Enqui im Jahre 29 Hal (Ergänzungen zum Bericht im Thorwal Standard vom BOR 29 Hal)

Vorbemerkung:

Im Thorwal Standard findet sich ein Bericht über einen Angriff von Orks auf die nördlichste Siedlung Thorwals. Hier nun einige Hintergrundinformationen für den Spielleiter, der das Ereignis mit seiner Gruppe nachspielen möchte.

Herrscher über das Svellttal ist der Orkhäuptling und Schamane Mardugh Orkhan, der seinen Sitz in Rorkvell hat.

Seit einigen Jahren schon leben die verbliebenen und zurückgekehrten Menschen und Orks einigermaßen friedlich zusammen. Zwar kommt es immer wieder zu vereinzelten Übergriffen von beiden Seiten, doch im allgemeinen gilt die Devise: “Leben und leben lassen”. Der Orkführer hat Verträge mit den Menschen von Tjolmar und Lowangen abgeschlossen, wonach diese tributpflichtig sind, dafür wird der sichere Reiseverkehr auf der Svelltstraße garantiert (theoretisch zumindest). Wir werden uns mit dem Svellttal im nächsten TS noch näher beschäftigen; für den Angriff auf Enqui gilt es folgendes zu beachten: Warum die Mokolash wirklich ihre Sümpfe im Orkland verlassen haben, ist noch nicht bekannt. Ihnen angeschlossen haben sich einige Tordochai, denen es zu friedlich geworden war, sowie einige Orksippen, die sich vom großen Feldzug mehr versprochen hatten.

Mardugh Orkhan weiß von dem Angriff auf Enqui noch nichts und wird erst durch die im Artikel erwähnte Gruppe von Unterhändlern informiert (eine ideale Aufgabe für deine Helden?) - wenn sie denn zu ihm durchkommen ...

Denn einige Hauptleute aus Mardughs Stab wußten sehr wohl von dem Angriffsplan und unterstützten ihn heimlich, da der Orkführer in ihren Augen zu verweichlicht ist und die Menschen zu gut behandelt. Die Unterhändler müssen sich also nicht nur zu Mardugh durchschlagen, sondern ggf. auch noch den einen oder anderen Verschwörer an seiner Seite enttarnen, der die Aufgabe der Gruppe sabotieren will.

Als Verbündeter der Helden kann in sich der Not der zwergische Hauptmann Turven Sohn des Turgai, der seit 8 Jahren in Diensten Mardughs steht (s. Gun-Britt Tödters Roman “Das letzte Lied”), erweisen. (Eine Beschreibung des heutigen Rorkvell findet sich im DSA-Abenteuer "Das Levthansband").

Enqui hat in den letzten 11 Jahren (soviel Zeit liegt zwischen der Beschreibung in der Orklandbox und den heutigen Ereignissen) sein Gesicht nur wenig gewandelt.

Aufbau der Stadt:

Etwa 1200 Menschen leben dieser Tage in Enqui, das sind in etwa wieder so viele wie vor dem Orkensturm. Hinzu kommen noch etwa 1000 Flüchtlinge, die außerhalb des Walles siedeln, deutlich weniger als noch vor zwei Jahren.

Einzig um den alten Hafen finden sich einige gemauerte Gebäude, eines davon ist die für ihre exorbitanten Preise bekannte Gaststätte Svellttor. Hier und westlich davon befinden sich die Häuser der Handwerker und Händler, vor allem Seiler, Netzknüpfer, Schuster, Schneider, Schmiede u.s.w. Weiterhin finden sich im Zentrum der Siedlung auch die Tempel von Rondra, Efferd und Swafnir sowie der wenig besuchte Firuntempel.

Um diesen Kern ringen sich die teils auf Stelzen errichteten Holzhütten der einstmals reicheren Fischer, Transieder und Beinschnitzer, die zu den alteingesessenen Familien von Enqui zählen.

Das Herz der Stadt wird von einem mehr schlecht als recht erhaltenen Palisadenwall umfriedet, der etliche Lücken aufweist, manchmal durch einen Arm des Svellt unvermeidbar, manchmal von den Bewohnern geduldet oder gar erweitert.

Ebenfalls innerhalb der Umfriedung liegt der Irrlicherhügel, auf dem sich die einstige Burg des Stadtoberhauptes befindet. Mittlerweile sind in dem Gemäuer die schäbigen Tavernen “Premer Schuß” und “Rettungsanker”, das Spielhaus “Joss”, das Bordell “Rahjas Pracht” sowie der wohl reichste Hehler der Stadt, Almin Arauken, untergekommen.

Außerhalb des Walles haben sich die Flüchtlinge aus dem Svellttal niedergelassen und ihre Hütten errichtet. Der feuchte, morastige Grund ist kaum dazu geeignet, sich dort niederzulassen, und so sind die ärmlichen Bewohner Boron näher denn dem Leben.

Enqui ist von mannigfachen Armen des Svellt durchzogen, in denen eine Vielzahl von Hausbooten liegen - alte, nicht mehr fahrtüchtige Schiffe, die man zu Behausungen umgebaut hat - in denen weitere Flüchtlinge eine behelfsmäßige Wohnstatt gefunden haben.

Allerdings hat sich im Jahre 28 Hal eine größere Anzahl Flüchtlinge zu einem Zug zusammengeschlossen, um in die besetzten Gebiete, zurück zu wandern, zu ihren einstigen Wohnstätten, um sich dort wieder anzusiedeln, erschien vielen dies doch eine weit glücklichere Zukunft zu versprechen, als weiter in Enqui ein bestenfalls geduldetes Dasein in Elend zu fristen.

Auf dem östlichen Ufer, gegenüber dem Hafen, befindet sich ein Dorf aus Pfahlbauten, in dem einst die Walfänger lebten.

Seitdem die Thorwaler nach ihrem Einfall alle zum Walfang tauglichen Schiffe vernichtet haben und derlei Aktivitäten natürlich auch nicht länger dulden, gehen die Einwohner meist dem gewöhnlichen Fischfang mit kleineren Booten nach.

Einflußbereiche verschiedener Gruppierungen:

Die eigentlichen Herren der Stadt sind die Thorwaler. Anfänglich mochte man sich mit den neuen Herren kaum abfinden, doch wußten die Nordleute sich durchzusetzen, nötigenfalls mit Gewalt.

Allerdings erstreckt sich der Einflußbereich der Ottajasko der Ingibjara lediglich auf die unmittelbare Gegend um den Hafen, eben dort, wo sie präsent sind. Durch gezielte Desinformation sorgen die Krallen (s.u.) dafür, daß die Thorwaler die Macht der Bande viel zu sorglos einschätzen. Bislang geht die Sache auf, zumal die Thorwaler ohnedies wenig Neigung zeigen, in die Bresche zu springen, die durch das Fehlen einer Stadtregierung entstanden ist. Die Ottaskin haben kaum Lust, sich für die anderen Siedler und vor allem die Flüchtlinge verantwortlich zu zeigen.

Nachdem die Anschläge auf die Thorwaler und auf Händler, die mit ihnen kooperierten, aufhörten und auch von den Orks keine Gefahr mehr auszugehen schien, verzichtete man darauf, die Kriegsflöße weiter instand zu halten, eine Leichtfertigkeit, die sich nun rächen sollte.

Zu den Händlern am Hafen haben die Thorwaler ein gutes Verhältnis, wie auch zu den Vertretern der Tempel, die den Schutz der Ottaskin genießen.

Die Krallen, eine Bande von Diebsgesindel und anderem üblen Gelichter, ist nach dem Einfall der Thorwaler von Leuten gegründet worden, die zuvor zu den walverarbeitenden Handwerkern gehörten. Sie kontrollieren heute die zwielichtige Gesellschaft von Enqui. Der Anführer, Hegon Taquir, ist selbst ein Fischer. Schutzgelderpressungen, Raub an Durchreisenden und auch Morde gehen auf das Konto der Krallen. Mit Verfolgung oder sonstigen Konsequenzen muß man kaum rechnen, schon allein weil es keine wie auch immer geartete Staatsgewalt gibt, die den Schurken gefährlich werden könnte. Das Wirrwarr aus dunklen, verwinkelten Gassen, das stetige Kommen und Gehen von Fremden, der mangelnde Gemeinschaftsinn in diesen schweren Zeiten, wo jeder sich selbst der Nächste ist, tun ein Übriges.

Der Irrlichterhügel, die Ottajasko und das Handwerkerviertel gleich beim Hafen stehen nicht unter dem Einfluß der Krallen. Überall sonst führen sie ein hartes Regiment.

Als dritte mächtige Gruppe gilt die Verschwörung vom Irrlichterhügel, ein lockerer Zusammenschluß der Mächtigen vom Irrlichterhügel. Diese verfügen über die größte finanzielle Kraft in Enqui, kontrollieren sie doch fast den gesamten Vergnügungssektor, von den meisten Kneipen über die beiden Bordelle bis hin zum größten Hehler der Stadt. Ihr ureigentlichstes Interesse ist der Schutz ihres Goldes und die weitestgehende Nichtbeeinträchtigung durch irgendwelche andere Institutionen. Zu diesem Behufe beschäftigen sie Wächter und Schläger. Vor allem aber hat man sich mit den Krallen geeinigt, während die Thorwaler nie ein ernstes Interesse daran gezeigt haben, sich in die Geschäfte derer vom Irrlichthügel einzumischen.

Auch die Händler beschäftigen eigene Schutztruppen aus 3 bis 10 Personen, die dafür sorgen, daß niemand das Lager leerräumt, während sie sanft schlummern. Wächter sind seit dem Orkzug wohlfeil zu haben, denn viele Flüchtlinge sind bereit ihr Leben auch um geringen Lohn aufs Spiel zu setzen, wenn sie nur ihre Familien über Wasser halten können.

Zu erwähnen sind außerdem die thorwalschen Handwerker, Fischer und Händler, die sich, aus welchen Gründen auch immer, in den letzten 12 Jahren in Enqui niedergelassen haben, aber nicht zur Ottajasko des Hetmannes gehören. Zusammen mit ihren Familien ist diese Gruppe etwa 150 Kopf stark.

Sie müssen die Krallen und die Verschwörung kaum fürchten, da sie im auf die Unterstützung der Ottajasko zählen können.

Militärisches:

Folgende Truppen sind in Enqui vorhanden, wenngleich wohl einzig die Krieger der Ottajasko als geschlossene Einheit einsatzfähig sind. Angegeben ist jeweils das Maximum der Truppenstärke:

70 Krieger der Ingibjara (dazu 30 8-13jährige, die Kampf dem Leben in Unfreiheit vorziehen)

50 Thorwaler verschiedenster Profession, die sich einigermaßen mit Waffen zur Wehr setzen können

50 Söldner der Händler und reicheren Bürger (ingibjarafreundlich, Loyalität nach Sold)

60 Diebe und Schläger der Krallen (zudem 60 Sympathisanten)

20 Söldner vom Irrlichterhügel (Loyalität ihrem Arbeitgeber gegenüber nach Besoldung)

Taktisches:

Durch das sumpfige Umland ist ein Angriff auf Enqui durch Fußtruppen nur an wenigen Stellen erfolgversprechend. Selbst wenn der Wall Breschen aufweist, ist es doch nur einem Ortskundigen möglich, einen sicheren Weg durch die Brinasker Marschen zu finden.

Wenn, muß sich ein Angreifer zu Wasser nähern, auf flachgängigen Booten und Flößen. Waren zu Enquis Hochzeiten die Arme des Svellt, die die Stadt queren, durch Kriegsflöße und Boote wohl unter Kontrolle, sieht das heute anders aus.

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