch in die Tat umgesetzt wurde. So bewegen heute Darpatbullen über eine Seilwinde zwei schwere Lastkarren eine lange Rampe den Berg hinauf und hinunter, wobei etwa 1 ½ Quader transportiert werden können.

Der Aufzug wird von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang betrieben, wobei nur Waren befördert werden dürfen, seitdem einmal bei einem Unglück einer der reichsten Händler der Stadt starb.

Allerdings, wenn man dem Aufzugsführer am Fuße des Hügels neben der Gebühr ein paar Münzen zusteckt und während der Fahrt die Nase im Wagen behält ...

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Trinkstube Angroschs Lob:

Anders als seine Wirtskollegen vom Hirten, vom Stollen und einigen anderen Zwergenkneipen, hat sich Gilgosch Sohn des Golgosch seine Treue zu seinem Volk bewahrt und keinerlei Zugeständnisse an "Langbeine und Spitzohren” gemacht. So ist das Angroschs Lob eine Trinkstube mit klassischen Zwergenmaßen: Die Deckenhöhe beträgt gerade einmal 1,60, Tische und Bänke sind auf das Kaliber der zwergischen Gäste zugeschnitten - grundsolide, daß sie mühelos hundert Stein tragen, aber so niedrig, daß einem Mensch die Knie ans Kinn lupfen würden, wollte er sich hier niederlassen. Doch auf Menschen und andere Riesen ist man hier auch gar nicht aus, hier will man unter sich bleiben. Und so spottet man denn auch nicht selten über die Weichzwerge im Hirten, die vor den großgewachsenen reichen Feinschmeckern kriechen. Ausschließlich Angehörige des kleinen Volkes verkehren hier, "verirrte” menschliche Gäste werden mit entsprechendem Spott empfangen. Elfen haben keinen Zutritt (und würden wohl auch angesichts des Geruches lieber verzichten).

Man muß eine Anekdote aus dem Leben von Gilgosch dem Älteren, Gilgoschs Großvater kennen, um diese Schrulle des Zwerges zu verstehen. Als Gilgosch einst die Länder Aventuriens bereiste, da kam er im albernischen in eine Schenke, wo es einen ausgewiesenen Zwergentisch gab: einen normal hohen Tisch mit hohen, hockerartigen Gebilden, Kinderstühlchen ähnelnd. Zähneknirschend erklomm der Alte unter dem spöttischen Gegröle der menschlichen Gäste das lächerliche Sitzgerät, doch schwor er sich, das nicht auf sich sitzen zu lassen. Und so richtete er in Rommilys - denn eigentlich kam er mit Menschen gut aus, wenn sie sich nur nicht über ihn lustig machten - wo sein Bruder Galgrox schon länger lebte, die Trinkstube Angroschs Lob ein. Die Verbiestertheit des Zwerges vererbte sich vom Großvater bis auf den Enkel und unzweifelhaft wird auch Gilgoschs Sohn Galgosch die Schenke wie gehabt fortführen.

Im Angroschs Lob gibt es Bier bester Brauart - der Wirt wartet mit einem eigenen Starkbier Gilgoschs Zwergenbock auf, hält aber auch renommierte Marken anderer Brauhäuser bereit, zudem einiges an Hochprozentigem, sowie einfache Speisen nach Zwergengeschmack - für wenig Geld bekommt man ordentliche Portionen, die Eßnäpfe würden andernorts wohl als Spühlschüsseln durchgehen.

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