Friedland

Ein Schauplatz im Svellttal

(Stand Frühling 26 Hal)

Achtung! Die folgenden Informationen sind allein für des Spielleiters Augen bestimmt!!!

Hier findet ihr eine Geschichte, die in Friedland spielt, hier ein Abenteuer und hier eine Karte des Ortes.

Eingebettet zwischen den Daimonszähnen und dem Svellt am westlichen Rand der svelltschen Ebene, liegt ein Reich, das auf keiner der in Verbreitung befindlichen Karten zu finden ist: Es ist das Fürstentum Friedland. Gerade einmal vier Jahre ist es her, daß der Fürst des Landes, ein mittelreichischer Adeliger, hierher kam, den Grundstein für die Siedlung zu legen. Seit jenem bescheidenen Anfang hat sich viel getan, Friedland prosperiert, wo andere menschliche Gefilde bestenfalls stagnieren. Friedland ist eine Vision in düsteren Zeiten, der Versuch, das Leben von Mensch, Zwerg, Elf und Ork zusammenzuführen und ein Miteinander zu schaffen, wo bislang Feindschaft herrschte. Noch steht das Fürstentum an seinem Anfang, doch ist Tsas Segen dem Land gewiß.

Dem Spielleiter zum Geleit

In der folgenden Beschreibung des Fleckens Friedland wirst du einiges zu lesen bekommen, das ganz und gar nicht der sonst üblichen, mittelreichisch geprägten Lesart entspricht. Wir können dich nur ermuntern, es uns gleich zu tun und das Geschehen zur Abwechslung mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Entstehung von Friedland

Als Fürst Ramonte im Jahr 22 Hal mit knapper Müh und Not dem Zugriff seiner Feinde zu entfliehen vermochte, war zunächst guter Rat teuer: Wohin sich wenden in einer Welt, wo allerorten Häscher seiner Feinde lauerten?

Schließlich führte sein Weg ihn dahin, wo vor wenigen Jahren noch ein schrecklicher Krieg getobt hatte, wo, wie es hieß, Menschen nicht länger sein konnten: In den Norden Aventuriens, in das Svellttal.

Dort angekommen, stellte sich heraus, daß sich die Situation seit dem Sturm der Orks wieder leidlich beruhigt hatte. Wohl war der Svelltsche Städtebund zerschlagen, dort wo vor Jahren noch die Menschen das Szepter der Regentschaft schwangen, da hielten nun mächtige Orkhäuptlinge die Zügel der Macht fest im Griff und regierten nach ihrer Art. Lowangen und Tjolmar hatten Belagerung und Überfälle hinnehmen müssen, und wiewohl die Schwarzpelze die beiden Städte nicht besetzt haben, so nur um den hohen Preis von Tributzahlungen.

Auch beherrschen die Orks das umliegende Land und wissen Kapital aus ihrer Stärke zu ziehen. Kein Handelszug passiert das Tal des Svellt, ohne ihnen einen Zoll zu zahlen.

Viele Ortschaften waren während des Krieges zerstört und von ihren Bewohnern verlassen worden. Aberhunderte Menschen sind gefallen oder wurden in die Sklaverei verschleppt. Und doch, was vor Jahren den Menschen noch als blanker Terror erschien, ist im Laufe der Zeit zum Alltag geworden; nicht freundlicher, aber vertraut und damit verträglicher. Und so fügen sich die ersten in den Gedanken, in ihre Siedlungen zurückzukehren, auch wenn dort nun neue Herren herrschen.

Und auch die Orks haben sich gewandelt, auch wenn Knechtschaft und Schrecken noch allgegenwärtig sind und das Faustrecht regiert, so gibt es auch solche unter den Schwarzpelzen, die erkannt haben, daß ihnen ein Nutzen daraus erwächst, Frieden mit den Menschen zu halten.

Diese Wandlung trägt erste Früchte, die ersten Menschen sind ins Svellttal zurückgekehrt, sich dort eine neue Existenz aufzubauen, und ein friedliches Miteinander von Ork und Mensch scheint zumindest nicht überall mehr unmöglich.

Dieses besondere Klima des Neubeginns unter schwierigen Vorzeichen war für Fürst Ramonte von besonderer Bedeutung: Hatte er doch seine Heimat und sein Land verloren und sich nur mit wenigen Freunden und Getreuen vor dem Zugriff seiner Feinde retten können. Der Mut der Leute, sich trotz der dräuenden Ork-Gefahr, hier wieder anzusiedeln, imponierte ihm. Dieser Menschenschlag war nach seinem Geschmack.

Ramonte und seine Getreuen erkundeten in den nächsten Monaten die Umgebung. Als einer ihrer Freunde, ein Zwerg, ihnen Nachricht gab, daß man Silber, Kupfer und Erzvorkommen in den Daimonszähnen gefunden habe, suchten sie einen passenden Platz aus, der nicht zu weit von den künftigen Minen entfernt lag. Helfer wurden angeworben, die Baumaterial und Werkzeuge einkauften und die Kunde verbreiteten, daß eine neue Siedlung entstehe, wo der Landesherr Arbeit und Lohn für fleißige Hände bereithielte. Geldmittel waren durchaus vorhanden, hatte Ramonte doch nicht nur eine beträchtliche Barschaft rechtzeitig in Sicherheit gebracht, sondern verfügte er zudem in seiner alten Heimat immer noch über einflußreiche und reiche Freunde, die auch nach seiner Niederlage treu zu ihm standen.

Zunächst war es nur eine Handvoll Leute, die den Versprechungen des Fürsten Glauben schenkten und sich an die Arbeit machten. Dies war die Geburtsstunde von Friedland.

Unweit der jungen Siedlung lebten Orks vom Stamme der Orichai, die, weniger kriegerisch als ihre Brüder vom Volke der Olochtai oder der Tordochai, sich weiland nicht auf den Kriegszug nach Süden gemacht hatten. Als der Zug der Schwarzpelze ins Mittelreich durch die Schlacht auf den Silkwiesen seinen Wendepunkt nahm, gerieten die Orichai zwischen die Fronten der sich auf dem Rückzug befindlichen Orksippen und ihnen nachdrängender menschlicher Armeen.

Die Orichai mieden die Auseinandersetzung sowohl mit ihren Brüdern, die sie der Feigheit ziehen und ihnen ihren Besitz neideten, als auch mit den nachdrängenden Menschen, für die Schwarzpelz gleich Schwarzpelz war. Die Sippen verließen ihr angestammtes Territorium und drangen schließlich nach Friedland vor. Fürst Ramonte, dem es an einer Fehde mit den Schwarzpelzen nicht gelegen war, bot den Orks an, sich ebenfalls in seinem Refugium niederzulassen. Er erhoffte sich auf diese Weise gute Arbeitskräfte für die Minen und Felder zu gewinnen und zugleich anderen Orks deutlich zu machen, daß Friedland kein Feind der Schwarzpelze sei.

Wohl gab es Aufruhr unter den Menschen, als ihnen abverlangt wurde, mit den verhaßten Feinden zusammenzuleben, doch gelang es dem Fürsten, sie zu beschwichtigen.

Dennoch kam es nach einigen Monden zu einem Überfall der Tordochai. Mit Hilfe der Orichai konnte die Friedländer Wehr den Angriff abwehren – von dieser Stunde wandelte sich das Bild, das die Friedländer von den Orichai hatten, und auch diese lernten, ihre menschlichen Verbündeten als tapfere Kämpfer zu schätzen.

In den folgenden Jahren blieb es friedlich. Wohl auch, weil Friedland sich um gütliche Beziehung zu den benachbarten Orkstämmen bemühte. So gelang es, mit Sippen der Tscharshai Handelsbeziehungen aufzubauen, die darin gipfelten, daß eine Sippe, die sich in Svellmia niedergelassen hatte, gegen entsprechende Anteile den Handel Friedlands mit Tjolmar und Lowangen abwickelt. Damit konnte Fürst Ramonte sich verstärkt dem Aufbau Friedlands widmen, Auseinandersetzungen mit marodierenden Orks, unter denen die meisten anderen Händler zu leiden hatten, wußte man so zu vermeiden.

Derweil die Werber des Fürsten landauf, landab zogen, um geeigneten Siedlern Kunde von der prosperierenden Siedlung zu geben. Etliche kamen, dem Fürsten ihre Dienste anzubieten, doch nur die wenigsten blieben, längst nicht alle waren bereit oder fähig, die blutige Vergangenheit zu vergessen und mit den Orks zu leben, und sich unter das strenge Regiment in Friedland zu fügen, das sich so sehr von Anarchie und Faustrecht im restlichen Svellttal unterscheidet.

Im Jahre 24 Hal stießen zwei verloren geglaubte enge Freunde aus alten Zeiten nach Friedland, um erneut in die Dienste des Fürsten einzutreten: Die Brüder Paske und Gerhelm von Roßhagen, die dem Fürsten seitdem bei seinem ehrgeizigen Projekt zur Seite stehen.

Die Siedlung

Anders als die gewachsenen Städte, die man ansonsten kennt, ist Friedland auf dem Reißbrett entstanden. Genau sind die Parzellen vermessen, die den menschlichen Siedlern zugewiesen werden – bei den Schwarzpelzen hat man von diesem Vorgehen abgelassen, nachdem klar wurde, daß die Sinnhaftigkeit den Orks nicht beizubringen ist – die Hauptstraßen der Siedlung verlaufen schnurgerade auf das Zentrum des Örtchens zu, den Tsaplatz, wo die Ratseiche steht und wo sich Tempel und Gasthaus befinden und auch die anderen sind rechtwinklig angelegt. Kein Friedländer Haus darf höher als drei Stockwerke sein, deren Höhe ein festgesetztes Stockmaß nicht überschreiten darf, kein Obergeschoß darf dabei mehr als einen Fuß in die Straße ragen. Keiner darf einen anderen Grund bebauen, als den ihm zugewiesenen. Ein Abweichen von diesen Plänen duldet der Fürst nicht, jedweder Schwarzbau ist verboten und wird streng geahndet, und die Amtfrau mit ihrer Maßelle ist eine gefürchtete Person.

Die meisten der Friedländer Häuser sind aus Holz, mit Holzschindeln gedeckt, wiewohl einige der Siedler der ersten Stunde mit Unterstützung des Fürsten feste Steinhäuser aus Bruchstein aus dem naheliegenden Steinbruch errichtet haben. Einmal abgesehen vom Wachhaus und den Gebäuden, die zum Gut gehören, begnügen die meisten sich mit ländlichen Häusern, die nur ein Stockwerk haben. Insbesondere die Menschen, die es vorziehen auf ihren Parzellen und nicht unmittelbar in Friedland zu leben - Bauern, Waldbauern etc. - , bevorzugen die althergebrachte Art des Scheuerhauses, wo unter einem Dach Wohnstube, Scheune und Stall zu finden sind.

Es ist das erklärte Ziel des Fürsten, in nicht allzu ferner Zukunft dafür zu sorgen, daß das Städtchen mit Kanälen und Pflaster ausgestattet wird, doch wird es noch ein hartes Stück Überzeugungsarbeit werden, die Leute von der Notwendigkeit oder zumindest der Annehmlichkeit dieser Maßnahmen zu überzeugen.

Wohl aber sind die Leute dem Plan gewogen, die Siedlung mit einem Palisadenzaun und Graben zu umfrieden, auch wenn absehbar wird, daß es Auseinandersetzungen darüber geben wird, welche Ausmaße dieser Wall haben soll.

Das Orkendorf

Kash’Ahat – Hort vor den Bergen - heißen die Schwarzpelze ihre Siedlung auf Friedländer Territorium. Dort leben derzeit 80 Orks (davon 32 Frauen und 17 Kinder) in den für die Orichai typischen Hütten aus Flechtwerk, die zum zusätzlichen Schutz mit Tierhäuten bespannt sind. Diese leben zumeist von der Viehwirtschaft und einfachen handwerklichen Tätigkeiten wie dem Korbflechten, Seilern und Spinnen. Weitere Schwarzpelze (darunter viele Männer der im Dorf lebenden Frauen) leben im Dorf der Bergleute am Fuß der Mine. Die Orks gehören insgesamt drei Sippen an, ihr Oberhaupt ist Alugh Ori’bai, ein etwa 30-jähriger Häuptling, der über besonderes Geschick im Umgang mit dem Bogen verfügt.

Wiewohl die Orichai zu den friedliebenderen Vertretern ihrer Art gehören, wiewohl strenge Gesetze über das Miteinander wachen, sind Konflikte mit den Menschen dennoch bis auf den heutigen Tag nicht aus der Welt geräumt. So gibt es die, die den Schwarzpelzen die Privilegien meiden, die ihnen zugestanden werden, ebenso wie es unter den Orks immer wieder welche gibt, die das Gesetz, das ihnen den Verzehr von Branntwein und ähnlichem verbietet, nicht befolgen. Siedler zeihen die Schwarzpelze des Diebstahls, diese beklagen sich über schlechte Behandlung durch die Glatthäute und argwöhnen mancherorts übervorteilt zu werden, ob zu recht oder nicht, bleibt jedes mal aufs Neue festzustellen.

Recht und Gesetz in Friedland

In Friedland wird ein strenges Regiment geführt: Das Miteinander von Mensch und Ork macht es zwingend nötig, daß ein jeder sich treulich an Recht und Gesetz hält, um Zwist zu vermeiden. So ist das Tragen von Blankwaffen, die länger als ein Spann sind, desgleichen von allen anderen kriegstauglichen Waffen allen Untertanen verboten, mit Ausnahme der fürstlichen Söldlinge, der Jäger, Holzfäller und aller, die sonst ob ihres Gewerbes unter Waffen sein müssen.

Fürst Ramonte unterhält inzwischen 20 Söldner und zwei Büttel, die vornehmlich die Friedländer im Namen ihres Herrn vor allen Gefahren beschützen. Neben Patrouillengängen achten die Söldlinge streng darauf, daß niemand gegen das Verbot des Waffentragens verstößt. Außerdem sollen sie verhindern, daß es zu Diebstählen und ähnlichen Verbrechen kommt. Auch Übergriffe gegen die Orks (wie auch seitens der Orks) werden streng geahndet. Orks ist der Verzehr von berauschenden Getränken – mit Ausnahme von Bier – untersagt, um Aufruhr und Schlägereien zu vermeiden.

Die schwerste Strafe ist die Verbannung unter Zurücklassung allen Hab und Gutes.

Nichtsdestotrotz können die Wachen nicht immer überall sein, zumal wenn eine der mehrtägigen Patrouillen durch das Umland anstehen.

Siedeln darf ein jeder, der sich auf ein Handwerk versteht, zupacken kann und sich an dem Miteinander von Ork und Mensch nicht stört. Zurecht munkelt man unter den ehrbaren Bürgern, daß mancher Friedländer mehr als einmal im Schatten des Galgens gestanden hätte, bevor er sich hier niedergelassen hat. In der Tat gibt es unter den Friedländern manchen entlaufenen Unfreien, Roßtäuscher, Betrüger, Wilderer und ähnliche Gesellen. Doch so lange die dunkle Vergangenheit Vergangenheit bleibt, soll es den Fürsten nicht anfechten, was seine Leute einst getan haben.

Für die Siedler ist der Fürst ihr Grundherr, wie man es aus den Gefilden des Neuen und des Alten Reiches kennt, auf ihnen legen sie einen Treueeid ab, ihm sind sie zu Achtung und Dienst verpflichtet. Dafür genießen sie den Schutz ihres Herrn, der mit seinen Bewaffneten für ihre Unversehrtheit einsteht.

Handel und Wandel in Friedland

Bekamen die ersten Siedler noch bis zu 2000 Rechtschritt eigenes Land zugesprochen (davon ein Teil für den Hausbau innert der Siedlung, der andere Teil – für Ackerbau, Viehzucht etc. außerhalb), für das sie entsprechende Hand- und Spanndienste abzuleisten haben, ist die zu erwerbende Rechtschrittzahl Landes seit dem Jahr 24 Hal, da immer mehr Siedlungswillige nach Friedland kommen, auf 1500 gesenkt worden und die Dauer des dafür zu leistenden Dienstes erhöht worden (mittlerweile gibt es auch solche, die auf ihre Parzelle innerhalb der Siedlung verzichten und gänzlich außerhalb siedeln). Noch lange reicht die Zahl der Bauern nicht aus, die Handwerker, Söldlinge, Grubenleute und Edelinge (s.u) zu nähren. Das Mißverhältnis von den einen zu den anderen ist zu arg. Ramonte muß kräftig Vitalien herbeischaffen lassen, Woche um Woche kommen Karrentrecks mit Korn und anderen Nahrungsmitteln von Süden und Osten. Und doch hält er daran fest, vornehmlich Handwerker für Friedland zu werben, denn in nicht allzu ferner Zukunft, dessen ist man sich gewiß, wird sich das auszahlen, wenn nämlich die Erträge aus den exportierten Gütern so hoch sind, daß es kaum noch ins Gewicht fallen wird, Korn zuzukaufen.

Fürst Ramonte läßt alle Güter und Rohstoffe, die seine Untertanen erwirtschaften, aufkaufen, sofern sie von guter Qualität sind, um damit seine Handelszüge nach Lowangen, Tjolmar und ins Bornland zu bestücken.

Der Fürst ist bestrebt, ein vernünftiges Verhältnis zwischen harten Arbeitsbedingungen und gutem Ertrag für sich zum einen und dem Anreiz, daß die Leute aus freien Stücken in Friedland bleiben, zum anderen zu wahren. Dies gelingt noch besser, seit er Paske von Roßhagen als Verweser bestallt hat. Der Graf kümmert sich mit großem Geschick um die Organisation dieser Angelegenheiten. Es geht auf Paskes Bestreben zurück, daß die Bürger Friedlands ihre erwirtschafteten Güter bevorzugt ihrem Herrn anbieten sollen. Wohl hat dies zu einigem Murren geführt, zumal die Preise, die der Fürst zahlt, unter denen liegen, die man erzielen könnte, wenn man selbst auf die Märkte führe, zum anderen aber ist der Handel mit dem Fürsten frei von Risiko, niemand muß sich mit Karren und Gütern auf die gefahrvolle Reise in die Fremde machen, wo größerer Profit aber auch große Gefahren lauern. Den meisten war das Risiko zu groß, irgendwo anders im Svellttal von Orks oder anderem üblen Gelichter, welches es zuhauf in der Gegend gab und gibt, überfallen und ermordet zu werden.

Und so sind die meisten geblieben, da sie hier nicht nur in Sicherheit, sondern auch in bescheidenem Wohlstand leben.

Ramonte läßt auf seinem Land vornehmlich Waid, Flachs, Raps und Hanf anbauen, dazu genügsame Kornarten wie Dinkel, Grünkern und Roggen. Die Rohstoffe werden ebenso wie ein Teil der Ausbeute der Minen in den fürstlichen Werkstätten verarbeitet. Dort arbeiten die meisten der Handwerker unter dem Wappen des Fürsten, erhalten von ihm ihren Lohn und teilen sich die Arbeit. Noch sind diese Werkstätten im Aufbau, doch läßt das rasche Wachstum den kundigen Beobachter erahnen, daß eine vielversprechende Zukunft vor Friedland und seinen Bürgern liegt.

Es ist Paskes Bestreben, mehr und mehr die Erzeugnisse Friedlands gleich vor Ort zu verarbeiten und zu veredeln, und statt Rohmaterialien feilzubieten, fertige Produkte nach Festum, Norburg, Lowangen und andere Städte zu bringen, die weit größeren Gewinn versprechen. So wird z.B. der aus dem Flachs gewonnene Leinen nicht nur gesponnen und gewoben, sondern auch mit Waid gefärbt, und seit Ramonte einen Tuchmeister aus Lowangen in seine Dienste genommen hat, übt man sich auch im Blaudruck, der im Bornischen sehr begehrt ist.

Privileg des Fürsten ist die Bewirtschaftung der umliegenden Wälder: Holzschlag, Harz- und Teergewinnung zählen zu den wichtigsten Pfründen des fürstlichen Hauses. So stehen die Waldbauern, Köhler, Teerer und Harzbauern im Dienst des Fürsten, desgleichen die Waidleute. Auch die Mühle ist, wie es allerorten Sitte ist, im Besitz des Landesherrn, die Bauern sind verpflichtet, hier gegen ein Entgelt das Korn mahlen zu lassen.

Wichtigstes Privileg aber sind die fürstlichen Minen, die der Fürst von einer Zwergensippe gegen gute Beteiligung leiten läßt. Auch die Minenarbeiter werden nicht fest entlohnt, sondern erhalten den zehnten Teil dessen, was sie aus dem Fels schlagen. Das Erz wird sogleich hier verhüttet, und das Eisen und das Kupfer werden in einer von zwei Zwergen geleiteten Werkstatt zu trefflichen Produkten verarbeitet (moderne Guß- und Schmiedeverfahren werden hier ebenso angewendet, wie Feinmechanik z.B. für Schlösser).

Insbesondere die Gießereien und Schmieden lassen ahnen, wie ungewöhnlich in Friedland gearbeitet wird, denn auch hier arbeiten die Schmiede, Erzgießer und Kupferdreher nicht, wie sonst üblich, auf eigene Wirtschaft, sondern stehen im Lohn des Fürsten. Wohl läßt man von allzu neumodischen Torheiten ab, wie man sie aus den Manufactures des Lieblichen Feldes kennt, wo ordentliche Handwerksleute zu Stümpern degradiert werden, in dem man sie immer nur einen Handgriff tun läßt. Doch hat es sich als dienlich erwiesen, kundige Meister und Gesellen unter einem Dach zusammen arbeiten zu lassen, denn sie lernen voneinander und vervollkommnen ihre Kunst im Zusammenspiel wie selbstverständlich.

Die Orks von Friedland arbeiten zu einem großen Teil in den Minen und züchten Schafe und Ziegen (die Ziegenhaltung ist sogar ihr Monopol). Die Wolle und das Leder werden ebenfalls von Bediensteten im Lohn des Fürsten verarbeitet.

Graf Paske hat ein zentrales Magazin bauen lassen, in dem Rohmaterialien und fertige Waren gelagert werden. Gegen ein Entgelt können die Siedler, die eigene Handelszüge unternehmen, ebenfalls hier ihre Waren lagern. Zugleich dient es als Laden. Friedland hat kein Marktrecht, auch ist die Zahl der reisenden Händler, die sich in diese Länder wagt, so gering, daß selbst ein Jahrmarkt kaum zustande käme.

Der Verwalter des Magazins kauft die Waren der Handwerker und Bauern zu monatlich neu tarierten Preisen ein, um sie später weiterzuveräußern. Auch wenn es anfangs mühevoll war, die Leute von der Sinnhaftigkeit dieses Systems zu überzeugen, ist es nun etabliert und für gut befunden, da beide Seiten ihren guten Nutzen davon haben.

Die Bevölkerung Friedlands:

Ca. 1000 Einwohner, die sich zusammensetzen aus Bauern und Hirten, Minen- und Waldarbeitern, Orks, Handwerkern

Abhängige Handwerkern, Söldlingen, Edelingen.

Soziales und religiöses Leben in Friedland

Tsaschrein

Zwischen Dorf und Herrensitz hat der Fürst einen Tsaschrein errichten lassen, um den Segen der jungen Göttin auf die neue Siedlung herabzuflehen. Das kleine Holzhaus birgt einen hübschen Altar für die Göttin des Neuanfanges. Ganz wie es nach ihrem Herzen ist, befindet sich der Tempel im Zustand stetiger Veränderung. So werden zu Anbeginn jeder Jahreszeit die Bilder, die die Wände zieren, neu gemalt, dem Lauf des Jahres folgend. Der Altarschmuck besteht aus blühenden Blumen, die stetig ihr Gesicht verändern, knospen, erblühen und wieder welken.

Dank Gerhelms Bemühungen ist es gelungen, die Tsahochgeweihte von Lowangen dazu zu bewegen, den Schrein in einer Zeremonie weihen zu lassen, doch wollte die Kirche der Bitte des Fürsten bislang nicht folgen, allmondlich eine Geweihte zu entsenden. Immerhin haben sich seit der Weihe Eidechsen im Mauerfundament des Tempelchens angesiedelt, ein wohlwollendes Zeichen der Göttin.

Peraine-/Traviatempel

Gegenüber der Schenke des Dorfes befindet sich ein hübscher hölzener Rundbau, der der Peraine geweiht ist, außerdem aber einen Traviaschrein beherbergt. Zweimal im Jahr kommt eine Perainegeweihte aus Tiefhusen, nimmt die Opfergaben an sich und segnet die Felder, bestätigt Trauungen, segnet Kinder und betet für die Verstorbenen.

Der Perainetempel hat versprochen sobald wie möglich eine Geweihte oder einen Geweihten dauerhaft zu entsenden. Bis zu diesem Zeitpunkt übernimmt Frika, die Wirtin aus dem Adlerhorst als Laienschwester die Aufgabe, die Götterzeremonien zu leiten.

Gut Friedland

Das großzügige, zweiflügelige Herrenhaus ist das Haupt von Friedland, hier spielt sich das höfische Leben des Fürstentums ab. Hier residiert der Fürst mit seinen Getreuen, von hier lenkt er die Geschicke seines Landes.

Nicht lange ist es her, daß der Fürst mit Zelten und einfachen Hütten vorlieb nehmen mußte. Doch mit Hilfe von Lowanger Bauleuten ist es gelungen, binnen einen Jahres das stattliche Gutshaus zu errichten. Allerdings hat man sich mit Fachwerk beschieden, um Stein in solchem Umfang herbeizuschaffen, hätte man ein Vielfaches an Arbeitern und Zeit gebraucht, das Haus zu errichten. Und auch auf Zinnen, Türme und andere Charakteristika adeliger Baukunst hat man verzichtet. Zwar ist das Gut von einer festen Mauer umfriedet, um Schutz vor Überfällen und wildem Getier zu bieten. Wohl sind die Fenster nach außen klein und beginnen erst im zweiten Stock; und doch gleicht Gut Friedland mehr einem Meierhof als einem Schlößchen. Davon zeugen die Ställe und Remisen gegenüber dem Haupthaus ebenso wie die Wirtschaftshäuser, Speicher, das Backhaus und die Katen der Bediensteten.

Nichtsdestotrotz erlaubt der Fürst sich und den Seinen großzügige Gemächer und der Saal im ersten Stock des Haupthauses würde in Abmessungen und Ausstattung besser in ein Schloß passen. Kamine und ausgeklügelte Röhrenheizungen nach güldenländischem Vorbild sorgen für unerwartete Behaglichkeit, und auch das Badehaus erfreut den Gast aufs erquicklichste.

Der Adlerhorst

Wenn man das Herrenhaus des Fürsten als Haupt und Verstand Friedlands ansehen kann, ist das Gasthaus der Adlerhorst das Herz der jungen Gemeinde. Hier spielt sich vornehmlich das soziale Leben der einfachen Leute ab, man trifft sich zum gemeinsamen Mahl, zum Zechen, Spielen und anderem Kurzweil aber auch zu allmondlichen Versammlungen, wo man sich über die Gemeinschaft berät.

Der Adlerhorst ist in einem Gebäude beherbergt, das einem Thorwaler Langhaus gleicht, auch wenn man auf die übliche üppige Thorwaler Ornamentik zugunsten örtlich üblicher Symbole (wie dem Hirschen, dem Bären und dem Auerochsen) verzichtet hat, die nun Giebel und Balken zieren. Herinnen findet sich ein geräumiger Schankraum mit einfachem Mobiliar, Herd und Küche sind gleich im Wirtsraum beherbergt. Die Pächterin Frika Bjarnsdottir (s.u.) bewohnt zwei kleine Kammern, Gäste finden in zwei Schlafräumen (einer mit einem Kastenbett für bis zu sechs Personen, der andere mit drei Betten für insgesamt vierzehn Schläfer) einfaches Obdach. Solche neumodischen und unpraktischen Sitten wie Einzelzimmer gibt es hier nicht, wie kann auch jemand so dumm sein und auf ein einzelnes Bett bestehen, und damit auf die Körperwärme der anderen Gäste verzichten? Denn geheizt ist allein der Gastraum durch den offenen Herd und das Gelaß der Wirtin, das unmittelbar an den Kamin grenzt.

Zur Schenke gehört auch ein Stall, in dem außerdem im Winter drei Kühe der Pächterin stehen und zwei Maultiere, die sie an die Dorfbewohner als Zug- und Lasttiere vermietet.

Weitere Gebäude

Wachhaus

Hier hat Hauptmann Torben Hilvason (s.u.) mit seinen Soldaten seinen Sitz. Die Soldaten, Krieger und Söldlinge aus aller Herren Ländern, vom Thorwaler bis zum Tulamiden, bilden eine enge Gemeinschaft. Mag der Fürst gegenüber seinen anderen Untertanen Großmut walten lassen, achtet er durch seinen Hauptmann Hilvason und dessen Vize Elkgrimm Thulinson darauf, daß sich kein Mordgesindel oder andere Halunken unter die Wachleute schmuggeln. Vornehmlich rekrutieren sich die Gardisten aus Söldlingen aus dem Orkkrieg und Stadtwachen aus den Svelltstädten, aber auch der ein oder andere Abenteurer hat hier sein Auskommen gefunden.

Neben den Quartieren der Söldner, dem Waffenmagazin und einer Halle nebst eigener Küche finden sich in den Mauern des trutzigen Hauses auch ein paar Zellen. Das dreiflügelige Gebäude ist zweigeschossig. Wie das Herrenhaus sind allein die Fundamente und das unterste Geschoß aus Stein erbaut, das Obergeschoß ist aus Holz und Fachwerk. Auf dem umfriedeten Hof stehen drei Haukerle, Zielscheiben und ein paar Fechtpuppen für die tägliche Übung.

Magierhaus

Das Magierhaus ist komplett aus Stein gebaut und steht etwas abseits des Dorfes. Doch ist die Abgeschiedenheit des Domizils nicht allein darauf zurückzuführen, daß man auf den Aberglauben des einfachen Volkes Rücksicht nehmen wollte: Vielmehr entdeckte ein Freund Ramontes (ein Magier aus Elenvina), daß sich abseits des Dorfes eine Kraftlinie entlang zieht, die an einer Stelle einen bislang unerklärlichen arkanen Wirbel bildet. Just an diesem Ort wurde das Haus erbaut. Im Keller des Hauses befindet sich die alchimistische und magische Werkstatt, außerdem Vorratskammern und als Besonderheit ein Gelaß, das mit Koschbasalt ausgekleidet worden ist, just an der Stelle, an der sich das Zentrum des Wirbels befindet. Das Erdgeschoß beherbergt einen Salon, eine kleine Küche, ein Gesindezimmer, ein Bad und ein Studierzimmer, im Obergeschoß befinden sich eine Bibliothek (wo einige Werke grundlegender Magie, Alchimie und Kräuterkunde aufbewahrt werden, ein Teil davon stammt aus dem Besitz des Magiers, der zuvor hier gelebt hat) und zwei Privaträume.

Ramontes Freund war Initiator dieses Baus, doch verließ er Friedland schon wenige Monde, nachdem das Haus fertiggestellt wurde (warum, weiß außer dem Fürsten niemand).

Im Herbst 25 Hal kam dann mit Hesindian Khameni ein neuer Magier nach Friedland, der davon Kunde bekommen hatte, daß der Fürst auf der Suche nach einem fähigen Hofmagus war. Doch auch er verließ das Fürstentum schon nach wenigen Monden. Insbesondere Khameni war dem Ruf des Magierhauses bzw. seiner Bewohner nicht gerade förderlich. Der Fremde blieb den Leuten unheimlich, zumal er verschlossen und zurückgezogen lebte und häufig allein durch die umliegenden Wälder streifte. Man munkelt, er habe bei Nacht und Nebel verschwinden müssen, weil er sich an unheiligen Experimenten versucht habe. Wohlmeinendere Geister indes vermuten, daß der Magier nichts als ein angenehmes Winterquartier gesucht hätte.

Ramonte bietet einem fähigen und geeigneten Magier die bestmögliche Unterstützung seiner Forschungen, versorgt ihn mit Materialien etc. unter der Bedingung, daß er seine Erkenntnisse zum Wohle Friedlands zur Verfügung stellt. So wird von einem Magus zum einen erwartet, daß er sich auf dem Gebiet der Heilkunde betätigt und bei Problemen, die sich in der einen oder anderen Sache stellen, seine Kunst zur Verfügung stellt, zum anderen gehört es zu der Abmachung, daß der Magus eine Abschrift seiner Forschungsergebnisse für die Bibliothek des Magierhauses fertigt und diese für den Fall einer Abreise dem Fürsten überläßt.

Fürst Ramonte von Friedland

(Answin Gerbald von Rabenmund ä.H.)

Der ehemalige Graf von Wehrheim und ehemalige Kaiser des Neuen Reiches ist schon vielfach beschrieben worden (DSA Landbox, TS 5, TS-Sammelband Vol. 2, Darpatien Sonderband des TS, http://www.thorwal-standard.de/darpatien, TS-CD). Wir beschränken uns hier auf die Zeit nach 22 Hal.

Mit Hilfe seines Neffen Corelian und alter Freunde gelang es Answin im Jahr 21 Hal aus der Haft zu entkommen und sich dem Prozeß vor dem Reichsgericht zu entziehen. Nach Zwischenaufenthalten im Lieblichen Feld und Engasal erreichte er schließlich im Jahr 22 Hal das Svellttal.

Ramonte ist sich sicher, daß er von TSA geleitet wurde, als er ins heutige Friedland kam, und er hat beschlossen, diese Chance zu nutzen und ein neues Leben zu beginnen.

Kaum mehr ist der gefürchtete Reichsverräter, der machtbesessene Politiker, der skrupellose Usurpator wiederzuerkennen. Sein politisches Gespür, sein Geschick im Umgang mit Menschen, seine treffliche Ausbildung sind ihm geblieben, und er weiß sie wohl zum Wohle seines kleinen Reiches anzuwenden. An der großen Politik jedoch hat er das Interesse weitgehend. Hier versucht er im Kleinen zu verwirklichen, was ihm im Großen versagt blieb: Ein zukunftszugewandtes Reich zu schaffen. Das Neue Reich und sein Adel, der ihm weiland die Gefolgschaft versagte, so hat Ramonte für sich beschlossen, verdienen ihn gar nicht. Wohl verfolgt er aus den Erzählungen seiner Informanten die Geschicke des Reiches, wohl betrübt es ihn, die Stümperei auf Gareths Thron mitansehen zu müssen. Doch sind die Zeiten vergangen, da er sich getrieben fühlte, sich mit Herz und Blut, nötigenfalls gegen jeden Widerstand, für das Wohl des Reiches einzusetzen. Mag sein, daß er, wenn man ihn rufen würde, er sich diesem Ruf nicht verschließen würde. Doch daran glaubt er nicht mehr.

Seine alten Freunde drängen ihn angesichts der desolaten Lage im Reich zwar dazu, die Gelegenheit zu nutzen und zurückzukehren, doch liegt ihm derzeit nichts ferner. Nichtsdestotrotz nutzt er seine alten Verbindungen zum Wohle Friedlands, indem er sich Geld beschafft und über diese Verbindungen auch einen Teil seiner in Friedland produzierten Waren losschlägt.

Seit die Loge (s.u) seinen Freund Paske aus Rulat befreit hat (24 Hal) ist Answin stärker in die Unternehmungen dieser Geheimorganisation eingebunden. Seit der Landung Borbarads in Tobrien läßt es ihm keine Ruhe, daß alle seine alten Weggefährten ohne Ausnahme im Reich durch ebenso übelmeinende wie dumme Propaganda als Borbaradianer geschmäht werden. Er ist entschlossen, alles in seinen Kräften stehende zu tun, seinen zu unrecht beschuldigten Getreuen zu helfen und sie von dieser Schmach zu befreien. Auch läßt er es sich nicht nehmen, inkognito den Verteidigungskampf der Darpatier zu unterstützen, durch Gold, Waffen und gemietete Streiter.

Answin hat sich inzwischen einen Vollbart wachsen lassen, der ebenso ergraut ist wie seine halblangen Haare.

Typische Zitate:

„Jeder hat den Herrn der er verdient.“

„Flinke Klinge, langsamer Verstand, das ist es, was die Raulschen Welpen auszeichnet.“

Wulfhart von Ottersberg

(Paske von Roßhagen)

Graf Paske von Roßhagen (57 J., 1,79, mittelbraunes, kinnlanges Haar, glattrasiert, strenge, zerfurchte Züge, schmale Lippen, kühle grüne Augen) einer der engsten Getreuen Answins, war von 19 – 24 Hal auf Rulat als Answinist eingekerkert. Mit Hilfe der Loge gelang ihm die Flucht und man brachte ihn nach Friedland, wo er sich dankbar seinem einstigen Herrn zu Diensten stellte. Insbesondere sein organisatorisches Talent hat sich als Batzen erwiesen, mit dem man wuchern kann. Paske sind die Soldaten unterstellt, er befindet letztendlich darüber, wer in Friedland Aufnahme findet, führt die Verhandlungen mit den Minenarbeitern und ist auch für das Magierhaus zuständig. Ähnlich wie Answin ist es ihm unerträglich, seine ehemaligen Freunde und Leidensgefährten aus Rulat als Borbaradianer geschmäht zu sehen. Er konnte von Answin und seinem Bruder Gerhelm aber bislang noch davon abgehalten werden, sich höchstselbst auf ein risikoreiches Unternehmen nach Tobrien zu begeben, um dem schwarzen Feind in die Hände gefallene Waffenbrüder zu befreien.

Paske ist Answin ein absolut loyaler und treuer Freund, der mit einer ebenso schnellen Auffassungsgabe wie einem fast untrüglichen Urteilsvermögen gesegnet ist. Kaum jemand, der den Grafen durch Lüge und Schmeichelei zu täuschen vermag. Er verlangt von allen, wie auch von sich selbst, stets das Beste zu geben, er ist gegen sich wie gegen andere streng und unnachgiebig, doch das, wie er sagt, nur zum Besten Friedlands. Paske gibt sich standesbewußt, so daß ihn ein Ruch der Arroganz umweht, sein wenig gefälliges Gebaren, seine scharfe Zunge und seine Strenge haben ihm wenig Freunde eingebracht. Für Friedland, Answin und ihre alten Getreuen würde er ohne zu zögern sein Leben geben, und wer Paske kennt, weiß, daß dies kein Lippenbekenntnis ist.

Er stirbt am Rande der Schlacht um Kurkum bei dem Versuch ehemalige Geflogsleute aus den Klauen Borbarads zu befreien.

Gerhelm von Roßhagen

Die Wege des ehemaligen mittelreichischen Gesandten in Lowangen und Ramontes kreuzten sich im Jahre 21 erneut. Seitdem zählt Gerhelm (49 J., 1,82, mittelbraunes schulterlanges Haar, Spitzbart, graue Augen, gutaussehend, nobles Gebaren, sehr gute Manieren) zu seinen engsten Weggefährten. Paskes jüngerem Bruder ist es ursächlich zu verdanken, daß die Handelsbeziehungen prosperieren, auf sein Verhandlungsgeschick und sein diplomatisches Talent ist es zurückzuführen, daß Friedland sowohl mit menschlichen Handelspartnern aber auch mit den Schwarzpelzen zu guten Übereinkünften gekommen ist.

Da Gerhelm während der Answinkrise nicht im Mittelreich weilte und ihm auch aus der Ferne keine Verwicklungen in die Thronübenahme nachgewiesen werden konnte, ist von Roßhagen nicht als Answinist verdächtigt und abgeurteilt worden, so daß Gerhelm keinen Grund sah, es den anderen Adeligen Friedlands gleichzutun und sich ein Pseudonym zuzulegen. Auf diese Weise kann er unbehelligt seine guten Kontakte in Lowangen und anderen Siedlungen des Svellts nutzen, wo er sich in seiner Amtszeit einen guten Namen gemacht hat.

Dirion von Dargezin

(Corelian von Rabenmund)

Der zweitälteste Sohn Fürstin Hildelinds von Darpatien hat ein wechselvolles Leben hinter sich. Schon früh auf seine spätere Aufgabe in Diensten des Fürstenhauses vorbereitet, fand der Knabe in seinem Oheim einen hingebungsvollen Mentor und Gönner, der ihn nach Kräften unterstützte. Corelian liebt und bewundert seinen Onkel, ihm war er stets weit mehr ein Vater als Grabunz von Dargezin, sein leiblicher Vater. Seine Mutter Hildelind, die ihrem Bruder zeitlebens sehr nahe stand, förderte diese Beziehung, voller Stolz gab sie ihren Sohn in die Obhut ihres Bruders. Desgleichen hat Answin in dem dunkelhaarigen, hochgewachsenen Jüngling einen Ziehsohn nach seinem Geschmack gefunden: klug und gerissen, standesbewußt, mit gesundem Ehrgeiz, Familiensinn und politischem Sachverstand. Corelian wurde von Answin persönlich in Diplomatie und Politik unterwiesen, Lektionen, die ihm in Fleisch und Blut übergegangen sind. Wie schmachvoll mußte er die Degradierung seines Oheims im Jahre 7 Hal nach dem angeblichen Attentat auf den Thronfolger erleben. Nicht minder schmerzte ihn mit anzusehen, wie das Kaiserhaus schon damals die Familie Rabenmund mit mangelndem Gespür wieder und wieder brüskierte, wohl war es sich der Pein seiner Mutter bewußt, die die ewigen Affronts kaum dulden konnte. Und so wundert es nicht, daß er Feuer und Flamme war, als sein Onkel zu den Waffen rief, das Mittelreich zu befreien.

In den Geschichtsbüchern steht es zu lesen: Der Aufstand scheiterte, Answin und viele seiner Getreuen wurden gefangengenommen, indes Corelian die Flucht gelang. In einer ebenso tollkühnen wie gewitzt geplanten Unternehmung gelang es ihm, seinen Onkel aus dem Kerker zu befreien und mit ihm zu fliehen.

Das Scheitern des Aufstandes, die vermeintliche Undankbarkeit des mittelreichischen Adels, die Bitternis über den schmählichen Tod seiner Mutter haben Corelian zu einem verbitterten Zyniker werden lassen. Gleich Paske gebärdet sich Corelian allzu oft arrogant und hochfahrend, einzig die Familie Rabenmund und ihre Getreuen (und damit sind allein die gemeint, die sich zu Answin bekennen) zählen für ihn.

Seitdem sie sich in Friedland niedergelassen haben, beschränkt er sich darauf, als Herausgeber des Wahren Boten seinen Unmut und Zorn über das Mittelreich auszugießen, auch wenn er weiß, wie wenig das bewirkt. Doch wie Paske ist er der Auffassung, daß der Kampf noch lange nicht vorüber ist. Nicht zuletzt deswegen gibt es immer wieder Streit mit seinem Oheim, will Corelian sich doch damit nicht abfinden, daß sein Onkel sich Plänen zu seiner Rückkehr verweigert. Corelian pflegt enge Kontakte ins Reich bzw. zur Loge und begibt sich immer wieder verkleidet in Höhle des Fuchses. Selbst in Rommilys weilte er schon des öfteren, der Gefahr nicht achtend. Er weiß, daß er ein unnötiges Risiko damit eingeht, doch wird er wie von einem inneren Zwang getrieben. Er kann und will sich nicht mit der Situation abfinden und eines Tages, so muß man vermuten, wird sein Streben ihm zum Verhängnis werden.

Goldabert von Markstein, Verwalter

Von Markstein (58 J., 1,78, untersetzt, grauer Haarkranz, gestutzter Vollbart, dunkle, lebhafte Augen) war einst Ministerialer in der Reichskanzlei zu Gareth, und zählt zu den alten Vertrauten Answins, unter dessen Ägide er schon arbeitete, als dieser noch Reichskanzler war. Goldabert ist der verlängerte Arm von Gerhelm und Paske und unterstützt die Brüder nach Kräften. Auch wenn ihm Brillanz und Geschick der Roßhagens fehlen, ist er doch ein erfahrener und fähiger Beamter, der die ihm gestellten Befehle zur Zufriedenheit umzusetzen weiß. Ihm zur Seite stehen zwei Schreiber (die ebenfalls bereits unter Answin in der Reichskanzlei beschäftigt waren).

Torben Hilvason, Hauptmann der Friedländer Soldaten und Elkgrimm Thulinson, sein Stellvertreter.

Der thorwalsche Hauptmann Torben Hilvason (34, rotblond, grüne Augen, kantiges Gesicht, Hakennase, Vollbart, 1,81, athletisch) der 20 Gardisten ist ebenso wie sein Stellvertreter Elkgrimm Thulinson (31, dunkles, langes Haar, glattrasiert, blaue Augen, auffällige Narbe auf der Stirn, 1,92, athletisch) aus Waskir stammt. Hilvason mußte einst seine Heimat nach einer Blutfehde verlassen, als er das Wergeld für einen Getöteten nicht aufbringen konnte und auf fünf Jahre in die Verbannung geschickt wurde. Sein Blutsfreund und Milchbruder Elkgrimm folgte ihm freiwillig, und gemeinsam zogen sie in die Welt hinaus. Sie durchlebten wechselvolle Abenteuer, durchreisten die Welt und boten ihre Klingen gegen Lohn an, bis sie eines Tages auf Corelian trafen, der sie in seine Dienste nahm, wo sie an der Befreiung Answins beteiligt waren.

Längst sind die fünf Jahre der Verbannung verstrichen, doch Torben und Elkgrimm zieht nichts zurück in ihre Heimat, beide haben in Friedland eine neue Heimat gefunden.

Elkgrimm verbindet mit Corelian eine langjährige Freundschaft, auch wenn der Adelssproß nicht immer über seine Standesdünkel hinwegsehen kann. Torben hingegen mag diese „Fatzkenallüren“ gar nicht dulden und wundert sich bisweilen über den Gleichmut seines Waffengefährten.

Frika Bjarnsdottir, Wirtin des Gasthauses „Adlerhorst“ Sprecherin der Einwohner Friedlands

Die Thorwalerin aus Enqui (29 J., blonde, lange Haare, hellblaue Augen, Sommersprossen, hübsches Gesicht, 1,98) ist Pächterin der Schenke und in gewisser Weise Herz und Seele der menschlichen Siedler. Sie genießt in hohem Maße das Vertrauen der Dörfler, kennt die Wehwehchen und Schwierigkeiten eines jeden und findet für alle ein offenes Ohr. Man befragt sie, wenn es einen Streit zu schlichten gilt, ihr Urteil zählt viel in der kleinen Gemeinschaft. Und so wurde sie schon zum zweiten Mal zur Sprecherin des Dorfes gewählt, um die Anliegen der Dörfler vor dem Herrn vorzubringen. Frikas Mann, ein Svellttaler aus Tiefhusen, starb beim Orkenzug, sie und ihre vier Kinder (drei Mädchen und ein Junge) sind nur deshalb mit dem Leben davon gekommen, da sie sich just bei Verwandten ihres Mannes in Lowangen befunden hatten, als der Orkfeldzug begann.

Als Frika 23 Hal von Friedland hörte, entschloß sie sich, einen Neuanfang zu wagen.

Mit ihren 29 Jahren ist sie zwar noch relativ jung, und gut aussehen tut sie auch, doch mit ihrer Körpergröße von annähernd zwei Schritt hat sie noch keinen neuen Mann gefunden. Sollte also ein halbwegs attraktiver und stattlicher Kerl nach Friedland kommen, wird sie ihm mit Sicherheit schöne Augen machen.

Beim Hauptmann hat sie schon ihr Glück versucht, obschon dieser auch zehn Finger kleiner ist, aber Torben steht der Sinn nicht nach Familie und konnte sich nicht für sie erwärmen. Wohl würde Elkgrimm sich gerne von ihr das Bett wärmen lassen, doch Frika hat nichts für seine leichtfertige Art über, die sich so wenig mit dem Eheleben vereinen läßt.

In der Schenke beschäftigt Frika zwei Orkinnen und eine Svellterin als Mägde, dazu eine Köchin und einen halborkischen Knecht, außerdem helfen ihr ihre Kinder nach Kräften aus. Ihre älteste Tochter Bjerna soll im kommenden Jahr bei einem Kupferschmied in die Lehre gehen. Frika kann man mit Fug und Recht als eine der wenigen bezeichnen, die keine Probleme im Umgang mit den Orks haben. Dem Verlust ihres Mannes zum Trotz macht sie die hier lebenden Schwarzpelze für ihr Schicksal nicht verantwortlich.

Allein Frikas Statur ist ehrfurchtgebietend, zudem ist sie energisch und selbstbewußt genug, um entsprechend aufzutreten. Nichstdestotrotz ist sie als fröhliche und freundliche Zeitgenossin bekannt, hilfsbereit und von einnehmendem Wesen.

Loge

Nach Answins Sturz gründeten Freunde und Sympathisanten eine geheime Verbindung. War es ursprünglich das alleinige Ziel, Answin von Rabenmund vor einer Verurteilung und Hinrichtung zu bewahren und aus der Gefangenschaft zu befreien, ist man nunmehr vornehmlich darum bestrebt, die Interessen Darpatiens voranzutreiben. Die Loge ist ein Sammelbecken für unzufriedene Adelige und reiche Bürger, ehemalige Getreue Answins und vom Reich enttäuschte. Diese Geheimverbindung ist gut organisiert, niemand kennt alle Mitglieder, es herrscht strengste Diskretion und Geheimhaltung. Aspiranten auf eine Aufnahme werden mondelang heimlich beobachtet und auf die Probe gestellt, bevor eines der Mitglieder ihnen die Offerte macht, dem Bund beizutreten. Es ist die Mischung von weltlicher Macht und Geld, die die Loge so einflußreich macht, man darf davon ausgehen, daß einige der (einfluß-)reichsten Untertanen der darpatischen Fürstin der Verbindung angehören.

Einer der wichtigsten Köpfe der Loge ist Linori von Kalmbach, Bankier aus Rommilys (s. TS 7, TS-SB Rommilys, http://www.rommilys.de, TS-CD, DLH 40). Er leitet und koordiniert die Geschäfte des Bundes und unterhält Kontakte sowohl zu dem erlesenen Zirkel der bedeutendsten Mitgliedern wie auch zu den Kontaktleuten Answins, die in regelmäßiger Verbindung mit dem Geheimbund stehen.

Zu den Eingeweihten zählt auch das Sippenoberhaupt des alten Trollberger Geschlechts von Firunslicht (TS 8, TS-SB Rommilys, http://www.rommilys.de, TS-CD, DLH 40).

Von Angehörigen der Familie Rabenmund oder gar dem Fürstenhaus ist nicht bekannt, daß sie der Loge angehören, doch darf man mutmaßen, das mindestens ein hohes Mitglied der Familie Rabenmund Kontakte zu dem Geheimbund pflegt, wenn nicht gar in hohem Maße in die Aktionen involviert ist.

Wir kommen nach Friedland

Die Wahl der Helden, die du im Zuge eines Abenteuers nach Friedland führst, will wohl getroffen sein. Uns Autoren liegen unsere answinistischen Protagonisten am Herzen, und so möchten wir dich ersuchen, nicht unbedingt eine Horde reichstreuer Praioten, Rondrianer, Reichsritterinnen und Barone des Mittelreiches gen Friedland zu entsenden. Favorisiert sind all jene, die von Answin wenig oder gar nichts wissen, die weder einen Steckbrief auf ihrer Brust tragen, um die Schmach des Reiches auszumerzen, noch sich in den Gefilden mittelreichischer Politik auskennen. Auch vor Darpatiern sei gewarnt – mit Ausnahme von erklärten Answinisten und Angehörigen der Loge ist es nicht empfehlenswert, diesen Kenntnis über den wahren Verbleib Answins zu geben. Am meisten Spaß bringt es, wenn deine Spieler sehr wohl wissen, in wessen Höhle sie sich begeben haben, ohne daß die Helden etwas von der Brisanz ihrer neuen Bekanntschaften ahnen. Der Zwiespalt zwischen Spieler- und Heldenwissen birgt einiges an Spaß, aber achte streng darauf, daß sich beides nicht vermengt ...

Friedland steht auf keiner Karte, und doch ist es zunehmend in aller Munde. Der allmählich erblühende Handel führt dazu, daß Friedländer Waren bis ins Mittelreich geliefert werden, und doch ahnt niemand, wo dieses Friedland genau ist, noch wer sein Herr ist. Wenn deine Helden nach Friedland gelangen, dann weil einer der Getreuen des Fürsten sie geworben hat, niemals zufällig. Sei es als Begleiter eines Handelstrecks, als kundigen Händler etc., sei es, weil Answin die Loge darum gebeten hat, ihm fähige Leute für die Lösung einer Aufgabe zu schicken.

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