Die Magie des Stabes

Kürzlich ist mir das Werk eines unbekannten Verfassers zugekommen, das mich dazu beflügelt hat, mich eingehender mit einem magotehoretischen Gebiet zu beschäftigen, dem, wie ich bedauernd zugeben muß, in der modernen magischen Wissenschaft kaum der gebührende Stellenwert eingeräumt wird.

Jene Lektüre, deren Alter ich auf mindestens 1500 Jahre schätze, angesichts der dort beschriebenen und angedeuteten Rituale und Thesi, sowie diverser Andeutungen, die einen solchen Schluß nahelegen, hat mich angeregt, mich eingehender dieser Form der Magie zu beschäftigen, die die meisten Magistres leider eher beiläufig anwenden, wiewohl diese doch eines der, nein, ich will sagen das wichtigste Handwerkszeug der wissenschaftlich fundierten Magie behandelt - den Stab.

In jenem Manuskript nun wurde eine ganz andere Facette der Stabmagie beleuchtet, die ich dem interessierten Leser nicht vorenthalten will.

Die folgenden Aufzeichnungen geben die ersten Ergebnisse meiner Forschungen wieder. Es wäre vermessen, zu behaupten, daß die Schlüsse, die ich ziehe, als allgemeingültige Lehren anzusehen sind.

Ich wende mich vielmehr an den geneigten Wissenschaftler, der sich möglicherweise durch diese Zeilen angeregt fühlt, eigene Studien auf diesem Gebiet zu betreiben.

An einem Gedankenaustausch mit den werten Collegae wäre ich sehr interessiert.

Nadêshda von Lowangen


Capitulum 1: Vom Holze und der Beschaffenheit des Stabes

Landläufig nimmt man es als eherne Wahrheit an, daß allein das Holz der Blutulme, der Steineiche und der Zyklopenzeder geeignet sei, die hohe Magie wirkungsvoll und dauerhaft zu binden.

In dem mir vorliegenden Werk aber heißt es, daß auch andere Hölzer befähigt sind, Magie zu empfangen und zu binden, so z.B. Ebenholz, Mohagoni, Tanne, Drachenflügelbaum (hier die Wurzeln) oder gar Kokospalme, wie auch alle anderen Gehölze, die Äste von passendem Wuchs hervorbringen bzw. stammbildend sind, d.h. daß selbst ein in unseren Gefilden so weit verbreitetes Gehölz wie die Buche dazu geeignet wäre, einen Stab daraus zu formen.

Wohl ist es korrekt, daß den zuerst genannten drei Holzsorten eine Gemeinsamkeit zueigen ist, die anderen Hölzern fehlt, nämlich die Fähigkeit sich jeder Form von Magie zu öffnen. So kann ein Magier gleich welcher Akademie sich einen Stab aus den genannten Hölzern zueigen machen, ihn mit seiner Magie füllen und sich die Macht des Stabes nutzbar machen.

Anders hingegen sieht aus, verwendet man eine andere Holzart. Nehmen wir beispeilsweise, die Bosparanie, von deren Holz man weiß, daß es in geringem Maße antimagisch wirkt. Einen solchen Stab zu verzaubern kostet größere Kunstfertigkeit und setzt einen größeren Einsatz von Macht voraus (1. Stabzauber Probe um 4 Punkte erschwert, zusätzliche ASP-Kosten 7, davon W3 permanent), dafür zeigt sich der Stab alsdann in den Händen eines Magus der Magica Contraria als formidables Instrument, erleichtert es doch alle Zauber, die mit diesem Gebiete zusammenhängen in nicht unbeträchtlicher Weise (alle Zauber dieses Spezialgebietes -3, dafür Zuschläge bei allen Invocationes aus der III. oder IV. Sphäre von +2, bei Beschwörungen von Daimoniden gar +3).

Dem Ebenholz sagt man hingegen nach, daß alle Geisterbe- wie auch Entschwörungen, sowie jegliche andere Zauber, die die 4. Sphäre betreffen, erheblich erleichtert sind (-3), wohingegen sich der Magus mit Sprüchen der Magica Curativa schwertut (+1, zudem kostet jeder Spruch 1 W3 ASP mehr als angegeben).

Als weiteres Beispiel möchte ich das Holz des Kirschbaumes anführen, das man auch der Tsa zuordnet. Wird ein Stab aus diesem Material gefertigt, so sind alle Formeln der Verwandlung lebender Materie begünstigt (-2), wohingegen man bei anderen Disciplines Magicae auf den Vorteil des Stabes zu verzichten hat und bei dem Versuch, eine solche Verwandlung aufzuhalten bzw. zu beenden eine Erschwernis hinnehmen muß (+2).

Der Eibe, so heißt es in dem Werk, werden besondere Kräfte auf dem Gebiete der Bewegungsmagie zugeschrieben, ebenso bezüglich einiger Formulae, die Verdunkelung und Tarnung zum Inhalte haben. Doch ist hier der Nachteil hinzunehmen, daß es besondere Kunstfertigkeit kostet, einen Stab aus Eibenholz herzustellen, findet sich doch kaum eine Eibe, die groß und fest genug ist, einen Stab aus dem Kernholz zu gewinnen, so daß der Magus den ersten Stabzauber, mit dem er sein Handwerkszeug erst forme, meisterlich zu vollziehen habe (Zuschlag +8), um mehrere schlanke Eibenruten zu einem massiven Stabe zu formen. Zudem kostet es mehr Energie (+5 ASP für den 1. Stabzauber) und der Stab ist auch nicht in der Lage, den astralen Fluß in gleicher Intensität zu erfassen wie die meisten anderen Hölzer (der 4. Stabzauber spart nur halb soviel ASP wie gewöhnlich, und zwar auch bei Zaubern des eigenen Spezialgebiets).

Für alle Stäbe aus anderem Holz denn den allgemein üblichen gilt, daß man mit dem 4. Stabzauber bezüglich neutraler Zauber (also aller, die nicht dem Spezialgebiet entsprechen), nur halb soviel ASP wie gewohnt spart.

Bei konträren Gebieten stellt sich in manchen Fällen gar überhaupt keine Ersparnis ein.

Oberflächlich betrachtet mag man die zusätzlichen Mühen und Einschränkungen scheuen, doch welch ungeahnten Gewinn bedeutet ein solches Werkzeug für den Spezialisten, für den er manche Mali gern in Kauf nimmt.

Zumal die Möglichkeiten, die die Personalisierung des Stabes dem fähigen Magus eröffnet noch längst nicht ausgelotet sind.

Es ist nur folgerichtig, daß man die in der Ars Magica übliche persönliche Gewichtung eines oder zweier Disciplines getrost darüber hinaus ausweitet, sich nur einen passenden Spruchkanon anzueignen.

Anfänglich berichtete ich darüber, daß im Grunde jegliches Holz für die Formung eines Stabes geeignet sei. Allerdings gilt es dabei zu beachten, daß nicht allen Hölzern verborgene arkane Eigenschaften zu eigen sind. So fehlt beispielsweise der Buche jegliche Affinität zur Magie, so daß ein Stab aus diesem Holze weit träger Magie aufnimmt (alle Stabzauber +3, zudem spart der 4. Stabzauber nur die Hälfte an ASP) und es sich mithin nur dann anbietet, zu einem Stab aus diesem Holz zu greifen, wenn man sich in einer pressierlichen Situation befindet, da einem kein anderes Material zu Gebote steht.

Es ist im übrigen offenkundig, daß wie bei den Edelsteinen die Affinität eines Holzes zu einem der Götter, Halbgötter oder Alveraniare eine Rolle dahingehend spielt, inwieweit das Material in arkanem Zusammenhange Neigungen unterstützt bzw. für gewisse Formen der Magie nur schwer oder auch gar nicht zugänglich ist.

Es sei einem jeden interessierten Wissenschaftler anzuraten, entsprechende Forschungen zu betreiben und mit den Hölzern zu experimentieren.

Capitulum 2: Von der Wirkung weiterer Paraphernalia auf den Stab

Eine weitere Möglichkeit, den Stab dem Spezialgebiet seines Besitzers zuzuwidmen ist es, einen entsprechenden Edelstein in den Stab einzuarbeiten bzw. andere Materialien wie Metalle, die das arkane Muster des Stabes beeinflußen, einzuarbeiten.

Es wäre ein wenig eindimensional gedacht und zeugte von mangelndem Forschergeist, folgte man stur den Statuten der Akademien, nachdem jeglicher Stab eine Kappe aus Mondsilber und Eisen zu haben habe.

Mag dies bei Vorgängen der Beschwörung auch dienlich sein, zeigt sich eben diese Verzierung bei Formeln der Bewegung als hinderlich, desgleichen bei Verwandlungen, wenn auch in geringerem Maße. Vielmehr sollte der Zögling durch lange Meditation und eingehende Studien in sich gehen, um zu ermitteln, welche Art der Ausgestaltung des Stabes ihm am zuträglichsten wäre.

Ein in Zwergensilber eingefaßter Granat weiß die Magica Communicatia in erfreulichem Maße positiv zu beeinflussen, zumal mit dem Reich der Toten. Es läßt sich vermuten, daß es sogar denkbar ist, bei entsprechender sorgfältiger Vorbereitung des Magiers den solchermaßen präparierten Stab mit einem Zauber zu belegen, der dem des III. Kugelzaubers gleicht, wobei die Gemme als Focus für das arcane Muster dient.

Ein Bernstein zeitigt vergleichbare Erfolge in der Magica Contraria, so wie ein Stab aus Apfelbaum mit einem in Kupfer gefaßten Achat Heilzaubern zu größerer Wirksamkeit bei gleichem Astralaufwand verhilft.

Auch las ich, daß es möglich ist, in das Kernholz eines Stabes Weißdornzweige einzuflechten, um die Wirksamkeit wider unheilvolle Magie zu vergrößern.

Wie generell aus der Edelsteinmagie hinlänglich bekannt, kann man zudem durch die Befolgung entsprechender Rituale, während derer man die Gemme für die magische Nutzung vorbereitet, dem Wirken des Steins einen Aspekt hinzufügen, seine Wirkung verstärken oder ihm eine Neigung geben. So kann ein Achat, in den das Zeichen der ewig junge Eidechse geschnitten ist, sich nicht allein positiv auf Formeln der Magica Curativa auswirken, sondern zudem dem Magus die Verwandlung von Lebewesen erleichtern, wenngleich auch in geringem Maße.

Es muß wohl nicht eigens erwähnt werden, daß auch die klassichen Zauberstäbe bei ihrer Neuformung oder nachträglich (dazu in der nächsten Ausgabe mehr) auf diese Weise den individuellen Bedürfnissen des Magiers angepaßt werden können.

Man hüte sich jedoch tunlichst davor, Materialien zu verwenden, die widersprüchlich agieren (der Wissende mag sich an gleichlautende Erkenntnisse aus der Artefakt und insbesondere der Amulettmagie erinnert fühlen).

Holz, Stein und Metall müssen wohl gewählt sein, sollen sie in der Einheit, die der Stab durch das Wirken des Magus bildet, nicht kontraproduktiv wirken.

Der Banause, der glaubt, seinen Stab mit Elementen des Kampfes, der Antimagie und der Beschwörung zieren zu müssen, sollte lieber mit einem der gewöhnlichen Stäbe Vorlieb nehmen, oder noch besser seinen Magierhut an den Nagel hängen, denn er läßt es unfraglich an der sittliche Reife mangeln, derer man zur Profession eines Magus dringend bedarf.

Vom ersten Stabzauber

Wer einmal einen kunstvoll gearbeiteten Magierstab gesehen hat, und gebildet genug ist, zu wissen, daß es Aufgabe des Magus ist, mit eigenen Händen den Stab zu schaffen, ihn zu formen nach seinem Wunsche ohne jedwede Hilfe, der mag sich gewundert haben, wie solch beeindruckende Arbeit jemandem gelungen sein kann, dessen Holzschnitzkünste wenig besser sind als die eines neugeborenen Kindes, von der Schmiedefertigkeit oder der der Gemmenschnitzerei ganz zu schweigen. Das Geheimnis liegt in jenem ersten Stabzauber, dem ersten großen Ritual, das ein Scholar als Teil seiner Prüfung zum Magus vollführt.

Am Tage der für dieses wichtige Ereignis vorgesehen ist, und für den die Constellationes korrekt bestimmt sein müssen, um schädliche Dissenzen zu vermieden, zieht der Scholar in aller Frühe, noch bevor Praiosscheibe sich über den Derenrand erhebt, in den Hain, einen Stamm zu suchen, der ihm entspricht. Es ist mehr als nur eine Mär, daß das Holz des Stabes zu dem angehenden Magus spricht, so daß er genau weiß, welchen Stamm er zu erwählen hat.

Nachdem er das Holz erwählt hat, derweil er das Ritual der Stabfindung singt, gilt es, den Kern des Stammes, mithin die Quintessenz des Holzes zu ergründen und zu erspüren, um sie schlußendlich aus dem restlichen, nutzlosen Holze zu befreien. Es genügt mitnichten, einen passenden Stecken aus dem Stamm zu schnitzen, vielmehr muß es dem Magus gelingen, die feinen arkanen Ströme, die das Herzholz durchfließen, zu erkennen, denn nur dieser Teil des Stabes ist für die Einbindung und den Fluß magischer Kräfte geeignet. Wohl drei bis vier Tage, bei solchen Hölzern, die sich wider den arkanen Fluß unempfänglich zeigen womöglich weit länger, bedarf es, sich auf das Herzholz einzustimmen. Wobei es dem Magus gelingen muß, seine eigenen magischen Ströme mit denen des Holzes in Einklang zu bringen. Kein anderes Tun, denn die Inkantation des Rituals ist während dieser Spanne, wie den darauffolgenden möglich, nicht essen, noch schlafen, stört jede Unterbrechnung doch die Konzentrtion in solchem Maße, daß das Gelingen der Inkantation in Frage gestellt ist. Einzig darf der Magus während dieser Zeit Wasser zu sich nehmen. Während dieser Tage gelingt es dem Zauberer, so denn die Einstimmung auf die Kraft des Holzes gelingt, mittels arkaner Kräfte das Herzholz aus dem Stamm zu lösen, ohne die Hilfe jedweden anderen Werkzeuges denn seiner Gabe. Auch wird die Grundlage für die spätere Bindung des Stabes hier begründet.

Die darauffolgenden Stunden sind der Recreation und neuerlichen Sammlung gewidmet. Hierbei der Magus den virginen Stab stets mit sich trägt, um das Band nicht schwinden oder reißen zu lassen. Es ist strittig, ob für diese Zeit die rituelle Trance aufrechterhalten werden muß - aus den Erfahrungen an den Akademien weiß man, daß es nicht vonnöten ist, um einen guten Stab zu schaffen.

Am nächsten Tage wählet der Magus jene Metalle und Edelsteine, die er in den Stab einzubinden wünscht. Üblicherweise hat ein erfahrener Magus die Paraphernali schon zuvor für die weitere Behandlung vorbereitet, in Akademien ist es hingegen üblich, dem Absolventen bereits präparierte Metallhülsen zu überlassen, um ihn dieser langwierigen und nicht einfachen Pflicht zu entheben. Je mehr Elemente der Magus in seinem Stab zusammenzufügen wünscht (insbesondere solche widerstrebender Natur), um so schwieriger gestaltet sich das Ritual, den Stab zu formen (einfacher Stab = einfacher Stabzauber, jedes schmückende Element (Edelstein, besonders geformte Metallverzierung bzw. aus anderem Metall als üblich) bedeutet einen Zuschlag nach Meistervorgabe auf die Zauberprobe, desgleichen gilt für besonders ausgefallenen und kunstfertige Gestaltung des Holzes) In dem nun folgenden Teil des Rituales, der Verschmelzung, werden die einzelnen Elemente des Stabes zu einem geformt. Zu diesem Behufe zeichnet der Magus ein Pentagramm, in das er sich nebst allen gewünschten Komponenten begibt. Bei einem Stab, der explicit für das Gebiet der Magica Invocatio geformt wird, ist ein Heptagramm dienlicher, wenngleich es bei der Formung des Stabes weit leichter zu unliebsamen Begleiterscheinungen kommen kann (2 W 6, bei einer 10 - 11kommt es dazu, daß sich ein niederer Daimonid mit dem Holz verschmelzt und fürderhin den Stab beseelt, bei einer 12 hat man es gar mit einem gefährlicheren Vertreter niederhöllischer Herkunft zu tun) Alsdann wird die allbekannte, so wenig beachtete und doch so erstaunliche Formel der Stabwerdung gewirkt, erstaunlich insofern, haben wir es hier doch mit einer alten Formel echsischer Prägung zu tun, in der sich Elemente unterschiedlichster Sprüche zu einem neuen vereinen. Meine Studien lassen den Schluß zu, daß folgende Cantiones oder Varianten ihrer, Niederschlag fanden: Haselbusch und Ginsterkraut, Arcanovi, Analüs, Objectum Stumm, sowie des Ohne Handwerkszeug und Zirkel, einer Formel, die in ihrer Reinform als verschollen gilt und bislang noch nicht wieder aus derThesis des Stabzaubers generiert werden konnte. Von Brisanz oder auch Pikanterie mag es sein, daß der Schluß nahe liegt, daß der Hartes Schmelze, Starres fließe aus der Thesis dieser Formel excerpciert worden sein könnte. Dieses Factum mag aber auch jenen Forschern behilflich sein, die sich mit einer "Reinigung" der borbaradianischen Sprüche beschäftigen.

Um die Formung des Stabes und die Verschmelzung der einzelnen Elemente zu erzielen, begibt sich der Magus in Trance, wobei er alle Materialien mit den Fingerspitzen berührt und sich den Stab in seiner gewünschten Form vorstellt. Alsdann konzentriert er sich auf die Formel und läßt seine Kräfte in die Materialien fließen, die sich bei gelungenem Zauber wie erwünscht formen und verbinden. Zum Abschluß des Rituales inkantiert der Magus die Formel der Einswerdung, um das Band zwischen ihm und dem Stab auf immer zu festigen. Ein Teil seiner Gabe fließt dabei in den Stab, um diese Bindung zu erzielen.

Mißlingt die Inkantation (mißlungene Probe), gelingt es nicht, die Materialien per Geisteskraft zu verbinden und zu formen. Im ärgsten Falle (bei einem Patzer) vermag der Magus nicht, die formenden Kräfte nach seinem Willen zu leiten, selbige laufen aus der Bahn (Ergebnis nach Meisterwillen). Es soll sogar schon vorgekommen sein, daß ein Magier bei mißlungener Inkantation durch den Fluß der Kräfte, die bei diesem Ritual zur Wirkung kommen, schwer verletzt worden ist.

Auch kann es geschehen, daß die Materialien sich schlicht nicht fügen wollen und fürderhin für eine Bezauberung ungeeignet sind. Der Magus muß neue zusammensuchen, zudem kann es passieren, daß er des Quentchens seiner Gabe verlustig geht, daß er in den Stab fließen lassen wollte, so das Ritual zu einem fortgeschrittenen Zeitpunkt fehlschlägt.

Leider ist es an dieser Stelle nicht möglich, Abwandlungen des 1. Stabrituals aufzuführen, wie sie beispielsweise vonnöten sind, so man sich einem Stabe widmet, der einer Disziplin verschworen ist. Der geneigte Leser sei auf spätere Publikationen verwiesen bzw. ermuntert, eigene Studien anzustrengen.


Erneut wende ich mich in dieser Fortsetzung meiner Tractate aus vergangenen Ausgaben dieser Publication an die geneigte und gelehrte Leserschaft, um die Geheimnisse der Stabmagie zu beleuchten.

In diesem Capitulum soll es um Aspekte des fünften Stabzaubers gehen, über die ich bei meinen Studien auf überaus interessante Erkenntnisse gestoßen bin, die ich einmal mehr meinen geschätzten Collegae zum Dispute ans Herz legen will.

Der Austausch mit Kundigen insbesondere auf diesem Gebiet ist erwünscht, insbesondere die kontroversen Quellen zum fünften Stabzauber sind eingehend zu bertrachten und zu diskutieren.

Nadêshda von Lowangen, Magistra V°/I

Vom fünften Stabzauber

Nur wer eine gewisse Meisterschaft in den arkanen Künsten erreicht hat, vermag insoweit in die Tiefen der Magie des Stabes vorgedringen, als daß er befähigt ist, das arkane Muster seines Stabes mit jenem Zauber zu durchdringen, daß er fürderhin sich in eine Waffe großer Macht verwandeln läßt, einem zauberischen Schwert von beachtlicher Zerstörungskraft, das in der Hand des Magus oder durch die Kraft der geistigen Manipulation geführt werden kann. Jener Zauber stellt zugleich eine zweite Caesur dar: Gleich dem ersten Stabzauber wird so tief in die Materie und das magische Geflecht eingegriffen, daß bei Gelingen der Magier eine neue Komponente der Bindung an seinen Stab erfährt - das Artefakt läßt sich auch ohne unmittelbaren Kontakt manipulieren und gewinnt damit an Potenz - zugleich birgt die Formel jedoch die Gefahr, daß der Stab im schlimmsten Falle seine Bindung zum Magus einbüßt oder gar zur Gänze verliert und sich in einen nutzlosen Gegenstand verwandelt.

Insofern stellt der fünfte Stabzauber eine Klippe auf dem Weg eines jeden Magus dar, dessen Bewältigung wohlbedacht und wohlvorbereitet sein sollte.

Einmal mehr zeigt sich in der Brillanz der Formel die Überlegenheit der alten Meister, vereinen sich hier doch Elemente höchst unterschiedlicher Disziplinen zu einem genialen Ganzen, zu deren erschöpfenden Analyse selbst zeitgenössische Meistermagi nicht in der Lage sind, geschweige denn, daß man solche Formeln nachzuvollziehen vermöchte.

Und sogar muß einem nach der Lektüre entsprechender Quellen der Gedanke kommen, daß das, was wir heute als unabänderliche und ultimative Form dieses Zaubers kennen, nicht mehr als eine Spielart ist, während in den vergangenen Tagen vor dem Krieg der Magier mannigfache Varianten Verbreitung gefunden haben. Die Thesis dieser Spielarten sind aus den Fragmenten, die uns heutzutage vorliegen, nicht zu rekonstruieren, doch gibt es genügend Material für Spekulationen, was dazumal möglich war.

So muß ich den Collegae im jüngst erschienenen Salamander bei aller Hochachtung widersprechen, daß es aventurischen Magiern noch nicht gelungen sei, eine andere elementare Komponente dauerhaft einzubinden. Das mag für den heutigen Stand der Erkenntnisse stimmen, doch berichten nicht alleine Heldensagen von magischen Klingen aus Eis - man erinnere sich allein an die entsprechenden Strophen des Jurgaliedes, in denen der Magus Thalfskin Olberson mit seiner Klinge Eiszahn gegen die Seeschlange kämpft.

Vielmehr finden sich Hinweise solche Artefakte in wissenschaftlichen Werken, so in der Historia de Bello Magico (Khunchomer Ausgabe, pp 29 ff. und pp 139) und dem Tractatum über die Ars Magica (Vinsalter edition, Capitulum 3).

Indes, solch hochfliegende Ergebnisse müssen uns heute versagt bleiben, und doch bietet die bekannte Version der Formel genug Stoff zur Forschung.

So stellt sich dem geneigten Betrachter nicht allein die Frage, wieso es just das Element des Feuers ist, das über die Jahrhunderte überdauern konnte. Hier mag man eine Analogie zu anderen elementaren Ausdrucksformen der Magie schließen. Nicht umsonst zeigt sich der bei weitem größte Teil der Studiosi, die sich mit elementarer Magie beschäftigen, am ehesten dem Feuer zugeneigt, nicht umsonst zeigen sich die Ausformungen der eruptiven Anwendung elementarer Macht - dem Ignifaxius und dem Ignisphaero - als Manifestationen des Feuers. Es muß wohl als gesetzmäßig gelten, daß sich die Kraft des Feuers am bereitwilligsten rufen und formen läßt. Indes zeigt sich nun gerade beim fünften Stabzauber ein zumindest befremdlich anmutendes Detail: Sind die dem Schwert innewohnenden elementaren Flammen doch nicht rotzüngelnd und hitzespendend, wie man es von gewöhnlichem Feuer kennt oder auch von der Manifestation des zweiten Stabzaubers, der Fackel. Vielmehr handelt es sich um eine Manifestation, die unzweifelhaft weit mehr jenem magischen Effekt gleicht, den man als Brenne, Toter Stoff kennt, jener Formel borbaradianischen Ursprungs. Die Ähnlichkeiten sind evident, auch wenn der Manifestation des Stabzaubers weit mehr zerstörerische Kraft innewohnt.

Ist nun anzunehmen, daß Generationen aufrechter Magier der rechten Hand - denn insbesondere Eleven der Schulen zu Beilunk und Bethana setzen besonderen Ehrgeiz auf baldige Meisterung des fünften Stabzaubers - sich einer zugegeben äußerst effizienten Waffe im Kampf gegen das Allübel bedient haben, die einen Gutteil ihrer Macht just aus jener Sphäre entlehnt, die selbige Magier so fleißig bekämpfen? Fürwahr in manchen Ohren eine ketzerische These, indes, muß es einem nicht schon befremdlich anmuten, wenn jene exquisiten Schulen der Weißmagie in den vergangenen Jahrhunderten nicht einen Versuch unternommen haben, jene Formeln zu analysieren.

Ich wage indes zu hoffen, daß sich die Wissenschaft in den kommenden Jahren dieses Phänomens verstärkt annehmen wird - insbesondere der Konzil der Elemente mag hier Quellenmaterial der bewanderten Kollegenschaft zur Verfügung stellen können, die zu völlig neuen Erkenntnissen führen mögen.


Der abschließende Teil meiner Abhandlung über die Geheimnisse der Stabmagie widmet sich den noch verbleibenen Stabzaubern, insbesondere aber dem sechsten dieser Art, einem ganz besonderen Mysterium.

An dieser Stelle möchte ich es nicht versäumen, mich bei all denen zu bedanken, die mich bei meiner Arbeit unterstützt haben. Zuvörderst wären da zu nennen die Runajasko zu Olport, der Drachenei-Akademie zu Khunhom, der Akademie zu Mirham und die Privatgelehrten Alliya Isha Banyeth, Tandor Sobrinskij und Nadêshda von Festum. Bedanken möchte ich mich aber auch bei all jenen, die mir versuchten, auf meinem Weg Steine in den Weg zu legen. Diese haben mich nur um so mehr angespornt. Eines sei jenen mit auf den Weg gegeben: Die Wahrheit läßt sich niemals besiegen!

Mein Dank gebührt außerdem Fürst Ramonte von Friedland, ohne dessen großzügige finanzielle Unterstützung dieses Werk nicht möglich wäre. Gewidmet ist diese Schrift meinem Mentor Tyrbalt von Mirham

Nadêshda von Lowangen, Magistra V°/I

Vom sechsten Stabzauber

Viel ist in gelehrten Kreisen über den sechsten Stabzauber parliert worden, der in seiner Ausformung eine höchst interessante Verquickung der Magica Mutanda und der Magica Transformatorica - zudem vermischt mit einer bislang nicht ausgedeuteten gildenmagischen Form der Seelenwanderung - ergibt.

Dem gelehrten Publikum muß nicht lange erläutet werden, in welcher Form sich die Wirkung dieses Rituals manifestiert. Indes das schiere Verständnis des Wie? nicht zwingend die Einsicht in das Warum? nach sich zieht, wie Äußerungen eines Gutteils jener Kollegen, die diesen Grad magischer Vollendung erlangen, dem aufmerksamen Zuhörer verraten.

Zeigt sich nämlich die Mehrzahl der Collegae, eingeschlossen jene des Fachbereiches der Magica Transformatorica, höchst phlegmatisch und wenig experimentierfreudig in Bezug auf die Rituale des Stabes, an jenem sechsten Zauber haben sich weit mehr Magier unserer Zeit versucht, als an allen anderen Stabzaubern.

Wie kaum ein anderes entzweit dieses Ritual die Gelehrtenschaft: Ist er den einen eines der Juwelen in seinem Kleinod, empfinden ihn andere lediglich als lästiges Übel auf dem Weg der Vervollkommnung ihres wichtigsten Werkzeuges. Es hat gar mannigfache Experiment gegeben, selbiges Ritual obsolet zu machen und sogleich das abschließende Band zwischen Stab und Zauberer zu schmieden oder wenigstens beide Rituale in solcher Weise zu verschmelzen.

Über positive Ergebnisse wird viel gemunkelt, mir ist indes im Verlauf meiner Studien nicht ein College untergekommen, von dem glaubhaft zu berichten war, daß ihm dies gelungen sei. Dennoch läßt sich die Idee nicht ausräumen, es scheint als handele es sich dabei um ein ähnliches Phänomen wie der Stein der Weisen der Alchemiker – ein unerreichbarer Zustand – die Quadratur des Kreises - nach dem man sich dennoch ernstlich streckt.

Jener Hang zur Modifikation des Zaubers läßt den Schluß zu, daß die meisten Magier, zumal solche, die sich nicht den Zweigen der veränderlichen Magie geweiht haben, den Nutzen jenes Rituals nicht zu schätzen wissen.

Es mutet ihnen an, bemißt man den Aufwand, kaum lohnenswert, wozu einen der Zauber ermächtigt. Zumal insbesondere nordaventurische Kollegen nicht ganz zu Unrecht anmerken, daß Chamäleon und Speikobra kaum Wesensformen sind, die in kühlem und feuchtem Klima sich zu Hause fühlen - und seien sie auch zauberischer Natur.

Hierin zeigt sich nicht zuletzt der Ursprung jener Ausformung dieses Rituals - nicht von ungefähr handelt es sich bei beiden Varianten um Echsentiere, was ohne weiteres den Schluß zuläßt, daß auch der Zauber - wie so viele - echsischer Herkunft ist. Meine Studien indes haben zu weitergehenden Erkenntnissen geführt. So ist den Quellen zu entnehmen, daß das Ritual in seiner Urform es dem echsischen Magier nicht ermöglichte, seinen Geist in einen Echsenleib fließen zu lassen, der aus dem Stab entstanden war, vielmehr diente der Stab als Medium, mittels dessen der Magus seinen eigenen Leib in die neue Form transformierte - ähnlich dem elfischen Spruch des Adler, Wolf und Hammerhai.

Wobei die echsischen Magier zu keinem Zeitpunkt die Perfektion der Elfen erreicht haben, sich in Tierformen annähernd jeder Spezies verwandeln zu können, gleich ob Warm- oder Kaltblüter, gleich ob schuppig, gefiedert oder behaart, ob flugfähig, deregebunden oder im Wasser beheimatet. Der echsische Magier war - das legen die spärlichen Bilddokumente offen - nicht in der Lage, die echsische Form zu verlassen - auch wenn er immerhin fähig war, schwimm- wie flugfähige Echsenformen anzunehmen.

Durch seine in seiner derzeitigen Form so eingeschränkten Fassung aber ist das sechste Ritual vielen Kollegen nicht mehr als eine meditative Stufe auf dem Weg zur Vollendung.

Eimal mehr hat intensives Quellenstudium indes ergeben, daß diese – einzige uns geläufige - Ausformung des sechsten Stabzaubers längst nicht die einzige ist, die in den Jahrtausenden angewandter Magie Verbreitung gefunden hat.

Es gibt, wie bereits zum ersten Stabritual ausgeführt, deutliche Hinweise, daß der sechste Stabzauber in ähnlicher Weise zu individualisieren ist.

Wieso aber müssen Magier sich heutzutage mit jener auffallend auf den südlichen Lebenskreis zugeschnittenen Variante begnügen? Die Antwort liegt einmal mehr in den dunklen Zeiten der Magierkriege verborgen, während derer so unendlich viel Wissen unwiederbringlich verloren ging. Übrig blieben allein die in Stein gemeißelten Aufzeichnungen der echsischen Adeptae, die die Zeiten überdauerten und aus denen wir große Teile unseres heutigen Wissens schöpfen – weit mehr als manchem Magus bewußt und lieb ist.

Wie die meisten Kollegen richtig erkannt haben, ist die Ausformung des sechsten Rituals eine unabdingbare Voraussetzung, den Stab auf den siebten Stabzauber vorzubereiten. Warum aber ist das so? Die Antwort liegt näher, als man denken mag. Stellt selbiges Ritual üblicherweise die Vollendung des persönlichen Bandes zwischen Stab und Magus dar, die sich denn auch in jener unverbrüchlichen Verbundenheit ausdrückt, die den Eingeweihten dieser Grade vertraut ist, so kommt dem sechsten Zauber die Aufgabe zu, den Stab auf jenes letzte Ritual vorzubereiten, so wie man ihn auf die Aufnahme des ersten Stabrituals vorbereiten muß.

Ist die vollendete Bereitung des Stabes aber in der Tat erreicht, wenn ein jeder Magus ihn mit einem Ritual versieht, das in erster Linie den formverändernden Disziplinen, dabei vornehmlich der Magica Mutanda, zuzuorden ist?

So betrachtet erscheint einem das Procedere zu recht absurd. Weit näher wäre einem Antimagier ein Stab, der mit einem seiner Fachrichtung entsprechenden Zauber belegt wäre, wie zum Beispiel dem Bann von untotem Gezücht, wie man ihn als Kugelzauber kennt. Die Auslegung der mir zur Verfügung stehenden Quellen hat ergeben, daß solch eine Ausformung des sechsten Stabzauber zu Zeiten der Magierkriege gang und gäbe war. Wie so vieles Wissen ist auch dieses in den Wirren der Zeit untergegangen und kann nur mehr bestenfalls mühsam rekonstruiert werden. Ist dies bezüglich des ersten Stabzaubers bereits in Ansätzen gelungen, bedarf die Modifikation des sechsten Stabrituals noch intensiver Arbeit – wobei zum heutigen Zeitpunkt nicht gesichert ist, ob die Quellenlage ausreichend ist, um diese Bemühungen zum Erfolg zu bringen.

Als Beispiel für einen solche personalisierten Stab sei ausgerechnet einer der herausragenden Vertreter der borbaradianischen Magie zu Zeiten der Magierkriege genannt – Quexkalon, ein Nigromant, vermochte mittels seines Stabes Terra selbst die Kraft in einem Umkreis von vielen hundert Schritt nehmen. Des weiteren war sein Stab mit der Macht ausgestattet, diese Kraft dazu zu nutzen, untote Kreaturen zu erheben.

Selbiges Beispiel habe ich nicht etwa aus kindlicher Faszination für die Fähigkeiten der dunklen Seite gewählt, sondern vielmehr deshalb, weil es für die Kraft dieses Stabes Augenzeugen gibt.

(siehe auch den Bericht von Magistra Khurrem H. al!Quivir, geheime Verschlußsache in der Akademie zu Fasar)*

*) Der Stab des Quexkalon indes weist noch eine weitere Besonderheit auf: So war seine Macht, anders als man es von gewöhnlichen Zauberstäben kennt, auch für andere Zauberkundige nutzbar, auch verlor er seine Kraft nach dem Ableben seines Meisters nicht gänzlich, auch wenn sie allmählich versiegte. Es gibt verschiedene Theorien, was diese Phänomene angeht: zum einen nimmt man an, daß es Quexkalon gelungen sei, den Stab mit Zaubern über den siebten hinaus zu belegen, während andere Theorien sich auf die Annahme stützen, daß es vielmehr Quexkalon im Moment seines derischen Ablebens gelungen sei, in den Stab zu fahren und diesen zu beseelen. Mithin wäre der Magus nicht wirklich tot, die Bindung zwischen Zauberer und Stab intakt, wenn nicht gar zu einer besonderen Form der Vollendung gekommen.

Zum siebten Stabzauber sowie weiterführenden Ritualen

Wie zuvor bereits ausgeführt, dient das siebte und abschließende Ritual dazu, den Stab endgültig an den Magus zu binden, eine Bindung, die selbst physische Hindernisse überwinden kann. Magus und Werkzeug werden eins. Ein Magus, der einen Stab in dieser Vollendung verliert, erduldet immer einen erheblichen Verlust, der physische und psychische Folgen zeitigt, sei es in Form einer körperlichen Schwächung, sei es in einem Verlust des Selbstvertrauens. Die einschlägige Literatur weiß mit etlichen Beispielen aufzuwarten, deren Lektüre dem Interessierten anzuempfehlen sei.

Ich will an dieser Stelle nicht weiter auf dieses Ritual eingehen, muß ich doch eingestehen, daß ich mich erst selbst auf dem Pfad zu dieser Stufe der Erkenntnis befinde. Sobald meine Einsicht gewachsen und mein Geist gereift ist, werde ich mich in einer späteren Publikation zu diesem Thema äußern.

Von einigen Erzmagi wird zum Teil glaubhaft berichtet, daß diese in der Lage seien, ihren Stab mit einem achten, neunten oder gar zehnten Stabzauber zu belegen. Doch finden sich in der Literatur nicht minder viele Hinweise, daß Versuche, den Stab über den Scheitelpunkt hinaus zur Perfektion zu formen, damit enden, daß der Stab ob der übergroßen Menge astraler Energie, die in ihn gebunden werden soll, birst und seine Kraft mit einem Schlag verliert - mit den entsprechenden fatalen Konsequenzen für Leib, Leben und Geisteskraft des Magus.

Kundige entsprechenden Grades, von denen man munkelt, dass es ihnen gelungen sei, den Astralleib des Stabes insofern zu formen, daß er über das übliche Maß hinaus Kraft aufzunehmen vermöge, hüllen sich für gewöhnlich über die Ergebnisse ihrer Forschungen in Schweigen. Zwar mag man es ihnen nicht verdenken, wiewohl der Forschung sicher weit mehr gedient wäre, wenn diese Studien einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt würden. Man muß sie ja nicht gleich an die Akademietür zu Khunchom schlagen.

Ich will ob der bislang so dürftigen, rein spekulativen Informationslage denn auch keine weiteren Ausführungen über diese geheimnisumwobenen Rituale anfügen.

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