Abenteuer: Die Kinder des Träumers

Autor: Gerd  Hupperich

Art: Gruppenabenteuer

Seiten: 95 Seiten

Verlag: Pegasus Press

Reihe: Midgard Abenteuer

Erscheinungsdatum: 1998

Original-System: Midgard

Restauflage noch lieferbar in Branwens Basar für 1,99 €

 

 

Vorbemerkung

Midgard erschien früher bei Klee-Spiele und ist nach einem weiteren Ausflug zu Pegasus wieder zum Eigenverlag F&SF zurückgekehrt. Einige der Midgard-Veröffentlichungen haben zwar schon ein paar Jahre auf dem Buckel, viele haben aber auch nach heutigen Maßstäben eine gute Qualität vorzuweisen.

Viele mir bekannte Midgard-Abenteuer sind i.d.R. problemlos nach Aventurien überführbar. Nur bei dem einen oder anderen magischen Effekt sollte man als Meister bereit sein, die aventurische Magie zumindest für die NSC Magier zu erweitern. Andererseits ist durch die Zauber-Modifikationen ja heutzutage auch bei DSA viel möglich.

 

Spieler bitte nicht weiterlesen!

 

Handlung

In einem Vraidoskloster nahe Dorestead (Alba) wird ein altes Grab entdeckt eines Eingeweihten der Gottheit und der unverweste Leichnam deutet auf ein entsprechendes Wunder hin. Der Vorsteher erkennt aber, dass es sich um eine Verwechslung handelt und tatsächlich ein bedeutender Magier, dem Vraidros selbst das Geheimnis der Schöpfung anvertraut haben soll, in diesem Grab liegt. Er kann insgeheim (weil er das potentiell zu erwerbende Wissen nicht teilen möchte) in einem Ritual den Magier wiederbeleben. Doch das Ritual schwächt ihn so sehr dass er anschließend stirbt. Er stellt vor seinem Tode aber noch fest, dass der Wiederbelebte unter einem Gedächtnisverlust leidet und redet ihm ein, er sei sein Neffe. Dieser verwirrte Mensch läuft nun den Helden vor die Füße, die sich hoffentlich seiner annehmen und ihn zum Kloster bringen. Bald wird offenbar, dass ihr Schützling nicht der ist, für den er sich hält. Die Helden stellen zunächst Nachforschungen an, und dringen schließlich tief in die Mysterien des Vraidros’ ein und erleben ein mystischen Abenteuer, das für sie Erlebnisse der besonderen Art enthält (göttliche Geheimnisse, die Midgardschlange und mehr).

Das Abenteuer enthält einen umfassenden Anhang, in dem die Örtlichkeiten und vor allem die zahlreichen NSC’s sehr gut beschrieben sind.

 

Fazit und Hinweise zur Aventurisierung:

Das Abenteuer kann voll und ganz überzeugen und vermittelt sehr viel Flair um die Glaubengemeinschaft des Vraidros. Auf dem Weg zum Finale (das tief in die Epos-Kiste greift) gilt es Rätsel zu lösen und detektivisch Ermittlungen vorzunehmen. Alles was ein gutes Abenteuer benötigt ist hier zu finden. Da ich hier aber ja insbesondere Hinweise zur Aventurisierung geben möchte, stehe ich vor einem großen Problem. Das Abenteuer greift derart intensiv auf die Götter und Schöpfungsgeschichte Midgards zurück, dass dies nur sehr schwer nach Aventurien zu transportieren ist. Mein erster Gedanke bei der Beschreibung des Haupt-NSC, also dem wiederbelebten Magier, war: Rohal. Das allerdings wäre schon ein gewaltiges Abenteuer, das den Helden eine Leibhaftige Begegnung mit Rohal dem Weisen ermöglichen würde...

Abgesehen davon ist der Vraidros-Kult nur schwer nach Aventurien zu transportieren. Vaidros war wahrscheinlich ein Grauer Meister und tauchte nach dem Krieg der Magier vor 800 Jahren in Alba auf und sammelte die Bruderschaft des Träumers um sich, aus der Vraidos-Kult entsprang. Er steht bei Midgard für Weisheit und wird von seinen Anhänger als Gott verehrt. Am ehesten passte wohl noch die Schwesternschaft der Mada, auch wenn man sich hier nur schwer ein Kloster in besiedeltem Gebiet vorstellen kann. Wenn man aber bereit ist, hier ein paar Eingriffe in den DSA-Hintergrund vorzunehmen, könnte ich mir vorstellen, dass es im Farindel-Wald vielleicht in der Tat eine Art Kloster oder ähnliche Gemeinschaft der Mada-Schwesternschaft gibt, die dort das Grab Rohals bewachen ohne dies zu wissen (man müsste sich einen anderen wichtigen Magier überlegen, der dort quasi als Heiliger verehrt werden könnte).

Ich kenne mich allerdings zu wenig mit dem Background der G7-Kampagne aus, um zu wissen, ob dort Setzungen bezüglich Borbarads und Rohals vorgenommen wurden, die dieser Idee eindeutig entgegenstehen.

Diese Überlegungen sind also noch nicht der Weisheit letzter Schluss und vielleicht hat ja ein Leser weitere Ideen... Ich denke aber, dass das Abenteuer und das potentielle Erlebnis der Helden eine Konvertierung lohnenswert macht.