Das Darpatische Heer (dieser Text hat den Stand 26 Hal und ist seit dem Borbarad-Krieg veraltet)

I.Vom Oberkommando:

Der Oberbefehl über ihr Heer liegen selbstverständlich in der Hand der Fürstin. Diese setzt jedoch einen Marschall, "Fürstlicher Cronfeldherr" genannt, und vier fürstliche Obristen - in der Regel besonders verdiente Offiziere - (Zeug-, Stall-, Drill- und Quartiermeister) als ihre Vertreter ein.

1. Der Fürstliche Cronfeldherr

Der neue Cronfeldherr des Fürstentums ist Marschall Boronian von Rabenmund (j.H.), Junker zu Schwarzthann, ein langjähriger Offizier in kaiserlicher und fürstlicher Armee. Als direktem Oberbefehlshaber des fürstlichen Heeres obliegen ihm alle Entscheidungen im militärischen Bereich, die er allein vor der Fürstin zu rechtfertigen hat. Zu seinen Aufgaben zählt u.a. das Ausheben, Detachieren und Ausrüsten der einzelnen Einheiten, die Ausgabe der Tagesbefehle etc. Weiterhin obliegen ihm die strategische und taktische Planung, Vorbereitung und Ausführung. Zudem gilt es, eine Koordinierung mit den kaiserlichen Regimentern von Darpatien und benachbarten Verbänden voranzutreiben.

Dem kaiserlichen Marschall in Darpatien, Golambes von Gareth-Streitzig, kommen keinerlei Befugnisse über das fürstliche Heer zu, ihm unterstehen allein die kaiserlichen Truppen in Darpatien.

2. Der Zeugmeister

Dem Zeugmeister der Truppen untersteht die Verwaltung der Waffenkammer und der darin enthaltenen Bestände, die Instandsetzung und Neuanschaffung von militärischen Material und die Ausrüstung der einzelnen Truppenteile. Oberste Dythlind von Bregelsaum, Baronin von Mistelhausen und Nichte des Markgrafen von Warunk, bekleidet seit numehr drei Jahren dieses Amt. Sie ist, wie ihr Onkel, eine zuverlässige und aufrichtige Offizierin von bestem Leumund. Bestechung liegt ihr mehr als fern, was man leider für die ihr unterstellten Offiziere nicht unbedingt voraussetzen darf.

3. Der Stallmeister

Dem Stallmeister obliegt es, die vier Kavallerie-Schwadrone und den militärischen Fuhrpark zu organisieren, sowie die Neuanschaffung (bzw. Reparatur) von Pferden, Wagen und Geschirren etc. in die Wege zu leiten. Der kleine, dickliche Hauptmann Grawian Ockenhaupt ist ob seiner unerbittlichen Härte ein überaus unbeliebter Mann. Seine Art, selbst wegen Nichtigkeiten drakonische Strafen zu vollziehen, haben ihm in der Armee den Ruf eines unerbittlichen Schinders eingebarcht.

Es ist ein wohlgehütetes Geheimnis Ockenhaupts, daß nicht alle für die Armee bestimmten Waren ihre Depots erreichen. Allzuoft sieht man den Hauptmann im Gespräch mit aranischen "Kaufleuten", wiewohl doch die Armee in Anbetracht der aranischen Abspaltung offiziell nichts aus dem Fürstentum bezieht.

Ockenhaupt ist ein gerngesehener Gast im Rommilyser Spiellokal "Phexens Hort", wo er an manchen Abenden rechte Unsummen verspielt. Aufmerksamen Beobachtern müßte aber auffallen, daß er mehr verspielt, als sein Vermögen ihm jemals erlauben dürfte.

4. Der Quartiermeister

Quartiermeister Oberste Retona Denikin, Ritterin von Avilon, ist die ehemalige Garnisonskommandantin der Langschwerter-Kaserne in Rommilys. Sie ist Nachfolgerin von Boronian von Rabenmund in diesem Amte. Ihr unterstehen die Versorgung und Verproviantierung, das Festungswesen und die Kasernierung der Truppen. Auch wird die Stammrolle des Heeres von ihr geführt.

Oberste von Avilon ist eine rechte Soldatin, bei der Truppe beliebt, und ihre Leute würden ihr unzweifelhaft bis in den Tod folgen. Ob jedoch die Bestallung der verdienten Offizierin als Quartiermeisterin eine so gute Wahl war, mag dahingestellt sein, fühlt sich die altgediente Reckin doch auf dem Schlachtfeld ungleich wohler als in der Schreibstube. So gleiten ihr nicht selten die Zügel schlicht aus den Händen, was zu einigen Pannen bei der Ausrüstung geführt hat - so als eines Tages gleich die dreifache Anzahl der benötigten Eßgeschirre die Asservatenkammern überfluteten, weil Retona die Order im allgemeinen Trubel gleich an drei Sekretäre weitergegeben hatte.

5. Der Drillmeister

Drillmeister Oberst Hammaud von Weißenfels ist ein waschechter Offizier der Wehrheimer Schule.

Wiewohl seine Bestallung unter den Beratern der Fürstin zu einigen Unstimmigkeiten geführt hat, macht sich Hammaud als Schleifer trefflich. Unzweifelhaft sind die darpatischen Soldaten für kommende kriegerische Auseinandersetzungen was ihre Ausbildung angeht wohlgerüstet, wenn auch von Weißenfels allzu gern seine Truppen mit folgender Einschätzung belegt: "Diese verdammten Schlafsäcke hätten dem armen Kaiser Reto alle Haare gekostet".

Oberst Hammaud von Weißenfels ist für den Drill der Rekruten und Landwehren zuständig. Ihm obliegt zudem die Organisation einzelner Truppenverbände. Ein weitererer wichtiger Aufgabenbereich umfaßt die Planung und Durchführung von Manövern.

Wenig beliebt ist der Offizier bei den Edlen und Baronen des Fürstentumes, zeigen sich diese doch oftmals alles andere als verständnisvoll, wenn von Weißenfels die Bauern der Landwehr während der ungeliebten 12-Tage-Übung zu hart dran nimmt. Oftmals werden solche Zwiste bis vor den Thron der Fürstin getragen, ein Umstand, der den wachsenden Groll der Fürstin wider ihren Gefolgsmann, aber auch wider den Cronfeldmarschall nährt, hat letzterer sich doch nicht nur für die Bestallung von Weißenfels' besonders stark gemacht, sondern sich zudem auch immer vor seinen Günstling gestellt.

Was Boronian die Verteidigung seines Freundes schwer macht ist die Tatsache, daß Hammaud bislang noch keine Gelegenheit hatte, sich im Kampfe für Darpatien zu beweisen, ein unverschuldeter Makel, den seine Kritiker gerne und wohl auszunutzen wissen.

II. Von den Rängen

1. Die Offiziere

Im wesentlichen ähnlich wie das kaiserliche Heer organisiert, kennt auch die darpatische Armee eine Reihe von Rängen, die im Folgenden erläutert werden sollen.

Oberbefehlshaber im Namen der Fürstin ist der Marschall, den man im Darpatischen Fürstlicher Cronfeldherr heißt. Ihm folgen im Rang die Obristen, aus denen sich in der Regel die Angehörigen des Oberkommandos rekrutieren. Ihnen untergeordnet sind die Hauptleute. Üblicherweise ist ihnen ein/e Banner/Schwadron unterstellt, über das sie die volle Befehlsgewalt innehaben. Seltener kommt es vor, daß einer der Hauptleute auf einen Posten des Oberkommandos berufen wird, wie z.B. beim jetzigen Stallmeister der darpatischen Armee.

Der stellvertretende Bannerkommandant hat den Rang eines Leutnants. Ihm kommt das Kommando des Banners/der Schwadron zu, wenn der eigentliche Kommandierende durch besondere Umstände, Verwundung oder gar Tod verhindert ist bzw. ausfällt. Zu seiner vornehmlichen Aufgabe zählt es jedoch, seinem Hauptmann durch Tat - seltener auch durch Rat - zur Seite zu stehen.

2. Die Unteroffiziere und Mannschaften

Der höchste Unteroffiziersrang ist der des Weibels. Der Weibel hat in seinem Banner/Schwadron dafür zu sorgen, daß die Order seines Hauptmannes durchgeführt werden.

Der Corporal folgt als nächsthöherer Rang. Ihm werden Teile eines Banners/einer Schwadron unterstellt, um bestimmte Aufgaben zu erfüllen - so z.B. einen Teil der Nachhut zu führen. Seine Kompetenzen überschreiten die eines Gemeinen, des untersten Dienstgrades, nur gering, zählt er doch gleich diesen zu den rein befehlsempfangenden Rängen. Einzig im Falle, daß sein Trupp vom kommandierenden Offizier abgeschnitten ist, übernimmt er den Befehl, bis sein Haufe wieder zurückgeführt ist.

Eine Eigenart der darpatischen Armee ist es, daß nicht alle Gemeine als solche bezeichnet werden. Vielmehr gibt es unterschiedliche Titulierungen, je nach Bannerzugehörigkeit und Waffengattung. So sagt man zu einem Soldaten der Lanzenreiter-Schwadron Lanzer. Einen der schwergepanzerten Reiter der Leibschwadron des Cronfeldherrn heißt man Kürassier, während ein Langbogen-Schütze schlicht Schütze genannt wird. Auch die Anrede richtet sich nach dieser Bezeichnung. So heißt es nicht Soldatin Garbilla sondern z.B. Kürassierin Garbilla.

Nicht allein in Darpatien ist es üblich, daß hohe militärische Posten vielfach nach Rang und Namen und weniger nach Befähigung vergeben werden. Und hier wie überall zeitigt diese zwar praiosgefällige aber dennoch nicht ganz glückliche Umgehensweise die üblichen Folgen:

Während die edlen Damen und Herren oftmals (selbstredend gibt es hier wie da rühmliche Ausnahmen!) nicht bereit sind, ihr höfisches Leben dem Kriegsdienst zu opfern und sich lieber auf Jagdgesellschaften, allerlei Festivitäten, Turneien und dergleichen tummeln, liegt die Hauptlast der Pflichten im militärischen Dienste für das Fürstentum auf den Schultern der untergeordneten Offiziere. Zumal in abgelegeneren Garnisonen hat nicht selten ein Leutnant das Kommando inne, während die übergeordneten Offiziere sich nur selten einmal blicken lassen, um ihrer Pflicht Genüge zu tun. Eine Folge dieses Treibens ist die Tatsache, daß sich in den niedrigen Diensträngen oft bessere Kenner der militärischen Situation, des Zustandes der Truppen und des Materials verbergen als unter den Kommandierenden - und das den mangelnden Lektionen in Kriegskunst zum Trotze, kann doch die Theorie die Praxis niemals ersetzen, nur ergänzen!

Daß es zwangsläufig zu schwelenden, seltener zu offenen Konflikten zwischen den Rängen kommt, ist unabdingbar, denn die Befehlsgewalt liegt nun einmal bei den hochrangigen Edlen, und allzuoft vereiteln Standesdünkel und Borniertheit, daß die beste Entscheidung getroffen wird.

3. Von den Streitkräften

Die fürstlich darpatische Armee, deren Rückgrat das Fürstlich-Darpatische-Leibregiment "Helmbrecht von Rabenmund" (kurz "Helmbrechter" genannt) mit einer Sollstärke von 500 Kämpen bildet, ist seit dem Krieg wider den Usurpator Answin nicht mehr im Gefecht geprüft worden.

Banner, Wimpel und Wappenröcke des Regiments tragen ein gevierteltes Wappen in Gold und Rot, im im 1. und 3. Feld den schwarzen Rabenmund-Raben auf Gold, im 2. und 4. Feld den darpatischen Stierkopf auf Rot.

Dem Fürstlichen Cronfeldherren stehen außerdem die gräflichen Truppen und die Kriegshaufen der Barone, sowie im Ausnahmefall (bei unmittelbarer Bedrohung) die Stadtgarden zur Verfügung, Darpatien zu verteidigen. Hinzu kommt im Falle höchster Bedrohung das sog. "letzte Aufgebot", will heißen alle wehrfähigen Frauen und Männer der Region und zudem die Ordenstruppen. Auf welcher Höhe die Kriegstauglichkeit dieser Einheiten jedoch anzusetzen ist, mag dahingestellt bleiben. Ein Anzeichen für mangelnde Wehrbereitschaft ist z.B. die Einhaltung der Sollstärke des fürstlichen Regiments, die sehr zu wünschen übrig läßt. Derzeit zählt kaum ein Banner /eine Schwadron mehr als 40 Soldaten, bisweilen sogar weniger. Ein Grund für die geringe Freude der Darpatier den Fahnen ihrer Heimat treulich und bereitwillig zu folgen ist sicher darin zu suchen, daß seit 7 Götterläufen kein Krieg mehr auf darpatischem Boden stattgefunden hat. Große Teile der Truppen haben noch nie ein Schlachtfeld zu Gesicht bekommen, die lange und langweilige Zeit in den Garnisonen und Kasernen ist aber gewißlich nicht dazu angetan, patriotischen Heldenmut und Pflichtbewußtsein zu beflügeln.

III. Das Leib-Regiment "Helmbrecht von Rabenmund"

I. Fürstliche-Darpatische Eliteschwadron

Die Abteilung Schlachtreiter aus der Garnison in Hohenstein bildet u.a. die Leibgarde des Cronfeldherren. Die "Hohensteiner" sind die wohl am besten ausgebildete Einheit des Regiments, das auch gerne für Paraden und ähnliche repräsentative Pflichten Verwendung findet.

Ein Sturmangriff dieser stählernen Walze ist ohne Zweifel ein Ereignis, das eine Schlacht entscheiden kann, zumal diese Schwadron die einzige Einheit des Regiments ist, die stets auf Sollstärke gehalten wird. Die Moral ist überaus hoch, was nicht nur an der üppigen Versorgung liegt und es ist eine besondere Auszeichnung, zu den "Hohensteinern" zu gehören .

Gerade wegen des hohen Ansehens der "Hohensteiner" muß Cronfeldherr Boronian immer wieder darauf achten, unfähige Protegees anderer Adeliger aus der Einheit "seiner Jungs und Mädels" herauszuhalten. Zu diesem Zweck wohnt er des öfteren Übungen bei und versetzt selbstselbsten Leute in andere Einheiten, wenn er sie nicht für ausreichend befähigt erachtet, wobei es ihm völlig egal ist, ob seine Reiter aus adligen oder bürgerlichen Kreisen stammen.

III. und V. Fürstlich-Darpatische Gardeschwadron

Die "Zweimühlener Ulanen" sind Teil der Garnison von Wehrheim. Schon lange liegt ihr letztes Gefecht zurück, was aber durch den Wehrheimer Schliff etwas kompensiert wird, liegen doch die Militäreinheiten in der Stadt in einem dauernden Wettstreit miteinander. Trotzdem ist die Moral eher am Boden, sieht man sich doch am weitesten von der guten Ausrüstung, Verproviantierung und Beförderung entfernt. Die Ulanen stammen zumeist aus bäuerlichen Verhältnissen, was sich in ihren Umgangsformen niederschlägt.

Die dritte Schwadron steht unter den Befehl Trollwulfs von Rabenmund (j.H.), der die darpatischen Truppen für den Entsatz Tobriens befehligt.

VII. Fürstlich-Darpatische Gardeschwadron

Die "Wehrheimer Kürassiere" gehören zu den wenigen Soldaten, die fast ständig in militärischer Übung stehen. Ihre Ritte von der Garnison in Gallys über die Baernfarnebene durch die Trollpforte hindurch gen Altzoll geben immer wieder Anlaß, die Lanzen zu gebrauchen, denn viel menschliches und bepelztes Gesindel steigt aus den Bergen herab und macht den Reisenden das Leben schwer. Doch gerade deswegen ist die Stimmung gut, denn die Krieger haben den Eindruck, etwas sinnvolles zu tun, was ihnen von den Menschen der Gehöfte in der Gegend auch gerne bestätigt wird.

Die Menschen, die man in dieser Einheit antrifft, sind bunt gemischt. Rondraanhänger (vom wackeren Gläubigen bis zum fanatischen Eiferer), Leute, die den Nervenkitzel suchen, Söldlinge, denen der feste Sold ein Anreitz war, naive Gerechtigkeitsgläubige, Veteranen des Orkkrieges mit sengendem Haß auf jeden Schwarzpelz, hier findet man alle Nationen und alle Geisteszustände. Der Rondraglaube ist in der Schwadron weit verbreitet, wiewohl auch der blutgierige Kor hier viele zu seinen Anhängern zählen kann.

II. Fürstlich-Darpatisches Gardebanner

Die Langschwerter dieser Einheit sind scharf, auch wenn man sie meist nur Formaldienst in Rommilys machen sieht. Aber die "Trollzacker Klingen" sind sich durchaus bewußt, daß sie stets unter den wachen Augen des Marschalls und der Fürstin selbst stehen, was genug Motivation bietet, das Beste aus sich herauszuholen. Zudem besteht die ewige Rivalität zu den "Goldenen Raben", der Leibgarde der Fürstin, die bekanntermaßen die besten Krieger des Fürstentumes stellen. So wird man außerhalb von Gareth oder Wehrheim selten so viele schneidige Soldaten sehen wie in dieser Stadt.

Gleichwohl zählt das Banner zu jenen zählt, die durch die Bevorzugung der Edlen bei der Berufung in führende Posten zu leiden hat. Manch Edler hat dafür gesorgt, daß sein Nesthäkchen hier - wo der Dienst ruhig und der Hof nahe ist - zu Rang und Namen kam. Um diesen "Saustall der korrumpierbaren Junkerlein" auszumerzen, hat Boronian von Rabenmund die Einheit zu den Verbänden befohlen, die den bedrängten Tobriern zu Hilfe eilen.

IV. Fürstlich-Darpatisches Gardebanner

Auch diese Einheit ist in ständiger Übung, aber aus anderem Grunde. Der Dienst in den Trollzacken ist überaus unbeliebt, und man muß schon eine schwere Verfehlung auf dem Kerbholz haben (oder einen Mächtigen gegen sich aufgebracht haben), um in dieser götterverlassenen Gegend zu landen. So ist es verständlich, daß die Stimmung auf Burg Bachenfurt meist sehr schlecht ist. Nachschub erreicht die Truppe nur unregelmäßig und ist stets von minderer Qualität.

Wohl hat man der Truppe den klangvollen Namen "Trollzacker Axtschwinger" gegeben, sie selbst aber nennen sich "Irmegundes Ratten", da sich alle Soldaten dessen bewußt sind, daß sie einem Strafbanner angehören. So findet man hier z.B. viele Soldaten mit Schwierigkeiten, sich unterzuordnen, was aber nicht heißt, daß die Krieger im Gefecht keine ernstzunehmenden Gegner seien. Die Kämpfe gegen Ferkinas, Orks und Goblins fordern hohen Tribut, machen die Überlebenden aber zu echten Veteranen.

VI. Fürstlich-Darpatisches Gardebanner

Die "Altzoller Freischützen" zählen neben den "Hohensteinern" zu den Elite-Abteilungen Darpatiens. Nur die Besten werden in diese Einheit kommandiert und es ist eine Ehre, ihr anzugehören. Ihre Langbögen (siehe auch Waffen in Darpatien) machen diese Einheit zu einem tödlichen Gegner.

Der Dienst ist hart, denn es kostet viel Übung, den Langbogen zu beherrschen. Auch muß ein jeder sich auf 10 Jahre zum Dienste verpflichten. Doch sind sich die Soldaten dieser zum großen Teil aus freien Bauern bestehenden Einheit ihrer Fähigkeiten nur zu bewußt, und sie sind voller Stolz, sich "Freischütz" nennen zu dürfen. Nicht zuletzt deshalb muß die Kompanie, die ihren Sitz ebenfalls auf Burg Hohenstein hat, um Nachwuchs nie fürchten, zudem wird sie gut versorgt, weiß doch die Fürstin um den Wert dieser Leute.

VII. und X. Fürstlich-Darpatisches Gardebanner

Die in Altzoll stationierten "Trollberger Haufen" legen Wert darauf, daß ausschließlich Bergbewohner (Trollberger) sich ihnen anschließen. Wehe dem armen "Flachländer", der durch ein Versehen hierher versetzt wurde. Ohne Frage sind die Axtschwinger eine schlagkräftige Truppe, wenngleich sie auch berühmt-berüchtigt für ihre Rauflust sind. Zwar bemühen sich die Offiziere, das Schlimmste zu verhindern. Trotzdem haben die Stadtbüttel genug damit zu tun, randalierende Trollberger wieder in die Kaserne zu bringen. Und die Fürstin scheint nicht Willens zu sein, einzuschreiten, selbst (oder gerade) als Graf Golambes noch in Altzoll regierte.

Auch das X. Gardebanner gehört zu den Einheiten in Tobrien.

XII. Fürstlich-Darpatisches Gardebanner

Die noch im Aufbau befindliche Sappeur-Einheit ersetzt die 26 Hal aufgelöste Hellebadier-Einheit selben Namens. Nicht umsonst hat man Zwerch als Standort gewählt, erhoffte man sich doch, zurecht, wie sich gezeigt hat, daß hier bei den Silberminen etliche tüchtige Mannen und Frauen zu finden sind. Die Moral der Soldaten ist hoch, sind sie doch auserkoren worden, die Mauer an der Ogerklamm auszubessern, um den Paß gegen einen eventuellen Angriff der dunklen Horden aus Tobrien zu halten. Sie sind derzeit in der Festung des Barons von Devensberg untergebracht.

IV. Die "Goldenen Raben" (ein Update zum Jahr 35 Hal/1028 BF) findet ihr hier

Selten wird ein Normalsterblicher einen Krieger der Leibgarde der Fürstin außerhalb von Rommilys zu Gesicht bekommen, und wenn doch, wird er schnellstens das Weite suchen, denn die meisten Darpatier wissen, daß diese Abteilung nur da zum Einsatz kommt, wo alle anderen Mittel versagt haben.

Die Soldaten dieser Eliteeinheit sind samt und sonders Waisen, die schon in jungen Jahren in ein schwerbewachtes, einsam liegendes Waisenhaus nahe Rommilys gebracht werden. Was dort passiert, kann ein neutraler Beobachter nur als Gehirnwäsche bezeichnen: Nicht nur werden die Knaben und Mädel zum gnadenlosen Kampf ausgebildet, nein, es wird ihnen eine fanatische Loyalität zum Fürstenhaus bzw. zur Familie Rabenmund eingebrannt.

Sind die Soldaten dann eines Tages bereit zum Einsatz, müssen sie sich bewähren und werden in die Trollzacken verlegt, wo sie gegen Ferkinas, Goblins und andere Gegner antreten müssen. Dazu kommt ein unbarmherziger Drill, der aus den Menschen regelrechte Mordmaschinen macht, die weder Tod noch Daimon fürchten. Erst wenn ein Soldat all dies bestanden hat, wird er zu den "Goldenen Raben" abkommandiert. Die Einheit ist an ihrem Abzeichen, einem goldenen Raben auf schwarzem Grund, gut zu erkennen.

Das Battaillon ist für den Schutz der Fürstin zuständig. Ständig ist mindestens eine Riege (ein Trupp von zehn Mann Stärke) um sie herum. Außerdem bewachen die Raben alle neuralgischen Punkte des Palastes und der näheren Umgebung. Desweiteren obliegt ihnen die Hut des Reichskanzler-Randolph-Tores zu Rommilys. Befehligt werden sie von einem Hauptmann, der selbstverstänlich ebenfalls aus dieser besonderen Kriegerschaft stammt.

Was mit den Soldaten geschähe, wenn die Familie Rabenmund jemals die Fürstenkrone abgeben sollte, ist ungewiß, denn es ist keinesfalls zu bezwifeln, daß ein Fürst aus anderer Familie als den Rabenmunds sich kaum auf seine "eigene" Leibgarde verlassen könnte.

Das Verhältnis zwischen "Goldenen Raben" und dem kaiserlichen Marschall ist gespannt, weiß er doch, daß es ihm nie gelingen wird, die "Raben" unter seinen Befehl zu zwingen, sie gehorchen allein der Fürstin.

V. Der darpatische Heerbann

Im Kriegsfalle stehen der Fürstin nicht nur ihre eigenen Soldaten, sondern auch die Barone und Grafen mit ihrem Gefolge zur Verfügung. Leider hat die lange Zeit des Friedens ihre Spuren hinterlassen, manch Bürger und manch freier Bauer hat es vorgezogen, sich mit einem Wehrgeld vom Dienste freizukaufen, und die Adeligen haben sich nicht geziert das Silber anzunehmen, kann man lautere Münze doch in Friedenszeiten viel besser gebrauchen als paradierende Bauern auf dem Dorfanger. Diese Sitte hat jedoch ihre Spuren hinterlassen, die Wehrkraft der Landwehren hat arg gelitten, und so ist die Fürstin gezwungen, Söldner anzuwerben, um ein Heer aufzustellen.

Nichtsdestotrotz kann die Fürstin auf ihre Adeligen zählen, es gibt genug unter ihnen - von den Hofschranzen einmal abgesehen deren höchste Effüllung es ist, ihr Leben für Darpatien und das Reich in Rondras Waagschale zu werfen.

Die Barone und Edlen sammeln sich im Kriegsfall mit ihren Rittern und ihrem Aufgebot an Söldlingen und Landwehr um die Fahne ihres Grafen, um sich alsdann gemeinsam nach Rommilys zu begeben und den fürstlichen Truppen unter dem Befehl des Cronfeldherrn anzuschließen.

Die Barone und Edlen bilden die Schwere Reiterei und sind damit Nucleus des Heeres neben dem fürstlichen Leibregiment. Die Landwehren hingegen unterstehen dem Grafen und seinen Offizieren (üblicherweise Barone seines Vertrauens) und werden zu einem Landwehrregiment zusammengefaßt. Dieses verbleibt in der Grafschaft, da sich im Answinkrieg wieder gezeigt hat, daß die Bäuerlein ihr Lehen nur ungern verlassen und, wenn doch dazu gezwungen, auf dem Schlachtfeld eine erbärmliche Figur abgeben. Insbesondere zur Saat- und Erntezeit hält es keinen Bauer bei der Fahne, ein Umstand, denen zivilisierte Gegner Tribut zollen, doch darf man sich das von der nun dräuenden Gefahr kaum erhoffen. Dem gräflichen Befehlshaber wird ein fürstlicher Offizier zur Seite gestellt, der dem Cronfeldherren Bericht erstattet und als Ratgeber fungiert, allerdings keine Befehlsbefugnis hat.

Die Ausrüstung der Landwehr ist naturgemäß sehr schlecht, die Motivation der Gepreßten gering und etliche der Offiziere unfähig. Dennoch mag man auf den Einsatz der Landwehr nicht verzichten, und sei es nur, um den Gegner im Kampf zu ermüden, bis die Armee den entscheidenden Schlag führen kann. Die Übungen der Landwehrhaufen untersteht dem fürstlichen Drillmeister, der zu diesem Behufe durch das Land zieht. Die Übungen (24 Praiosläufe übers Jahr verteilt) sind mehr als unbeliebt. Etliche versuchen, sich mit allen möglichen Tricks darum zu drücken, doch sollen sie sich hüten, steht doch ihr Baron dafür ein, daß ein jeder erscheint und die Entdeckung solcher Tat zieht saftige Strafen nach sich.

Die Darpatische Flotte

Diese ,Fürstlich-Darpatische Perlenmeer-Flotte" zählt wohl zu den kuriosesten Streitkräften des Fürstentumes. Fürst Gerhelm II. ,der Prächtige" (hinter vorgehaltener Hand auch ,der Noionit" genannt), welcher mehrere "pompöse" Entscheidungen dieser Art fällte, erließ im Jahre 75 v.H. das Edikt ,zuhr Schaffung eyner Flotte in dero Golfe zu Perricum", die die Küste zwischen Beilunk und Perricum gegen Feinde aller Art und Schmuggler sichern sollte. Doch schon begann das erste Problem, denn an der darpatischen Küste gibt es nicht allzuviele Stellen, die mehr als ein paar Fischerbooten sicheren Hafen bieten können. Schließlich fiel die Wahl auf das Dorf Neukörne auf der Hauptinsel der Baronie Efferdsträne, wo mit dem Bau einer größeren Hafenmole und dem Ausheben des ,Hafenbeckens" begonnen wurde. In Mengbilla wurden zwei Biremen geordert und zur ,I. Darpatischen Perlenmeer-Flottille" zusammengefaßt, die später mit darpatischen Eigenbauten aufgestockt werden sollte.

Gerhelms Sohn Helmbrecht machte im Jahre 58 v. Hal diesem Treiben ein Ende, denn die Kosten für die Narretei seines Vaters waren einfach zu hoch, zumal die Schiffe mehr Zeit auf der Reede verbrachten denn auf See. Er stellte das Programm ein und beorderte alle Seeleute nach Hause. Durch eine Mißinterpretation des Befehls aber wurde der Posten des ,Fürstlich-Darpatischen Hafenmeisters" nicht aufgelöst, der vergessen wurde, aber immer noch Mittel aus der fürstlichen Kriegsschatulle erhielt.

Obrist Merkenian stellte erst 25 Hal anläßlich seiner geplanten Heeresreform fest, daß Geld nach Efferdsträne floß. Er setzte auf die Insel über, um zu überprüfen wofür. Dort mußte er sich bezeugterweise erst einmal setzen, als er eine Geschichte über Pflichttreue und Gehorsam bis in den Tod hörte: Am Strand nahe des Dorfes verrottete eine der beiden Biremen, von der nur noch das Gerippe übrig war. Aber im Hafen lag nach wie vor die zweite Bireme, "Darpatiens Ehre"geheißen. Von dem Geld, das Götterlauf für Götterlauf aus Rommilys geschickt wurde, hatten der Hafenmeister und seine Familie versucht, von dem Schiff zu retten, was zu retten war. Natürlich war der damalige Inhaber dieses Postens längst gestorben, aber noch auf dem Totenbett ernannte er seinen ältesten Sohn zu seinem Nachfolger, wodurch eine Familientradition geschaffen wurde. Und so trat eines sonnigen Nachmittags der Urenkel des Hafenmeisters vor den Marschall und zeigte ihm das Schiff. Merkenian, tief beeindruckt, plante nun, den Gedanken einer eigenen Flotte wieder aufzugreifen und sich zu diesem Zweck mit der Kaiserlichen Marine abzusprechen.

Nach Merkenians Putsch und die anschließende Flucht (siehe DL im TS 5) ist die Diskussion im Stab des neues Marschalls Bororian von Rabenmund (j.H.) nun wieder voll entbrannt. Bis zu einer Entscheidung liegt eine einsame Bireme im Hafen von Neukörne, bewacht von einer Familie, die ein Beispiel von darpatischer Pflichterfüllung ist ...

Ähnlich erging es auch einem ähnlichen Projekt, das zu einer Sicherung des Ochsenwassers führen sollte. Die "Ochsenwasser-Flottille", bestehend aus drei Zoll-Kuttern, sollte nach dem Willen Gerhelms II. Schmugglern auf dem Ochsenwasser den Garaus machen. Doch dieses Kontingent erwies sich als völlig nutzlos, denn für eine effektive Überwachung waren es zu wenige Schiffe, zudem waren nie genug Leute oder Ressourcen vorhanden, um alle Boote zu bemannen. So dümpeln heute nur noch zwei Wracks an der Küste der Mark Rommilys, um die sich niemand mehr kümmert. Wirklich niemand? Wie es heißt soll der Vogt der Mark Rommilys sich eingehend mit diesem Projekt beschäftigt haben. Und es heißt gar, er habe sich um einen Schiffahrtsfachmann bemüht, mit diesem die Dinge zu besprechen ...

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