Wahrer Bote
PHE 12 Answin
Das Motto des Mondes:
Wer bringt Lug und Trug nach Gareths Wille?
Der Aventurische Bote - Speichelleckerpostille
Eine fürchterliche Seuche grassiert dieser Tage in der östlichen Mark des Mittelreiches, dem schönen Darpatien.
War man zunächst darum bemüht, keine Nachricht von den schrecklichen
Vorfällen durchdringen zu lassen, kann das Geheimnis nun nicht länger
gewahrt werden. Etliche Sieche sind in die Spitäler des Landes verbracht
worden, wo man mit Bangen der weiteren Ereignisse harrt, denn eine Kur für
diese heimtückische Krankheit ist nicht
bekannt.
Das schreckliche Ausmaß wurde offenkundig, als das Traute Paar am jüngsten Praiostag vor die Gemeinde trat, um den hohen Götterdienst zu zelebrieren. Dazu eine Augenzeugin:
"Das hochehrwürdige Paar trat Hand in Hand vor die Gläubigen. Doch dann, als es es an die Segnung eines jungen Paares ging, geschah das Unfaßliche: Die traute Mutter beugte sich über den jungen Ehemann und gab ihm einen wenig traviagefälligen Kuß. Dabei zeigte alle Anzeichen geschlechtlicher Erhitzung. Der traute Vater indes kicherte nur blöde dazu und rollte mit den Augen. Eilig wurde die Zeremonie abgebrochen."
Dazu fügt sich auch die jüngste Possentat des Paares, als sie ihre hehrste Streiterin, Fürstin Irmegunde, Nichte unseres geliebten Kaisers, ohne Sinn und Verstand ihres Titels einer Hüterin des Glaubens entkleidete und nicht nur sie so dem Spott ihrer Feinde preisgab, sondern zudem das Göttervertrauen der armen Darpatier ob der himmelschreienden Ungerechtigkeit arg erschütterte.
Mögen sich Peraine und Travia der Armen annehmen!
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Es ist entschieden: Die Nordmärker Truppen, vom Reichskanzler in den blutigen und verlustreichen Kämpfen gegen den Dämonenmeister verschont, sind zu keinem anderen Zweck aufgespart worden, als sich ungefragt und ungebeten in den Kampf der aufrechten Weidener gegen die falsche Herzogentochter einzumischen. Mit Hilfe der Eindringlinge - die offenkundig diesmal kein Vertrag davon abhalten konnte, die Grenze einer Provinz zu überschreiten - besiegten die tapfer kämpfenden Truppen des Herzogs Baeromar von Weiden.
Zunächst wußten des Herzogs Truppen glorreiche Erfolge gegen Bernfried Ohneland von Tobrien und die garether Lakaiin Walpurga zu erzielen. Der Heldentrutzer Graf Rondralrik W. von der Tann zu Nordhag konnte zwei verräterische Barone in seiner heimischen Burg gefangensetzen und seinem Herzog die Heldentrutz feindfrei melden. Doch schließlich mußten sich die tapferen Weidener dem zahlen- und waffenmäßig weit überlegenen Feind aus den Nordmarken ergeben.
Um ein Blutbad zu verhindern stellte sich der Herzog schließlich einem Zweikampf gegen Walpurga, die, auf die Nordmärker Truppen vertrauend, eigentlich lieber eine Belagerung Trallops durchgeführt hätte. Indes konnte sie das rondragefällige Anerbieten kaum vor den Augen ihrer Mannen und Frauen ausschlagen.
Nach langem Kampf, in dem der Herzog sich trefflich schlug, nutzte Lehenseidbrecherin schließlich einen Stolperer des Herzogs feige aus und erschlug den tapferen Recken.
Baeromars Truppen legten mit Tränen in den Augen dem nordmärkischen Marschall und nicht der neuen Herrin ihre Waffen vor die Füße. Doch noch beherrscht die garether Puppe nicht ganz Weiden, noch hat sich die Heldentrutz nicht vom toten Herzog abgewandt.
Die garether Speichellecker-Postille stilisierte den Sieg Walpurgas natürlich zu einem Gottesurteil hoch und behauptete gar, daß niemand außer der darpatischen Kanzlerin (was suchte die übrigens in Trallop, wo ihr Platz noch der Blutnacht doch wohl in Rommilys ist?) getrauert habe. Welch infame Lüge, kein Laut war zu hören, nach dem feigen Streich der neuen Herzogin: Betretenes Schweigen allenthalben.
Und was hat nun Weiden? Eine Herzogin von Gnaden des nordmärkischen Herzogs.
Fürchterliche Zeitung erreicht uns erst jetzt aus Oberdarpatien, das so sehr unter den Horden des Schwarzen Feindes zu leiden hat. Arglose Bauern sind auf ihren Feldern Opfer heimtückischer Attacken von wahrhaft widernatürlichen Wesenheiten g eworden. Diese Ausgeburten aus den Niederhöllen haben die Gestalt von gewaltigen Kartoffelknollen (die Kartoffel ist erst seit kurzem im Oberdarpatischen heimisch geworden). Gut mannshoch sollen sie sein. Doch was den geplagten Bäuerlein erst als Segen Peraines erscheinen mochte, erwies sich alsbald als heimtückische Gefahr!
Ein Augenzeuge: "Mer (F. und sein Nachbar - die Red.) wußten char nich, wie uns cheschehen tat. Dat Ding waren so chewaltich, dat man et mit zwei Arme nich hat umfassen können. Beinahe hätten wer et char nich aus dem Boden bekommen, so schwer war dat Beest. Aber denn, als Praios Licht auf et fiel, da fing et mit einem Mal sich zu regen und fluchs kam se aus ihrem Loch chekrabbelt. Normal war dat nicht, sach ich euch. Mein Nachbar, der wollt dann och chleich stiften gehn. Und eh de dich versahst war dat Ding hinter ihm her. Schoß aussem Boden un iss auf ihn drop. Da war nur noch Matsche ... Un dann wollt dat Viech sich auf mich stürzen. Aber da hat se nich mit mir cherechnet. Wumms han ich ihr eines über die Schale jehaun, dat se de Klüsen verdreht chat.
Dann habbich se mittem Knecht nach Hause verfrachtet. Meine Olle is schier umchefallen, als se det Dingen chesehen chat. Aber dann chat se sich tüchtich ranchemacht und chat cheschnitzelt, chehobelt und chefräst, bis allet zu Mus un Schnippeln war. De chanzen Nachbarn hamwer einladen können. Dat war en Fest.
Nur vom Cheschmack war et en bißchen befremdlich. So'n bißchen modrich und einer von unserere Nachbarn, der Fredo, hat sich och beschwert, dat sin Stück ihm vom Messer tat springen wollen. Un die Gritta, die is hernach och janz wie ausjewandelt jewesen, so mit Schaum vorm Maul. Na, abeer echal, der Winter war cherettet."
Traurig muß uns stimmen, daß die Not der Oberdarpatier dazu führen konnte, daß die leidende Bevölkerung nicht davor zurückschreckt, solche unheiligen Früchte zu sich zu nehmen.
Sieben der Gäste wie auch vier der Familienmitglieder des Bauern, die von der Knolle gespeist hatten, zeigen mittlerweile merkwürdiges Verhalten oder seltsame Erkrankungen.
Möge Peraine ihnen helfen!
Nadeshda (26), traurig: Seit die Rabenmunds hinter den Bregelsaums her sind, ist niemand mehr hinter mir her ...
Erborn Wackerthor (59): Als so ein liebfeldischer Windhund mich beim Viehkauf übervorteilen wollte, da hab ich mich an SKM gewandt. Und SKM hat dafür gesorgt, daß ich nicht nur einen reellen Preis für meine Tiere bekommen habe, der Laffe hat mir außerdem noch ein paar Dukaten als Wiedergutmachung für den Ärger gegeben ... DankeSKM Answin
Unter dem Jubel der Bevölkerung sind die ersten siegreichen Banner unter der Führung der Magierin N.*), einer Vertrauten des Kronprinzen Corelian, von der Front in den Schwarzen Landen in ihre engasaler Heimat zurückgekehrt. Mit Hochrufen und großem Hallo wurden die Helden begrüßt.
In geheimen Kommandounternehmen hatten sie dem schwarzen gegener im besetzten Darpatien empfindliche Verluste beigebracht und einige Gefangene vor einem schrecklichen Los bewahren können.
Ein schreckliches Schicksal liegt hinter ihnen und ein noch schlimmeres harrte ihrer: Gefangen vom falschen Kaiser auf Rulat, vom Dämonenmeister versklavt, von der garteher Presse geschmäht und verleumdet sollten sie nun in Warunk gefoltert und den schwarzen Götzen geopfert werden.
Die Einzelheiten unterliegen leider der Geheimhaltung, da die Unterstützer in Darpatien ansonsten der Verfolgung durch das garther Regime ausgesetzt würden.
*) Name der Redaktion bekannt
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