Landschaft der Mark Rommilys

Das Ochsenwasser, größter See des Mittelreiches, ist in eine Hochebene eingebettet, die ca. 10 - 15 Meilen vom Westufer entfernt in sanften Hügeln, vereinzelt auch in steilen felsigen Abhängen ausläuft. Unweit des Ostufers des Sees erheben sich stolz und majestätisch die Trollzacken, Heimat dieser fabelumwobenen Spezies, ein rauhes, wildes Land, daß seine Bewohner nachhaltig geprägt hat.

Einst waren große Gebiete der tieferliegenden Regionen rings um den See durch weite Moorgebiete geprägt, doch haben viele Generationen der Erschließung und Bebauung dafür gesorgt, daß dort heutzutage grünes Weideland und fruchtbare Äcker lachen. Einzig in der Region von Zwerch und am südwestlichen Ufer des Ochsenwasser finden sich auch heute noch von flachen Seen durchzogene Moore.

Doch künden alljährliche Überschwemmungen im Frühsommer von der Gewalt des Wassers, das die fruchtbaren Auen überspült, und wäre die Straße zwischen dem Schwanen und Neuschwanen nicht auf einem Damm gebaut, man könnte sie für viele Wochen im Jahr nicht passieren..

Dann, wenn es heißt "Land unter", und sich der Große Muhr und das Ochsenwasser wieder zu vereinen suchen, dann ist das Land wie ein glatter Spiegel, und es ist eine gefährliche Angelegenheit und bedarf großer Geschicklichkeit, sich seinen Weg durch Sumpflöcher und Moorflächen zu suchen.

Nördlich des großen Moorsees (Muhr), bis zur Grenze nach Zwerch, fanden sich einst ausgedehnte Wälder, doch inzwischen steht nur noch beim Schwarztann ein kleiner Nadelwald. Der überaus fruchtbare Boden hat einen für das Kernland des Traviaglaubens ungewöhnlich ausgeprägten Peraineglauben genährt.

An den Hängen bei Feeingen wächst ein passabler Wein, der aber zum Großteil gebrannt wird.

Südlich des Muhr erstreckt sich das Hochmoor, welches aber kontinuierlich in den letzten 800 Jahren vom Ufer des Darpats auf eine Länge von 15 Meilen trockengelegt wurde. Wald gibt es auch auf dieser Seite des großen Moorsees kaum, allein um die felsigen Höhen der Schloßburg Neuschwanen erstrecken sich einige Rechtmeilen. Ackerbau prägt auch hier - wie im Norden - das Landschaftsbild.

Der große Moorsee ("Das große Muhr") geht über in das sogenannte Totenmuhr, einen unheimlichen und sagenumwobenen Ort, von dem es heißt, daß dort nicht allein die Geister der beiden Vögte der Mark umgingen, die dort so tragisch den Tod fanden. Über die Bewohner des Dorfes Hundskopp ranken sich denn auch die dunkelsten Geschichten.

Die MuhrAn der Westgrenze der Mark ist vor 150 Jahren ein kleiner Wald angelegt worden, in dem das Fürstengeschlecht zur Jagd geht. Es ist bei Strafe jedem einfachen Mann verboten, dort dem Wild nachzustellen, dies ist ein streng bewachtes Privileg des Adels. Nicht wenige Einwohner Dommels stehen in Diensten der Fürstin, das Jagdrecht zu wahren.

In den Auen entlang der Natter hat u.a. eine Elfensippe ihre Heimat gefunden. Das Auengebiet erstreckt sich bis zum Zusammenfluß von Natter und Darpat, wo sich der mächtige Hohenstein, höchster Berg der Mark, erhebt, mit der gleichnamigen uralten Festung.

Die restliche Fläche der Mark besteht aus der für Darpatien so typischen sanfthügeligen Graslandschaft, wo bis vor einigen Jahrhunderten noch die berühmten Darpatrinder frei und ungezügelt in großen Herden umherstreiften. Doch hier wie überall hat die zunehmende Besiedelung ihre Spuren hinterlassen: Wo einstens lichte Auwälder und düstere Moorgebiete das Bild prägten, findet der Reisende nun mehr oder minder große Höfe, auf deren fetten Äckern die Bauern Korn und Gemüse anbauen. Nur noch kleine Gruppen wildlebender Rinder durchstreifen das Gebiet, das Gros der Tiere jedoch wird von Viehhirten auf die Weiden getrieben. Schafe jedoch findet man auf den Wiesen Darpatiens nahezu keine, hält sich doch hartnäckig der Aberglaube, daß Rinder und Schafe sich nicht vertragen, und daß Schafe die Weiden verdürben.


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