Zwei ritterliche Bünde sind im Fürstentum von Bedeutung, wenn auch vornehmlich im gesellschaftlichen Bereich und nicht auf den Schlachtfeldern.
Der "Orden der Heiligen Gans", auch Travia-Orden genannt, wurde im Jahre 199 v. Hal durch den ersten Fürsten Darpatiens, Randolph von Rabenmund, anläßlich der Ausgliederung des Fürstentumes aus dem Königreich Garethien geschaffen. Er bestimmte, "daß 25 rechthe Darpater, wohl von Ehre unt Standt, welche haben gewagt dero Leip unt Lepen für dero Fürsthenthume" vom jeweiligen Fürsten in diesem Orden aufgenommen werden sollten, wobei man nur durch den Tod ausscheiden konnte. Die Ritter verpflichteten sich, stets im Namen des Fürsten zu streiten und der Provinz in der Not jederzeit zu Hilfe zu eilen. Als Zeichen wurde den Rittern ein Beizeichen verliehen: eine dreizüngige rote Flamme, die als Herzschild in das Wappen aufgenommen wurde. Wahlspruch ist "exegi monumentum aere perennius" (Ich habe (mir) ein Denkmal gesetzt, dauernder als Erz).
In dieser Zeit waren es fast ausschließend Ritter und Adlige, die in den hehren Bund berufen wurden, meist Helden schon zu Lebzeiten, wie z.B. Trollhart von Dergensfeste, der, obwohl verwundet, drei Ferkinas in den Trollzacken niederstreckte, oder Aldessia "die Tapfere", die der Sage nach allein eine Räuberbande zur Strecke brachte.
Mit den Götterläufen aber wurden die Bestimmungen Randolphs immer mehr verwässert. Jeder, der nach Ansicht der Fürsten etwas außergewöhnliches für Darpatien getan hatte, wurde nun aufgenommen, bis gar aus reiner Gefälligkeit der Titel eines "Ritters vom Travia-Orden" verliehen wurde.
Erst unter Fürstin Hildelind wurde dies wieder geändert. Sie reformierte den "Orden der Heiligen Gans" und stiftete den "Orden des Heiligen Travinian". Seitdem ist ersterer für all jene bestimmt, die mit Rat, Tat oder Waffe viel für das Fürstentum getan haben, die längst nicht mehr geachtete Zulassungsbeschränkung wurde nun auch offiziell abgeschafft. Auch können seitdem mehr als 25 sich um das Ordensbanner scharen. Somit sind bei dem Treffen des Ordens in jedem Travia in Rommilys Krieger ebenso vertreten wie Händler, Rinderbarone und gar Abenteurer. Es gilt aber weiterhin, daß der Träger dieses Titels sein Leben und sein Gut zum Schutze der Provinz zu geben hat, wenn dies von Nöten sein sollte.
Des weiteren wird ein traviagefälliger Lebenswandel erwartet, nach dem man die Gebote der Göttin zu achten und in Tat umzusetzen hat. In wie weit dies auch praktiziert wird, ist eine andere Frage, die sich aber bis auf einige Ausnahmen auch noch nicht stellte.
Um besonders verdiente Helden auszuzeichen, wurde der "Orden des Heiligen Travinian" geschaffen, in den die Fürstin 30 Männer und Frauen berief, die durch jahrelange Loyalität Darpatien gegenüber (und, unausgesprochen, dem Hause Rabenmund zum Gefallen) gezeigt haben, daß sie einer besonderen Ehrung wert sind. Sie sind an zwei rechts und links das Wappenschild umfassende Federn zu erkennen. Da jeder "Ritter des Heiligen Travinian" zugleich Ritter im "Orden der Heiligen Gans" ist, tragen sie zudem die oben beschriebene Flamme. Allein der Tod entläßt aus dieser Verbindung, und so wird es nicht verwundern, daß der blutige Bürgerkrieg tiefe Wunden in die Reihen des Ordens geschlagen hat, standen seine Angehörigen doch ausnahmslos hinter ihrer Fürstin und den Rabenmunds. Nur wenige sind den Schlachten und auch den anschließenden Prozessen unversehrt entronnen. Der jetzigen Fürstin sind denn auch jene verbliebenen Sieben der sogannten "Alten Garde" ein Dorn im Auge. Dennoch wagt sie es nicht, diese Recken aus dem Orden zu entfernen, fürchtet sie nicht zu Unrecht den Einfluß der altehrwürdigen Familien. Doch kann man darauf wetten, daß ihr manches Mittel recht wäre, diese "Flecken auf ihrer Weste" zu entfernen. Diese Kluft innerhalb des Ordens hat denn auch zu einigen Unstimmigkeiten geführt, beäugen sich doch "Answinisten" (wie sie von ihren Gegnern hinter vorgehaltener Hand genannt werden) und "Garethknechte" (s.o.)
voller mißtrauen. Wahlspruch des Ordens ist "Extra Darpatiam nulla salus" (Außerhalb Darpatiens (ist) kein Heil). Wiewohl der Orden eigentlich nur Adeligen offen steht, kann auch einem Recken bürgerlicher Abkunft diese Ehre zuteil werden, ist doch die Berufung durch die Fürstin mit der Vergabe des Titels eines landlosen "Junkers von Darpatien" verbunden. Innerhalb der "Travinianer" gibt es fünf Erzritter (Kanzler, Mundschenk, Kämmerer, Marschall, Senneschall), die aber reine Ehrenränge darstellen, um besondere Verdienste innerhalb dieses illustren Kreises zu kennzeichnen. Alle Travinianer haben das Recht auf eine sofortige Audienz bei der Fürstin, was aber nur selten außerhalb der üblichen Zeiten wahrgenommen wird.
Die Weihe eines Travinianers ist ein überaus feierlicher Akt. Der Kandidat wird am Vorabend der Weihe von vier Prozeßrittern zur Traviakapelle der Fürstin gebracht, in der er die Nacht allein und betend verbringt. Bei Morgengrauen wird er von den Prozeßrittern zum Großen Hof des Fürstenpalastes gebracht, wo bereits die Fürstin und alle Ritter des Ordens auf ihn warten. Nachdem er der Fürstin ewige Treue geschworen hat, wird er vom Hofgeweihten mit einem heiligen Lindenzweig berührt und von der Fürstin in den Orden aufgenommen.
Es ist nur schwer zu sagen, welchem Orden nun mehr Achtung zukommt. Fragt man das einfache Volk, die Rinderbarone, Bürgerlichen etc. werden diese sich gewißlich für den "Orden der der ,Heiligen Gans" entscheiden, der auch den Ihrigen offen steht. Den "Travinian-Rittern" hingegen gehört die Ehrerbietung des Adels, zählt es doch zur höchsten Ehre eines aufrechten, patriotischen Ritters, zu dieser Fahne gerufen zu werden.