Rommilys
Stadtteil Friedensstadt Linie [ Beschreibung des Stadtteiles | Stadtplan von Rommilys ] Linie

Friedenskaiser-Yulag-Tempel, Höchster Tempel der Travia, Hauptsitz des Kultes der Gütigen Göttin:

Der „Friedenskaiser-Yulag-Tempel" ist eines der größten und prachtvollsten Gebäude der Stadt. Das riesige Oval aus Steinen der Trollzacken liegt im Herzen der Friedensstadt, wie der Herd den Mittelpunkt eines Hauses bildet.

Erbaut wurde der Tempel zum Dank für das Wunder der Göttin, durch das die Stadt im Jahre 400 v. Hal vor der sicheren Vernichtung bewahrt wurde (siehe Traviawunder in der demnächst erscheinden Stadtgeschichte).

Rund 120 Geweihte kümmern sich unter der Obhut des Hohen Vaters Herdfried um die mannigfachen Gläubigen und Pilger, Bedürftigen und Trostsuchenden, die Tag für Tag die heilige Stadt besuchen. Wallfahrten nach Rommilys zählen für viele Traviagläubige vor allem des Mittelreiches, zu einem der Höhepunkte ihres religiösen Lebens.

In Rommilys hat man sich auf den alltäglichen Ansturm der Gläubigen wohl eingestellt, hier in der Stadt der Gastfreundschaft findet sich für jeden Wanderer ein heimeliges Feuer. Dem Rommilyser Tempel ist der "Konvent zur Erleuchtung einer jeden mildtätigen Seele”, auch Hohe-Mutter-Perwiniane-Konvent nach seiner Gründerin genannt, angeschlossen, der wichtigsten Lehrstätte für Novizen des Glaubens. Die hellgelben Roben der Lernenden prägen das Erscheinungsbild der Stadt in erheblichem Maße.

Dem Traviakult ist es fremd, Unterschiede zwischen den Gläubigen zu machen, alle Anhänger gelten als Teil einer Gemeinschaft, wie alle Angehörigen einer Familie gleich sind. Aus diesem Grunde gibt es auch nur eine gewaltige Tempelhalle, in der alle Zeremonien und Tempeldienste abgehalten werden. Herzstück des Hortes des Friedens, wie die Tempelhalle geheißen wird, ist die Statue der Gütigen aus weißem Marmor. In ihren Händen hält sie die beiden heiligen Artefakte, Travias Gänsekiel und der Kessel der Göttin. Und wiewohl der Kleingläubige sich auch fragen mag, ob es nicht fahrlässig sei, die geheiligten Gegenstände so scheinbar ohne Hut zu lassen, solle nie vergessen, daß es wohl keinen treulicheren Schutz als den der Göttin selbt geben kann. Und er sei an die Geschichte des Diebes Carolus erinnert, der sich einstens erfrechte, den Gänsekiel aus der Hand der Göttin zu entwenden. Der Sage nach konnte sich der Lästerliche nur kurz an seinem dreisten Raube erfreuen. Obschon er niemanden von seinem Diebstahl erzählte, wollte ihn fürderhin kein Gasthaus mehr bewirten, niemand gab ihm Obdach, noch wollte es ihm gelingen, ein wärmendes Feuer zu entzünden. Alle Speisen schmeckten wie Galle und alle Getränke wie Schierling, so daß er es vorzog, den Gänsekiel ebenso verstohlen wieder zurückzubringen, wie er es geholt hatte. Alsdann aber weihte er sein Leben der Gütigen, Abbitte für den Frevel zu leisten, und es heißt, er sei zu einem ihrer demütigsten und bravsten Anhänger geworden.

Einmal im Götterlauf, in der Zeit vom 1. - 3. Travia, dem Fest der Heimkehr (auf dem Land Fest der eingebrachten Früchte) werden die Heiligtümer der Göttin den Gläubigen in einer Zeremonie präsentiert. Ihr folgt die traditionelle Speisung der Gläubigen aus dem Kessel der Göttin.

Zu Füßen der Statue befindet sich der Herd mit dem heiligen Feuer der Göttin, einer Esse von beachtlichen Ausmaßen, an der sich die Gläubigen zum Gebet einfinden, Opfergaben niederlegen etc. Hier findet sich auch allzeit eine Schar Wildgänse, dem heiligen Tier der Herrin.

Den Besucher mag verblüffen, daß die schmucklose Tempelhalle, wiewohl von gewaltigen Ausmaßen, muß sie doch viele hundert Gläubige zugleich beherbergen, so heimelig wirkt, als sei es die gute Stube zu Hause. Fürwahr eine Segnung der Göttin.

So die Witterung es erlaubt und die Zahl der Gläubigen es erfordert, werden die hohen Zeremonien auf dem Platz des traviagefälligen Friedens zelebriert.

Die Tempeldienste sind immer gut besucht, nicht umsonst gelten die Darpatier und die Rommilyser als fromme Anhänger ihrer Schutzgöttin. Vielleicht gilt deshalb auch die Stimme Mutter Traviane de Duradins, der Tempelvertreterin im Rat, so viel, wenn es um die Geschicke der Stadt geht.

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Peraine-Tempel:

In der Stadt der Gütigen pflegen ihre Diener mit denen der Herrin Peraine ein enges Bündnis. Nicht alleine, daß beide Gemeinden das "Spital zur gnädigen Aufnahme und wohlfährtigen Unterstützung der Armen, Siechen und Vermaledeiten” unterhält, nein, bisweilen werden sogar gemeinsam religiöse Zeremonien vollzogen um die Nähe der göttlichen Schwestern Travia und Peraine zu untermauern.

Im Gegensatz zum Hause der Travia macht sich der Tempel der Peraine eher bescheiden aus, sind die Gläubigen der Peraine doch eher auf dem Lande zu suchen als in der Stadt. Dennoch kann die kleine Gemeinde, der die Geweihte Larissa Thorsteen vorsteht, auf die Unterstützung etlicher wohlhabender Spender bauen, die den Tempel reichlich bedenken.

Seit kurzem scheint die hübsche Larissa einen besonderen Gönner gewonnen zu haben, wie einige außerordentlich großmütige Gaben im Opferstock des Tempels beweisen.

Gerade in der Stadt, wo so viele Menschen eng beieinander leben, zumal in Rommilys, wo Tag für Tag unzähliche Fremde in die Stadt strömen, weiß man um die Wichtigkeit der Medici und Heiler, um die Notwendigkeit von Spitälern und Siechenhäusern.

Und so ist der Perainetempel zwar klein, aber fein, hübsch verziert und einem jeden Rechtgläubigen eine Augenweide, auch wenn man den größten Teil der Opfergaben für den Unterhalt der Spitäler und die Armenpflege aufwendet. Der Tempel finanziert drei Medici, die durch das Armenviertel und durchs Paradies ziehen und sich um die Gebrechen all jener kümmern, die zu verschämt oder zu gebrechlich sind, sich selbst an eines der Spitäler zu wenden odr die gar nichts von diesen segensreichen Einrichtungen wissen, wie viele der Fremden, die im Paradies Quartier nehmen.

Eine weitere Besonderheit ist der Veterinarius, ein Medicus, der auf die Tierheilkunde spezialisiert ist. Selbiger kümmert sich um die Tiere der Armen, um ihre Ziegen und Schweine, um Geflügel und Kaninchen, vor allem aber um die Zugtiere, Esel, Hunde und was sich noch vor einen Karren spannen läßt.

Das mag dem Unwissenden auf den ersten Blick merkwürdig erscheinen, doch sollte man sich daran erinnern, daß dem Rinderbaron der Tod eines seiner Tiere zwar zwar ein Ärgernis ist, er kann es jedoch auch verschmerzen.

Für einen Armen jedoch bedeutet der Tod seines einzigen Stück Viehs eine Katastrophe, der Tod seines Arbeitstiers gar den Untergang für sich und die Seinen. Und so tut man wohl daran, schon auf diese Weise Elend zu verhindern.

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