Rommilys
Allgemeine Informationen zur Stadt Rommilys Linie

"Du lieblich Stadt an Darpats Fluten, du Heim der Göttin, Heim der Guten. Mein Herz bleibt dort, wo ich geboren, dich, Rommilys, hat’s auserkoren."

Wohl an die 9250 Bürger zählt die stolze und schöne Stadt am Darpat, Herz und Blüte des Fürstentumes Darpatien, Heimstatt des Traviakultes, nicht gezählt die vielen Pilger, die Jahr für Jahr die Stadt mit ihrem Besuch beehren, das Allerheiligste der Herrin Travia zu sehen.

Travia und die Fürstin, so wird die Antwort lauten, fragt man die Bewohner danach, wer denn die Stadt regiere. In kaum einer Ansiedlung des Mittelreiches - vielleicht mit Ausnahme der Stadt des Lichtes in Gareth - treffen geistliche und weltliche Macht so unmittelbar aufeinander, prägen zu gleichen Teilen das Leben in der Stadt, bilden reizvolle Einheit und Gegensatz zugleich. Dieser ganz besondere Mischung zufolge hat sich Rommilys im Laufe der Jahrhunderte einen ganz eigenen modus vivendi zugelegt, der jede Seite zu ihrem Recht kommen läßt.

Strassenszene

Und dies ist durchaus wörtlich zu verstehen, herrscht doch in den verschiedenen Stadtvierteln unterschiedliches Recht. Nein, längst nicht alle Einwohner Rommilys können sich mit Fug und Recht Bürger nennen, nicht allen Bürgern werden die gleichen Privilegien zuteil. Da schnaubt der Bürger aus dem alten Handwerkerviertel, dessen Familie schon seit vielen Generationen hier ansässig ist, unwillig über das unverschämte Begehren des Gerbermeisters, um ein Amt im Rate kandidieren zu wollen. Und was im Hafen recht und billig ist - sein Recht zur Not auch mit den Fäusten zu verteidigen - , kann einen in der Neustadt schnell an den Pranger bringen, als mutwilligen Brecher des Stadtfriedens. Und wo die reichen und einflußreichen Damen und Herren der Aldeburg am liebsten unter sich wandeln und zu diesem Behufe wohlgerüstete Wachen bestallt haben, die Gassen ruhig und frei von Gesindel zu halten, sind Aldewyk und Neustadt von merkantilem Geiste beseelt, der nicht nach Stand, sondern allein nach Ware und Geldbeutel fragt. Und auch im Ausländerviertel, dem Aranierberg, pulst buntes Leben, hier mischt sich thorwalscher Geschmack mit aranischem Stilempfinden, leben Tulamid und Festumer Seite an Seite, Phex und Ingerimm zu Ehren. Ganz im Gegensatz dazu steht die erhabene Ruhe der Greifenstadt, dem Sitze des Herren Praios und seiner Dienerschar. Die Weißberobten bestimmen das Bild der Straßen, gemeinsam mit den Adepten und Scholaren der Akademia des Rechten Weges in ihren rot-weißen Roben. Blitzblank sind die Gassen hier gefegt und andächtige Stille liegt über den Straßen. Zumeist zumindest, so nicht ein vermeintlicher Schwarzmagus oder Reichsverräter in die Gewölbe des KGIA verbracht wird, den Turm der Freuden, wie man ihn hinter vorgehaltener Hand im Volksmunde nennt, seine Untaten an Kaiser und dem Herrn Praios zu gestehen.

Ungleich behaglicher mag der Reisende es hingegen in der Friedensstadt finden, wo Mutter Travias Gesetze über allen stehen. Hier sieht man Pilger aus allen Windrichtungen und rechtgläubigen Reichen, die man kennt. Doch auch viel Bettlervolk hat es hier, denn wo sonst sollte der Bedürftige hoffnungsfroher auf eine Gabe hoffen ?

Größte Anstrengungen unternimmt die Stadt derzeit mit der Errichtung einer neuen Stadtmauer und eines Festungswalles, auch die zu Rommilys gehörenden Ansiedlungen um den Kern der Stadt herum zu umfrieden. Im Nordosten ist dies die Helmbrechtstadt mit dem Immanstadion und dem Bestiarium, im Südwesten vor allem die Gerbervlieth und das Vergnügungsviertel, Paradies genannt. Hier befinden sich viele Herbergen und gastliche Häuser, die zum stunden- oder tagelangen Verbleib einladen. Das Paradies hätte jedoch dann den Verlust einige Freiheiten (z.B. der uneingeschränkten Öffnungszeiten der Amüsierhäuser in Kauf zu nehmen.

Jüngste Siedlung, die sich Rommilys zugehörig nennen darf, ist das linksdarpatische Neu-Rommilys. Hier haben Arbeiter der neuen Werft und die Handwerker des Bauhofes Obdach und Brot gefunden.

Die Verwaltung Rommilys' liegt in den Händen des "Hohen Rates", der aus Vertretern der verschiedenen Stadtteile, der Priesterschaften, der Zünfte und Gilden und natürlich des Fürstenpalastes besteht, denn noch immer ist es Fürstin Irmegunde, die die Geschicke der Stadt in den Händen hält, wiewohl den wackeren Bürgern in der Vergangenheit manches Privileg zuteil geworden ist. Ihr Mund und ihre Hand in Rommilys ist der Stadtvogt Godefried von Görz-Windwasser, der dem Rate als Oberster vorsteht und Stimm- und Vetorecht besitzt.

Vom Roten Hahn und Wilden Mann
Anders als der Reisende es aus manch anderer mittelreichischen Stadt kennt, verfolgt man in Rommilys nicht die Sitte, die Häuser einer Gasse mit Zahlen zu versehen, um ein Haus vom anderen zu scheiden. Vielmehr ist es üblich - zumindest unter den Leuten von Rang, Stand und ordentlichem Handwerk - sein Haus mit einem Namen zu benennen. Tragen die herrschaftlichen Domizile in Aldeburg zumeist den Namen des Geschlechtes, welches dort residiert, haben die Handwerker, Händler und sonstigen Bürger in Aldewyk, dem Hafen, der Neustadt, dem Aranierberg und dem Paradies ihren Häusern solche Namen gegeben, die entweder dem eigenen Zunamen (Trollberger, Hahnenkopp, Darpater, Kullhusel), ihrem Berufe (Zum Seidenweber, Brezel, Schmiede, Haus Schimmel, Zur Waage, Weinrebe), der Verbundenheit zu einem der Zwölfe (Travialob, Zur Gans, Haus Rabe, Güldenhaus, Haus Schwert) oder der bunten Phantasie (bzw. erlebten Begebenheiten) entspringen (Fasan, Stock und Stein, Blauer Bock, Wilder Mann, Schwarzbär, Roter Hahn - letzteres von einem Hauseigentümer, der sich erhofft, eben diesen roten Hahn von seinem Haus fernzuhalten).
Auch Häusernamen wie Scharfeck, Schmalhaus, Hohes Haus, Grünes Haus oder Zum Hohen Gewölbe, die auf architektonische Besonderheiten zurückzuführen sind, sind verbreitet.
Der Name des Hauses wird in einem sinngemäßen Bild, das an der Fassade prangt, dem Passanten kundgetan, seltener wird der Name auch dazugeschrieben oder man bescheidet sich mit dem geschriebenen Namen.
Daß es bei beliebten Namen dazu kommt, daß mehrere Häuser den gleichen Namen tragen, scheint unvermeidbar, zumal der Rat keinerlei Bestimmung zur Benennung der Häuser erlassen hat, mit Ausnahme dessen, daß ein Name nicht götterlästerlich, schandbar oder sonstwie ruchlos sein dürfe. So gibt es in ganz Rommilys allein fünf Häuser mit dem Namen Zur Gans, so daß man tunlichst auch nach dem Straßennamen fragen sollte.
In den ärmeren Vierteln wie Teilen der Helmbrechtstadt und des Gerbervlieths, dem Katzloch, da ist diese Sitte kaum verbreitet, Namen führen die oft elenden Behausungen derer, die dort leben, nicht. Ja, selbst ein Großteil der verwinkelten Sträßchen, Durchgänge und Stiege entbehrt eines Namens. Da hilft es allein die Nachbarn zu befragen, sucht man hier jemanden.

Ein Teil der Stadtmauer Neue Stadtbefestigung
Nach vielen Generationen und stetigem Wachstum der Metropole am Darpat, ist die alte Stadtbefestigung längst zu eng geworden, allen Bürgern der Stadt Schutz zu gewähren. Bereits Fürstin Hildelind begann mit den Planungen für eine Erweiterung der Mauern und Wälle, die auch die Stadtteile Neu-Rommilys, Gerbervlieth etc. umschließen sollte. Avisiert war eine der alten Stadtmauer ähnliche wuchtige Mauer aus Bruchstein, gesichert durch Halb- und Volltürme alle 40 Schritt. Dazu war ein trockener Graben geplant, etwa sechs Schritt vor der Mauer. Durch die Answinkrise wurde jedoch erst nach der Amtsübernahme Irmegundes mit den Arbeiten begonnen. Bereits zur Hälfte fertiggestellt ist der neue Wall rund um das jüngste Viertel der Stadt: Neu-Rommilys. Noch nicht sehr weit gediehen hingegen ist der Hauptwall am rechtsdarpatischen Ufer, der am Ufer des Flusses jenseits der Gerbervlieth beginnt, zeigten sich doch insbesondere auch die einflußreichen Bürger, deren Domizile innert der alten Befestigung liegen, sich nicht überaus erpicht darauf, ihr Scherflein in Form von blanken Talern und Schanzdiensten zu dem Neubau beizutragen. Angesichts der Bedrohung durch den Dämonenmeister Borbarad ist die Bereitschaft der Stadtbevölkerung jedoch sprunghaft gestiegen, größere Opfer zu bringen. So wurde im Hohen Rat eine neue Steuer verabschiedet, die dem Bau der Befestigungsanlage zugute kommen soll. Auch zeigte sich der Hohe Rat der Stadt bereit, eine Bestimmung zu erlassen, nach dem die Bürger zu einem angemessenen Schanz- und Baudienst herangezogen werden können - ob sie diesen höchstselbst leisten oder von gedungenen Arbeitskräften ableisten lassen, steht ihnen selbstredend frei. Freifrau von Kalmbach hat gar zu diesem Behufe eine Stiftung ins Leben gerufen, die dem Bau der Mauer rings um die ärmeren Viertel der Stadt finanziellen Rückhalt bieten soll. Die Stiftung nimmt Maurer, Ziegler und Zimmerleute, vor allem aber einfache Arbeitskräfte in Lohn und Brot, die Arbeiten voranzutreiben. Selbige rekrutieren sich in erheblicher Zahl aus tobrischen Flüchtlingen, die in großer Zahl in Rommilys Schutz gesucht haben.
Daß die Arbeiten erst jetzt auf vollen Touren laufen, gestattete es allerdings dem Cronfeldherrn Boronian v. Rabenmund die Pläne noch einmal überarbeiten zu lassen. So will man es nicht allein bei einem Graben belassen, der die neue Mauer zusätzlich sichern soll, der Aushub soll für einen fast mannshohen Wall benutzt werden, der zusätzlich mit einem hölzernen Schanzwerk versehen sein soll. Zudem sind auf Höhe des Stadtviertels Litzelstatt Kasematten und die neue Garnison geplant.

Von Weinbergen, Gärten und Feldern
Das Gebiet der Stadt Rommilys beschränkt sich mitnichten auf jenen Teil, der besiedelt und von Mauern umfriedet ist. Auf jenen unbebauten Flächen rings um die Stadt, wie auch in den Höfen großzügigerer Parzellen am Rande der Stadt unterhalten die Bürger kleine Gärten, auf den Allmenden (das sind Weideflächen, die den Bürgern zur Verfügung stehen) weiden sie Kleinvieh: Ziegen, Schafe, auch mal ein Schwein. Insbesondere die weniger wohlhabenden Handwerker sorgen so dafür, daß ihre Familie nicht Hunger leiden muß, denn der Kohl im Garten wächst auch, wenn einmal kein Paar Schuhe verkauft werden kann oder niemand der Dienste eines Schreiners bedarf. Einigen Unmut gab es, als mit den Schanzarbeiten für die neue Stadtbefestigung begonnen wurde, mußten doch etliche Leute ihre wohlgehegten Gartenflächen aufgeben. Es hat den Stadtvogt und die Vertreter im Rat einiges an diplomatischem Geschick gekostet, den Unmut nicht unnötig zu schüren und die Leute gütlich davon zu überzeugen, daß das Wohl der Gemeinde vorgehe. Die ihnen neu zugeteilten Äckerchen vor dem Paradies mögen ein Übriges dazu getan haben.

Vom Equide - einem ganz besonderen Volksvergnügen


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