Enqui gerettet?

Wie wir berichteten, hat der Oberste Hetmann Tronde trotz der beginnenden Herbststürme sofort seine neuen Schiffe gen Enqui entsandt, der bedrängten Stadt zu helfen. Inzwischen sind umfassende Berichte in die Hauptstadt gelangt:

„Nachdem Ingald Ingibjarsons Stellvertreter gefallen war übernahm ich das Kommando in der Stadt. Es dauerte nur fünf Tage, da wurde Alarm geschlagen, die Orks griffen wieder an. Die Schäden im Stadtwall hatten wir nur notdürftig flicken können, eines der Kriegsflöße war repariert und immerhin waren aus der Umgebung noch einige Frauen und Männer in die Stadt gekommen (teils auf der Flucht vor den Orks, teils dem Hilfeersuchen folgend). Die Freunde der Lassierer Drachen blieben ebenfalls in Enqui, so daß man über weitere kampfkräftige Verteidiger verfügte. Auch den Krallen hatte man klar gemacht, daß man sie den Orks kurzerhand zum Fraß vorwerfen würde, sollten sie nicht die Wälle mitbemannen. So traf uns der zweite Angriff nicht unvorbereitet.

Doch die Orks gingen klüger vor als beim als beim ersten Mal, wo sie nur darauf vertraut hatten, uns zu überraschen. Mit List und Tücke gelang des den Schwarzpelzen, den Durchbruch in die Stadt erneut zu schaffen.

Tapfer schlug sich unsere Reserve, die wir extra zu diesem Zweck gebildet hatten: mutige Krämer und Handwerkerinnen, wehrhafte Flüchtlinge und Bauern. Denen gelang es unter großen Opfern die Eindringlinge an den Wall zurück zu drängen, wo meine Leute den Rest übernahmen. Der Kampf wogte hin und her, und immer wieder drohte an einer anderen Stelle ein neuer Durchbruch.

Besonders schwere Verluste hatte die Ingibjara-Ottajasko zu beklagen, die das Kriegsfloß bemannt hatte. Immer wieder stießen die Mokolash-Orks hier vor, das Wasser war bald rot von tapferem thorwalschem Blut, das sich mit stinkender Orkenbrühe mischte.

Ich vermag nicht zu sagen wie lange der Kampf dauerte, bis sich die Orks endlich zurück zogen. Viele Schwarzpelze lagen tot auf den Wällen, wir mußten sie verbrennen. Swafnirdank standen viele von uns noch, aber jeder Verlust schmerzt uns doppelt und dreifach. Alles in allem sind mit den in den Folgetagen ihren Verletzungen erlegenen Streitern weit über 150 Opfer zu beklagen.“

(Aus dem Bericht des Hetmann Frenjar Torstorson an den Obersten Hetmann Tronde)

„Zusammen mit einigen Leuten der Trunkenbold-Ottajasko und Deinen neuen Schiffen, die Du uns zur Hilfe schicktest, kamen wir am 8. Hesinde in Enqui an. Bei der Einfahrt in den Golf von Riva waren wir zuvor in schweres Unwetter geraten und beinahe hätten wir einen unserer Drachen verloren. Wir wußten nicht was uns erwarten würde, ob die Orks vielleicht schon Enqui eingenommen hätten. So waren wir erleichtert, als uns die Jungs und Mädels der Lassirer und meine eigenen Leute uns begrüßten.

Doch Enqui hatte schwer gelitten unter den zwei Angriffen. So waren wir alle schwer beschäftigt die Wehr wieder instand zu setzen und auszubauen.

Wir entsandten außerdem Späher in die Umgebung, um zu erkunden, ob die Schwarzpelze was planten. Auch warteten wir darauf, ob die Gruppe, die Frenjar Torstorson nach dem ersten Angriff nach Rorkvell entsandt worden war, wohl etwas bei Mardugh Orkhan erreicht hatte. Doch noch bevor diese bzw. unsere Späher zurückkamen (wir erfuhren später, daß die Hälfte von ihnen den Orks in die Hände gefallen waren), griffen die Orken ein drittes Mal an. Aber diesmal hatten sie keine Chance gegen unsere verstärkte Verteidigung.

Sie ließen auch sehr schnell von ihrem Angriff ab, so daß wir uns schon Gedanken machten was dieser halbherzige Angriff wohl zu bedeuten hätte. So sehr wir uns auch berieten, wir konnten uns kein Reim auf das Vorgehen der Schwarzpelze machen.

Schließlich bildeten wir drei Gruppen mit der Aufgabe die Marschen von den Resten des Gezüchts zu säubern. Ein Trupp der Lassirer Drachen sollte die kampfstarke Gruppe der am Angriff beteiligten Tordochai übernehmen, deren Verbleib man südlich der Brinasker Marschen wähnte. Ich wollte mit meinen Leuten vor allem die südlichen Teile der Marschen druchkämmen, während eine Mischung aus Trunkenbolden und Schollenbeißer sich den östlichen Teil der Marschen vornehmen sollten. Deine Leute unter der Führung von Carla Töntisdottir übernahmen die Sicherung der Stadt.“

(Aus dem Bericht von Hetmann Ingald Ingibjarson an 1Tronde)

„Seitens der Ingibjara wurde uns eine ortskundige Führerin zur Seite gestellt. Laut den Berichten hatten sich die Orks in Richtung der Drei Klageweiber zurückgezogen. Wegen den zahlreichen flachen Tümpeln dieses versalzenen Sumpflandes, in dem es nicht einmal jagdbares Wild gibt, hatte ich keine Lager der Tordochai erwartet. Vielmehr nahm ich an, daß die Orken eher zwischen dem Joraani und den Kreidefelsen zu finden sein würden. Darum brachen wir in diese Richtung auf. Wir mußten zunächst den Brack überqueren, unter Zuhilfenahme einiger Flußboote. Teile des riesigen Sees waren in düstere Nebel gehüllt. Zwischendurch sah man von der Mitte des Gewässers schwarze Rauchfahnen aufsteigen, die von der Siedlung Parkauki herrührten, die sich inmitten des düsteren Sees befindet und aus einer Ansammlung von Hausbooten besteht. Hier bekamen wir aber keine weiteren Hinweise. Nach einiger Zeit ließen wir den Brack endlich hinter uns. Nun ging es querfeldein weiter. Während der Haupttroß sich langsam vorwärts bewegte, ließ ich kleine Spähtrupps weitläufig das Gebiet nach Schwarzpelzen absuchen. Bereits am ersten Tag wurde eine kleine orkische Ansiedlung erreicht. Doch die bescheidenen Hütten waren, wie es schien, schon seit längerem verlassen. Offenbar hatten die Bewohner es vorgezogen, sich ihren plündernden und brandschatzenden Brüdern anzuschließen, anstatt hier weiterhin vom Fischfang und der Jagd zu leben. Da der Tag langsam zur Neige ging, beschloß man die Nacht hier zu verbringen.

Noch am selben Abend berichtete ein Spähtrupp von mehreren Rauchsäulen, die sie westlich hinter einigen Hügeln gesehen hatten, nicht ganz einen Tagesmarsch entfernt. Wie es schien hatten wir endlich ein größeres Lager der Orks entdeckt. Mit etwas Glück waren wir noch unentdeckt geblieben. Kurz nachdem das Morgenrot den neuen Tag erhellte, zogen wir weiter in Richtung des orkischen Lagers. Wiederum schickte ich Kundschafter aus, um nicht so kurz vor dem Ziel eine unliebsame Überraschung zu erleben.

Und dann war es endlich soweit, das Lager der Verruchten lag in Reichweite. Niemand schien und bemerkt zu haben. Von einer Hügelkette aus war das Lager gut zu beobachten: Es handelte sich um ein Feldlager, das aber durch Palisaden gesichert war. Ungewöhnlich für Schwarzpelze, doch kam uns das nur gelegen. Auf Grund anzahl der Zelte schätzten wir die Anzahl der Orken auf etwa 100. Neben den typischen kleinen Zelten aus Leder stand da noch ein größeres, wohl das des Anführers . Am westlichen Rand des Lagers war ein größerer Holzkäfig zu erkennen, in welchem sie ihre Sklaven eingepfercht hielten.

Einige von uns sollten einen Scheinangriff von der Flanke führen, um die Schwarzpelze abzulenken, ich selbst wollte mit den anderen von vorne kommen. Nach einiger Zeit war von Westen her das aufgeregte Geschrei der Wachen zu vernehmen, das im Angriffsgebrüll meiner heranstürmenden Leute unterging. Die Orks fielen auf den Scheinangriff herein. Darauf stürmten wir den Hügel vor dem Lager hinab. Inzwischen hatte der westliche Trupp die Palisaden erreicht und erfolgreich damit begonnen eine Bresche hinein zu schlagen. Die Orken waren im ersten Augenblick so überrascht, daß sie tatenlos zusahen, nicht wissend, wo sie am besten eingreifen sollten. Die Anführer brüllten hektische Befehle. Die ersten Orks, die es wagten sich uns entgegen zu stellen, wurden wahrlich hinweggefegt. Die Sklaven im Käfig, die erkannt hatten, daß ihre Befreiung kurz bevor stand, feuerten uns lauthals an. Schon stand das erste Zelt in Flammen, ein Ork nach dem anderen fiel unseren Äxten zum Opfer. Dennoch stockte nun der Angriff. Die Schwarzpelze hatten die erste Panik überwunden und wehrten sich verbissen. Dennoch behielten wir mit Swafnirs Beistand die Oberhand, die Orks hatten ihren Vorteil der zahlenmäßigen Überlegenheit durch ihre Unaufmerksamkeit verspielt. es gelang uns schließlich die Gefangenen zu befreien. Wie die Dämonen fuhren die, die dazu noch in der Lage waren, über ihre Peiniger her, die anderen legten fleißig Feuer. Und so war der Sieg unser. Etwa 20 Orks konnten fliehen, 15 wurden gefangengenommen. Es waren Angehörige der Tordochai und der Zolochtai.

Wir hatten 6 Tote zu beklagen und viele Verwundete, 10 davon schwer. Zusammen mit den befreiten Gefangenen, 14 an der Zahl, machten uns schließlich auf den Heimweg. Am Abend des nächsten Tages erreichten wir schließlich das Ufer des Brack. Hier beschlossen wir nochmals zu lagern, um dann das trübe gelbliche Gewässer bei Tageslicht zu überqueren.

Die Überquerung des Brack am nächsten Morgen ging diesmal etwas langsamer von statten, dennoch erreichten wir unbeschadet das andere Ufer. Nun war es etwa noch ein halber Tagesmarsch bis nach Enqui. Erschöpft aber siegestrunken machten wir uns auf den Weg. Doch nach einer Stunde meldete einer der Spähtrupps, daß voraus viele Orks seien. Schon war der Klang der Hörner zu vernehmen und schließlich waren sie auch in Sichtweite. Es mußten hunderte sein, das wütende Gebell aus den Kehlen dutzender Kampfhunde vermengte sich mit dem hohlen Klang der Kriegshörner. Da hatten die Orks nun ihrerseits uns in der Falle, nicht mehr daran zu denken, sich ungeschoren in die Stadt zurückzuziehen. Einige der gefangenen Orks nutzten unsere Überraschung aus und suchten ihr Heil in der Flucht, gefesselt wie sie waren.

Ich ließ einen Kreis bilden, mit den Verwundeten in der Mitte. Wir wollten unsere Haut so teuer wie möglich verkaufen. Die entflohenen Schwarzpelze hatten inzwischen ihre Brüder fast erreicht, die langsam und bedrohlich näher kamen. Und dann reckten zwei Kampfoger ihre rasierten Schädel aus dem hohen Gestrüpp empor. Wir standen Schulter an Schulter, beteten zu Swafnir und wünschten uns einen heldenhaften Kampf.

Zu unserer Überraschung wurden die entflohenen Orks alles andere als freundlich aufgenommen und man ließ sie in Fesseln. Schließlich erkannten wir, daß auch einige Menschen zu der Orkarmee gehörten und die Jarlin erklärte uns, daß ihr Anführer Mardugh Orkhan nicht unser Feind sei.“

(Aus dem Bericht des Hetmanns Frenjar Torstorson an Tronde)

„Ich führte meine Leute und die der Schollenbeißer nach Osten. Unsere Führer, Jadra Jurgedottir und Tjalf Bjarnison, kundschafteten das Terrain aus. Wir schlossen Wetten ab, wer die meisten Orkschädel zerschmettern würde und waren guter Stimmung. Beim Marschieren tranken wir aus unseren Schläuchen gutes Bier. Die Schollenbeißer memmten und meinten, sie wollten nüchtern bleiben, na ja ich hab zwar nicht verstanden wozu, aber so blieb mehr für uns.

Wir waren mit Krötenhäuten, Lederhelmen und Fellen gut gerüstet und auch gut bewaffnet.

Während der ereignislosen Wanderung vertrieben wir uns die Zeit mit Trinksprüchen auf Ingald, Swafnir und Dich. Hjaldar mußte sich einige Spötteleien über seine orkischen Blähungen gefallen lassen.

Am späten Nachmittag des ersten Tages entdeckten wir zwei verlassene Schilfhütten im Sumpf. Und während wir noch rätselten, wer da wohl hausen würde, erblickte Jadra sechs Späher der Orks, die sich auf struppigen Ponys näherten. Ha, die ersten Orks! Ich beschloß sofort, diese Trophäen nicht entkommen zu lassen.

Während wir in den Schilfhütten versteckt lauerten, lockte Ragnid, indem sie vorgab zu fliehen, die Schwarzpelze näher heran. Als die orkische Späher uns jedoch bemerkten (Grunn schaute plötzlich grinsend aus dem Fenster!), war für sie bereits zu spät. Meine Leute stürmten aus der Hütte, fällten den ersten Ork mit 5 Wurfbeilen und alle schlugen die anderen Schwarzpelze nieder, ohne daß diese viel dagegen zu setzen hatten.

Leider konnte keiner von uns sagen, von welchem Stamm diese Orks kamen, doch letztlich war dies uns auch egal.

In der Nacht wurden wir von platschenden und scharrenden Geräuschen geweckt, die um die Hütte schlichen. Hardred, der Wache hatte, behauptete steif und fest, eine große, aufrecht gehende Sumpfratte gesehen zu haben, die auf ihren Hinterläufen um die Hütte getanzt sei. Aber so sehr wir auch in die Nacht starrten, da war nichts. Hardred bekam von nun an nichts mehr vom Premer Feuer.

Am anderen Morgen jedoch waren die Orkleichen verschwunden. Ich muß zugeben, daß uns doch unheimlich zumute war. Wir zogen dann eilig weiter, nachdem wir den letzten Rest Feuer getrunken hatten.

Am zweiten Tag suchten wir nach den restlichen Orks, zu denen der Spähtrupp gehört hatte. Nach einigen Stunden stießen wir auf einen Wagenzug der Schwarzpelze. Insgesamt sieben Wagen, die von Ponys und Ochsen gezogen wurden. Etwa 40 Orks zählte Jadra. Nur die Hälfte davon sah nach Kämpfern aus, der Rest war in Felle gehüllt und mit Knüppeln bewaffnet.

Ich beschloß diese Übermacht trotzdem anzugreifen, da dies ein Versorgungstroß für ein größeres Heer der Schwarzpelze sein mußte.

Jadra und Hjalmar wollten aber auf keinen Fall einen Sturmangriff mitmachen, sie wollten sich verstecken und den Troß näherkommen lasse. Ich habe das zwar nicht ganz verstanden, aber es schien ihnen wichtig zu sein, und mir war es letztlich egal, also versteckten wir uns. Wir konnten einen Überraschungsangriff auf die ahnungslosen Schwarzpelze starten.

Es war ein leichter Sieg, ein Sturmangriff hätte sicher mehr Spaß gemacht. 27 Schwarzpelze haben unsere Äxte niedergestreckt, 7 Orks sind verwundet und gefangen worden, etwa 6 Orks konnten entkommen. Unsere Verluste waren mit nur einem Toten von der Schollenbeißer-Otta gering (wir gedenken dem tapferen Gjörn), 6 von uns waren verwundetet.

Die Ladung des Wagenzuges bestand hauptsächlich aus Eßbarem (was Orks so eßbar nennen, aber Helman Helmanson hat's geschmeckt, dem Deppen!), Fellen, Tuch und Eisenwaren. Keine Waffen! Ich dachte noch: „Komischer Troß!“ Grunn, der einige Brocken Orkisch versteht, redete mit den Gefangenen. Anschließen berichtete er, daß es sich hier nicht um einen Troß der Mokolash handelte, sondern um friedliche Korogai-Händler. Daraufhin fluchte ich erstmal, warum sehen diese pelzigen Deppen auch alle gleich aus! Na ja, aber friedlich, das konnte ja jeder behaupten.

Da ja einige Orks entkommen konnten, beschlossen wir schnell weiterzuziehen und die Spuren zu verwischen. Ein Wagen wurde zum Transport der Verwundeten und ein Wagen mit brauchbaren Plündergut (zum Beispiel einige Fässchen von diesem bitteren Orkschnaps) mitgenommen. Die restlichen Zugtiere trieben wir mit den gefesselten Gefangenen in den Sumpf, damit sie von unserer Fährte ablenkten.

Mitten in der Nacht entdeckten Jadra und Tjalf den Schein von Lagerfeuern auf einem ihrer Rundgänge. Als sie sich heranschlichen, konnten sie ein riesiges Heer von Schwarzpelzen ausmachen. Die Standarten bezeichneten einen großen orkischen Häuptling, und Tjalf, der Führer aus Enqui, erkannte sie als Mardugh Orkans Feldzeichen. Nachdem sie mir davon berichtet hatten, entschied ich, daß ein strategisches Ausweichen nun die geeignete Wahl sei. Wir brachen sofort auf.

So trafen wir am dritten Tag der Orkjagd auf ein Dorf in den Marschen. Durch den Nebel war Kampfeslärm zu hören. Nachdem wir feststellten, daß dort Thorwaler gegen Schwarzpelze kämpften, stürzten wir uns in die Schlacht. Allerdings hatte sich das Schlachtenglück bereits auf die Seite der Thorwaler geschlagen. Ich entdeckte schließlich die riesige Gestalt von Hetmann Ingald im Schlachtgetümmel.“

(Bericht des Hetmanns Tjore Elengarson von der Trunkenbold Otta)

„Ich teilte meine 60 Krieger in zwei Gruppen ein. So sollten 3 Boote, jeweils mit 4 Leuten besetzt, die Siedlungen der Mokolash ausfindig machen und dann die Hauptmacht auf schnellsten Weg in die Nähe der Siedlungen führen, um den Mokolash schnell und blutig zu zeigen, wer Herr von Enqui ist. Während der Haupttrupp die Siedlungen berennen und zerstören würde, sollten sich die Bootsmannschaften darum kümmern, daß keine der orkischen Ratten entkommen und so die weiteren Nester warnen könnte.

Doch die ersten zwei Tage waren erfolglos. Um die dritte Stunde nach Sonnenaufgang, oder besser nachdem es im Sumpf wieder etwas heller war, hatte ein Boot ca. 20 Ruder- und Gehminuten östlich des bekannten Hauptarm des Svellts orkisches Gegrunze im Nebel ausgemacht. Sofort wurde die Marschrichtung geändert, um die feige Bande endgültig aus dem Einzugsbereichs von Enqui zu jagen. Um unsere Kräfte nicht zu sehr zu verzetteln sollte nur ein Trupp von fünf Leuten in den Rücken der Orks gelangen, um ihnen jegliche Flucht zu verwehren.

Unsere Hauptmacht kam überraschend gut vorwärts und erreichte im dichten Nebel beinahe unbemerkt die Hütten. Plötzlich brandete Kampflärm zu uns herüber, und nach einigen Momenten orkisches Jubelgeheul – die schienen unsere fünf Jungs und Mädels erwischt zu haben! Wir bissen die Zähne zusammen und blieben bei unserem Plan und kamen auch fast unbemerkt in den Weiler, wo wohl vorher Fischer gesiedelt haben. Wir verharrten kurz schweigend im Nebel, bis wir die Schwarzpelze auftauchen sahen. Und dann war die Luft voller Skrajas. Wir stürmten auf alle ein, die keine Axt zwischen die Hauer bekommen hatten. Der Sieg sollte uns jedoch so leicht nicht zufallen. Aus dem Nebel flogen Pfeile und fällten zwei unserer Leute, kurze Zeit später sah sich fast jeder Kämpfer einem oder zwei Mokolash gegenüber. Der Kampf war zäh und ausgeglichen. In der Bewaffnung waren uns die Mokolash zwar deutlich unterlegen, aber wir hatten es mit gut doppelt so vielen von diesen niederträchtigen Meuchlern zu tun. Was uns wirklich zu schaffen machte war so ein monotoner Singsang, der aus dem Dunkel erscholl. Dann gab es einige markerschütternde Schreie und Hilferufe im Enquiier Dialekt. Dann Waffengeklirr und das Stöhnen von Verwundeten.

Uns gelang es, die orkischen Reihen gehörig zu lichten, Swafnir und Rondra waren auf unserer Seite.

Als die ersten von uns schon jubelten, wandten sich die Orks wie auf ein Kommando zur Flucht. „Laßt keinen entkommen“ brüllte ich. Doch mein Ruf wurde von verängstigtem Geschrei der hintersten Leute übertönt. Dort lagen zwei der unsrigen in ihrem Blut, von schauderhaften Bestien erschlagen, Zerrbilder von Orks. Bei einem dieser Viecher hing der Kopf nur noch an einem Faden dessen, was einmal sein Hals gewesen war. Ein anderer hatte eine Skraja noch im Schädel stecken. Insgesamt mochten es wohl 10 Untote sein.

Ich feuerte meine Leute an, sich dem Feind zu stellen, doch einige der jüngeren suchten schreiend das Weite. UNd dann lichtete sich der Nebel und man sah hinter den untoten Orks einen großen Schwarzupelz, der eine rote Mondscheibe trug. „Ein Faß Feuer für den Kopf des Zauberorks“ schrie ich. Aber der Mistkerl machte sich davon, bevor einer von uns sich nur rühren konnte. Und seine Untoten stellten sich zwischen ihn und uns. Aber wir konnten die überwältigen und zerhacken, als die Trunkenbolde und Schollenbeißer auf einmal zu uns stießen.

Anschließend stürmten wir den Schwarzpelzen nach. Doch schon 20 Schritt außerhalb des Dorfes kam die Verfolgung ins Stocken. In 200 Schritt Entfernung waren deutlich ca. 400 Personen in geordneter Angriffsformation zu sehen, schrilles Hundegebell schallte zu uns hinüber und die ersten konnten zwei der riesigen Oger erkennen, die in Ketten geführt wurden und mit Äxten bewaffnet waren.

Und dann waren da auch die Lassirer Drachen, die mit der Heerschar zogen. erst dachten wir, man hätte sie gefangen genommen, aber Svenja falkenauge rief, daß sie ja noch ihre Waffen hätten. Einige von uns riefen „Verräter“, weil sie dachten, die Lassirer seien übergelaufen. Aber ein anderer rief: „Mardugh Orkan ist unter den Orks – Da sind auch noch weitere Menschen unter ihnen“. Die Jarlin klärte uns schließlich über die Lage auf.“

(Aus dem Bericht von Hetmann Ingald Ingibjarson an Tronde)

„[Der Abschnitt über die Mission in Rorkvell ist noch nicht zur Veröffentlichung freigegeben – die Red.]

Wir zogen dann mit Mardugh Orkhan und seinen 400 Kriegern gen Enqui und ich muß gestehen, wenn er nicht auf unserer Seite gewesen wäre, hätte ich für Enqui keinen Kreuzer mehr gegeben. [...] Kurz vor Enqui stießen wir auf die Gruppe der Ingibjara und auf die anderen. Die gefangenen Orks wurden kurzerhand von Mardugh abgeurteilt und hingerichtet. [...]. Verständlicherweise gab es keine großen Freudentänze, als sich das Orkheer Enqui näherte. Ich lud Mardugh mit seinem Stab in die Stadt ein und zusammen mit den Hetleuten erneuerten wir den Frieden für das Svellttal. Dabei räumten wir uns aber gegenseitig das Recht ein, konsequent gegen diejenigen, die gegen den Frieden verstoßen, vorzugehen, unabhängig welcher Rasse sie angehören sollten. Auch ließ ich einfließen, als Mardugh bewundert deine beiden neuen Schiffe sah, daß wir jederzeit mit noch mehr solcher Schiffe noch viel mehr tapfere Krieger holen könnten.“

(Bericht der Jarlin Swafnild Egilsdottir an Tronde)

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