Das Prachtviertel der Stadt beherbergt nicht nur den Fürstenpalast, sondern auch die Sitze der diversen Adligen, "Hotels genannt, erbaut, um den edlen Geschlechtern angemessenes Obdach zu bieten, wenn die Fürstin zu Hofe bittet.
Seit einigen Jahren sind einige weniger üppig begüterte Familien dazu übergegangen, ihre Sitze an einen Hotelier zu verpachten (sehr zum Mißfallen solcher Adelsfamilien wie die der Bregelsaums und Rabenmunds), der das Recht hat, das Hotel auch anderweitig zu vermieten. Dies können sich selbstverständlich nur wirklich Wohlhabende leisten: andere Adlige, die zu Besuch in der Stadt weilen, Fernhändler und ähnliche angesehene Personen. Neureiches Volk wie reiche Abenteurer ohne Manieren und Ruf hat hier keine Chance auf Gastung.
Allgegenwärtig sind die Wachen: private Gardisten der Familien, gräfliche Büttel, fürstliche Pikeniere und, beeindruckendster Anblick von allen, die Goldenen Raben, Leibgarde Ihrer Fürstlichen Durchlaucht, die u.a. mit der Bewachung des Reichskanzler-Randolph-Tores betraut sind. Die Gesetze werden streng geachtet, wehe dem, der ohne ein rechtes Anliegen oder ohne einen illustren Namen nach Mitternacht durch die Gassen zieht. Unbotmäßiges Verhalten und Rüpeleien können einen gar zu schnell in den Turm und sodann vor die fürstliche Gerichtbarkeit bringen. Und wiewohl man auch hier die Gesetze der Gastfreundschaft kennt und achtet, so kennt man ebenso wohl das Gesetz des Herrn Praios, das da sagt: "Bleib unter deinesgleichen!
Auch reiche Viehhändler wie die Sippe der Nebelsteiners haben sich eine Villa erbaut, andere wie die von Melsungers haben ihr Domizil von einem verarmten Adligen erworben, in letzterem Falle gleich samt Landgut und Wappen.
Verbreitet sind die sogenannten "Patriziertürme, kleine, mehr oder minder wehrhafte Anlagen, die das Selbstverständnis der Stadtpatrizier als Adlige mit deren Rechten (z.B. dem Burgenbau) darstellen.
Sauber ists, der Duft des feinen Essens zieht am Mittag durch die sauber gepflasterten Gassen, und die Geräusche von exotischen Tieren tönen aus den Gärten der reicheren Adligen. Hier wohnen die, denen Geld wenig oder alles bedeutet.
Das Halten von Vieh auf der Straße, in den ärmeren Vierteln eine nicht wegzudenkende Sitte, ist hier strikt verboten.
Die wenigen Schenken, die man hier findet, sind zumeist geschlossenen Gesellschaften vorbehalten. So gibt es z.B. den Goldenen Esel, der allein den Bregelsaums, befreundeten Adelsfamilien und Patriziergeschlechtern offen steht. Oder die "Reblaus, Versammlungsstätte und Trinkstube der Fürstlichen Winzergilde, während das "Teehaus den Fahrensgemeinschaften zugehörig ist.
Die Kleidung der Leute ist gehoben bis luxuriös, und man hat kaum Chancen, an den Torwachen vorbeizukommen, wenn man nicht ein feines Wams und dazu passende Manieren sein Eigen nennt oder die Empfehlung eines Bewohners der Aldeburg vorweisen kann. Selbst die Livreen der Diener sind feiner als das Praiostagsgewand manches Bürgers. Wappen scheinen schier ein Muß zu sein, denn jedes Mitglied eines Hofstaates trägt voll stolz das Zeichen seines Herren. Und dies gilt nicht nur für die Adligen, nein, auch die reichsten der Kaufherren haben sich ein Wappen zugelegt, und wenn sie es einem Adligen "abgekauft haben. So weiß man von dem Prinzen Gerowing von Anhalt-Berg, einem durch nicht immer ehrbare, wie man munkelt, aber äußerst gewinnbringende Geschäfte zu viel Geld gekommenen Herrn aus Beilunk, der sich von einer Berg-Ittenplitt hat adoptieren lassen - wodurch die Dame einem höchst peinlichen Aufenthalt im städtischen Schuldturm entging, Gerowing Anhalt aber zu einem waschechten Adelstitel kam. Der Prinz lebt mit seiner Ehefrau, einer überkandidelten alternden Diva der Yaquirbühne, seit 4 Götterläufen in Rommilys, seinen edlen Nachbarn ein stetiges Ärgernis.
Regiert wird der Stadtteil von einem 12er-Rat, bestehend aus sechs vom Stadtvogt ernannten und sechs durch Census-Wahl erkorenen Räten. Den Adligen, die vom Vogt auserkoren wurden, ist die Pflicht oft lästig, zählt dem Adel doch nach wie vor der Grundbesitz mehr als das "Schachern mit Krämerseelen in der Stadt. Die Handelsherren hingegen wissen sehr wohl um die Chance, die ihnen dies Amt einräumt, bietet sich ihnen doch so eine Möglichkeit, in den "Hohen Rat zu gelangen und mithin die Geschicke der Stadt zu beeinflussen.