Botschaft des Fürstentums Aranien (Villa Arania am Aranierplatz):
Gegenüber der Fürstlich-Aranischen-Handels-Compagnie befindet sich die Botschaft des Fürstentumes, eine Villa in typisch aranischem Stil, der tulamidische Kuppeltürmchen mit mittelreichischem Balkenwerk verbindet.
Seitdem sich zwischen den Fürstentümern Darpatien und Aranien enge Beziehungen abzeichnen (siehe auch den Bericht in diesem Rommilyser Landrufer), hat die Niederlassung zu Rommilys ganz besondere Bedeutung bekommen, haben die fürstlichen Schwestern doch beschlossen, angesichts der Bedrohung durch den Feind fest zueinander zu stehen.
Die Niederlassung wird Tag und Nacht von einer fünf Mann starken Abteilung des fürstlichen Leibkavallerieregiment "Baburiner Jäger bewacht.
Botschafterin ist Reuterin Emilina von Garag-Mor, eine Base 4. Grades der Fürstin zu Aranien (langes, schwarzes Haar, hellgraue Augen, hochgewachsen, schlanke, aber athletische Statur, strenges Gesicht mit deutlichem tula-midischen Einschlag, dunkle, rauchige Stimme). Die Reuterin hat schon an die 45 Sommer gesehen, und dementsprechend verfügt sie über einen großen Erfahrungsschatz. Sie liebt die gepflegte Konversation, Kunst und Kultur. Diese Vorlieben und ihr Kunstsinn machen sie zu einem gerngesehenen Gast auf den Abendgesellschaften des Grafen von Ochsenwasser. Ihre Liebe gilt dem Gesang und sie selbst verfügt über eine ungewöhnliche, schöne Singsimme, doch ist sie nur im engsten Freundeskreis bereit, eine Kostprobe zu bieten. Insbesondere für die Leiterin der FAHC, der Emilinas Herz gehört, hat sie anrührend-schöne Balladen verfaßt.
Doch soll man sich von leichter Konversation, auf die die Botschafterin sich so trefflich versteht, nicht täuschen lassen. Emilina ist ein echter aranischer Fuchs, und auch in Momenten heiteren Zusammenseins vergißt sie nie, ihre Umwelt scharf zu beobachten, auf der Suche nach Möglichkeiten, sich und ihrer Fürstin einen Vorteil zu verschaffen oder an interessante Informationen zu kommen. Ihr wacher Verstand und ihr Geschick im Umgang mit Menschen haben Emilina zu einer profunden Kennerin der Stadt gemacht, die ihre Aufgabe zur vollsten Zufriedenheit ihrer Herrin erledigt.
Ihr persönlicher wie auch offizieller Feind ist der khunchomer Emissär Alef ben Saul ibn Sulman, dessen Handlanger schon mehr als einmal nach dem Leben der Botschafterin gegriffen haben. Aber auch die Reuterin verfügt über eine Anzahl von - zum Teil zwielichtigem - Volk in ihrem Sold, und sie hat sich bis dato nicht gescheut, diese auch einzusetzen.
Gesandtschaft des
Fürstentums Kosch (Haus Koschammer in der Stiegelergasse):
Diese Niederlassung ist erst in jüngster Zeit auf Begehren Fürst Blasius eingerichtet worden, der, aufgeschreckt durch die Mißstimmungen, die ein despektierlicher Artikel im "Kosch-Kurier verursachte, der viele Darpatier beleidigte, danach trachtete ein Zeichen für die Verbundenheit Koschs zu Darpatien zu setzen zumindest ist das die offizielle Variante. Botschafterin Mechtessa von Lutzenstrand-See (37 Jahre, schwarze Haare, 1,82, kriegerische Statur, Hakennase, Narbe auf der Wange), eine Koscher Ritterin, bemüht sich zuvörderst, sich in der Stadt einzuleben und erste Kontakte zu knüpfen, um Informationsquellen ausfindig zu machen. Doch in einer Stadt, in der diverse Geheimdienste und Gesandte ansässig sind, wird ihr ihre Aufgabe, ein eigenes Netz von Informanten aufzubauen, nicht leicht. Und wenn Mechtessa wüßte, daß es bereits Khunchom, Aranien und der FDEA gelungen ist, Leute in ihr Personal einzuschleusen, würde sie unzweifelhaft um ihren Rücktritt bitten. So aber freut sie sich immer noch an ihren Erfolgen und glaubt, daß sie erfolgreiche Arbeit abliefert.
Gesandtschaft des Svelltschen
Städtebundes - Gasthaus zum Städtebund:
Die Gesandtschaft des Svellt hat bessere Zeiten gesehen als diese, fürwahr, sogar im fernen Darpatien hat der grausame Eroberungszug der Schwarzpelze seine Spuren hinterlassen.
Von einem Tag auf den anderen blieben vor nunmehr 10 Jahren die Zahlungen aus dem Norden aus, Botschafter Leguslaw Helajeff (61 Jahre, stämmig, schlohweißer, schulterlanger Haarkranz, Vollbart, graue Augen,) stand vor dem Ruin. Er war gezwungen, alle Bediensteten mit Ausnahme einer Dienerin und seines Koches zu entlassen. Doch dann besann sich der Rivaner darauf, daß er vor seiner Botschaftertätigkeit Gastwirt in seiner Heimatstadt war. Seine guten Verbindungen ermöglichten es ihm, einen Geldgeber zu finden, und eine kleine Schenke im Gebäude der Botschaft, Zum Städtebund geheißen, zu eröffnen, mit der er sein Auskommen bestreitet. Zudem legt er allmondlich eine Summe zurück, um sie für eventuelle Belange des Svelltbundes und seiner Bürger aufzusparen, und Helajeff hofft weiterhin darauf, daß die Geschäfte eines Tages auch offiziell wieder aufgenommen werden. Noch immer läßt er sich als "Exzellenz anreden, doch wird er zu den Empfängen im Schloß nur noch selten (und wenn auf Bestreben des Stadtvogtes) geladen, die anderen Botschafter ignorieren ihn schlicht oder begnügen sich mit höflichem Desinteresse.
Es bleibt abzuwarten, ob sich die Hoffnungen des Svellttalers erfüllen, der von einem Wiedererstehen des einst einflußreichen Städtebundes träumt, wenn der Ork erst einmal zur Gänze vertrieben ist. Dann könnte sich die Arroganz der anderen Gesandten rächen.
Seit dem langjährigen Bestehen der tobrischen Gesandtschaft (seit 56 v.H.), war im Haus Tobrischer Keiler an der Rohal-Straße - einem massiven, trutzigen Steinbau - nicht mehr so viel Betrieb wie in diesen Tagen, da B Tobrien heimsucht. Junker Seghal, Sohn des Fadoram, der eigentlich aus den Minen nahe Beilunk kommt, aber schon seit vielen, vielen Götterläufen das Herzogtum vertritt, versucht, Söldner für die herzogliche Armee anzuwerben, die Fürstin zu weiterer Unterstützung zu bewegen, Geldmittel und Waffen aufzutreiben etc. etc. Die kriegsgebeutelte Provinz bedarf des Beistands in vieler Hinsicht, und der große Strom von Flüchtlingen, die tagein, tagaus hilfesuchend an die Pforte der Botschaft pochen, machen es dem Junker und seinen Offizialen nicht leichter, das Bestmögliche für ihre Heimat zu bewirken. Und so dient der Garten rund um die Gesandtschaft einer vielköpfigen Schar von Menschen, die auf ihrer Flucht vor dem Dämonenmeister alles verloren haben, als vorläufige Heimstatt, bis man ihnen ein anderes Quartier zuweisen kann. Doch ist der Platz arg beengt und längst schon findet nur ein Bruchteil der Unglücklichen hier ein Obdach.
Den widrigen Umständen zum Trotze ist es Seghal gelungen, schon eine Menge zu erreichen, wie man allein an den jüngsten Beschlüssen auf dem dar-patischen Landt-Kongreß sieht, wo nicht zuletzt aufgrund des glühenden Appells des Zwerges beschlossen wurde, dem bedrängten Nachbarn beizustehen. Kaum ist noch etwas zu merken von den seit langen schwelenden Auseinandersetzungen zwischen der Mark Tobrien und dem Fürstentum über den strittigen Status Oberdarpatiens. Die Kirchen der Zwölfe, Fürstenhaus, Adelige und Bürger zeigten sich ganz den Gesetzen der Travia folgend bereit, den Tobriern helfend zur Seite zu stehen.
Gesandtschaft des Großfürstentums Khunchom:
Unweit des Tobrischen Keilers findet sich auch das Gebäude der Khunchomer Botschaft, der Khunchomer Palast, wie das Anwesen im Volksmund genannt wird. Dieser extravagante Bau in der Tulamidengasse mit seinen Minaretten und Arkaden, Kuppeln und Balkonen, ist eine Zurschaustellung höchster tulamidischer Baukunst. Und so darf auch ein Park nicht fehlen, der den Palais aus weiß-gelbem Marmor umgibt.
Der unbestrittene Stolz des Hauses, ein Blickfang, der jedem Architekten das Herz höher schlagen läßt, ist das doppelflügelige Eingangsportal aus geplätteter Bronze mit Onyx-Einlegearbeiten. Über dem Portal, an dem zwei Wachen stehen, um unliebsame Besucher fernzuhalten, erhebt sich in drei Schritt Höhe eine große Mamortafel, auf der in Gold das Wappen Khunchoms, die sich kreuzenden Doppelkhunchomer, zu erkennen ist.
Alef Saul ibn Sulman, der großfürstliche Gesandte, ist ein kleiner, rundlicher Mann aus der khunchomer Familie der Sulmanen. Sein Auftreten (reiche Kleidung im Stil des Landes der ersten Sonne, freundlich, interessiert) läßt auf einen charmanten, gutmütigen und friedfertigen Tulamiden schließen. Und doch ist dieser Gedanke völlig fehl am Platze, ist Sulman doch als einer der gewitztesten Diplomaten in Rommilys, der unnachgiebig die Ziele seines Landes verfolgt, bekannt und berüchtigt. Es kommt nicht selten vor, daß er und Truchseß Ludeger von Rabenmund lange Dispute führen, bei denen es überaus direkt und laut zur Sache geht. FDEA und auch KGIA vermuten, daß Alef Saul Straßendiebe und Meuchelmörder zu seinen Schergen zählt, die seinen verlängerten Arm vor allem im Ausländerviertel - dem Aranierberg - bilden Ob es an stichhaltigen Beweisen fehlt, den Emissär in seine Grenzen zu weisen, oder ob man die Umtriebe des Tulamiden um der guten Beziehungen willen zähneknirschend duldet, muß offen bleiben. Doch könnte die Annäherung Darpatiens und Araniens schon in Bälde zu einem Umdenken führen, ist es doch leider an der Tagesordnung, daß sich die Gefolgsleute Khunchoms und Araniens im Geheimen erbitterte Auseinandersetzungen liefern, in denen auch vor Blutvergießen nicht zurückgeschreckt wird.
Wiewohl die Beziehungen zwischen dem Mittelreich und Aranien alles andere
als herzlich sind (die jüngsten Entwicklungen sind dabei abzuwarten),
seitdem das Fürstentum seine Unabhängigkeit erklärt hat, hat
dies doch dem traditionell guten Verhältnis zwischen Aranien und Darpatien
keinen Abbruch tun können.
Zwar übte man sich eine Zeitlang anstandshalber in gegenseitigem offiziellen
Schweigen, die Handelsbeziehungen sind jedoch nie gänzlich zum Erliegen
gekommen, selbst nicht, als dies ob höchstkaiserlichen Ediktes befohlen
war - man suchte sich eben verborgene Pfade, Güter auszutauschen.
Und so zählte auch das Fürstenhaus zu den ersten hohen mittelreichischen Repräsentanten, die wieder Kontakt zu der abtrünnigen Fürstin suchten. Ein Ausdruck dieser traditionellen engen Verbindungen ist die Fürstlich-Aranische-Handels-Compagnie (FAHC), die ihren Hauptsitz in Rommilys hat.
Leiterin der Niederlassung, die in einem weitläufigen Gebäude in neumodischer verputzter Backsteinbauweise untergebracht ist, ist Reutherin Alinia von Zorgan (36, schwarze, lange Haare, dunkle Augen, 1,82. kräftig, Adlernase, scharfe Züge, aber dennoch attraktiv). Die Reutherin war einst Gardeoffizierin im Heer Fürstin Sybias, was ihr athletisches Äußeres erklärt. Ihr Instinkt, genau im richtigen Moment das richtige zu tun, zeichnen sie aus.
Ihr Hauptanliegen gilt der Förderung des Handels, der aufgrund eines Privileges beider Fürstenhäuser den Angehörigen der DAF zukommt.
Es gilt als offenes Geheimnis, daß Alinia von Zorgan die Lebensgefährtin der aranischen Botschafterin in Rommilys ist. Doch genießt sie es, bei Empfängen oder sonstigen Anlässen die jungen Adligen zu narren.
Es heißt jedoch auch, daß Alinia unglücklich in einen Angehörigen der Khunchomer Gesandtschaft, Tulef al-Sherif, den 2. Sekretär des Botschafters, verliebt sei. Diese Liebe wird aber von ihm nicht erwidert, weiß Tulef doch, daß eine Affäre mit einer Erzfeindin ihn seine Stellung wenn nicht gar seinen Kopf kosten könnte.
Das Haus eines verstorbenen aranischen Händlers hat das Horasreich als
Botschaftsgebäude für die erste Repräsentanz bei einem
Provinzherren im Neuen Reich erwählt. Die frische weiße Tünche
leuchtet in der Sonne, die über das Haupthaus, den Gesindetrakt und
sogar die Stallungen gemalt wurde. Das gesamte Anwesen wird von einer drei
Schritt hohen Mauer umgeben, wobei damit begonnen wurde, einen Wehrgang an
die Mauer zu fügen. Einziger Eingang ist das schmiedeeiserne Tor, das
in seiner Mitte von einem kundigen Schmied mit einer Reliefdarstellung des
Horas-Adlers, umgeben von den Wappen der Königreiche Yaquiria, Cyclopea,
Drôl und Südmeer versehen wurde.
Esquiria Rondane ya Sirensteen-Schelf wurde als horaskaiserliche Ambassadorin
erwählt, die Beziehungen zwischen einer der einflußreichsten Familien
des Mittelreiches und dem Horasthron zu verbessern. Dafür scheint sie
gut ausgewählt, war die Gesandte doch schon in Gareth in der Botschaft
des Lieblichen Feldes tätig. Unvergessen ist trotzdem, daß Darpatien
fast geschlossen den Vertrag zwischen den Reichen ablehnte, der 27 Hal
geschlossen wurde. Um so besorgter ist man in Vinsalt um die Sicherheit seiner
Gesandten und des Botschaftsgeländes, beides darum von zehn
horaskaiserlichen Gardisten bewacht.
Die Ambassadorin hat derweil die Spielregeln der Capitale schnell gelernt:
mit der Gesandten Araniens scheint sich ein Bündnis anzubahnen wider
den Khunchomer Emissär, der wiederum bei der bornischen Botschafterin
Rückendeckung erhält. Der Krieg in den Schatten des Tulamidischen
Basars hat eine neue Komponente bekommen...