Gebräuchliche Waffen in Darpatien

Verschiedenste Varianten bekannter Waffen wie auch einige ganz eigene Schöpfungen sind im Laufe der Jahrhunderte in Darpatien entwickelt worden, einige davon wollen wir in diesem Kapitel vorstellen.

Besonderer Stolz der darpatischen Militärs ist der berühmt-berüchtigte darpatische Langbogen, der schon so manche Schlacht entschieden hat.

Gefertigt aus bester darpatischer Eibe liegt das Herstellungsmonopol beim Fürstenhause. Bögen aus der Fertigung der fürstlichen Manufaktur sind an einem Siegel auf dem Griff zu erkennen und es ist bei Strafe verboten, dieses Qualitätsmerkmal zu fälschen. Die Langbognerei gehört in Darpatien zu den sogenannten gesperrten Handwerken, d.h. daß es Meistern und Gesellen verboten ist, das Geheimnis ihrer Kunst an Handwerker außerhalb der Mark Rommilys weiterzugeben. Auch ist es ihnen nicht erlaubt, in einen anderen Teil des Reiches oder gar das Ausland zu ziehen. Doch all diese Reglementierungen bergen auch Vorteile: Die Preise für darpatische Langbogen liegen erheblich höher als für gewöhnliche Bögen. Zudem garantiert die Fürstin ein hohes Abnahmekontingent, so daß die Bogner zu den wohlhabendsten Handwerkern des Fürstentumes zählen.

Anders als bei gewöhnlichen Bögen wird das Holz nicht auf ein Standardmaß geschnitten, der Bogen wird exakt auf "seinen" Schützen angepaßt (Faustregel: Länge des Bogens = Körpergröße des Schützen).

Das Geheimnis der Bogner liegt in der Bearbeitung des Holzes: die jahrelang abgelagerten Eibenrohlinge werden mit Hilfe von kräftigen Zwingen über Dampf ganz allmählich in die gewünschte Form gezwungen. In einem aufwendigem und langwierigem Prozeß werden die Bogenarme in Schußrichtung gebogen, bis die Werkstückenden fast in selbige Richtung weisen. Alsdann muß der Rohling in der Zwinge trocknen und erneut jahrelang ablagern. Erst dann ist das Bogenholz zur endgültigen Bearbeitung bereit. Die Bogensehne besteht aus Rindersehnen, bevorzugt werden die Sehnen der Hinterbeine von Darpatbullen benutzt. Die Sehnen werden aufwendg gereinigt, fein in möglichst lange Stücke zerfasert und neu geflochten. Zum Schutz vor Nässe müssen sie sorgfältig gewachst und gepflegt werden.

Das Ergebnis ist ein Bogen von erstaunlicher Zugkraft (KK mindestens 15, sonst kann der Schütze den Bogen nicht spannen) und vorzüglichen Schußeigenschaften (Probe auf Schußwaffen um 1 erleichtert). Die extreme Reichweite von über 360 Schritt und die nicht minder beeindruckende Durchschlagskraft (1W +6) machen den Bogen zu einer gefürchteten Waffe. In der "Chronik des Grimmfold von Tsafluren" wird beschrieben, wie ein Pfeil durch ein Kettenhemd, den darunterliegenden Gambeson und die Unterkleidung schlug und den Getroffenen an seinen Sattel nagelte. In der Tat kann ein Langbogenpfeil zweieinhalb Finger dickes, solides Steineichenholz durchschlagen und auch stählerne Panzerungen bieten kaum Schutz.

20 Dukaten muß man denn auch für ein solches Stück berappen, wenn es einem denn überhaupt vergönnt ist ein solches Meisterwerk zu erstehen. Die Manufaktur fertigt vornehmlich für den fürstlichen Bedarf (ein Banner des Fürstlich-Darpatischen Leibregiments ist mit dieser Waffe ausgerüstet "Altzoller Freischützen"), nur sehr selten (nicht wahr, liebe Helden, werter Meister!) werden einige wenige Stücke auch anderen Interessenten zum Kauf angeboten.

Die Pfeile sind in der Regel vier Spann lang, aus Esche oder Eiche. Zwei Typen müssen unterschieden werden: der schwere, nadelspitze Kriegspfeil und der leichte Flugpfeil für die Jagd. Die Befiederung wird traditionell aus Truthahnfedern gefertigt, bei besonderem Anspruch des Schützen auch Bussard- oder Adlerfedern.

Die treffliche Waffe ist nicht leicht zu meistern, und es bedarf der stetigen Übung von Kindesbeinen an, will man zu einem der gerühmten Meisterschützen werden.


PanzerstecherEine weitere typisch darpatische Waffe ist der Panzerstecher, ein Stoßschwert, dessen starke, aber schlanke und sehr spitze Klinge einen dreikantigen Querschnitt besitzt.

Die Entwicklung dieses Mordinstrumentes, einer Abart des Langdolches, ist für den Bürgerkrieg 74 v. Hal belegt, als man gegen die Rüstungen der Feinde, die zumeist Kettenhemden oder Harnische trugen, eine spezielle Waffe zu entwickeln trachtete. Der Panzerstecher ist trefflich dazu geeignet, in die Ringe eines Kettenhemdes oder Ringelpanzers zu dringen, um diese zu sprengen oder sich in Harnischfugen zu bohren. Schon damals regten sich die Stimmen der Ritter und vor allem der Rondrakirche gegen diese unehrenhafte Waffe, und zurecht ist der Panzerstecher bei aufrechten Kriegern verfemt. So sind es denn heutzutage auch nur wenige Befehlshaber, die ihre leichten Fußtruppen mit dem Panzerstecher ausrüsten. Wohl aber ist er in Söldnerhaufen verbreitet, die den Panzerstecher zu oft noch ruchloserer Reife gebracht haben: So kennt man aus Aranien einen Panzerstecher, den man auf einen Lanzenschaft gepflanzt hat, so daß es einem Fußsoldaten ein leichtes ist, einen wohlgerüsteten Ritter zu Pferde übel mitzuspielen.


Beim Bullenschläger würde der Laie vielleicht eher auf eine Herkunft aus dem Weidenschen tippen, und doch hat man es bei diesem Schlachtbeil mit einer typischen darpatischen Waffe zu tun. Es ist nichts anderes als eine Weiterentwicklung des weitverbreiteten Haubeiles der Metzger, welches sie zum Zerlegen der Schlachttiere benutzen. Daß eine solche Klinge auch als Waffe im Krieg taugen mag, weiß zu ermessen, wer je einem Schlachter bei seiner Arbeit über die Schulter geschaut hat.

Der Legende nach soll Marschall Phaelon von Darkas einem solchen Beil sein Leben verdanken. Während einer Schlacht wurde er von seiner Leibgarde getrennt. Von Feinden bedrängt, suchte er sein Heil im Rückzug. Jedoch strauchelte sein Pferd und er wurde abgeworfen. Sein Schwert brach, sein Dolch war im Schlachtgetümmel verloren gegangen. Verzweifelt blickte er sich auf der Wallstatt um und griff nach der erstbesten Waffe, die ihm in die Finger fiel. In heldenhaftem Gefecht schlug er seine Gegner zurück. Erst als der Feind besiegt war, bemerkte er, womit er dem Gegner das Fürchten gelehrt hatte: er hielt ein Schlachterbeil in den Händen (selbiges ist im Ogerschlacht-Museum zu Rommilys zu bewundern). Für diesen Sieg schwor er Rondra einen Eid, von nun an nur noch das Beil in der Schlacht zu tragen. Phaelon wird die Weiterentwicklung des Beiles vom Handwerkszeug zur Schlachtwaffe zugeschrieben: ein verstärkter und längerer Griff aus Eiche und eine schwerere Klinge, die scharf wie ein Rasiermesser sein soll (und es bei echten Kriegern auch ist).


Zu den "gröberen" Waffen gehört sicherlich auch die Ochsenzunge, eine Mischung aus Kurzschwert und Dolch. Wie nicht anders zu erwarten, ist sie ein "Kind" der Trollzacken , wo man die Vorzüge eines echten Allzweckmessers zu schätzen weiß. Und so taugt die "Zunge" (wie sie liebevoll im Volksmund genannt wird) nicht nur zum Coup de Grace (dem tödlichen Stoß bei der Jagd) oder der Abwehr wilder Tiere und Räuber, nein, auch zum Brotschneiden oder gar Rasieren ist die scharfgeschliffene Klinge zu brauchen. So zumindest behaupten die Trollberger, die sich von Kindesbeinen an den im Umgang mit diesem Messer üben - eine echte Mär, wie der Waffenkundige bei näherer Betrachtung schnell feststellen wird, weisen doch Form und Ausarbeitung auf ein reines Kriegsinstrument hin. Fast zwei Spann lang, mit einem Stichblatt, das wie ein spitz zulaufendes Dreieck geschmiedet ist, erscheint die Klinge auf den ersten Blick plump, doch ändert derjenige schnell seine Meinung, wenn er erst einmal einen geübten Trollzacker damit hat umgehen sehen. Und derer gibt es im Gebirge viele!


Den Darpaderos hat man eine Waffe zu verdanken, die dem leichten Stoßspieß der Novadis nicht unähnlich ist. Der Ochsenspieß ist ein etwa 1,50 bis 2 Schritt langer Spieß. Ursprünglich mit stumpfer Spitze versehen, hat sich manch darpatischer Baron die Geschicklichkeit der Viehtreiber zunutze gemacht, die Darpaderos schlicht zum Dienste in der Landwehr gezogen, ihre Spieße mit einer stählernen Spitze versehen, und war mithin im Befehl einer leichten Reiterei, die sich für Plänkeleien und als Aufklärer trefflich eignete.


Als letzte "typisch darpatische" Waffe sei die Kriegsschleuder erwähnt. Auch hier hat sich der Adel die Fertigkeiten des einfachen Volkes dienstbar gemacht: Kaum ein Hirte, der sich nicht auf den Umgang mit der Jagdschleuder versteht, ist sie doch eine der wenigen Waffen, die ihm zur Abwehr von Feinden erlaubt ist. Manch Krieger und Söldling vermeint die Landwehren mit ihren Schleudern verspotten zu dürfen, doch seien sie zur Mahnung an folgendes erinnert: Es war ein einfacher Bauer, der die wohlgerüstete Hildelind von Rabenmund mit einer solchen Waffe tödlich traf! Das Geheimnis liegt in der Munition, die in Kriegszeiten verschossen wird: Eisen- und Bleikugeln von erheblicher Durchschlagskraft.


Manch Krieger wird sich nun verwundert fragen, warum wir in unserer Aufzählung die Barbarenstreitaxt oder das berühmte Barbarenschwert nicht berücksichtigt haben. Vergeßlichkeit? Unkenntnis? Mitnichten, werte Kenner. Vielmehr sei darauf verwiesen, daß solche Waffen eine weitaus größere Verbreitung in der Groschenliteratur als in der Wirklichkeit finden. Zwar mag man bisweilen auf eine solche Kuriosität stoßen, doch zumeist handelt es sich dabei um Fälschungen, gefertigt, um ahnungslosen Sammlern die Dukaten aus der Tasche zu ziehen. Der geneigte Leser sei aber auf das Kompendium "Kaiser Retos Waffenkammer" verwiesen, wo er alles über diese Mordwerkzeuge der Trollzacker Wilden erfahren kann.

Typ TP TP+ Gew. Lg. BF WV Preis
Panzerstecher 1W+5 KK-14 90 110 2 7/6 110
Bullenschläger 1W+5 KK-13 120 90 2 8/4 70
Ochsenzunge 1W+3 KK-15 170 40 2 4/2 50

Typ TP Gew. Reichweite TP-Entfernungen Preis
Kriegsschleuder 1W+3 15 35 (1/0/0/0/-1) 20
Langbogen (KK min. 15) 1W+6 40+3 200 (+4/+3/+2/+1/0/0/0) 200

Typ TP TP+ Gew. Lg. BF WV Preis
Ochsenspieß 1W+3 KK-15 70 150 5 4/3 40

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