"Freund, wenn du nach Rommilys kommst, wirst du eine Wärme und Gastfreundlichkeit verspüren, die ihresgleichen im Reiche sucht. Am wärmsten aber lodert Ihre Flamme in der Friedensstadt, denn dort liegt Ihr Herz. Dort ist es, als säßest du direkt an Ihrer Tafel und wärmtest dich an Ihrem Herdfeuer.
Hier in Rommilys liegt fürwahr das Herz des Traviakultes, beherbergt die Metropole am Darpat doch den größten Traviatempel aller bekannten zivilisierten Lande. Hier gebietet das Oberhaupt der Traviakirche über eine Gefolgschaft von 120 Geweihten und mindestens doppelt so vielen Novizen, die vielen Laienbrüder und -schwestern sowie die Angehörigen der verschiedenen traviagefälligen Orden und Glaubensgefolgschaften noch nicht eingerechnet.
Oft wird der Einfluß der Traviakirche unterschätzt, gehört es doch weder zu den Tugenden des Kultes, sich bunt und prächtig herauszuputzen und salbadernd durch die Straßen zu ziehen, noch durch feurige Gebete und lautes Schwertergeklirr auf sich aufmerksam zu machen. Und dennoch gibt es neben Peraine keine andere unter den Zwölfen, zu der so viele Seelen beten wie zu Mutter Travia. Denn was wäre der stolzeste Krieger, was wäre das elendeste Bäuerlein ohne das Herdfeuer, was wäre die reiche Bürgerin, was die leichtlebige Gauklerin ohne ihren Schutz. Unter Travia einen sich die, die sonst nur wenig gemein haben, denn welcher Mensch könnte ohne ihre Segnungen leben?
Die Friedensstadt gilt wie Greifenstadt und Donnerfeld als kirchliche Immunität, in ihren Grenzen gilt das Gesetz der zwölfgöttlichen Tempel. Der Bedrängte mag hier um Asyl ersuchen, der Bedürftige um Aufnahme. Auch unterliegen die Geweihten allein der göttlichen Rechtssprechung.
Dort beherbergt sind außer dem Stammtempel des Traviakultes der Konvent der Novizen, der Tempel der Peraine und ein Spital für Arme, Alte und Sieche zudem eine weithin bekannte Heilquelle, die Racalla-Therme, gehört. Das Spital, das inmitten eines lieblichen Parkes liegt, wird von Travia- und Perainekult gemeinsam unterhalten. Zudem haben sich etliche traviagefällige Stifte hier nahe dem Haus der gütigen Mutter angesiedelt. Mehrere Konvente und Klöster der Traviakirche und der ihr zugetanen Gefolgschaften sind hier ebenso zu finden wie die Domizile der Tempelbediensteten.
Geweihte, Pilger und Bettler prägen das Bild dieses Stadtteils. Es gehört zum guten Glauben der Traviaanhänger, den weniger Glücklichen mit milder Gabe beizustehen. Die solchermaßen Beschenkten danken es ihrem Gönner dadurch, daß sie ihn in ihr Gebet einschließen, denn die Fürbitte der Armen öffnet auch dem Reichen die Pforte zu Travias Hallen. Zudem haben viele Arme im Schatten des Tempels der Gütigen ihre Quartiere aufgeschlagen. Das Viertel der Armen schmiegt sich unmittelbar an die Mauern der Friedensstadt. Mutter Travia sorgt so dafür, daß selbst den Ärmsten ein Platz innerhalb der schützenden Stadtmauern zuteil wird.
Dem Orden der Hospitaliter von Joborn kommt hier wie in vielen anderen Gemeinden der Schutz der heiligen Stätten zu, eine Pflicht, die die 45 Ordensangehörigen zu Rommilys, die in der Friedensstadt ein Ordenshaus unterhalten, mit großem Ernst und Ehrerbietung erfüllen.
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