Ursprünglich ein Handwerkerviertel, haben sich hier im Laufe der
Generationen zunehmend Händler und Kaufleute angesiedelt. Und heutzutage
findet man kaum noch Werkstätten in den noblen, von wohlerhaltenen,
schön geschmückten Fachwerk- und Ziegelbauten flankierten
Kopfsteinpflastergassen, es sei denn die einer Goldschmiedin oder eines
Kürschners. Früher einmal wurde hier Markt gehalten, bis der Platz
für die wachsende Stadt zu klein geworden war, und noch heute findet
hier die Tuchbörse - dem Tuchmarkt für Großhändler -
(am Alten Markt, auch Tuchmarkt genannt) statt. Hierher führt der
Lastenaufzug vom Hafen, der immer noch gerne genutzt wird, um Waren vom Hafen
ohne große Anstrengung in das Herz der Stadt zu bringen. Die Gassen
sind eng, auch hier hat man jegliches Fleckchen innerhalb der Stadtumfriedung
im Lauf der Jahrhunderte zu nutzen gesucht. Einzig die
Fürst-Helmbrecht-Straße (zweigt von der Fürstin-Irmegunde-Allee
ab und führt durch Aldewyk zum Tor zur Helmbrechtsstadt) ist so breit,
daß hier zwei Wagen nebeneinander Platz haben. Auch die Häuser
an dieser Straße sind alle neueren Datums, da die Straße bei
der letzten Erweiterung der Stadtmauer verbreitert
wurde.
Vornehmlich wohlhabende Patrizier wohnen hier, denen es an Einfluß und Geld gebricht, eine der Villen in Aldeburg zu erstehen. Nichtsdestotrotz gehören etliche von ihnen zu den einflußreichsten und angesehensten Bürgern der Stadt, kleinere Fernhändler, Tuch- und Rauchwarenhändler, wohlhabende Handwerker, Medici und Apothecari, aber auch Inhaber kleiner Bankhäuser und Wechselstuben.
Mit dem Karrenverkehr hält man es ähnlich wie in der Neustadt: In der Zeit zwischen dem frühen Morgen und den späten Nachmittagsstunden - und selbstverständlich auch des nachts - ist es verboten, mit dem Fuhrwerk durch die Gassen zu fahren, mit Ausnahme der Fürst-Helmbrecht-Straße. Auch das Reiten ist nicht erlaubt, Pferde müssen geführt werden, selbstredend mit Ausnahme für Adelige und Geweihte.
Erst kürzlich hat der Rat von Aldewyk beschlossen, die Fürst-Helmbrecht-Straße ebenfalls mit Öllaternen auszustatten, Zeichen des Reichtums, der hinter den Mauern der Fachwerkbauten zu finden ist..
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