Rommilys
Stadtbezirk Aranierberg Linie [ Beschreibung des Stadtbezirkes | Stadtplan von Rommilys ] Linie

Der Tulamidische Basar, Markt der Kleinkrämer und fremden Händler:

Unter den Märkten der Stadt nimmt der „Tulamidische Basar" eine Sonderstellung ein, und das in mehr als einer Hinsicht. Dort kann man einen regelrechten Händlerwettstreit beobachten, wie es der Reisende sonst nur aus dem Land der Ersten Sonne gewohnt ist. Lautstark suchen die Verkäufer die Kunden an ihren Stand zu locken, übertrumpfen sich gegenseitig mit ihren Angeboten. Da wird gefeilscht und geschachert, geflucht und gelacht, daß es einem in den Ohren braust.

Doch nicht allein Tulamiden bieten hier ihre exotischen Waren feil, auf dem tulamidischen Markt treffen sich zudem alle nicht in der Stadt ansässigen Kleinhändler, die Marktsteuer und Standgebühren auf dem Neumarkt schrecken oder für die sich die hohen Gebühren ohnedies nicht lohnen würde. Auch gelten hier die strengen Warengesetze nicht, so daß die Güter unkontrolliert veräußert werden dürfen. Einzig um die Einhaltung der Zölle schert man sich seitens der Behörden. So kennt man den Markt als Ort, wo man selbst exotische Güter günstig einkaufen kann - dafür muß man auch in Kauf nehmen, daß einem hier weit öfter billiger Ramsch oder schadhafte Ware angedreht wird, als auf den anderen Märkten der Stadt.

Ein ganz besonderes Gewerbe hat sich erst in jüngster Zeit auf dem Markt etabliert, da immer mehr Reisende in die Stadt kommen, die man allenthalben als Abenteurer bezeichnet. Dies Volk hat stets einen Bedarf an Kleidung, Waffenzeug und Reisebedarf, dabei aber zumeist wenig Geld und noch weniger Muße, um beispielsweise zu einem Schuster oder Schneider zu gehen. Meist verlangen diese Gestalten dann völlig weltfremd nach gebrauchter Kleidung, woher aber, fragt man sich, soll die wohl kommen, werden in den meisten Familien die Kleidungsstücke doch bis zum Letzten aufgetragen, weitergegeben von der Mutter an die Tochter, bis schließlich ein Putzlappen daraus wird. Der Adel aber und anderes wohlhabendes Volk, wird wohl kaum zum Trödler rennen, dort die unmodisch gewordenen Stücke der letzten Jahre feilzubieten. Selbst in solchen Häusern wird viel eher geändert oder weitergegeben.

Kümmern sich um Dinge wie Laternen, Seile, Steighaken etc. die Krämer, haben sich findige Frauen und Männer, oftmals nichtzünftig oder gar ohne jedwedes erlerntes Gewerbe, darauf spezialisiert, Kleidungsstücke und Schuhwerk für solche Leute zu fertigen. Zwar kann sich das vorgefertigte Zeug kaum mit der Maßarbeit eines Schneiders messen, allein dienlich ist es doch, und so sind die meisten Abenteurer mit dem Angebotenen hochzufrieden.

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Gesandtschaft des Bornlandes:

Das Bornische Haus, wie die Niederlassung des nördlichen Reiches geheißen wird, wurde in den frühen Tagen der Regentschaft Fürstin Hildelinds von Rabenmund auf Bestreben ihres Gemahls Grabunz von Dargesin eingerichtet, einem engen Freund des damaligen Adelsmarschalls Jucho von Dallenthin und Persanzig.

Ganz unüblich haben ausgerechnet die Bornländer ein Haus gewählt, daß äußerlich kaum einen Zeichen birgt, daß sich hier das Konsulat des Reiches befindet, von dem Wappen über dem Portal einmal abgesehen. Der prachtvolle Fachwerkbau mit dem hohen Dachstuhl und den säulengetragenen Arkaden entspricht vielmehr dem hiesigen üblichen Baustil. Doch hat finanzielles Kalkül über die Heimatliebe gesiegt, wurde das Anwesen weiland von einem Festumer Händler ohne Erben seinem Land vermacht. Dafür hat man sich innen größte Mühe gegeben, bornische Lebensart zu pflegen, wie Mobiliar und Ausstattung beweisen.

Generalkonsulin Marlana ter Walleroff (27 J., 1,72, weizenblond, grüne Augen), Sproß eines Festumer Handelshauses, ist erst vor wenigen Monden ihrem Vorgänger Graf Adrej IV. von Orsinken in sein Amt gefolgt. Ihre Ernennung führte unter den Edlen des Bornlandes zu einiger Empörung, doch folgte die Adelsmar-schallin der Empfehlung ihres Gatten, die weltgewandte und scharfsinnige Bürgerliche nach Rommilys zu senden - Vorbereitung und Bewährungsprobe für zukünftige bedeutsamere Aufgaben. Noch allerdings ist sie damit beschäftigt, sich in die Geschäfte einzuarbeiten, und es mangelt noch am rechten Überblick, um die Belange des Bornlandes ähnlich geschickt zu vertreten wie Graf Andrej. Ihr Vorgänger, wiewohl ob seiner Freundschaft zu Graf Barnhelm, der lange Zeit als Landhauptmann im Bornland tätig war, in Rommilys verblieben, versagt ihr weitestgehend seine Unterstützung, da er lieber seinen Sohn Oljeg als seinen Nachfolger gesehen hätte..

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Bornische Gaststätte "Seweriens Stolz":

Ludmilla Svedmansk ist bereits in der 4. Generation Wirtin dieses renomierten Gasthauses.

Angeblich soll Ludmillas Ururgroßmutter, Pervinke Svedmansk, das Bauholz höchstselbst aus Sewerien auf einem Handelssegler mitgebracht haben. Und in der Tat scheint das Haus mit seinem untypischen hohen Spitzgiebeldach mit zwei Dacherkern, den für diese Gegend ungewöhnlichen eng gefachten Balken und der holzverkleideten, mit Schnitzereien gezierten Stirnfassade viel eher nach Norburg zu passen als nach Rommilys. Herinnen erwartet einen eine typisch bornländische gute Stube, niedrig, mit dunklem Holz vertäfelt, die Wände mit Jagdtrophäen wie Bärenfellen und Elchgeweihen verziert. Von der Decke hängen Elch- und Bärenschinken und gute, kräftige Würste, der Boden ist mit Binsenmatten ausgelegt. Ein großer Kamin fehlt ebenso wenig wie die gerühmten sewerischen Götterbildnisse, herrliche Miniaturen, mit Gold und leuchtenden Farben auf Holztafeln gemalt.

Man sitzt auf langen, rohgezimmerten Bänken an ebensolchen Tischen; sind alle besetzt, wird für Neuankömmlinge eben zusammengerückt. Auch Ludmilla und ihre beiden Schankknechte Viburn und Jolgrin vervollkommnen den Eindruck durch ihre stilechten bornischen und norbardischen Trachten. Selbstredend gibt es hier auch die berühmte bornische Küche: Kartoffelgerichte aller Art, Karenschinken, Bärentatzen etc. - deftig und wohlschmeckend und dazu alles an flüssigen Köstlichkeiten, die das Bornland zu bieten hat; Honigwein, Bärenfang, Schlehenschnaps und Meskinnes. Doch soll man sich nicht täuschen lassen: wiewohl die Ausstattung rustikal und die Verköstigung deftig ist, sind die Preise gehobener Klasse, nicht zuletzt deswegen, weil es recht kostspielig ist, die bornischen Spezialitäten herbeizuschaffen.

Einen großen Aufschwung erlebte das Gasthaus, als der vor einiger Zeit verstorbene Prinzgemahl Grabunz seiner Frau Hildelind nach Rommilys folgte. In Folge sah man ihn häufiger als es schicklich war mit seinem Freund, dem Stadtvogt, hier einkehren.

Seit dieser Zeit ist die Gaststube häufig übervoll.

Die gemütliche Stimmung spricht für sich, und nirgends sonst in der Stadt kommt ein heimwehkranker Bornländer in den Genuß, stilechte Weisen aus seiner Heimat zu hören. Man singt und tanzt zusammen, säuft ordentlich und pflegt nach besten Kräften die bornische Lebensart.

Noch immer stattet der Stadtvogt dem Lokal regelmäßige Besuche ab, um seinem Lieblingssänger Istvan Winroff zu lauschen. Dann betrinken sich die beiden oft bis spät in die Nacht.

Aus eben diesem Grunde macht auch die Stadtgarde meist einen Bogen um das Haus, so daß das Seweriens Stolz eines der ganz wenigen Gasthäuser in der Innenstadt ist, das sich nicht an die Sperrstunde halten muß.

(Wird während der Besetzung der Stadt durch den schwarzen Heerführer Asmodeus von Andergast zw. ING 34 und BOR 35 Hal nahezu vollständig zerstört.)

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Schriftenkrämer:

Es ist wohl nicht zuletzt dem Einfluß des kunstsinnigen und gebildeten Grafen von Ochsenwasser zu verdanken, daß ein Schriftenkrämer in Rommilys zu einigem Wohlstand kommen kann. Wiewohl sich der Reichtum Odlids de Ozavac weniger in seinem kleinen Fach-werkhäuschen in der Dich-tergasse widerspiegelt - obzwar die Fenster immerhin mit Butzenscheiben versehen sind und auch das Dach mit schön glasierten Ziegeln in buntem Muster geziert ist - zeigt sich sein eigentlicher Schatz doch in dem kleinen Laden im Erdgeschoß des Hauses. Pergamentrollen, Bücher und Folianten über nahezu alle Themen Aventuriens (und auch darüber hinaus) türmen sich dort, und so manches literarische Glanzlicht wartet auf seinen neuen Besitzer.

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Dichtergasse:

Schon seit langem übt die Stadt Rommilys einen gewissen Reiz auf Künstler aus, denn die Stadt und ihre Bürger gelten als wohlhabend, die vielen und großen Tempel wollen den Zwölfen zum Gefallen kunstvoll ausgestattet sein, und auch der Adel und manch Bürger leistet sich die Dienste eines Bildhauers oder einer Malerin, das eigene Domizil entsprechend zu schmücken. So kamen seit Jahren mehr oder minder renommierte Künstler und Kunsthandwerker in die Stadt, sich anzusiedeln oder auch nur um für eine gewisse Spanne hier zu wirken. Der Schauspieler Traufried Edelhag Doch seitdem Graf Barnhelm als großer Mäzen der Künste wirkt, hat dieser Zulauf noch zugenommen; kommen Maler, Bildhauer, Poeten, Musices und andere Künstler in die Stadt, in der Hoffnung, das Entzücken seiner Hochwohlgeboren oder eines anderen reichen Gönners zu wecken und so in Lohn und Brot zu kommen. Die meisten dieser Leute haben sich auf dem Aranierberg angesiedelt, so daß man das Sträßchen, das bislang Maulfang geheißen hat, nunmehr als Dichtergasse kennt. Mit Barnhelms dukatenschwerer Unterstützung ist es einigen Künstlern vergönnt gewesen, hier adrette Häuser zu erwerben, in die sie ihre vielversprechenden Kollegen, denen bislang noch weniger Glück zuteil wurde, einquartieren. So kann man einige der Häuser mit Fug und Recht als Pensionen bezeichnen, auch wenn sich die Inhaber heftig dagegen verwahren, als Wirt tätig zu sein, bedeute dies doch eine kräftige Sondersteuer, von diversen Sondergenehmigungen einmal ganz abgesehen. Zumal sich in den Kellerstuben auch einige Plätze gebildet haben, die man als Teesalon oder Schankstube bezeichnen könnte. Hier treffen sich die Künstler, bieten Kostproben ihrer Kunst feil oder tauschen sich über ihr Schaffen, die Politik und die Philosophie aus, einige wohlhabende und renommierte Küsntler wie der Hofmaler Gerbald Floderov unterhalten auch Meisterschulen, in dem sie den Nachwuchs unterrichten. Gerade bei der reicheren Jugend der Patrizier gilt es als chic, hier zu verkehren.

Bisweilen, so heißt es, soll der Graf selbselbst inkognito hier verkehren, um den Liedern und Gedichten zu lauschen oder die neuesten Werke eines vielversprechenden Künstlers zu betrachten.

Wenn man Glück hat, kann man auch einen Sohn der Stadt, den Minnesänger Hilbert von Schwanen, mit einer seiner neuen Balladen auftreten sehen, was jedesmal zu frenetischen Begeisterungsstürmen führt.

Außerdem haben sich in der Dichtergasse auch einige Bücherstuben angesiedelt, wo man alte, seltener auch neugedruckte Bücher und Schriften finden kann. Einer der Schriftenhändler nennt sogar eine kleine Handdruckpresse sein eigen, er ist ein beliebter Anlaufpunkt für die Dichter, ihre Werke zu vervielfältigen und so in mehrfacher Form der Nachwelt zu erhalten. Doch könnten hier ebensogut subversive Schriften in den Druckstock gelegt werden, was insbesondere KGIA und FDEA scharf beobachten ....

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