Während Kriegerakademien bei den Novadis bislang unbekannt waren, haben sie bei den Tulamiden natürlich eine lange Tradition. Im Folgenden also die neue Akademie in Mehrwed und eine der tulamidischen.
Nachdem die Borons-Barbaren aus dem Süden vertrieben wurden, beschlossen der Mautaban und der Kalif in Mehrwed, eine Kriegerakademie zu gründen. Im Gegensatz zur Schule für Murawidun soll dieses Institut nicht Elitegarden für den Kalifen ausbilden, sondern allen Söhnen der Khom offenstehen. Bessere Kämpfer zu Kriegszeiten sind das hohe Ziel, eine Lehre aus den krassen Disziplinlosigkeiten im letzten Krieg. Großer Wert wird auf religiöse und staatskundliche Ausbildung gelegt. Die Mitglieder der zerstreut lebenden Sippen bekommen ein Zusammengehörigkeitsgefühl vermittelt. Die Abgänger sollen später zu den Besten ihrer Sippen gehören, um als Boten und Lehrer zu dienen. Sie bringen es vielleicht eines Tages zum Hairan oder Sheik. Der Kalif erwartet so eine stärkere Bindung der einzelnen Sippen an sein Herrscherhaus und an das "Novaditum" an und für sich.
Selbst diejenigen, die ein Abenteuerleben in der Fremde vorziehen, passen dem Kalifen ins Konzept. Werden sie doch mit ihrer Ausbildung würdige "Botschafter" der Novadis und glühende Künder Rastullahs.
Die Zahl der Schüler ist auf 45 beschränkt, bis die ersten Erfahrungen gemacht worden sind. Die Schule wird aus der Staatskasse subventioniert. Der Kalif sorgt dafür, daß die Lehrer zu den besten ihres Faches gehören. Selbst der Hohe Mawdli hält Vorlesungen an der Schule.
Der Leiter der Schule, Husami ben Gaftar al Yeshima, vom Stamme der Beni Khibera, führt strenges Regiment. Er hat wenig Verständnis für die Nöte und Wünsche junger Kerls. Die den Buben meist ungewohnte Härte schafft schnell einen Esprit du Corps. Eine große Leistung, wir wissen ja, daß der Novadi von Natur aus wenig Diszplin zeigt.
Abwechslung und Selbstbesinnung finden viele bei täglichen Schattenkampf-Übungen, die Husami selbst leitet. Ausgehend von Ying und Yang lehrt er Sicherheit, Gehorsam, Tötungswillen und den rechten Glauben. Unkonzentrierte Schüler werden mit dem Satz: "Geh. in den Harem, mach Tai-Chi, Memme!" unsanft hinausbefödert.
In der 5 jährigen Ausbildung steht anfangs die leichte Lanzenreiterei und allerlei theoretische Bildung. Viel Wert wird auf fundierte Geschichtskenntnisse und landeskundlichen Unterricht gelegt. Desweiteren werden in Sandkastenspielen die Schlachten und Scharmützel des vergangenen Krieges immer wieder durchgenommen. Hier können die Studiosi ihr taktisches Geschick schulen. Bei Wüstenritten wird dann versucht, in Manövern das theoretische Wissen praktisch nachzuvollziehen.
In den letzten zwei Jahren werden insbesondere die individuellen Kampffertigkeiten geschult; dabei ist das Khunchomer, und die schwere Lanzenreiterei Pflicht. Versuchsweise wurde auch das Armbrustschießen von Kamelen aus ins Ausbildungsprogramm aufgenommen.
Die 9 Jahrgangsbesten bekommen Gelegenheit, ein Jahr in der Lanze der Streitwagenfahrer zu dienen. Nicht allen behagt die Ehre, da sich das Streitwagenfahren im Kalifat - anders als bei den Tulamiden - nicht recht durchsetzt. Doch der Mautaban hat einen Narren an dieser exotischen Waffengattung gefressen.
Die folgenden Modifikationen kommen zusätzlich zu den Kriegergrundwerten und Novadi- Modifikationen aus "Mit Mantel, Schwert zu Zauberstab" dazu :
Raufen -2, Boxen -3, Hruruzat +6 oder Ringen +2, Dolche +2, scharfe Hiebwaffen +2, Schwerter -2, Kettenwaffen -4, Infanteriewaffen -2, Lanzenreiten +1, Wurfwaffen -1, Schußwaffen +1, Körperbeherrschung +2, Reiten +2, sich verstecken -2, Zechen -2, Bekehren +4, Gassenwissen -2, Lehren +2, Fallenstellen -1, Orientierung +2, Tierkunde +1, Wildnisleben -1, Alte Sprachen +2 (Ur-Tulamidya), Geographie +1, Geschichtswissen +2, Götter +1, Kriegskunst +2, Lesen/Schreiben +1, Rechnen +1, Rechtskunde +2, Staatskunst +1, Sternkunde + 3, Abrichten +2, Glücksspiel -1
Abgänger erhalten am Anfang des Spiels nur 20 Steigerungsversuche, die restlichen 10 sind bereits in den obigen Veränderungen inbegriffen.
Wer nach der Ausbildung noch das Jahr bei den Streitwagen absolviert hat, bekommt statt den 20 noch verbleibenden Steigerungsversuchen folgende zusätzlichen Modifikationen:
Raufen +1, Speere + 1, Schußwaffen +1, Körperbeherrschung +1, Tierkunde +1, Mechanik +1, Kriegskunst +1, Abrichten +1, Fahrzeuglenken +4, Heilkunde, Wunden +1, Holzbearbeitung +2, Malen/Zeichnen +1, Sinnenschärfe +1
"Wehrter Vater,
ich komme nicht umhin meine Bitte an Euch zu wiederholen, Euer Einverständnis für einen Wechsel der Akademie zu geben, vielleicht nach Mehrwed.
Du weißt, daß ich den Plebs nicht besonders liebe. Doch auch die Armen sind Menschen, Rastuallahs Geschöpfe. Hier scheint man gegenteiliger Meinung zu sein. Nicht nur die Schüler sprechen voller Ekel und Abscheu über die Armen, Bauern und Handwerker, auch die Lehrer weisen immer wieder darauf hin, welch tiefstehende Wesen jene seien. Man müsse jedem Bettler, der sich erdreiste bei Leuten von Stand zu betteln, auf der Stelle auf das Härteste züchtigen. Doch welcher Krieger von Stand und Ehre soll einen Bettler des Bettelns züchtigen?
Unser Theorielehrer, Al Jallad, hat noch nie ein Schlachtfeld gesehen. Das Recht, das er lehrt, besagt, daß der Reiche alles darf. Doch Rastullah hat gegeben was Recht und Unrecht ist. So sich ein Reicher eine Hure kauft , und ein Armer nicht, liegt es im Wesen der Dinge. Aber wenn der Arme dem Reichen die Unschuld der Tochter opfern muß, um dem Reichen Schuldzins zu leisten, ist es widerlich.
Daß hier die Reichen und Leute von Stand oft nur durch Räubereien zu ihrem Geld gelangt sind, spielt für Al Jallad keine Rolle. Denn sobald sie über die entsprechenden Mittel verfügen, haben sie in dieser jämmerlichen Stadt alle Rechte.
Der beste Lehrer ist Horsa, ein Meister des Khunchomers. Er ist erst seit kurzem aus Al'Anfa gekommen, von wo er nach einem Duell gegen einen Boroni flüchten mußte. Auch auf das Anschleichen und Tarnen versteht er sich hervorragend. Doch leider ist er kein Meister des Kampfes zu Pferd, so daß ich in dieser für unseren Besitz so wichtigen Sache nicht viel lernen kann.
Ich bitte Euch also nochmals inständig, spart das horrende Lehrgeld und schickt mich auf eine andere Akademie."
Brief des Marwan ben Saud an seinen Vater, einen reichen Gutsbesitzer aus dem Emirat Thalusien, 17 Hal.
In die Akademie in Thalusa werden jedes Jahr 20 Schüler aufgenommen, deren Eltern tief in den prallen Geldbeutel greifen müssen. Sollte ein Schüler zum Kriegerstand ungeeignet sein, so kann hier ein angemessenes Überzeugungsgeld wahre Wunder wirken, was die Aufnahmeprüfung, als auch die Abschlußprüfung nach 4 Jahren angeht.
Ab dem 2. Jahr besteht die Möglichkeit sich speziell für den nautischen Dienst ausbilden zu lassen.
Die Schüler erreichen in allen Dingen, die mit Natur zusammenhängen, bestenfalls durchschnittliche Fähigkeiten. In den Fächern Kriegskunst, Geographie und Rechtskunde läßt das Wissen sehr stark zu wünschen übrig.
Die nautische Schulung in den Händen eines ehemaligen Kapitäns der mittelreichischen Perlenmeerflotte, Horatio Hornbläser, ist ausgezeichnet. So kommt es, daß auch eine Reihe von Kindern reicher Schiffshandelsleute die Akademie besucht.
Die Ausbildung an den klassischen Waffen unterliegt dem ehemaligen Adepten der Kriegerschule zu Al'Anfa, Horsa. Er legt weniger Wert auf plumpe Stärke und Durchschlagskraft, als vielmehr auf katzenhafte Gewandheit. Er ist verschlossen und schweigt zum Standesdünkel seiner Kollegen und Schüler.
Die Schüler sind spätestens nach der Abschlußprüfung mit einem gerüttelt Maß an Arroganz und Standesdünkel versehen, obgleich die meisten schon vor dem Betreten Schnösel sind.
Im Gegensatz zur Akademie in Vinsalt wirkt das höfische Element der Ausbildung hier aufgesetzt. Nicht Leidenschaft noch anerzogene Zier und Höflichkeit schmücken die Schüler. Der Absolvent ist gemeinhin ein Stutzer.
Allen Abgängern wird ein Posten bei den Thaluser Löwen oder bei den Thalusiern angeboten. Selten nimmt jemand das Angebot an.
Es werden nur Tulamiden, Novadis und ortsansässige Einwanderer aufgenommen. Stipendien gibt es nicht; das Lehrgeld beträgt 240 Marawedi per Götterlauf.
Modifikationen für Schüler der Akademie "Ehre und Stahl" zu Thalusa:
I. Der übliche Ausbildungsgang:
Raufen - 2, Boxen - 2, Ringen + 2, Äxte/Beile -1, scharfe Hiebwaffen + 3 und Schwerter - 1 oder Schwerter + 1, Infanteriewaffen - 2, Kettenwaffen -1, Lanzenreiten - 2, Stichwaffen + 3, Stumpfe Hiebwaffen - 1, Wurfwaffen - 1, Linkshändig + 1, Körperbeherrschung + 2, Schleichen + 2, sich verstecken + 1, Tanzen + 1, Bekehren - 1, Etikette + 1, Menschenkenntnis - 2, Fährtensuche - 1, Geographie - 1, Götter/Kulte - 1, Kriegskunst - 1, Magiekunde + 2, Rechtskunde - 1, Staatskunst - 2, Abrichten - 1, Lederarbeiten - 1
I. Der übliche Ausbildungsgang:
Raufen - 2, Boxen - 2, Ringen + 2, Äxte/Beile -1, scharfe Hiebwaffen + 3 und Schwerter - 1 oder Schwerter + 1, Infanteriewaffen - 2, Kettenwaffen -1, Lanzenreiten - 2, Stichwaffen + 3, Stumpfe Hiebwaffen - 1, Wurfwaffen - 1, Linkshändig + 1, Körperbeherrschung + 2, Schleichen + 2, sich verstecken + 1, Tanzen + 1, Bekehren - 1, Etikette + 1, Menschenkenntnis - 2, Fährtensuche - 1, Geographie - 1, Götter/Kulte - 1, Kriegskunst - 1, Magiekunde + 2, Rechtskunde - 1, Staatskunst - 2, Abrichten - 1, Lederarbeiten - 1
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