Der wahre Bote

Ausgabe FIR 8 Answin

Das Motto des Mondes:  

Es giert der Wolf nach fetten Schafen

Nach andrer Beute treibt's der Horas' Heer,

Drum, Mittelreich, kannst du noch schlafen?

Nicht lange, und du bist nicht mehr!


Kaiser Hals Geburtstag gestrichen

So wird des Kaisers Erbe mit den Füßen getreten

Der Reichsverhüter will etwas für die Veteranen der letzten Kriege tun. Es soll ein "Reichsprogram Invalidenhilfe" aufgelegt werden. Damit greift der Reichsverüter eine Idee des geliebten und mildtätigen Kaisers Answin auf. Doch anstatt sich großzügig zu zeigen, tun sich schon wieder Abgründe auf:

Zur Finanzierung soll der Feiertag zu Kaiser Hals Geburtstag gestrichen werden, ein Tag auf den sich das Volk und insbesondere die Bürger von Gareth einen Götterlauf freuen. Wann sonst können sie die Pracht des Adels so prunkvoll genießen, wie bei Feste im Kaiserlichen Schloß. Jedes Jahr wurde mit einem solchen Aufwand gefeiert, der dem Bürgersmann und den Bürgersfrauen vor Augen führte, wie gut es der Götterfürst mit ihnen meint, daß sie von einem so prunkvollen Adel regiert werden. Wahre Mildtätigkeit und Güte zeigen sich nicht in so kleinlichem Handeln!


Unverschämtheit! So urteilen Brins Schergen!

Der Adel des Mittelreiches wurde entehrt

Das Rache-Urteil des Reichsgerichtes empört die Nation. Ein verdienter Recke wie der allseits beliebte und geachtete Baron von Rallerfeste wurde Opfer einer Justiz, die die Besten des Reiches über kurz oder lang auf das Schafott schicken wird.

Feron Hadarin, der bereits mit Kaiser Hal gegen die Aufständischen von Tuzak zog, der nach seiner heldenhaften Rettung des damaligen Markgrafen von Beilunk, Hagen dem Dunklen, zum Baron von Rallerfeste ernannt wurde, der auf den Silkwiesen gegen den Schwarzpelz focht, ist wegen angeblichen "Verrats" hingerichtet worden! Angesichts dieser Tatsachen muß es wie ein Hohn klingen, daß dieser ehrenwerte Mann gegen unser geliebtes Mittelreich intrigiert haben soll, was ihm von Reichsrat R.A. Pelion Eorcaidos vorgeworfen wurde. Immer klarer scheint es aber zu sein, welche Ziele der Aranier, der bekanntermaßen der elfischen Liebe mit aranischen Knäblein frönt, wirklich verfolgt: die Schwächung des mittelreichischen Adels! Denn wie anders soll es interpretiert werden, daß ein solch strahlender Held wie der Herr von Rallerfeste, ein Beispiel für alle aufrechten Männer und Frauen des Reiches, aufgrund dubioser "Beweise", die auf dunklen Kanälen aus der rebellischen Provinz Trahelien kamen (!), von den Brin´schen Schergen, die sich "Reichsrichter" nennen dürfen, zum Tode verurteilt wurde?!

Und was waren das für Richter! Mer-werd Stoia, Baron zu Vinansamt, der ein Hilfeersuchen an die Trahelische "Krone" sandte, als der Schwarzpelz an der Grenze stand, der Edle Amelthon von Ysilia und von Yslistein, der bekanntermaßen mit den Ränkeschmieden aus der Umgebung Ysilias paktiert, der Freiherr von Nemento, Vernon Aramir von Cerastes, der allzuoft seine Leibeigenen verschwinden läßt, die dann wieder, ganz überraschend, als Sklaven auf irgendwelchen Märkten des Südens auftauchen! Von solchen "Ehren-Männern" wird in der heutigen Zeit Recht gesprochen über diejenigen, die schon von frühester Jugend an ihr Blut für die Verteidigung des Reiches gaben!

Doch der härteste Schlag in das Gesicht eines jeden aufrechten Mittelreichers war das Urteil und seine Vollstreckung: Wie ein Tier wurde ein Baron dem gemeinen Pöbel ausgeliefert! Selbst wenn er ein Verbrecher gewesen sein sollte, war Feron Hadarin immer noch ein Adliger! Wo sind Sitte und Moral hin, wenn nicht einmal mehr von den obersten Richtern des Reiches die von den Göttern errichtete Ordnung befolgt wird?! Hier wird die Regierung des Reichs-verhüters entlarvt: es herrschen wieder Zustände wie in den "Dunklen Zeiten"! Wie sollen andere Nationen vor uns Respekt haben, wenn unsere Institutionen es nicht einmal vor den eigenen Adligen haben und Praios Gebot mit Füßen treten?!

Wahrlich, die Hinrichtung des Barons von Rallerfeste setzt ein blutiges Fanal für den beginnenden Untergang des Neuen Reiches. Wenn der Adel nicht jetzt aufsteht und seine Rechte und damit die Würde des ganzen Reiches verteidigt, dann ist das Unheil nicht aufzuhalten!

Unser Mitleid gilt der trauernden Witwe Thyria von Rallerfeste-Rabenmund, die mit ihrem Neugeborenen Feron Fran Garf auf Burg Falkenwacht bis zuletzt auf Gerechtigkeit hoffte. Ihre Tränen waren vergeblich in einem Land, in dem die Verräter von Sitte und Anstand regieren!

Stimmen zur Schandtat

Gräfin Trontir von Alfz zu Jilaskan: "Der Verlust, den das Reich durch diese Tat erlitten hat, ist noch kaum abzusehen. Mit Feron ritt ich schon vor vielen Jahren zusammen wider die Reichsfeinde. Ich hoffe, Boron nahm ihn gütig auf, er hätte es verdient"

Herzog Garf von Engasal:

Dieses Urteil zeigt wieder einmal die genuine und obligate Intransigenz und Anoia der mittelreichischen Führung, wie er schon durch die Nichtanerkennung Engasals offenbar wurde, ist dieser Vorgang doch völlig irrational! Wir betrauern das Hinscheiden unseres Föderaten, was aber nichts an den Usancen mit Rallerfeste ändern wird.

Grimnir Faenwulfson, Botschafter von Rallerfeste am engasalischen Hof:

"Der Baron war ein harter, aber gerechter Mann. Er hatte immer nur das Wohl seines Volkes und des Reiches im Auge, für das er nun den Märtyrertod gestorben ist. Ich richte mein herzliches Beileid an die arme Baronin, die gebrochen mit ihrem kleinen Kind in ihrer Kemenate sitzt. Ich hoffe, alle Welt erkennt, welche Männer dieses Urteil fällten, die einem Säugling den Vater und einer liebenden Gattin den Mann nahmen!"

Fürstin Irmegunde von Darpatien: "Feron Hadarin war sicherlich ein Mann, der unser aller Achtung verdient hatte, auch wenn er fehlte.

Selbst wenn er ein Reichsverräter war, so ist doch dieser "Schandzug" und seine propagandistische Verbreitung im (falschen) Boten ein Schlag in das Gesicht eines jeden, der die Götter verehrt.

Es war Praios' göttliche Fügung, daß den Adligen über den Plebs erhebt, der ihm Legitimation und Gaben schenkte, über die Gemeinen zu herrschen.

Selbst im Tode bleibt ihm dieses Privileg, aus Achtung vor Praios', nicht aus niederem Grunde.

Wie soll es weitergehen, wenn Menschen einen Adligen dem Pöbel gleichmachen und damit offensichtlich und tolldreist gegen göttliches Recht verstoßen? Sind wir denn wieder so weit wie vor einem Millenium? Müssen erst wieder die Götter eingreifen, um Recht und Gerechtigkeit zu schützen?"


Eine Vertraute des Reichskanzlers packt aus!

Brin hat seinen treuen Berater, Kanzler Hartuwal Gorwin vom Großen Fluß, scharf gerüffelt und gar mit seiner Entlassung aus Amt und Würden gedroht!

Und warum? Hat sich Prinz Hartuwal auf die Seite der Feinde des Reiches geschlagen? Hat er versucht, hinterrücks mehr Macht an sich zu raffen und den Reichsverhüter auszubooten? Im Gegenteil!

Der Mann hat es einfach gewagt, die Stimme der Vernunft zu erheben, wann immer es geboten schien.

Und das paddierte, wenn man sich die Großtaten seiner Möchtegern-Majestät ansieht, in jüngster Zeit immer öfter.

So mahnte Prinz Hartuwal an, doch endlich tätig zu werden, und Anstrengungen zu veranlassen, das geplagte Reich endlich von den Schwarzpelzen zu befreien.

Und auch das freche Treiben der Amöbe-Horas war ihm Anlaß zur Besorgis. Nicht länger wollte der stolze Mittelreicher es hinnehmen, seine Heimat dem Gespött ausgesetzt zu sehen.

Unermüdlich war er tätig, führte Verhandlungen zum Wohle des Reiches. Hat versucht, die krassesten Fehlentscheidungen des Reichsverhüters durch Verordnungen zu mildern.

So ist unser Hartuwal. Aber wie wird es ihm gedankt?

Hört Imera Ilberin, eine Vertraute des Kanzlers, über die Leiden des großen Staatsmannes:

"Lange hat Hartuwal geschwiegen, wiewohl ihm Brins Unfähigkeit Tag für Tag mehr bewußt wurde. Er aber verschloß aus Treue zur kaiserlichen Familie die Augen, hoffte, daß sich das Schicksal doch noch zum Guten wenden würde - vergebens. Allein der Gedanke an einen neuen Bürgerkrieg, wenn Brins Verrat aufgedeckt würde (lest dazu auch unseren Artikel in der letzten Ausgabe), ließ ihn zurückschrecken.

Ja, der verdiente Kämpe hat manche Träne vergossen, wenn wir des Abends privatim zusammensaßen. Ohnmächtig vor Wut mußte er mit ansehen, wie gemeine, verschlagene Karrieristen Einfluß auf Brin bekamen, die allein ihr eigenes Wohl im Sinne hatten. Verdiente Helden des Reiches wurden unter fadenscheinigen Gründen vom neuen Reichsgericht verurteilt und hingerichtet, unter dem Deckmäntelchen der Rechtschaffenheit.

Brin sah tatenlos zu, wie die Verrückte von Vinsalt sich wieder zur Horas ernannte, dem Reich trotzte und sogar die Zyklopen- und Südsee inseln besetzte.

Doch wie Hartuwal auch mahnte, der Reichsbehüter hörte nicht ...

Daß er seine Regentschaft neu organisieren, sie mit neuen Schwung küren müsse, da das Ansehen des Reiches bei den Freunden und Feinden immer geringer würde, das alles wollte er nicht hören. Viel lieber waren ihm die schönen Reden und Lobhudeleien seiner Hofschranzen.

Brin lebt in seiner Scheinwelt. Er berauscht sich daran, wenn die Bauern ihm zujubeln, sonnt sich in den schalen Beifallsbekundungen seiner Günstlinge. Fast muß man befürchten, er wolle den gleichen Weg wie sein Vater gehen und sich für göttlich erklären lassen!

Arm das Reich, dessen Regent ein fauler Apfel mit glänzender Schale ist - es ist dem Untergang geweiht.

Wenn wenigstens die einfachsten Regierungspflichten ordentlich erledigt würden. Aber nichts davon, Brin hat den Schluderjan zum Prinzipal erhoben.

Wann hat man je von sinnvollen Beschlüssen aus Brins Hause gehört?

Und wenn, so konnte man sicher sein, das der Prinzling daran nicht beteiligt war, bestenfalls gelangweilt sein Auge schweifen ließ. Und wie oft hat er im Nachhinein seine verdienten Diener des Verrats, der Hintergehung geziehen? Wie oft sinnvole Maßnahmen, durch eigen, tollalberne Beschlüsse zunichte gemacht. Um hinterher, wenn wieder einmal alles verfahren war, die Schuld dabei bei denjenigen zu suchen, die sich redlich ums Reich bemühten.

Wo der wahre Adel weiß, daß es eine heilige Pflicht ist, zuerst nach eigenen Versäumnissen zu suchen. Das aber hat der Fant nie gemlernt.

Die Untertanen murren, noch begehren sie nicht auf. Noch ist die Liebe zum Reich stärker als der Verdruß über die verderbte Führung. Doch wie lange noch ...


Unsere tobrische Ecke

Das Wollschaf des Mondes:

Rammelhold von Bocksberg, mehrfach prämierter Sieger der Peraineausstellung


Reichstruppen = Deppenpuppen?

Nach seiner skandalösen Anklage wartet Reichsrat R.A. Pelion Eorcaidos - die Garether Natter - gleich mit einer neuen skandalösen Idee auf:

Ein Junker, der sich über den mangelnden Biß der Reichsarmee im Kampfe gegen die Scharzpelze beschwerte und - in geselliger, weinseliger Runde - den obigen Auspruch tat, soll wegen Beleidigung der Reichstruppen 200 Goldstücke Strafe an das Reichsamt zahlen.

Ein Spitzel des R.A. hatte nun nichts besseres zu tun, den Ausspruch des Edlen sofort seinem Herrn zu berichten.

Nun mag Reichstruppen = Deppenpuppen in der Tat kein besonders griffiger Auspruch sein, angesichts der hohen Opferzahl, die der Kampf gegen die Orken schon gefordert hat, denn an den braven Soldaten liegt's gewiß nicht, daß der Schwarzpelz noch immer frech seine Banner auf Reichsboden entfalten kann. Doch anstatt sich darüber zu ereifern, zieht man es vor, den Kritiker mundtot zu machen ....

Verkehrte Welt!

Auf Nachfragen, ob seine Speichellecker künftig in allen adeligen Kemenaten darauf lauern würden, im Suff verkündete Wahrheiten zu belauschen, hatte der Schandbube Eorcaidos doch tatsächlich die Frechheit, zu verlautbaren, daß er nichts ehrenrühriges darin sähe, wenn aufrechte Leute im Dienste des Kaiserhauses ein offenes Ohr dafür hätten, wann immer sich staatsgefährdende Umtriebe regten. Bei der Sicherheit des Reiches höre es mit der Souveränität des einzelnen Edlen auf.

Drum, Adelige, des Mittelreiches, legt euch beizeiten eine Maulsperre zu, nicht lang wird es dauern, und einer der Spitzel sitzt auch an eurem Kamin.


König Cuano weint bittere Tränen

Nie bekomme ich Saumagen

Skandalöse Berichte erreichten uns aus dem Königspalast zu Havena. Dort spielen sich erschütternde Szenen ab. Der König von Albernia, der allseits geachtete Held des Reiches Cuano ui Bennain ist außer sich. Seit einigen Monden zählt eine alanfanische Hofdame aus dem Hause Paligan zu dem Gefolge seiner Gattin, auf Geheiß seines Schwiegersohnes, der der Dame wohl überdrüssig war!Doch scheint es ihm dabei völlig egal zu sein, was er seinem Schwiegervater damit antut!

Seitdem diesem Tage steht der Hausfrieden bei den Bennains Kopf, denn das südländische Dämchen hat der Landesmutter Albernias arge Flausen in den Kopf gesetzt. Ganz nach neuester alanfanischer Facon werden nur noch Speisen aus Gemüse und Früchten gereicht - Grünfutter für den gestandenen Recken. Bedienstete berichten von dramatischen Szenen, im Boudoir der Herrscher spielt sich Tag für Tag ein Possenspiel ab!

Der König hat es mit allen Mitteln versucht, mit milden Worten, mit königlicher Strenge, ja, gar mit Flehen!

Doch so sehr Cuano seine Frau auch der Vernunft gemahnt, nichts will sie von ihren Grillen abbringen.

Wenn das die neuen Sitten sind, die sich von Gareth aus im Reich etablieren, dann Gute Nacht!


Sensationell

Tausende Abenteuerpunkte im Handumdrehen

Güldenländische Wissenschaftler haben die Lösung aller Heldenprobleme gefunden!

Habt auch Ihr Euch oft geärgert, daß anderen der Ruhm im Schlafe zufliegt. während ihr Euch plagen und mühen müßt?

Ist Eure Schwester eine gefeierte Heldin und Euch bleibt nur die Drecksarbeit?

Damit kann nun Schluß sein!

Die namhafte Glücksspiel- und HandelskompagnieFaberson- Plotzberg hat folgendes sensationelle System aus Güldenland für Euch nach Aventurien gebracht:

Ihr fordert gegen die Gebühr von 9,99 S unsere Teilnehmerliste an die nächste Niederlassung unserer Gesellschaft.

Alsdann nehmt Ihr lächerliche 100 Eurer sauer verdienten AP und sendet je 20 davon an einen der Namen, die ganz oben auf der Liste stehen. Alsdann laßt schreibt Ihr den Brief säuberlich ab, so oft ihr mögt, laßt aber die obersten Namen der 5 Spalten weg und setzt Euren Namen nach ganz unten. Verteilt diese Schreiben an Eure Freunde, Bekannten, Mitstreiter und Weggefährten.

Schon bald wird Euer Name auf hunderten Listen im ganzen Lande ganz oben stehen!!!

Und Euch erwarten viele tausend AP"!!!

Im Handumdrehen!!!

Faberson-Plotzberg - Euer Glück ist unsere Versuchung


Hexenwerk oder böses Omen?

In Bunsendorf bei Baliho wurde eine gräßliche Mißgeburt geboren, ein Tralloper Riese mit sechs Beinen.

Sogleich wurde ein Paiosgeweihter gerufen, eine Untersuchung auf dem Hof des Bauern Bunsenhold durchzuführen.

Die Frau des Bauern, Bunsenbrenna, wurde in Folge der Hexerei angeklagt und mit dem schrecklichen Ungeheuer verbrannt. Zwar wurde so der Gerechtigkeit Genüge getan, doch wollen wir Praios' mahnenden Fingerzeig nicht ungeachtet lassen: Nach der mysteriösen Wüstenei zu Dragenfeld, der daimonischen Heimsuchung in Almada, der Mißernte in Heldentrutz, scheint dies ein neuer Streich des ewigen Widersachers zu sein!

Volk, sei wachsam!


Offener Brief an die Redaktion des Aventurischen Boten gleichwohl an die hohen Damen und Herren von Stande

von Seiner Hochgeboren Roderick H.G. v. Rabenmund (m.H.) Vogt von Dettenhofen, Junker von Hassloch

Nehmet zur Kenntnis Unsere Empörung wie Unsere Trauer ob der Geschehnisse um die Aburteilung des Feron Hadarin Baron von Rallerfeste. Nicht, daß wir anzweifeln den Beschluß des hohen Gerichtes, möge Praios sie geführet haben. Die Schuld ward gegeben und Buße tat not. Doch ist es die Art des Urteils, welche Abscheu in Uns hervorruft. Wie immer auch das Verbrechen, dessen man den Baron von Rallerfeste bezichtigte, einzustufen sei, wie schwer auch die Schuld, all dies ändert nichts daran, daß hier ein Mann von Adel verurteilt wurde. Jemand von hohem Blute also wurde preisgegeben den Schmähungen des einfachen Pöbels, auf daß sich ein jeder Wegelagerer und Bettellump sich über ihn erheben konnte, ja gar der geifernde Mob sich ob seines Leidens ergötzen konnte. Nicht unerwähnt bleiben soll hierbei die allgemeine Empörung, welche (zu Recht!) den Adel des Reiches erschütterte, als während der Answinzeit Adelige unter Mißachtung ihrer angestammten Rechte hingerichtet wurden. Handelte das Reichsgericht in diesem Falle so sehr anders?

Mit Abscheu wenden Wir uns ab von dem Übel, das Adel seinesgleichen angetan! Ein rascher und ehrenvoller Tod durch das Schwert, dies wäre dem Manne gerecht geworden, der (muß man Euch daran erinnern?!) mehr als einmal sein Leben für den Reichsbehüter und das Wohl des Reiches in die Waagschale geworfen hat. Zur Erinnerung: Diejenigen, welche nach der Answinkrise des Reichsverrates angeklagt wurden, kamen mit deutlich milderen Strafen davon! Wir wollen nicht rechtfertigen noch entschuldigen, was Feron Hadarin von Rallerfeste an Schuld auf sich geladen, doch ehren Wir den Helden der Silkwiesen und erfolgreichen Streiter wider das Orkengezücht.

In der Stunde des persönlichen Verlustes und der Trauer um Unser geliebtes Weib, das einem tragischen Unfall zum Opfer fiel, verlängern Wir die angeordnete Trauer in der Baronie Dettenhofen um zwölf Tage im Gedenken an einen großen Krieger des Reiches. Möge Rondra den wackeren Kämpen in ihren Hallen aufnehmen!

(Da dieses ergreifende Dokument nur gekürzt und kommentiert im Verlautbarungsorgan des Reichs-verhüters veröffentlicht wurde, haben wir uns entschlossenen diesen herzergreifenden Brief des Vetters des Kaisers Answin, der als treuer Vasall des Reichsverhüters gilt, hier dem geneigten Leser vorzuführen, als beredtem Beleg dafür, daß wir nur die Wahrheit und nichts als die Wahrheit berichten! - die Red.)


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Ob zur Trauer oder Freud: Immer gut und fein - Engasalwein


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