Zu einer der alltäglichen Erscheinungen in Darpatiens Landen zählen die Rinderhirten, die die vielköpfigen Rinderherden auf den fetten Hügelweiden hüten. Es ist ein eigenbrötlerischer Menschenschlag, verbringen sie doch die Zeit, da die Rinder auf den Weiden weilen, zumeist unter sich. Meist haben sich die Herden mehrerer Eigentümer zusammengeschlossen und werden während der warmen Monde von Weide zu Weide getrieben, um das Land nicht auszuzehren und die Wiesen zu verderben. Und so sammeln sich an den abendlichen Feuern ein Dutzend oder mehr Hirten, die sich den Wach- und Hütedienst teilen und sich gemeinsam die Zeit vertreiben.
Etliche Hirten treiben dabei ein oder mehrere Stück Vieh aus ihrem eigenen Besitz mit - Teil ihres Arbeitslohnes ist die Weidenutzung. Wie überhaupt etliche Hirten einen eigenen Hof bewirtschaften - oder besser gesagt, ihre Sippen bewirtschaften diesen Hof, Schwester, Bruder, Ehemann oder Mutter. Armen Vertretern dieser Zunft hingegen gehört oft noch nicht einmal das Pferd, das sie reiten, zu Beginn des Frühlings sieht man sie mit ihren Sätteln - oft ihrem wertvollsten Besitz - auf die Höfe ziehen, wo sie eine Anstellung suchen. Pferd und Ausrüstung stellt dann ihr Dienstherr.
Die Hirten haben dafür zu sorgen, daß die Rinder nicht auf die Felder der Bauern laufen und diese verwüsten, so eine Weide nahe einer menschlichen Ansiedlung liegen sollte oder der Weg der Tiere sie an einem Dorf vorbeiführt. Nicht selten jedoch liegen die Weideflächen der großen Rinderherden abseits der Siedlungen, und dann gehört es zu den vornehmlichen Aufgaben der Hirten, die Herden vor Gefahren zu schützen, versprengte Rinder zu finden und den Tieren auch sonst die nötige Hege angedeihen zu lassen.
Der größte Stolz eines jeden Hirten ist sein Pferd, in den meisten Fällen hat er selbst es ausgebildet, nicht selten gar persönlich aufgezogen. Es ist ein harter Pferdeschlag, für die anstrengenden Aufgaben bestens gerüstet, flink, ausdauernd, zäh, dazu überaus intelligent und mutig - zumindest klingt es so, wenn ein Hirte sein Roß beschreibt. In der Tat sind die Darpatis für das Leben auf den Weiden wohl geeignet. Weder brauchen sie alle Tage den warmen Stall - das Leben unter freiem Himmel gleich bei welcher Witterung scheint ihnen nichts auszumachen - und sie sind mit dem Futter, das sie auf den Weiden finden wohl zufrieden. Besonders groß ist diese Pferderasse nicht, höchstens 1,55 Schritt messen die Tiere, die man in allen Farben findet, wobei aber Brauntöne und Schecken vorherrschend sind. Von Land und LeuteStatur sind sie kräftig. Charakteristisch sind die langen und dichten Mähnen und Schweife der Rösser, von den Hirten bei der Arbeit hochgeflochten, damit sich die Schweife nicht im Gesträuch verfangen. Die Rösser sind als überaus couragiert bekannt, und fürwahr, die Arbeit mit den Stieren braucht Mut. Es ist den Darpatis zueigen, auf kleinste Bewegungen der Rinder zu reagieren. Gleich einem guten Hirtenhund hilft das Tier so dem Hirten bei seiner Arbeit. Aber auch wenn sich wilde Räuber der Herde nähern, kann man sich auf den Mut der Rösser verlassen: schon mancher Wolf hat vor den wütenden Hufschlägen die Flucht ergriffen.
Die schweren Sättel, die die Tiere tragen, sind trefflich dafür geeignet, lange Stunden im Sattel zuzubringen. Auch diese Sättel sind nicht selten wahre Prachtstücke aus feinstem Leder, kunstvoll verziert mit Metallbeschlägen und Stickereien. So kostbar sind die Stücke, daß sie von den Eltern auf das Kind weitervererbt werden, voller Stolz gehegt und in Ehren gehalten.
Zweckmäßig ist ihre Kleidung, feste, enganliegende Hosen aus Tuch mit Lederbesatz, wenn nicht ohnedies das ganze Beinkleid aus weichem Leder gefertigt ist. Dazu tragen sie weite Hemden mit wärmenden Westen und hohe, schwere Stiefel, oft reich verziert und sporengeschmückt und der ganze Stolz des Hirten - neben dem Roß, versteht sich. Der breitkrempige Hut und ein schwerer Lodenumhang bieten Schutz vor den Unbillen des Wetters, denen die Hirten auf den Weiden ausgesetzt sind - Wind, Regen, Kälte aber auch der brütenden Sonne.
Der Hirte führt als Waffen den schweren Dolch, mancher hat zudem in seinen Stiefeln einen Wurfdolch verborgen. Auch das Tragen des Kurzbogens oder der Schleuder ist ihm erlaubt, um dreiste Viehräuber auf vier oder zwei Beinen abzuwehren. Standessymbole des Weidehirten sind jedoch Wurfseil und Stoßspeer, die er dazu benötigt, die Rinder zu hüten. Das Wurfseil, mit dem die darpatischen Hirten große Geschicklichkeit entwickelt haben, um Tiere einzufangen, den Stoßspeer mit der abgerundeten, stumpfen Spitze, um die Tiere zu treiben, sich einen Weg durch die Herde zu bahnen oder sich auch einmal ein wütendes Tier fernzuhalten.
Anders als ihre weidener Kollegen tragen sie jedoch keine Peitschen.
Die Reitkunst der darpatischen Hirten ist nicht zu vergleichen mit der hohen Dressage oder der Reitkunst des Militärs und dennoch eine Kunst für sich. Einmal im Jahr, wenn die Rinder in die Winterquartierte getrieben sind, treffen sie sich allüberall im Land zum Fest der Herbsteinbringung, um sich in Reiterspielen zu müssen und dem staunenden Dorfpublikum ihre Kunst zu zeigen. Dann gilt es, den besten Reiter und das beste Pferd zu ermitteln, in Geschicklichkeitswettbewerben wie dem Stangenreiten, dem Rindertreiben und der Gehorsamkeitsprüfung, in der Pferd und Reiter allerlei Aufgaben zu bewältigen haben, die den Anforderungen gleichen, denen die beiden sich auf der Weide stellen müssen.
Wie Reiter und Pferd da im vollen Galopp über die Koppeln brausen, um von einem Augenblick auf dem anderen zum Stande abzubremsen, wie sie in schier unglaublicher Gewandheit den Bewegungen eines jungen Bullen folgen, um diesen von der Herde wegzutreiben und fernzuhalten, das alles verrät Meisterschaft bei Tier und Mensch.
Werte eines Darpati
| MU | LE | RS | AT/PA | TP | GS | AU | Tragkraft | Preis | |
| unerfahren | 21 | 40 | 1 | 11/9 | 2W+1 | 9/14 | 3/2 | 4000 | 45 D |
| erprobt | 23 | 40 | 1 | 12/10 | 2W+1 | 10/15 | 3/2 | 4000 | 100D |
| Veteran* | 25 | 45 | 1+** | 13/10 | 2W+1 | 10/16 | 4/2 | 4500 | 350 D*** |
*) da man bei dieser Art von Pferd kaum von Streitroß sprechen kann, haben wir diesen Begriff vorgezogen
**) nur Tuch- oder Lederrüstungen
***) da es lange Jahre braucht, ein Darpati zu einem perfekten Stierhütepferd auszubilden, kommt es nur äußerst selten vor, daß ein Darpadero sein Tier verkauft. Zureiter, die Tiere in Schulen fertig für die Käufer ausbilden, gibt es nicht.