Rommilys
Stadtteil Aldeburg
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Haus Sturmfels:

Welche Familie des Mittelreiches kann auf eine ähnlich glanzvolle wie tragische, ruhmreiche wie erschütternde Geschichte zurückblicken, welches Haus ist ähnlich über das Reich verbreitet - vom Winde verweht, wie böse Spötter sagen - wie das des ehrenwerten Geschlechtes derer von Sturmfels. Die bewegte und zerrissene Geschichte der Familie läßt sich selbst an ihrem Sitz in der fürstlichen Metropole ablesen, besteht das Hotel der Sturmfelsens doch aus einem Sammelsurium von einzelnen Flügeln, Häusern, Türmen und Anbauten, Erkern und Bastionen.

Ursprünglich für den Zweig der von Sturmfels zu Trollzacken erbaut, meldeten sich schon bald Verwandte erzürnt, wo denn ihnen Platz auf dem Anwesen zukäme. Friedvoll und weise wie Gräfin Aleta von Sturmfels zu Trollzacken war, wies sie ihren Vettern ein Stück ihres Grundes zu, wo sie ihr Domizil errichten konnten. Doch erwies sich der hesindianische Entschluß bald als Fluch, denn mit den Jahrzehnten tauchten mehr und mehr Sturmfelsens auf, ihr Recht an dem Stück Grund zu bekunden. Einem jeden wurde ein Platz zugewiesen, bis schließlich kein bebaubarer Fleck mehr zur Verfügung stand.

Nicht faul, wurden bestehende Gebäude aufgestockt, Türmchen angesetzt, vorkragende Erker an die Fassaden geklebt. Und ein jeder Sturmfels brachte seinen persönlichen Geschmack, je nach Herkunft, mit ein, so daß die Fassade ein wilder Mischmasch aus neutobrischer Sachlichkeit, alma-danischen Schnörkeln, garether Fachwerk und koscher Wehrbauweise ist.

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Residenz des Grafen:

Nun, ein Palast ist sie sicher nicht, die Residenz des Grafen von Ochsenwasser, geschweige denn ein seinem Stande geziemender Schloß- oder Wehrbau. Doch zählt die ehemalige Villa der Perdins, die vor 16 Jahren vom Graf nach dem Verlust seiner Residenz an die neugegründete Grafschaft Zweimühlen-Zwerch gekauft wurde, als eines der schönsten Gebäude der Stadt. Marmorsäulen, teure Fensterscheiben, kostbare Statuen, das Anwesen spiegelt den Charakter seines Besitzers. Und selbst der Garten ist etwas besonderes, denn nicht Bäume, Büsche und Blumen zieren ihn, sondern - ja, Ihr lest richtig - Steine! Doch wer je in dem steinernen Garten stand, in dem einzelne Felsen aus einem geharkten Kiesbett herausragen, in dem buntmarmorierte Felsen zu kunstvollen Landschaften drapiert sind, blieb kaum etwas anderes, als in sich gekehrt auf dieses Wunder zu starren. Umran, der "Gärtner”, ist ein geheimnisumwitterter Mann. Man weiß wenig mehr über ihn, als daß er von Maraskan stammt. Aber wo er seine Kunst lernte, ist sein Geheimnis, wie er sonst auch wenig von sich preisgibt.

Graf Barnhelm indes umgibt sich gern mit Künstlern verschiedener Profession und diskutiert mit Philosophen und Weisen über verschieden Themen. So geht Erasmus von Rommilys bei ihm ein und aus, und Barnhelm liebt die Dispute mit dem gelehrten Querdenker. Die Bälle und Empfänge auf Schloß Thesiahall sind berühmt ob ihrer Einfälle und Pracht und das gesellschaftliche Leben der Stadt hat in der Grafenresidenz ihr Herz. So verwundert es auch nicht, daß die 10 gräflichen Söldlinge auf dem Anwesen auch eher dem Prestige denn der Wacht dienen. Die Regierungsgeschäfte überläßt Barnhelm lieber seinem Kanzler Junkobald von Hirschfurten, da doch Poesie und Politik so schlecht zusammenpassen.

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Hotel Rabenmund:

Die Anlage aus dem Stein der Trollzacken ist seit der Teilung der Familie Rabenmund in drei Häuser der Sitz des ältesten Zweiges. Die meiste Zeit des Jahres logiert hier Truchseß Ludeger, der es ablehnt, im Palast zu wohnen. Selten wird das Haus voll, denn das Haus Rabenmund ist weit über das Mittelreich verteilt, und nur selten finden sich alle zusammen. Doch genießt es Ludeger, die weitläufigen Flure und Gemächer ganz für sich zu haben, kann er doch so ungestört seinen Geschäften nachgehen.

Einladend sieht das Hotel von außen aus, denn die schmucke Fassade im alt-horasischen Stil und die zwei Schritt hohe Mauer mit ihren Ziertürmchen zeugen von Geschmack. Das zweiflügelige Tor mit der Freitreppe zum Saphir-Platz besteht aus eisenverstärkter Eiche, vor dem eine Wache in den Farben des Truchsessen steht. Hat man dieses Hindernis aber überwunden, erhascht man einen Blick in das Innere. Die Einrichtung zeigt die Bedeutung der Familie: Güldene Kerzenständer aus Al’Anfa, edle Teppiche aus Khunchom und marmorne Statuen aus Vinsalt umgeben den Gast, in der Eingangshalle plätschert ein kleiner Springbrunnen. Der Garten lädt zum Lustwandeln zwischen exotischen Pflanzen, wobei sorgsam darauf geachtet wurde, daß nur einer der Kieswege zum Gesindetrakt führt. Dort ist es allemal belebter, denn der Truchseß hat viel Dienerschaft und Gefolge. Die weiteren sechs Wachen, die im Haus nächtigen, fallen da schon nicht mehr ins Gewicht.

Einige Aufruhr gab es weiland, als die jüngeren Zweige des Hauses Rabenmund das Domizil räumen mußten, da die altehrwürdigen Mauern, ihrer Weitläufigkeit zum Trotze, nicht länger in der Lage waren, alle Rabenmunds zufriedenstellend und standesgemäß unterzubringen. So wurde verfügt, daß die jüngeren Häuser ein eigenes Domizil zu beziehen hatten, das jedoch nicht gegenüber dem Palaste lag, ein ungeahnter Prestigeverlust. Den meisten Unmut verursachte die Tatsache, daß eines der Gebäude des Anwesens, das unmittelbar am Saphirplatz liegt, als Pferdestall und Remise dient. Auf den Protest und die Frage seines jüngeren Cousins Gorthin hin, ob es nicht besser wäre, hier die Familie einzuquartieren, statt den Rössern den Vorzug zu geben, soll Graf Answin d. Ä. geantwortet haben: "Werter Vetter, wenn Ihr schon so weit gekommen seid, daß Ihr in meinem Pferdestalle hausen wollt, dann wird es wohl ratsam sein, wenn ich die für Euch vorgesehene Villa lieber meinen Hunden zur Verfügung stelle.” Alsdann bezog Gorthin zähneknirschend ohne weiteres Murren das für ihn vorgesehene Domizil

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Turm der von Kalmbach:

Der Turm ist der Sitz der Familie derer von Kalmbach, einer alt-reichischen Familie, die vor 10 Generationen nach Darpatien übergesiedelt ist. Alldieweil sie weiland all ihrer Güter und Titel verlustig gingen, wandte sich die Sippe dem Handel zu - und mittlerweile besitzt das Geschlecht eines der bedeutendsten Handelshäuser Rommilys'. Wiewohl nominell nicht länger von Adel, beharrt die Familie dennoch streng auf ihre Privilegien, und niemand würde es wagen, dies in Zweifel zu ziehen, kann es doch gar zu schnell geschehen, daß man des finanziellen Beistands der Kalmbachs bedarf. Und so mag es einen auch wenig verwundern, daß die Fürstin der Familie vor Zeiten die Erlaubnis gegeben hat, eine eigene Söldnertruppe zu unterhalten - ein Privileg, daß ansonsten allein den Adeligen vorbehalten ist - Zeichen für besondere Wertschätzung der Familie oder Hinweis auf gewisse Abhängigkeiten ...

Die Dame des Hauses ist bekannt für ihre Abendgesellschaften, bei denen insbesondere die götterfürchtigen der hohen Gesellschaft gern verkehren. Egelda von Kalmbach zählt zu einer der fleißigsten Gönnerinnen des Spitals.

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Villa der Finsterbinges:

Viel wird gemunkelt über diese alte Familie, deren Patrizierturm nahe dem Fürstenschloß steht. Keiner weiß genau, worin sich der Reichtum der Finsterbinges gründet, verfügen sie doch weder über großen Landbesitz, noch über stattliche Herden oder viele Fuhrwerke. So fabuliert man allenthalben über Drachenhorte, geheime Geldverstecke oder den "Granit der Wissenden”, der Blei zu Gold machen kann.

Die Matriarchin Nedarne interessiert das wenig, sie weilt zumeist auf ihrem Lustschlößlein nahe der Grenze zu Perricum und überläßt die Geschäfte ihrer rechten Hand Carta, der es meisterhaft versteht, die Einkünfte der Familie zu tarnen und ihrem Sohn Fredo. Es wäre dem guten Ruf der Familie auch sehr abträglich, wenn bekannt würde, daß er in großem Stil im Schmuggel- und Hehlergeschäft die Fäden zieht - für seine Herrin, versteht sich. Seine Armee aus Halsabschneidern, Halunken und Spitzeln ist schier Legion, und längst nicht auf Rommilys beschränkt. Er verfügt über eine treue Garde von Dienern, die das Geschäft in anderen Teilen des Fürstentumes aufrechterhalten. Groß ist ihre Macht und vor wenig müssen sich die Finsterbinges fürchten, stehen ihnen doch Geld und Stahl zur Verfügung, um ihren Willen durchzusetzen. Und wer weiß, wer nicht inzwischen schon von ihnen korrumpiert wurde.

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Turm der Firunslichts:

Dieses uralte trollberger Geschlecht steht schon seit Hunderten von Götterläufen in den Diensten der Familie Rabenmund und des Fürstentumes. So ist z.B. Junker Edric von Firunslicht als Botschafter am Koscher Hofe bestellt, sein Bruder Aldron hingegen bemüht sich als fürstlicher Vogt in Zweimühlen die Interessen der Rabenmunds zu wahren.

Im Turm im Zentrum des Viertels residiert Wisshard, der greise Patriarch. Er diente schon drei Fürsten und ist gerne bereit, eine Geschichte über die alten Zeiten zu erzählen. Mittags speist er gern im "Zum Hirten”, wo sein Tisch von denen umlagert wird, die Zugang zum Fürstenpalast erhalten möchten und einen Fürsprecher benötigen. Die Freundschaft zwischen ihm und dem fürstlichen Haushofmeister ist herzlich, und wenn man seine Aufmerksamkeit erhascht, mag man schon am nächsten Tag vor der Fürstin stehen. Auch tut sein Stand als Ritter des Travinian-Ordens ein Übriges, so daß sein Wort in Darpatien ein beträchtliches Gewicht hat.

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Villa Nebelsteiner:

Bis vor wenigen Götterläufen war dies Haus das Zentrum des darpatischen Viehhandels. Die bedeutendsten "Viehbarone” gingen bei Kedor Nebelsteiner ein und aus, vielhundertköpfige Herden wechselten durch einen Handschlag den Besitzer, Käufer aus fernen Ländern suchten hier Rat.

Das Schicksal der Familie nahm eine dramatische Wendung, als der älteste Sohn Roban in die Thuranische Legion eintrat und seitdem nicht mehr gesehen ward. Die einzige Tochter Chassea lief kurz darauf mit einem Gaukler davon. Doch den Göttern war es nicht genug: Meuchelmörder töteten den Patrizier und seine Gattin in einer dunklen Firunsnacht! Bis heute konnte nicht geklärt werden, wie die Mörder in das Haus zu gelangen vermochten oder wer hinter dem feigen Attentat stand.

Heute leitet der jüngste Sproß, Jartan, die Familie mehr schlecht als recht. Gern würde er die Nebelsteiners wieder zu dem machen, was sie einst waren, allein, es fehlt ihm an phexischem Geschick und Glück. Zudem steckt Jartan den Großteil seiner Energie in die Suche nach den Mördern seiner Eltern. Des öfteren betraut er Abenteurer damit, sich auf die längst erkalteten Spuren der Halunken zu setzen.

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Ansicht des Tores Das Reichskanzler-Randolph-Tor:

Das Tor wurde auf den Fundamenten des ehemaligen „Königin-Svelinya-Tors" erbaut, benannt nach der ersten Königin der Rommilyser Mark. Zerstört wurde es 400 v. Hal, als ein Dämon das Tor sprengte (siehe Geschichte Darpatiens, TS 8). Einige der alten Reliefs, die den Torbogen schmückten, sind aber bis auf den heutigen Tag erhalten. Das Tor, im Volksmund auch Fürstenpforte genannt, wird Tag und Nacht von fünf Gardisten und einem Weibel der "Goldenen Raben" bewacht. Die Gardisten wissen um ihre verantwortungsvolle Aufgabe am nördlichen Tor zur Adamantenstadt. Bestechung ist unmöglich, und ein Versuch wird mit einer empfindlichen Geld- oder Prügelstrafe geahndet, je nachdem, welcher Sünder diese Tollheit versuchte. Öffnungszeiten: siehe "Kaiser-Raul-Tor".

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Haus des Stadtvogtes:

Das Haus an der Fürstin-Irmegunde-Allee (früher Fürstin-Hildelind-Allee) ist längst nicht so prächtig, wie man es für einen so einflußreichen Mann erwarten sollte. Einzig die ständige Anwesenheit eines Stadtgardisten mag davon künden, daß hier ein bedeutender Bewohner der Stadt logiert. Godefried von Görz-Windwasser hat es vorgezogen, auch nach seiner Ernennung zum Stadtvogt sein gemütliches Haus im bornischen Stil zu bewohnen, und nicht Ermahnungen noch gute Worte konnten ihn überzeugen, in eine angemessenere Residenz überzusiedeln.

Das Gebäude bietet kaum genügend Raum für große Gesellschaften, geschweige denn für Bälle, doch liegen dem Stadtvogt solche Genüsse ohnedies nicht am Herzen. Er zieht es vor, den kleinen Kreis seiner guten Freunde zu einem bornischen Kaminabend mit Meskinnes und Elchschinken zu laden, zu denen nicht selten der Sänger Istvan Vijnroff  geladen wird. Godefrieds Haus gleicht denn auch einem Museum für bornische Lebensart. Sollte sein Amt denn doch einmal einen traditionellen Empfang verlangen, so beansprucht er für diese Zwecke den Ratssaal, der zweifelsfrei besser geeignet ist, auch wenn manch traditionell denkende Adelige die Nase rümpft, sich in diese "Brutstätte der Revolte” begeben zu müssen.

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Der Weiße Turm:

Viele Legenden ranken sich um den 60 Meter hohen, aus einem unbekannten Gestein erbauten Turm. Doch kann man über das genaue Alter des Bauwerks, seine Erbauer oder seinen Zweck bis auf den heutigen Tag nur mutmaßen. Der umstrittene Historiker Riccard von Goldstein vertrat in seiner 19 Hal erschienen Schrift ”Von den Hochelfen” die These, daß er elfischen Ursprungs ist, während das Hellsicht-Institut seit vielen Jahren glaubhaft versichert, daß es sich um ein Dschinnenwerk der frühen tulami-dischen Zeit handelt. Wie Kosch-Basalt ist das Gestein leicht antimagisch, aber wie man an Aufzeichnungen in den Archiven der Stadt erkennen kann, nimmt die Stärke dieser Aura mit der Zeit allmählich ab, so daß man über ihre ursprüngliche Stärke nur spekulieren kann.

Immer wieder versuchen Wissenschaftler, Hesindegeweihte, Magier und vor allem Zwerge, ein Stück aus dem Turm zu hämmern, um das Gestein einer genaueren Untersuchung unterziehen zu können, doch vermochte man bislang weder mit gewöhnlichen Werkzeugen noch mit magischer Kraft, auch nur einen Brocken aus der glatten, schimmernden Oberfläche zu lösen.

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Die Darpatthermen:

An der Ostmauer der Aldeburg steht ein großes säulengeschmücktes Gebäude, die Darpatthermen. Ab und an sieht man, wie Wasserdampf gen Himmel aufsteigt, wenn der Wassermeister die Schwitz-bäderräume lüftet. Gänge und Baderäume des im altbosparanischen Stil gehaltenen Hauses sind mit rosafarbenem Mamor aus den Felsen der Eternen geziert, fürwahr eine noble Ausstattung, die sich in goldenen Lüstern, edlen Mosaiken und kostbaren Fresken an Decken und Wänden fortsetzt. Der Besucher kann sich nicht nur in der großen Schwimmhalle in Kalt- und Warmwasserbecken verlustieren, das Schwitzbad nach thorwaler Art und die Badestuben mit allerlei Kräuter- und Moorgüssen locken ebenso wie die hübsch dekorierten Salons, in die man sich zu traulichen Gesprächen zurückziehen kann. Hin und wieder sind wohlbeleumundete Musikanten oder Gaukler zu Gast, das Publikum zu unterhalten. Auch der lichte Innenhof mit dem alanfaner Garten, wo kleine Lauben zum Verweilen einladen, findet vornehmlich im Sommer regen Zuspruch. Ganz neu ist die Brabaker Massagestube, wo man seinem erschöpften, verspannten Körper einen Genuß ganz besonderer Art angedeihen lassen kann.

Anders als in hinlänglich bekannten Badehäusern zählen Rahjadienste nicht zum Angebot der Thermen. Festivitäten im kleinen Kreise sind genauso an der Tagesordnung wie Besuche von Händlern, Offizieren und Adligen. Hier trifft sich alles von Rang und Namen. Und tatsächlich heißt es, daß in den Darpatthermen an manchem Tage mehr hohe Politik gemacht werde als selbst im Thronsaal der Fürstin. Ganz billig ist der Besuch in den Darpatthermen nicht, stolze 10 S muß man für den Eintritt berappen, und das ohne Extras.

Alona du Kerillis, eine Brabakerin, leitet die Thermen erst seid drei Götterläufen. Sie übernahm die Leitung von ihrem Großonkel und setzt die Tradition des wohlbeleumundeten Hauses mit großem Erfolg fort.

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Rüstungsschmiede:

Die Herzuoglich-Rommhiliser-Pläthnerey gehört zu einer der ältesten Rüstungsschmieden im Fürstentum, wenn nicht sogar im ganzen Neuen Reich. Im Jahre 1247 v.H. wurde sie zum ersten Mal urkundlich erwähnt, als damals die Schwarzpelze das Reich bedrohten. Wiewohl sie in den folgenden Jahrhunderten eine bewegte Geschichte erlebte - Feuerbrünste, Überschwemmungen, Kriege, Bürgeraufstände und dergleichen mehr - werden in dem trutzigen dreistöckigen Gebäude bis auf den heutigen Tag Rüstungsstücke aller Art gefertigt. Der Wandel der Geschichte konnte selbst dem traditionsreichen Namen nichts anhaben: wiewohl längst fürstliche Institution, wurde der Name beibehalten. Die Herzuoglich-Rommhiliser-Pläthnerey ist weit über die Grenzen des Fürstentums gerühmt für ihre Arbeiten von allerhöchster Qualität, jetzt schon in der zwölften Generation von der Familie Arngrimm geführt. Alina Arngrimm, die der Sippe vorsteht, ist sehr darauf bedacht, diesen Standard zu erhalten. Manche Rüstung, die von einem Adelssproß zum Ausbessern oder Umarbeiten in die Werkstatt gebracht wird, hat vor hundert Götterläufen oder mehr die Plättnerei als neues Stück verlassen, und wird seitdem in der Familie weitervererbt. Solch edle Stücke können sich denn aber auch nur wohl betuchte Adelige leisten. Wohlbekannt sind die Rabenrüstung Answin Rabenmunds, die in der Rüstkammer der Fürstin aufbewahrt wird, wie der Leuinnenhelm und Prunkpanzer Fürstin Irmegundes, die anläßlich ihrer Inthronisation gefertigt wurden. Auch die Rüstungen der Goldenen Raben stammen aus der Hand der Familie Arngrimm und sind von erlesener Qualität. Doch nicht allein für solche treffliche Stücke werden die Schmiedefeuer geschürt: manch kaiserliches Regiment, die fürstlichen Truppen und ebenso die Armeen einiger anderer Provinzherren werden von der Plättnerei mit Rüstzeug guter Qualität ausgestattet - auch wenn der gemeine Hauptmann sich mit weniger Prunk und dünnerem Bleche zufrieden geben muß als die wohlbetuchte Adelsfrau.

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Die "Reblaus", das Haus der Fürstlichen Winzergilde:

Wohl 300 Götterläufe mag das schmale, zweistöckige Fachwerkgebäude an der Winzergasse alt sein, dessen Balken und Giebel mit aufwendigen Schnitzereien verziert sind. Das Gildenzeichen, Traube und Winzerschere, geben Kunde, daß die ehrwürdige Winzergilde hier ihr Domizil gefunden hat. Die Eingangstür ist nur 8 ½ Spann hoch, so daß viele Besucher das Haupt neigen müssen, wenn sie eintreten. Doch ist die Reblaus, wiewohl sie auf den ersten Blick wie ein gewöhnliches Weinlokal wirken mag, keine öffentliche Schenke; wird einem doch nur dann Gastung gewährt, wenn man Mitglied der Winzergilde ist, oder über eine Einladung oder den gebührenden Rang in der hohen Gesellschaft verfügt.

Über eine schmale Treppe geht es in die Stube hinab, die sich halb im Keller befindet. Nur durch kleine Fenster, die vor einigen Jahren durch Butzenscheiben ausgefüllt wurden, wird die Stube von Praios’ Licht erfüllt, so daß ein gemütliches Halbdunkel herrscht. Der holzgetäfelte Raum ist durch halbhohe Holzwände aus Steineichenholz in fünf Nischen separiert, wo man sich auf schmalen gepolsterten Holzbänken an hohen langen Tischen ganz den Gaumengenüssen hingeben kann, die der zwergische Koch trefflich zuzubereiten versteht, oder die diskrete Atmosphäre für geschäftliche Vereinbarungen nutzen kann. Selbstredend verfügt das Haus über einen exquisiten Weinkeller.

Im hinteren Bereich des Gastraumes befindet sich zudem ein großer runder Tisch mit bequemen Stühlen, über dem die Wappen von Darpatien, des Fürstlichen Hauses und das der Gilde prangt. Hier finden die offiziellen Diners der Gilde statt.

Im ersten Geschoß befindet sich der Gildensaal, in dem die regelmäßigen Zusammenkünfte der Winzergilde stattfinden. Hier werden auch die Gildenlade mit der Gildenordnung, das fürstliche Schreiben zur Anerkenntnis der Gilde, das Verzeichnis aller Mitglieder u. weitere Dokumente aufbewahrt.

Der Wirt lebt mit seiner Frau im obersten Geschoß des Hauses, ein Schreiber, eine Küchen- und eine Schankmagd teilen sich das Dachgeschoß.

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Schneiderei Abeltal:

Wer hier seine Kleider nähen läßt, gehört sicherlich nicht zu den Ärmsten der Stadt. Schon das Schild mit der großen Schere zeigt die Bedeutung, denn darunter findet sich das fürstliche Wappen, ist Abeltal doch Fürstlich-Darpatischer Hofschneider. Dargus Abeltal (45 Jahre, 1,79 Schritt groß, graue Haare, Bauch, stets in seine neueste Kreation aus edelstem Stoff gehüllt) lernte das Geschäft von der Pike auf und hat es nun zum Obersten der Schneiderzunft gebracht.
Durch die Ernennung zum Hofschneider gewann er viel Prestige und eine treue Kundschaft. Sämtliche Hofdamen, der Geldadel und die reicheren Landadligen lassen sich ihre Festgarderobe bei ihm auf den Leib schneidern. Dabei erfährt er so manches "Geheimnis" aus den oberen Gesellschaftsschichten, die er an gute Kunden als Dreingabe, seltener auch gegen (angemessen!) klingende Münze weitergibt. Benötigt man Informationen über die höheren Stände der Stadt, kommt man um ein neues Wams wohl nicht herum...
Abeltal läßt allerdings stets eine gewisse Vorsicht walten, was sich dergestalt äußert, daß er sich allein in Andeutungen ergeht. So heißt es, "daß ein Freund gehört hat" oder "daß das Gerücht geht, Dame X habe ein Verhältnis mit Junker Y, dabei sei der doch der Dame Z versprochen", oder "es geht die unglaubliche Mär, daß Baron A ein großes Darlehen habe aufnehmen müssen, um seine Spielschulden bei Baron B zu decken". Nun, Kenner der rommilyser wie der darpatischen Gegebenheiten wissen mit den vagen Worten des Meisters genug anzufangen, auch ohne daß Namen genannt werden.
Nicht, daß es dabei nicht auch einmal zu folgenschweren Fehlschlüssen kommen kann, wie ein Skandal vor drei Jahren beweist, als eine ehrenwerte Edeldame ob der Fehldeutung eines hohen Herren in den Ruch geriet, einem ganz und gar nicht ehrbaren Lebenswandel zu folgen ...
Doch für Abeltal sind die amüsanten bis brisanten Gerüchte mehr als nur ein Kapital, seine Kunden zu unterhalten. Vielmehr stellt er sein Wissen - und dann ganz ohne nebulöse Formulierungen - gleich mehreren Auftraggebern zur Verfügung. Sowohl Truchseß Ludeger, Aldine von Brinsberg und Brinwulf von Hergenklamm wissen, daß der Schneider sowohl für die FDEA, die KGIA und den Junker von Drachenschwinge arbeitet, aber da jeder der drei denkt, daß Abeltal SEIN Doppelagent ist, kassiert er von allen Seiten und genießt den Schutz dreier mächtiger Organisationen. Einzig Espinosa von Sturmfels hat das gewitzte Spiel des Schneiders zur Gänze durchschaut, und Abeltal vergeltet ihm sein Schweigen mit dem liebsten Gut, das Espinosa kennt: verläßliche Informationen ...

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